Militärischer und privater Nachlass von Oberleutnant d. R. Dipl. Ing. Egid Fleck (1893-1967) und Nachlass Familie Fleck (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 660/311
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Militärische Bestände 1871-ca. 1920 >> Nachlässe und Sammlungen >> Nachlässe
1870-1967
1. Biographische Daten: Egid Fleck wurde am 11. Juni 1893 in Stuttgart als Sohn eines Oberpostkassiers geboren. Die Familie zog bald darauf nach Mergentheim im heutigen Main-Tauber-Kreis um. Dort besuchte Fleck die Volksschule und später das Progymnasium. Die Reifeprüfung legte er 1911 am Heilbronner Realgymnasium ab. Danach trat er als Einjährig-Freiwilliger ins Füsilierregiment 122, Mergentheim, (5. Kompanie) ein. Von Oktober 1912 - Oktober 1913 absolvierte er ein Praktikum bei der Maschinenfabrik und Eisengießerei Böhringer in Göppingen, unterbrochen durch eine Wehrübung im Frühjahr 1913. Ab dem Wintersemester 1913 studierte er Maschinenbau an der Technischen Hochschule in Stuttgart. Nach Abschluss des 2. Studiensemesters wurde er am 2. Tag der Mobilmachung einberufen, konnte jedoch im Juli 1915, während er krankheitsbedingt nicht im Kriegseinsatz war, das Vordiplom erwerben. Ansonsten durchlief Egid Fleck während des 1. Weltkriegs (zunächst als Offizier-Stellvertreter, seit Januar 1915 als Leutnant der Reserve) folgende Stationen: Longwy, Romain, Messines ab August 1914 Polen Dezember 1914 - Mai 1915 Süd-Ungarn (Aufmarsch gegen Serbien) Mai - Juni 1915 Galizien Juni 1915 Dnjestr.-Übergang, Rohatin Juni 1915 erkrankt Serbien (Morawa-Tal) November - Dezember 1915 Griechhische Grenze (Stojakovo) Ab Dezember 1915 - Juni 1916 Galizien, Olezsza, Korolowka Juli - August 1916 erneut erkrankt und daher versetzt ins Kriegsministerium, Abteilung Kriegsbedarf, Rohstoff-stelle Dez. 1916 - Nov. 1918 Aufgrund Verfügung des Reichswehrministers: Charakter "Oberleutnant" Juni 1920 Nach Kriegsende schloss Egid Fleck das Studium als Diplomingenieur ab. Anschließend trat der spätere Regierungsbaudirektor in die Landesverwaltung ein. Fleck war aktives Mitglied im Offiziersverein des ehemaligen 122. Füsilierregiments. In den 40er Jahren schrieb er zahlreiche Aufsätze, vor allem über württembergische Garnisonen Anfang des 19. Jahrhunderts, die er meist auch in Zeitungen veröffentlichte. Bis 1958 war Egid Fleck Landesbranddirektor. Er starb am 17. Juli 1967 in Fellbach. Die wichtigsten Lebensdaten der übrigen an der Korrespondenz beteiligten Mitglieder der Familie: Die Eltern: Karl Fleck, Oberpostmeister in Mergentheim (30. 07. 1862 - 13. 09. 1944) Lina Fleck, geb. Wunderlich (02. 06. 1864 - 13. 04. 1943) Alfred Fleck: geb. am 24. 11. 1894 in Mergentheim Lateinschule Mergentheim, Ev. theol. Seminar Maulbronn und Blaubeuren Konkurs-Abitur 1912; anschließend 1912/1913 Einjähriger Freiwilliger beim Füsilierregiment 122, Mergentheim 1913/1914 Stud theol Stift Tübingen Gefallen am 22. 09. 1914 in Frankreich Gerhard Fleck: geb. am 24. 09. 1896 in Mergentheim Lateinschule Mergentheim Ev. theol. Seminar Maulbronn und Blaubeuren Konkurs Frühjahr 1914 1914/1915 Einjährig Freiwilliger beim Füsillierregiment 122, Mergentheim und Heilbronn Gefallen am 07. 08. 1916 in Galizien.
2. Zum Bestand: Außer dem an den Anfang gestellten Heft (Bestell Nr. 1) mit Tagebuchaufzeichnungen aus dem Jahr 1870 enthält der Nachlass eine bewusst als solche angelegte Dokumentation für die Zeit des Ersten Weltkriegs. Bestellnr. 2 - 11 bilden eine Foto- und Postkartensammlung über Kriegseinsätze und spätere Reisen zu früheren Schlachtfeldern. Es folgt verschiedenes Material über Militärgeschichte und Kontaktpflege zu ehemaligen Kameraden (Bestell Nr. 12-27). Ein weiterer Schwerpunkt des Nachlasses liegt auf den historischen Arbeiten (zum Großteil entstanden Anfang der 1940er Jahre) von Egid Fleck. Seine Darstellungen zu verschiedenen Garnisonsstädten in Württemberg, v.a. seit Anfang des 19. Jahrhunderts (Bestell Nr. 28-62); wurden teilweise auch der Landesbibliothek und den betreffenden Stadtarchiven angeboten. Sonstige historische Themenbereiche folgen unter Bestell Nr. 63 - 67. Im zweiten Teil des Nachlasses (Bü Nr. 68 - 87) , der die familieninterne Korrespondenz zwischen und mit den Brüdern von Egid Fleck und den Eltern enthält, wird der Übergang, werden Zusammenhänge zwischen persönlicher Lebensplanung und Militärlaufbahn vor und nach Kriegsbeginn im August 1914 deutlich. Die Spanne der Korrespondenz reicht jeweils von der Seminarzeit / Schulzeit der drei an der Korrespondenz beteiligten Brüder bis in die Kriegszeit. Geordnet und verzeichnet wurde der Bestand zum Teil im Dezember 1996 durch Archivinspektoranwärter Johannes Renz unter Anleitung von Oberarchivrat Dr. Moegle-Hofacker, der die übriggebliebenen Arbeiten einschließlich Redaktion besorgte; letztere v.a. im Hinblick auf die Integration in ein Gesamtregister der militärischen Nachlässe. Der Nachlass war 1995 im Hauptstaatsarchiv eingekommen, Ergänzungen 1997/1998. Er umfasst 87 Büschel bzw. 1,40 lfd. Regelmeter und ist frei benutzbar. Stuttgart, im September 1998 Franz Moegle-Hofacker
2. Zum Bestand: Außer dem an den Anfang gestellten Heft (Bestell Nr. 1) mit Tagebuchaufzeichnungen aus dem Jahr 1870 enthält der Nachlass eine bewusst als solche angelegte Dokumentation für die Zeit des Ersten Weltkriegs. Bestellnr. 2 - 11 bilden eine Foto- und Postkartensammlung über Kriegseinsätze und spätere Reisen zu früheren Schlachtfeldern. Es folgt verschiedenes Material über Militärgeschichte und Kontaktpflege zu ehemaligen Kameraden (Bestell Nr. 12-27). Ein weiterer Schwerpunkt des Nachlasses liegt auf den historischen Arbeiten (zum Großteil entstanden Anfang der 1940er Jahre) von Egid Fleck. Seine Darstellungen zu verschiedenen Garnisonsstädten in Württemberg, v.a. seit Anfang des 19. Jahrhunderts (Bestell Nr. 28-62); wurden teilweise auch der Landesbibliothek und den betreffenden Stadtarchiven angeboten. Sonstige historische Themenbereiche folgen unter Bestell Nr. 63 - 67. Im zweiten Teil des Nachlasses (Bü Nr. 68 - 87) , der die familieninterne Korrespondenz zwischen und mit den Brüdern von Egid Fleck und den Eltern enthält, wird der Übergang, werden Zusammenhänge zwischen persönlicher Lebensplanung und Militärlaufbahn vor und nach Kriegsbeginn im August 1914 deutlich. Die Spanne der Korrespondenz reicht jeweils von der Seminarzeit / Schulzeit der drei an der Korrespondenz beteiligten Brüder bis in die Kriegszeit. Geordnet und verzeichnet wurde der Bestand zum Teil im Dezember 1996 durch Archivinspektoranwärter Johannes Renz unter Anleitung von Oberarchivrat Dr. Moegle-Hofacker, der die übriggebliebenen Arbeiten einschließlich Redaktion besorgte; letztere v.a. im Hinblick auf die Integration in ein Gesamtregister der militärischen Nachlässe. Der Nachlass war 1995 im Hauptstaatsarchiv eingekommen, Ergänzungen 1997/1998. Er umfasst 87 Büschel bzw. 1,40 lfd. Regelmeter und ist frei benutzbar. Stuttgart, im September 1998 Franz Moegle-Hofacker
87 Nummern (1,30 lfd. m)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ
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