Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz bekundet, dass er seinem Rentmeister Michel Mosbach von Lindenfels für vier Jahre das Schloss und Amt Wersau (Wersaw) mit Leuten, Dörfern, Höfen, Schäfereien, Mühlen, Fischwasser, Bächen, Wäldern, Weiden, Zehnten, Zinsen, Gülten, Gefällen, Beden, Steuern, Frondiensten und sonstigem Zubehör verliehen hat. Michel darf die Zinspflichtigen dabei nicht höher als üblich beschweren. Er soll das Schloss mit Wächtern, Pförtnern und Knechten versehen und diese wie seine Reisigen auf eigene Kosten versorgen und besolden. Der Pfalzgraf ist derweil nicht verpflichtet, den Knechten das Amt- oder Dienstgeld zu zahlen. Michel Mosbach soll dem Kammermeister zu Heidelberg während der vier Jahre jährlich zu Kathedra Petri [22.02.] 300 Gulden überantworten, wobei näher beschriebene Kosten für Heu, Stroh, Speise und Schäden an Gerätschaften (geschirr) mit nachgewiesener Rechnung davon abgezogen werden sollen. Auch soll Michel dem Pfalzgrafen Milchkraut [?] und anderes (mylich krut und anders im da wechset) unentgeltlich ausrichten, wenn der Fürst vor Ort verweilt.
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Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz bekundet, dass er seinem Rentmeister Michel Mosbach von Lindenfels für vier Jahre das Schloss und Amt Wersau (Wersaw) mit Leuten, Dörfern, Höfen, Schäfereien, Mühlen, Fischwasser, Bächen, Wäldern, Weiden, Zehnten, Zinsen, Gülten, Gefällen, Beden, Steuern, Frondiensten und sonstigem Zubehör verliehen hat. Michel darf die Zinspflichtigen dabei nicht höher als üblich beschweren. Er soll das Schloss mit Wächtern, Pförtnern und Knechten versehen und diese wie seine Reisigen auf eigene Kosten versorgen und besolden. Der Pfalzgraf ist derweil nicht verpflichtet, den Knechten das Amt- oder Dienstgeld zu zahlen. Michel Mosbach soll dem Kammermeister zu Heidelberg während der vier Jahre jährlich zu Kathedra Petri [22.02.] 300 Gulden überantworten, wobei näher beschriebene Kosten für Heu, Stroh, Speise und Schäden an Gerätschaften (geschirr) mit nachgewiesener Rechnung davon abgezogen werden sollen. Auch soll Michel dem Pfalzgrafen Milchkraut [?] und anderes (mylich krut und anders im da wechset) unentgeltlich ausrichten, wenn der Fürst vor Ort verweilt.
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Nr. 813, 129
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Kopialbücher
Kopialbücher >> Weltliche Territorien und Herrschaften >> Kurpfalz >> Einzelne Pfalzgrafen und Kurfürsten >> Friedrich I. >> Liber ad vitam I (Kurfürst Friedrichs I. von der Pfalz) >> Urkunden
1464 Juni 8 (off fritag nach sant Bonifacien dag)
fol. 88r-88v
Urkunden
Ausstellungsort: Heidelberg
Siegler: Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz (dorsal aufgedrücktes Siegel)
Siegler: Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz (dorsal aufgedrücktes Siegel)
Kopfregest: "Als myn gnediger herre pfaltzgrave Michel Moßpach dem rentmeister das slos Werlsaw vier jar lang verluhen hat". Die Urkunde ist durchgestrichen. Unklar ist, ob mit "mylich kurt" Milchkraut gemeint ist. Nach Adelung ist Milchkraut u. a. "ein Nahme verschiedener Pflanzen, deren Genuß den Zufluß der Milch bey den Thieren befördern soll." (Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart von Johann Christoph Adelung, Leipzig 1793-1801, Bd. 3, Sp. 209); nach Grimm "1) kraut mit milchsaft; daher name der euphorbia helioscopia; purgierend milchkraut wie die wolfsmilch" und "2) kraut das die erzeugung der milch befördert" (Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Bd. 12, Sp. 2196) [beide über https://woerterbuchnetz.de/ abgerufen].
Mosbach von Lindenfels, Michael (Michel); kurpfälzischer Rentmeister, erw. 1464, 1495 tot
Heidelberg HD
Wersau, abgeg. Burg bei Reilingen HD
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Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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