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Abbildung des/der Patient*in B.. (2)
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Ganzkörperliche Schwarz-Weiß-Fotografie einer Person, die vor einer hellen Wand steht. sie trägt ein langes Kleid mit einer Schürze und einer Haube mit einer großen Schleife auf dem Kopf. Ihre Hände hat sie in den Taschen der Schürze verborgen. Das Haar, das ihr wie ein Kranz um den Kopf liegt, ist vermutlich zu einem Knoten oder Zopf gebunden, der durch die Haube verdeckt wird. Ein Fuß ist leicht nach hinten gestellt. Die Aufnahme erfolgte frontal, die Person blickt direkt in die Kamera. Kontext: Die Fotografie gehört zu einer Serie von mindestens drei Fotos, die von B. angefertigt wurden. Laut des Sexualwissenschaftlers und Sexualreformers Magnus Hirschfeld handelt es sich bei B. um eine*n seiner Patient*innen, die nach dem Verlust der Hoden sich sowohl physisch als auch psychisch in eine weibliche Richtung entwickelt haben. B. sei als „Sopransänger“ sowie – im damaligen Sprachgebrauch – als „Damendarsteller“ tätig (vgl. Hirschfeld, Magnus (1917): Sexualpathologie. Ein Lehrbuch für Ärzte und Studierende. Erster Teil. Geschlechtliche Entwicklungsstörungen mit besonderer Berücksichtigung der Onanie, A. Marcus & E. Webers, S. 16f.). Welchem Geschlecht sich B. selbst zugehörig fühlte, ist nicht bekannt.
Bildunterschrift in Hirschfeld: Sexualpathologie, Teil 1 (zusammen mit zwei weiteren Abbildungen): Geschlechtsdrüsenverlust im 20. Lebensjahr (Beschreibung Seite 16 und 17)
Die Bilder zeigen uns B. in seinem jetzigen Beruf als Sopransänger in Frauenrollen. Körperbau, Geistes- und Gefühlsleben entwickelten sich nach dem Verlust der Testikel weiblich. Der Geschlechtstrieb erlosch.
Hirschfeld, Magnus, 1917: Sexualpathologie. Ein Lehrbuch für Ärzte und Studierende. Erster Teil. Geschlechtliche Entwicklungsstörungen mit besonderer Berücksichtigung der Onanie, Bonn, Seite 16f.
Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, Berlin
FSIFS-061_b
Förderprogramm zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin
Fotografische Sammlung des ehemaligen Instituts für Sexualwissenschaft