Nachlass Friedrich Hardeck sen. (1826-1894), Geheimer Rat, Leiter des statistischen Büros, Rat beim bad. Außenministerium und Nachlass Friedrich Hardeck jun. (1872-1941), Offizier, Oberregierungsrat im bad. Innenministerium (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, N Hardeck
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Nichtstaatliches Archivgut >> Nachlässe >> Andere Nachlässe >> Hardeck
1854-1936
Inhalt und Bewertung
Friedrich Hardeck sen.: persönliche Papiere, Fotos, - Auseinandersetzungen zwischen Preußen und Österreich 1866, Gründung des Deutschen Reichs 1870/71 (Handakten). - private und berufliche Korrespondenz u.a. mit Großherzogin Luise von Baden, R. Freydorf, Albert Häuel, Franz von Roggenbach, Christian Friedrich Roller.
Friedrich Hardeck jun.: persönliche Papiere, Fotos. - Disziplin und Versorgung der Armee an der Ostfront im 1. Weltkrieg (Druckschriften).
1. Vorwort: Friedrich Hardeck wurde am 28. Januar 1826 in Hildesheim als Sohn des Stadtrichters Joseph Hardeck geboren. Er studierte in Göttingen Philologie und Mathematik. Nach Beendigung seines Studiums hielt er sich in Frankreich und Italien auf, wo er 1851 vom preußischen Botschafter beim Vatikan, Graf von Usedom, als Privatsekretär angestellt wurde. Als dieser 1859 preußischer Botschafter beim Bundestag wurde, folgte ihm Hardeck nach Frankfurt am Main. 1863 wechselte er in badische Dienste und wurde zum Leiter des badischen Statistischen Bureaus ernannt. Diese offenbar seinen besonderen Neigungen entsprechende Tätigkeit in der Statistik übte er neben allen seinen anderen Ämtern bis zu seinem Tod am 1. September 1894 aus. Seiner Erfahrung in diplomatischen Angelegenheiten und seiner sprachlichen Kenntnisse wegen wurde Hardeck 1866 zum Legationsrat beim badischen Außenministerium bestellt, wo er 1883 zum Vorsitzenden Rat ernannt wurde. 1884 wurde ihm der Titel eines Geheimen Rats verliehen. Als Beamter des Außenministeriums war Hardeck an verschiedenen wichtigen Vertragsverhandlungen beteiligt, so etwa an den Waffenstillstandsverhandlungen mit Frankreich und den Verhandlungen zur Gründung des Deutschen Reiches 1870/71 sowie an verschiedenen Eisenbahnvertragsverhandlungen. Sein einziger Sohn Friedrich Hardeck (geb. 31. August 1872, gest. 9. Mai 1941) wurde nach Abschluss der Schule Berufsoffizier. Er brach diese Laufbahn jedoch nach fünf Jahren ab, studierte Jura und hatte nach verschiedenen Stellungen im Innenressort zuletzt die Position eines Oberregierungsrats im Ministerium des Innern eingenommen. Über Hardecks Tätigkeit auf dem Gebiet der Statistik beinhaltet der Nachlass kaum Material, über Hardecks außenpolitische Aktivität ist vor allem für die Zeit der preußisch-österreichischen Auseinandersetzungen 1866 und der Gründung des Deutschen Reiches 1870/71 in den Korrespondenzen und Handakten aufschlussreiches Material überliefert. Die Handakten des Ministerialrats befinden sich im Bestand des Staatsministeriums (GLA 233 Nr. 2785, 40277-40283, 41930). Die aus dem Besitz von Friedrich Hardeck jun. stammenden Faszikel werfen ein Schlaglicht auf die Situation des deutschen Heeres an der Südostfront in Russland im Ersten Weltkrieg, wo er als Hauptmann in der Armeeverwaltung tätig war.
2. Zur Ordnung: Der Nachlass Hardeck wurde 1973 vom Generallandesarchiv erworben (Zug. 1973 Nr. 38) und im Juli desselben Jahres verzeichnet. Im Mai und im September 1974 (Zug. 1974 Nr. 24 und 40) übersandte der bisherige Eigentümer des Nachlasses Gerhart Klein weitere, inzwischen aufgefundene Unterlagen, die in den Nachlass eingefügt wurden. Ebenso wurde auch ein schon am 10. August 1949 vom Berliner Hauptarchiv unter Tgb. Nr. 1252 übersandter Bestandteil des Hardeckschen Nachlasses behandelt, der bisher in Abt. 65/2460 Nr. 3 aufbewahrt war. Das Verzeichnis wurde von Frau Heuß im März 1975 neu geschrieben. Die Übertragung des analogen Findmittels in ein Online-Findmittel erfolgte 2017 durch René Gilbert im Rahmen eines von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg finanzierten Projekts. Zusätzlich versah Gilbert den Bestand mit Orts- und Personenindizes. Der Nachlass umfasst 45 Faszikel.
3. Quellen und Literatur: Quellen - "Hardeck, Friedrich", Dienerakte, GLA 76 Nr. 3218 [Laufzeit: 1866-1889] - "Hardeck, Friedrich", Dienerakte, GLA 76 Nr. 9393 [Laufzeit: 1863-1894] - "Hardeck, Friedrich", Dienerakte, GLA 233 Nr. 23713 [Laufzeit: 1866-1893] - "Hardeck, Friedrich, jun.", militärische Personalakte, GLA 456 E Nr. 4263 [Laufzeit: ca. 1891-1918] - "Hardeck, Friedrich, jun.", Personalakte, GLA 466-22 Nr. 15407 [Laufzeit: 1924-1942] Literatur Marschall von Bieberstein, Adolf: "Friedrich Hardeck", in: Badische Biographien, Band 5, hrsg. von Friedrich von Weech und Albert Krieger, Heidelberg 1906, S. 245-247
Friedrich Hardeck sen.: persönliche Papiere, Fotos, - Auseinandersetzungen zwischen Preußen und Österreich 1866, Gründung des Deutschen Reichs 1870/71 (Handakten). - private und berufliche Korrespondenz u.a. mit Großherzogin Luise von Baden, R. Freydorf, Albert Häuel, Franz von Roggenbach, Christian Friedrich Roller.
Friedrich Hardeck jun.: persönliche Papiere, Fotos. - Disziplin und Versorgung der Armee an der Ostfront im 1. Weltkrieg (Druckschriften).
1. Vorwort: Friedrich Hardeck wurde am 28. Januar 1826 in Hildesheim als Sohn des Stadtrichters Joseph Hardeck geboren. Er studierte in Göttingen Philologie und Mathematik. Nach Beendigung seines Studiums hielt er sich in Frankreich und Italien auf, wo er 1851 vom preußischen Botschafter beim Vatikan, Graf von Usedom, als Privatsekretär angestellt wurde. Als dieser 1859 preußischer Botschafter beim Bundestag wurde, folgte ihm Hardeck nach Frankfurt am Main. 1863 wechselte er in badische Dienste und wurde zum Leiter des badischen Statistischen Bureaus ernannt. Diese offenbar seinen besonderen Neigungen entsprechende Tätigkeit in der Statistik übte er neben allen seinen anderen Ämtern bis zu seinem Tod am 1. September 1894 aus. Seiner Erfahrung in diplomatischen Angelegenheiten und seiner sprachlichen Kenntnisse wegen wurde Hardeck 1866 zum Legationsrat beim badischen Außenministerium bestellt, wo er 1883 zum Vorsitzenden Rat ernannt wurde. 1884 wurde ihm der Titel eines Geheimen Rats verliehen. Als Beamter des Außenministeriums war Hardeck an verschiedenen wichtigen Vertragsverhandlungen beteiligt, so etwa an den Waffenstillstandsverhandlungen mit Frankreich und den Verhandlungen zur Gründung des Deutschen Reiches 1870/71 sowie an verschiedenen Eisenbahnvertragsverhandlungen. Sein einziger Sohn Friedrich Hardeck (geb. 31. August 1872, gest. 9. Mai 1941) wurde nach Abschluss der Schule Berufsoffizier. Er brach diese Laufbahn jedoch nach fünf Jahren ab, studierte Jura und hatte nach verschiedenen Stellungen im Innenressort zuletzt die Position eines Oberregierungsrats im Ministerium des Innern eingenommen. Über Hardecks Tätigkeit auf dem Gebiet der Statistik beinhaltet der Nachlass kaum Material, über Hardecks außenpolitische Aktivität ist vor allem für die Zeit der preußisch-österreichischen Auseinandersetzungen 1866 und der Gründung des Deutschen Reiches 1870/71 in den Korrespondenzen und Handakten aufschlussreiches Material überliefert. Die Handakten des Ministerialrats befinden sich im Bestand des Staatsministeriums (GLA 233 Nr. 2785, 40277-40283, 41930). Die aus dem Besitz von Friedrich Hardeck jun. stammenden Faszikel werfen ein Schlaglicht auf die Situation des deutschen Heeres an der Südostfront in Russland im Ersten Weltkrieg, wo er als Hauptmann in der Armeeverwaltung tätig war.
2. Zur Ordnung: Der Nachlass Hardeck wurde 1973 vom Generallandesarchiv erworben (Zug. 1973 Nr. 38) und im Juli desselben Jahres verzeichnet. Im Mai und im September 1974 (Zug. 1974 Nr. 24 und 40) übersandte der bisherige Eigentümer des Nachlasses Gerhart Klein weitere, inzwischen aufgefundene Unterlagen, die in den Nachlass eingefügt wurden. Ebenso wurde auch ein schon am 10. August 1949 vom Berliner Hauptarchiv unter Tgb. Nr. 1252 übersandter Bestandteil des Hardeckschen Nachlasses behandelt, der bisher in Abt. 65/2460 Nr. 3 aufbewahrt war. Das Verzeichnis wurde von Frau Heuß im März 1975 neu geschrieben. Die Übertragung des analogen Findmittels in ein Online-Findmittel erfolgte 2017 durch René Gilbert im Rahmen eines von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg finanzierten Projekts. Zusätzlich versah Gilbert den Bestand mit Orts- und Personenindizes. Der Nachlass umfasst 45 Faszikel.
3. Quellen und Literatur: Quellen - "Hardeck, Friedrich", Dienerakte, GLA 76 Nr. 3218 [Laufzeit: 1866-1889] - "Hardeck, Friedrich", Dienerakte, GLA 76 Nr. 9393 [Laufzeit: 1863-1894] - "Hardeck, Friedrich", Dienerakte, GLA 233 Nr. 23713 [Laufzeit: 1866-1893] - "Hardeck, Friedrich, jun.", militärische Personalakte, GLA 456 E Nr. 4263 [Laufzeit: ca. 1891-1918] - "Hardeck, Friedrich, jun.", Personalakte, GLA 466-22 Nr. 15407 [Laufzeit: 1924-1942] Literatur Marschall von Bieberstein, Adolf: "Friedrich Hardeck", in: Badische Biographien, Band 5, hrsg. von Friedrich von Weech und Albert Krieger, Heidelberg 1906, S. 245-247
45 Akten
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:03 MESZ
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