Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Bände (Bestand)
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E 29/III
Stadtarchiv Nürnberg (Archivtektonik) >> Stadtarchiv Nürnberg >> Bestandsgruppe E: Dokumentationsgut privater Provenienz >> E 29 - Familienarchiv von Tucher >> E 29/III - Familienarchiv Tucher / Gesamtgeschlecht und jüngere Linie / Bände
Nach der in der 1. Hälfte des 15. Jh. erfolgten Teilung in eine Ältere Linie und eine Jüngere Linie der Tucher entstanden für beide Linien eigene Archive und zudem ein Archiv des Gesamtgeschlechts. Die Archive des Gesamtgeschlechts und der Jüngeren Linie sind seit dem 19. Jh. vereinigt. Sie sind Eigentum der seit 1503 existierenden Dr.-Lorenz-Tucher-Stiftung.Die Archive des Gesamtgeschlechts und der Jüngeren Linie befanden sich vor dem Zweiten Weltkrieg im Erdgeschoss des Tucherpalais in Nürnberg (Egidienplatz 7) am Sitz der Tucherschen Stiftungsverwaltung. Diese Archive wurden 1935-1937 durch Wilhelm Schwemmer (1901-1983) in Anlehnung an die überlieferte Ordnung verzeichnet.Während des Zweiten Weltkriegas wurde der kleinere Teil dieser Archive in den Hopfenkeller der Tucher-Brauerei an der Langen Gasse in Nürnberg verbracht, wo er den Krieg ohne Schaden überstand. Der weitaus größere Teil (ca. 120 lfd. m Akten und Rechnungen) verblieb im Tucherpalais und wurde beim Luftangriff auf die Nürnberger Altstadt am 2. Januar 1945 fast vollständig vernichtet. Besonders wertvoll erachtete Urkunden, Bände und Akten hatte man in einem Panzerschrank im Kellergewölbe verwahrt. Durch die enorme Hitzeeinwirkung verschmorten die Pergamenturkunden zum großen Teil, die Bände und Akten verkohlten bzw. wurden durch geschmolzenes Siegelwachs beeinträchtigt. Die Zustandsbeschreibung der noch brauchbaren Akten im maschinenschriftlich vorliegenden Findbuch weist auf diese Schäden hin.Nach 1945 revisionierte Wilhelm Schwemmer anhand des Findbuches von 1937 die erhalten gebliebenen Teile der Archive, die 1953 ins Tucherschloss nach Simmelsdorf verbracht wurden.Ab dem 1. Juli 1974 wurden sie nach vertraglichen Regelungen zwischen der Stadt und der Dr.-Lorenz-Tucher-Stiftung dem StadtAN zur Betreuung und öffentlichen Nutzung übertragen. Bereits ab dem 14. Juni waren die Archive aus Simmelsdorf ins wieder errichtete Tucherschloss in der Hirschelgasse überführt worden, wo sie - getrennt vom der Archiv der Älteren Linie - gelagert wurden. Eine Aufteilung in Teilbestände erfolgte im Zuge der Aufarbeitung des Gesamtfundus im StadtAN in den 1980er Jahren.1994 wurde das Tucherschloss in der Hirschelgasse als Teil der Museen der Stadt Nürnberg einer neuen Nutzung zugeführt. Mit Zustimmung der Dr.-Lorenz-Tucher-Stiftung und beider Linien der Familie wurden die Familienarchive nun ins Pellerhaus verbracht. Zusammen mit dem StadtAN zogen die Familienarchive der Tucher im Jahr 2000 in die Norishalle um.Die Akten, Amtsbücher und Rechnungen der Archive des Gesamtgeschlechts und der Jüngeren Linie wurden nach dem Verbringen ins Tucherschloss 1974 revisioniert und dabei festgestellt, dass weitere Teile fehlten, wohl im Krieg verloren gingen. Dies und die doch teilweise sehr summarische Verzeichnung Schwemmers ließ den Wunsch reifen, die Akten und Rechnungen wie auch die Amtsbücher neu zu verzeichnen. So entstand neben dem Teilbestand E 29/II und seiner Verzeichnung (abgeschlossen 1991) ein neues maschinenschriftliches Findbuch zum Teilbestand E 29/III (Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Bände) durch Karl Kohn (abgeschlossen 1993). Das bei dieser Neuverzeichnung noch separat ausgestellte große Tucherbuch (E 29/III Nr. 258) wurde nach umfassenden Restaurierungen 2003 wieder mit dem Teilbestand vereinigt, seine Lagerung und Benutzung sind vertraglich zusätzlich geregelt.
lfd. Meter: 14,50
Bestand
Deutsch
Bände (Teilbestände)
Dr.-Lorenz-Tucher-Stiftung
Familienarchive (Teilbestände)
Kriegsverluste
von _Tucher, Familienarchiv, Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie (Teilbestände)
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 11:18 MESZ
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