4.1.7. Öffentliche Wohltätigkeit
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Gliederung
AA 0633 Roerdepartement, Präfektur (AA 0633)
Roerdepartement, Präfektur (AA 0633) >> 4. Zweite Division: Verwaltung und Rechnungswesen der Gemeinden und öffentlichen Anstalten >> 4.1. Erstes Büro Kommunale Verwaltung
Mit der Aufhebung der geistlichen Institutionen ging die Verpflichtung zur Unterstützung von Kranken und Schwachen und von Findelkindern, verlassenen Kindern und armen Waisen auf den Staat über. Er übernahm die Verwaltung der zu diesem Zweck gestifteten Hospitäler und Armeneinkünfte. Für die Hospitäler wurde in jedem Kanton eine aus fünfMitgliedern bestehende Verwaltungskommission eingesetzt, die die Aufsicht über die innere Ordnung in ihnen hatte und die Güter und Einkünfte verwaltete (Gesetze vom 16 vendémiaire an V (= 7. Oktober 1796) und 16 messidor an VII (= 4. Juli 1799); (vgl. Hermens, Handbuch, Bd. I, S. 117 und Keil, Handbuch, Bd. 2, S. 584 f.) In jedem Arrondissement wurde dazu ein aus drei Juristen bestehendes Beratungskomitee (comité consultatif) gebildet, das vor der gerichtlichen Einklage von Ansprüchen auf Besitz oder Einkünfte die Aussicht aufErfolg zu prüfen hatte (Beschluß der Konsuln vom 7 messidor an IX = 26. Juni 1801 = Text in Roerdepartement Nr. 1986). Für die in ihren Wohnungen zu unterstützenden Armen wurden auf Grund des Gesetzes vom 7 frimaire an V (= 27. November 1796; vgl. Hermens, Handbuch, Bd. I, S. 117 f.) und des Beschlusses des Präfekten vom 20 frimaire an XII (= 12. Dezember 1803) in den Kantonen des Roerdepartements je ein Zentralwohltätigkeitsbüro (bureau central de bienfaisance) und entsprechend der Anzahl der Mairien Hilfsbüros (bureaux auxiliaires) eingerichtet, die die Armeneinkünfte zu verwalten und gerecht zu verteilen sowie die Aufsicht über alle dem Dienst an Kranken und Bedürftigen zu Hause gewidmeten Institutionen und Personen zu führen hatten. Die Zentralwohltätigkeitsbüros setzten sich aus fünfMitgliedern zusammen, die vom Präfekten ernannt und vom Innenminister bestätigt wurden, die Hilfsbüros aus drei Mitgliedern, die vom Zentralwohltätigkeitsbüro vorgeschlagen und vom Unterpräfekten bestätigt wurden (Recueil des actes ..., an XII, S. 127 - 150). Die Maires waren gesetzmäßig Präsidenten aller in ihren Gemeinden errichteten Verwaltungen der Wohltätigkeitsanstalten (vgl. Keil, Handbuch, Bd. 2, S. 585) und hatten für ausreichende Mittel zur Durchführung der öffentlichen Wohltätigkeit zu sorgen.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
28.04.2026, 08:24 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Tektonik)
- 1.5. Französische Zeit und Übergangszeit (Tektonik)
- 1.5.1. Linksrheinische Gebiete (Tektonik)
- 1.5.1.2. Roerdepartement (Tektonik)
- Roerdepartement AA 0633 (Tektonik)
- Roerdepartement, Präfektur (AA 0633) (Bestand)
- 4. Zweite Division: Verwaltung und Rechnungswesen der Gemeinden und öffentlichen Anstalten (Gliederung)
- 4.1. Erstes Büro Kommunale Verwaltung (Gliederung)
- 4.1.7. Öffentliche Wohltätigkeit (Gliederung)