Text von Dr. Frank Teske auf der Homepage der Stadt Mainz (Rubrik Stadtarchiv/Projekte) zum Jubiläum "50 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Mainz und Dijon"
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ZGS / digital, 33
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1958-01-01/2008-12-31
Enthält: 50 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Mainz und Dijon
Als am 21. Juni 1958 die Städtepartnerschaft zwischen Mainz und Dijon feierlich proklamiert wurde, betonten der Mainzer Oberbürgermeister Franz Stein und dessen Amtskollege Kanonikus Félix Kir, dass diese Partnerschaft im Dienst der Versöhnung stehen solle. "Wir wollen diesen Freundschaftsvertrag aus tiefstem Herzen schließen und uns gegenseitig Hilfe leisten", sagte das Stadtoberhaupt von Dijon in einer Rundfunkansprache. "Deutschland und Frankreich sollen in Einigkeit leben, und dazu legen wir heute den Grundstein."
Wenige Jahre zuvor noch hatte Kanonikus Kir, der im Zweiten Weltkrieg als Widerstandskämpfer gegen die deutschen Besatzer schwer verwundet worden war, der Idee, eine Partnerschaft mit einer deutschen Stadt einzugehen, eher skeptisch gegenüber gestanden. Beim ersten Besuch des Mainzer Stadtrats in Dijon im September 1953 hatte Kir die Gäste aus der Gutenbergstadt daher auch zunächst sehr zurückhaltend in Empfang genommen. Die Reise der Mainzer Delegation nach Frankreich war als Auslandsfahrt des Stadtrats zum Studium kommunalpolitischer Fragen durchgeführt worden und hatte auf Vorschlag des französischen Landeskommissariats in Mainz in die Hauptstadt der französischen Region Burgund geführt.
Die für Rheinland-Pfalz zuständigen französischen Besatzungsbehörden waren seit dem Frühjahr 1953 bestrebt, zur Förderung der deutsch-französischen Aussöhnung partnerschaftliche Kontakte zwischen dem noch jungen Bundesland und der Region Burgund zu knüpfen. Eine mögliche Partnerschaft zwischen den sich in Größe und Struktur ähnelnden beiden Städten Mainz und Dijon schien dazu geeignet, diese Bemühungen zu unterstützen.
Das erste Zusammentreffen der Stadträte aus Mainz und Dijon am 13. September 1953 verlief trotz der Zurückhaltung des Dijoner Stadtoberhaupts sehr vielversprechend. Zunächst war es einem Stadtrat aus Dijon gelungen, durch seinen Redebeitrag die etwas verkrampfte Atmosphäre entscheidend zu entspannen, und als Oberbürgermeister Stein seinem französischen Amtskollegen gegenüber versichert hatte, dass die Vergangenheit keinesfalls vergessen, sondern überwunden und "durch den Geist der Freundschaft" ersetzt werden solle, wich die anfängliche Skepsis Kirs zunehmend.
Allerdings hatte es in der Bevölkerung zu diesem Zeitpunkt noch spürbare Ressentiments gegen eine Annäherung mit den Deutschen gegeben. Auf den parkenden Bus, mit dem die Mainzer Delegation nach Dijon angereist war, war zweimal das Wort "Boche", ein französisches Schimpfwort für Deutsche, in den Staub geschrieben worden.
Trotz derartiger "Anlaufschwierigkeiten" gelang es aber in den Folgejahren, die Beziehungen zwischen Mainz und Dijon zu intensivieren. Neben den Kontakten zwischen Vertretern der beiden Städte kam es bereits 1954 zu einem ersten Austausch zwischen den Professoren der beiden Universitäten und im Juli 1957 zum ersten Besuch einer Mainzer Schülergruppe in Dijon.
Am 5. Mai 1958 beschloss schließlich der Stadtrat von Dijon, eine Städtepartnerschaft mit Mainz zu begründen. Die Stadt Mainz folgte diesem Beispiel und verkündete am 21. Juni 1958 in einem Festakt im Kurfürstlichen Schloss offiziell die neue Städtepartnerschaft. Kanonikus Félix Kir, der mit einer Delegation aus Dijon angereist war, erhielt anlässlich dieses Ereignisses das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Peter Altmeier. Sechs Jahre später wurde Kir zum Ehrenbürger der Stadt Mainz ernannt und am 13. Februar 1967 erhielt der Mainzer Oberbürgermeister Jockel Fuchs, Franz Steins Nachfolger, im Gegenzug die Ehrenbürgerwürde der Stadt Dijon.
Bis heute wird die Städtepartnerschaft Mainz-Dijon durch Treffen zwischen Kommunalpolitikern beider Städte, aber auch durch die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen den Universitäten und ganz besonders durch die Aktivitäten von vielen Bürgern aus Mainz und Dijon mit Leben erfüllt.
Als am 21. Juni 1958 die Städtepartnerschaft zwischen Mainz und Dijon feierlich proklamiert wurde, betonten der Mainzer Oberbürgermeister Franz Stein und dessen Amtskollege Kanonikus Félix Kir, dass diese Partnerschaft im Dienst der Versöhnung stehen solle. "Wir wollen diesen Freundschaftsvertrag aus tiefstem Herzen schließen und uns gegenseitig Hilfe leisten", sagte das Stadtoberhaupt von Dijon in einer Rundfunkansprache. "Deutschland und Frankreich sollen in Einigkeit leben, und dazu legen wir heute den Grundstein."
Wenige Jahre zuvor noch hatte Kanonikus Kir, der im Zweiten Weltkrieg als Widerstandskämpfer gegen die deutschen Besatzer schwer verwundet worden war, der Idee, eine Partnerschaft mit einer deutschen Stadt einzugehen, eher skeptisch gegenüber gestanden. Beim ersten Besuch des Mainzer Stadtrats in Dijon im September 1953 hatte Kir die Gäste aus der Gutenbergstadt daher auch zunächst sehr zurückhaltend in Empfang genommen. Die Reise der Mainzer Delegation nach Frankreich war als Auslandsfahrt des Stadtrats zum Studium kommunalpolitischer Fragen durchgeführt worden und hatte auf Vorschlag des französischen Landeskommissariats in Mainz in die Hauptstadt der französischen Region Burgund geführt.
Die für Rheinland-Pfalz zuständigen französischen Besatzungsbehörden waren seit dem Frühjahr 1953 bestrebt, zur Förderung der deutsch-französischen Aussöhnung partnerschaftliche Kontakte zwischen dem noch jungen Bundesland und der Region Burgund zu knüpfen. Eine mögliche Partnerschaft zwischen den sich in Größe und Struktur ähnelnden beiden Städten Mainz und Dijon schien dazu geeignet, diese Bemühungen zu unterstützen.
Das erste Zusammentreffen der Stadträte aus Mainz und Dijon am 13. September 1953 verlief trotz der Zurückhaltung des Dijoner Stadtoberhaupts sehr vielversprechend. Zunächst war es einem Stadtrat aus Dijon gelungen, durch seinen Redebeitrag die etwas verkrampfte Atmosphäre entscheidend zu entspannen, und als Oberbürgermeister Stein seinem französischen Amtskollegen gegenüber versichert hatte, dass die Vergangenheit keinesfalls vergessen, sondern überwunden und "durch den Geist der Freundschaft" ersetzt werden solle, wich die anfängliche Skepsis Kirs zunehmend.
Allerdings hatte es in der Bevölkerung zu diesem Zeitpunkt noch spürbare Ressentiments gegen eine Annäherung mit den Deutschen gegeben. Auf den parkenden Bus, mit dem die Mainzer Delegation nach Dijon angereist war, war zweimal das Wort "Boche", ein französisches Schimpfwort für Deutsche, in den Staub geschrieben worden.
Trotz derartiger "Anlaufschwierigkeiten" gelang es aber in den Folgejahren, die Beziehungen zwischen Mainz und Dijon zu intensivieren. Neben den Kontakten zwischen Vertretern der beiden Städte kam es bereits 1954 zu einem ersten Austausch zwischen den Professoren der beiden Universitäten und im Juli 1957 zum ersten Besuch einer Mainzer Schülergruppe in Dijon.
Am 5. Mai 1958 beschloss schließlich der Stadtrat von Dijon, eine Städtepartnerschaft mit Mainz zu begründen. Die Stadt Mainz folgte diesem Beispiel und verkündete am 21. Juni 1958 in einem Festakt im Kurfürstlichen Schloss offiziell die neue Städtepartnerschaft. Kanonikus Félix Kir, der mit einer Delegation aus Dijon angereist war, erhielt anlässlich dieses Ereignisses das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Peter Altmeier. Sechs Jahre später wurde Kir zum Ehrenbürger der Stadt Mainz ernannt und am 13. Februar 1967 erhielt der Mainzer Oberbürgermeister Jockel Fuchs, Franz Steins Nachfolger, im Gegenzug die Ehrenbürgerwürde der Stadt Dijon.
Bis heute wird die Städtepartnerschaft Mainz-Dijon durch Treffen zwischen Kommunalpolitikern beider Städte, aber auch durch die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen den Universitäten und ganz besonders durch die Aktivitäten von vielen Bürgern aus Mainz und Dijon mit Leben erfüllt.
Akten und Einzelstücke
Text aus archivierter Homepage der Stadt Mainz
Fuchs, Jockel
Kir, Felix
Stein, Franz
Dijon
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
23.05.2025, 9:30 AM CEST