Täter und Opfer
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/016 R0500011/10
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/016 Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2005
Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2005 >> April 2005
28. April 2005
Als die Alliierten 1945 nach Süddeutschland einrücken, herrscht Angst bei NS-Tätern und Mitläufern. Jeder versucht, noch schnell und unauffällig alles verschwinden zu lassen, was sie selbst in Verbindung mit den Nazis bringen könnte. Auf ein rasches Vorrücken der Alliierten hoffen dagegen vor allem die Gegner und Opfer des NS-Regimes. Jede weitere Woche, ja sogar jeder Tag kann sie noch das Leben kosten. Im Film schildert Albert Fäh, ein französischer Häftling im KZ Neckarelz wie er diese grauenhaften Monate zwischen Hoffen und Bangen elebt hat: "Man hofft immer, trotz allem hofft man immer ... Doch wir wußten nicht, ob man es glauben sollte, dass Himmler den Befehl gegeben habe, dass niemanden aus den Konzentratrationslager lebend von den Alliierten gefunden werden sollte." Für Albert Fäh kommen die Alliierten gerade noch rechtzeitig. Bei seiner Befreiung wiegt er noch 38 Kilogramm - aber er überlebt. Jetzt ging es für ihn darum, die körperlichen und seelischen Wunden heilen zu lassen, die ihm in dem deutschen Lager zugefügt worden waren. Er kehrt zurück nach Frankreich, wie viele ehemalige KZ-Häftlinge und zwangsarbeiter. "Ja, es ist schrecklich, was sie mit den Juden gemacht haben, aber was konnte ich denn dazu? Und warum werde ich jetzt dafür verantwortlich gemacht?" Sätze wie diesen hörte Fritz Weinschenk oft im Nachkriegsdeutschland. Er selbst war als Jugendlicher mit seinen Eltern vor den nazis aus seiner Heimatstadt Mainz geflohen und kam mit der Besatzungsarmee zurück in sein Heimatland. Sein Auftrag: Die Suche nach Tätern, die sich schuldig gemacht hatten. Denn die Alliierten sind sich einig darüber, dass die Veranwortlichen für das millionenfache Leid zur Rechenschaft gezogen werden sollen. Der Film erzählt von verschiedenen Versuchen, diese Täter zu finden und zu bestrafen. Die Amerikaner verteilen Fragebögen, in denen alle Deutsche über 18 Jahren Angaben über ihre Mitgliedschaft in NS-Organisationen machen müssen. Einige werden in Internierungslager eingewiesen zum Beispiel nach Ludwigsburg, und müssen sich vor Gerichten verantworten. Auch im Rastatter Schloss finden auf Betreiben der französischen Besatzungsmacht Prozesse gegen Kriegsverbrecher statt. Der Film erzählt aber auch, wie die Amerikaner und Franzosen nach und nach einen "mildereren" Kurs einschlagen, wie die Deutschen selbst "endlich einen Schlussstrich" ziehen wollen. Und tatsächlich werden viele Täter bald begnadigt. Zum Beispiel Reinhold Maier, dem ersten Ministerpräsidenten von Württemberg-Baden, dessen eigene Familie nur mit Glück dem Holocaust entflohen war. Magda Maier, die nach Krieg aus dem englischen Exil nach Stuttgart zurückkehrte, schildert, wie sie mit der Zeit auch selbst aufhörte, nach dert Nazivergangeneheit derjenigen zu fragen, die sie nach ihrem Exil traf: "Bei manchen weiß man's, bei manchen weiß man's nicht. Nicht jede Schuld wird bestraft. Auch nicht von Menschen bestraft. Und wie gesagt, wenn ich mir vorstelle, wie ich hätte so was gemacht und müsste damit mein Leben verbringen, würde ich mr selber Leid tun".
0:43:20; 0'43
Audio-Visuelle Medien
Herkunft: Trümmerleben
Bormann, Irmgard
Fäh, Albert
Gladyszek, Stanislas
Grimaud, Maurice
Kahn, Heinz
Merglen, Albert
Riblet, Jules
Riblet, Roger
Schwartz, Gerald
Weinschenk, Fritz
Dautmergen BL
Neckarelz : Mosbach MOS
Pforzheim PF
Arbeit: Zwangsarbeit
Nationalsozialismus; Judenverfolgung
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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