Handelsverein zu Brake (Bestand)
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NLA OL, Dep 111
Nds. Landesarchiv, Abt. Oldenburg (Archivtektonik) >> Gliederung >> 3 Nichtstaatliches Archivgut >> 3.5 Vereine / Politische Organisationen
1862-1968
Enthält: Protokolle 1862-1937 (22); Tätigkeitsberichte 1883-1937 (26); Statuten, Satzungen und Jubiläumsschriften 1869-1932 (6); allgemeiner Schriftwechsel und sonstiges Schriftgut 1888-1969 (6).
Beschreibung: Dep 111 Handelsverein zu Brake
Zeit: 1862-1937 (1969)
Geschichte des Bestandsbildners: Am 30. September 1862 wurde der Handelsverein in Brake gegründet; 43 ortsansässige Kaufleute waren die ersten Mitglieder. Die Gründung geht wohl auf den 1840 in Oldenburg gegründeten Gewerbe- und Handelsverein zurück, dem auch viele Braker Kaufleute angehörten. Der Oldenburger Gewerbe- und Handelsverein gilt als ein Vorläufer der 1900 gegründeten Industrie- und Handelskammer für das Land Oldenburg. Natürlich hatte die Neuerbauung des Braker Hafens von 1859-1861 auch hier eine Rolle gespielt. Unmittelbarer Anlass für den Braker Verein war die Gründung des Deutschen Handelstages am 13. Mai 1861 in Heidelberg, dessen Statut private Vereinsgründungen dort, wo es keine örtliche Handelskammer gab, befürwortete. Es versteht sich, dass der Braker Handelsverein dem Deutschen Handelstag als Mitglied beitrat. Erst 1918 wurden die privaten Handelsvereine aus dem Deutschen Handelstag ausgeschlossen.
An der Spitze des Vereins stand anfangs H. G. Müller aus Braksiel, der 1869 Bürgermeister in Brake wurde. Ihm folgten in der Vereinsführung der Amtsrichter Lauw und dann der Amtmann Strackerjan; nach dessen Tode übernahm der Schiffsbaumeister Karl Groß den Vorsitz, den er 32 Jahre lang bis zu seinem Tode 1905 inne hatte. Der Handelsverein in der Seehafenstadt Brake trat 1870 dem Deutschen Nautischen Verein bei, um positiven Einfluss auch im Bereich der Seefahrt und des Seehandels nehmen zu können. Der Verein unternahm alles, um Wirtschaft und Handel an der oldenburgischen Unterweser und vor allem die Häfen zu fördern (u.a. Eisenbahnlinie Hude - Brake - Blexen, Weserkorrektion, telegraphische Erschließung der Unterweserhäfen).
Geschichte des Bestandsbildners: Der Braker Handelsverein führte auch sorgfältig Statistik über die Ein- und Ausfuhr im See- und im Flussschiffverkehr, betrieb die Einrichtung der Fähre Brake-Sandstedt (1896) und unterstützte die Einrichtung eines Amtsverbandskrankenhauses. 1921 unterstützte der damals 62 Mitglieder zählende Braker Handelsverein die Wiederaufnahme der Kanalbauarbeiten am Hunte-Ems-Kanal und dessen Ausbau für größere Binnenschiffe.
Im Zuge der nationalsozialistischen Herrschaft fand der Braker Handelsverein 1938 sein Ende. Durch das Reichsgesetz zur Einführung des Industrie- und Handelskammerrechts (Reichsgesetzblatt 1937, I, S. 334 vom 22. März 1937) wurden die privaten Handelsvereine in ihrer Teilnahme am handelspolitischen Leben nicht mehr benötigt und ein Mitspracherecht abgelehnt. In der NS-Zeit und der dirigistischen und später auch noch kriegsbedingten Wirtschaft gab es kein Betätigungsfeld für den Braker Handelsverein. Während sich der Handelsverein in Oldenburg nach dem Zweiten Weltkrieg zum Jahresbeginn 1946 wieder neu gründete, kam es in Brake nicht mehr zu einer Wiederbelebung.
Findmittel: Archivdatenbank/Internet
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
Beschreibung: Dep 111 Handelsverein zu Brake
Zeit: 1862-1937 (1969)
Geschichte des Bestandsbildners: Am 30. September 1862 wurde der Handelsverein in Brake gegründet; 43 ortsansässige Kaufleute waren die ersten Mitglieder. Die Gründung geht wohl auf den 1840 in Oldenburg gegründeten Gewerbe- und Handelsverein zurück, dem auch viele Braker Kaufleute angehörten. Der Oldenburger Gewerbe- und Handelsverein gilt als ein Vorläufer der 1900 gegründeten Industrie- und Handelskammer für das Land Oldenburg. Natürlich hatte die Neuerbauung des Braker Hafens von 1859-1861 auch hier eine Rolle gespielt. Unmittelbarer Anlass für den Braker Verein war die Gründung des Deutschen Handelstages am 13. Mai 1861 in Heidelberg, dessen Statut private Vereinsgründungen dort, wo es keine örtliche Handelskammer gab, befürwortete. Es versteht sich, dass der Braker Handelsverein dem Deutschen Handelstag als Mitglied beitrat. Erst 1918 wurden die privaten Handelsvereine aus dem Deutschen Handelstag ausgeschlossen.
An der Spitze des Vereins stand anfangs H. G. Müller aus Braksiel, der 1869 Bürgermeister in Brake wurde. Ihm folgten in der Vereinsführung der Amtsrichter Lauw und dann der Amtmann Strackerjan; nach dessen Tode übernahm der Schiffsbaumeister Karl Groß den Vorsitz, den er 32 Jahre lang bis zu seinem Tode 1905 inne hatte. Der Handelsverein in der Seehafenstadt Brake trat 1870 dem Deutschen Nautischen Verein bei, um positiven Einfluss auch im Bereich der Seefahrt und des Seehandels nehmen zu können. Der Verein unternahm alles, um Wirtschaft und Handel an der oldenburgischen Unterweser und vor allem die Häfen zu fördern (u.a. Eisenbahnlinie Hude - Brake - Blexen, Weserkorrektion, telegraphische Erschließung der Unterweserhäfen).
Geschichte des Bestandsbildners: Der Braker Handelsverein führte auch sorgfältig Statistik über die Ein- und Ausfuhr im See- und im Flussschiffverkehr, betrieb die Einrichtung der Fähre Brake-Sandstedt (1896) und unterstützte die Einrichtung eines Amtsverbandskrankenhauses. 1921 unterstützte der damals 62 Mitglieder zählende Braker Handelsverein die Wiederaufnahme der Kanalbauarbeiten am Hunte-Ems-Kanal und dessen Ausbau für größere Binnenschiffe.
Im Zuge der nationalsozialistischen Herrschaft fand der Braker Handelsverein 1938 sein Ende. Durch das Reichsgesetz zur Einführung des Industrie- und Handelskammerrechts (Reichsgesetzblatt 1937, I, S. 334 vom 22. März 1937) wurden die privaten Handelsvereine in ihrer Teilnahme am handelspolitischen Leben nicht mehr benötigt und ein Mitspracherecht abgelehnt. In der NS-Zeit und der dirigistischen und später auch noch kriegsbedingten Wirtschaft gab es kein Betätigungsfeld für den Braker Handelsverein. Während sich der Handelsverein in Oldenburg nach dem Zweiten Weltkrieg zum Jahresbeginn 1946 wieder neu gründete, kam es in Brake nicht mehr zu einer Wiederbelebung.
Findmittel: Archivdatenbank/Internet
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
0,3; 60 Verzeichnungseinheiten
Bestand
Literatur: Jahresberichte des Handelsvereins zu Brake an der Weser 1885-1894, Brake 1989-1894; Oldenburg um 1900. Beiträge zur wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Situation des Herzogtums Oldenburg im Übergang zum industriellen Zeitalter, hg. von der Handwerkskammer, der Landwirtschaftskammer Weser-Ems und der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, Oldenburg 1975; Albrecht Eckhardt (Hg.), Brake. Geschichte der Seehafenstadt an der Unterweser, Oldenburg 1981; 150 Jahre Gewerbe- und Handelsverein von 1840 e.V. Oldenburg, bearb. von Hermann Klostermann, Oldenburg 1990; Heinz Müller, Braker Geschichten. Ereignisse, Bilder, Lebensumstände und Stimmungen aus der Geschichte der Stadt Brake, Nordenham-Blexen 1994; Oldenburg um 1950, eine nordwestdeutsche Region im ersten Nachkriegsjahrzehnt, hg. von Albrecht Eckhardt, Oldenburg 2000.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 10:42 MESZ