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NL 253: Gundrum, Hans (Bestand)
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Bestände des Stadtarchivs Mainz >> Nachlässe >> Nachlässe nach Nummern, NL 251-300
1906-1994
Zur Person
Johann Heinrich (Hans) Gundrum wurde am 7. August 1906 in der Mainzer Neustadt geboren. Er besuchte von 1912 bis 1920 die Volksschule (Feldberg- und Goetheschule), anschließend die Kaufmännische Fortbildungsschule nebst Städtischer Handelslehranstalt und machte parallel dazu eine Notariatslehre. Als Verwaltungsbeamter war er von 1923 bis 1946 bei der Stadtverwaltung Mainz beschäftigt und danach bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1971 in Diensten der Landesregierung Rheinland-Pfalz. Er war seit 1935 mit Anna Katharina (Käthi) Gundrum, geborene Schulze, verheiratet. Mit seiner Frau, die 1985 verstarb, hatte er zwei Söhne.
Hans Gundrum veröffentlichte mehrere Fachbücher zum Personenstandsrecht und war auch an der Ausbildung von Standesbeamten beteiligt. Für den Familien- und Freundeskreis verfasste er zahlreiche Gelegenheitsgedichte zu Jubiläen, Geburtstagen und anderen feierlichen Anlässen sowie Märchen für seine Kinder.
Bekannt wurde er in seiner Heimatstadt und im rheinhessischen Umland als Mainzer Mundartdichter, der nach eigenen Worten seine Leserschaft auf heiter-humorvolle und leichte Art unterhalten wollte, was ihm mit seinen einfachen und treffend gewählten Versen hervorragend gelang. Schon als Kind hatte er eine Vorliebe für das Erzählen von Geschichten, schrieb die ersten Reime und erntete 1927 schließlich beim Mainzer Carneval-Verein seine Anfangslorbeeren als Liederdichter. Sein erster Gedichtband "Mein Wegblumenstrauß" erschien 1944 bei der "Mainzer Presse". Weitere Verse und Erzählungen, auch auf Hochdeutsch, wurden in Anthologien, Zeitungen und Zeitschriften, wie beispielsweise den "MAINZ"-Vierteljahresheften, publiziert. Letztere brachten unter anderem seinen Erlebnisbericht "Mainzer Schicksalstage" über die Ereignisse in der Stadtverwaltung unmittelbar nach Kriegsende 1945 sowie die Schilderung "Historie ganz persönlich" zur Entstehung des Schlesischen Viertels, in dem die Familie lebte, heraus. Mainzer Mundartgedichte erschienen 1970 unter dem Titel "Ebbes vum Hebbes" (Nachdruck 1979) und "Määnzer Deitsch" (1986). Zu dieser Zeit hatte er sich durch die erfolgreiche Teilnahme an Literatur-Wettbewerben und Lesungen längst einen Namen gemacht. Er pflegte Kontakte zu Kollegen, war Mitglied in der Mainzer Autorengruppe und engagierte sich beim Literaturbüro Rheinland-Pfalz. Das von Hans-Jörg Koch herausgegebene rheinhessisch-mainzer Schimpf-Lexikon "Wenn Schambes schennt" bereicherte er mit seinen Beiträgen. Der Südwestfunk brachte seine Gedichte mehrmals in der Sendung "Kulturspiegel" zu Gehör, und auch das ZDF ließ ihn zu Wort kommen. Der Fastnacht blieb er stets verbunden und produzierte zahlreiche Liedtexte, zum einen zur Eröffnung der Fastnachtsposse, zum anderen für Sitzungen des MCV, des Carneval-Clubs Weisenau und der Mainzer Kleppergarde sowie für die Veranstaltung "Jugend in die Bütt". Viele Jahre lang leitete er die Bücherei der Evangelischen Melanchthongemeinde und sorgte für die Vergrößerung des Buchbestandes. Er führte bei der Volkshochschule Mainz die beliebten Senioren-Wanderungen ein und übte sein Ehrenamt als Wanderführer mehrere Jahre lang aus. Bei der Veranstaltungsreihe "Mainz lebt auf seinen Plätzen" wirkte er ebenso mit wie bei Lesungen für Senioren. Für sein Engagement wurde er im Mai 1983 mit dem Wappenteller der Stadt Mainz geehrt. Hans Gundrum starb am 9. Oktober 1994 in Mainz.
Zum Nachlass
Im November 2010 wurde der erste Teil des Nachlasses von Hans Gundrum durch seinen Sohn Dipl.-Ing. Hans Jürgen Gundrum an das Stadtarchiv Mainz abgegeben und erhielt die Zugangsnummer 2010/40. Im Januar 2011 erfolgte der zweite Teil, woraufhin Unterzeichnerin mit der Erschließung des 0,45 lfm umfassenden Bestandes begann und diese im Februar 2011 abschloss.
Für die Klassifikation wurde eine Einteilung in zwei Abschnitte vorgenommen (Person und Werk), die sich wiederum in kleinere Einheiten untergliedern. Die durch die abgelieferten Mappen vorgegebene Ordnung wurde weitgehend beibehalten.
Das Gros des Nachlasses bilden die über siebenhundert durchnummerierten Gedichte, Erzählungen und Liedtexte aus der Zeit zwischen 1918 und 1993. Diese liegen als Typoskripte auf Durchschlagpapier vor, sind allerdings teils nochmals in handschriftlicher Form, teils aber auch in Kurzschrift in den persönlichen Notizbüchern zu finden. Ein guter Einblick in Zeit- und Lebensumstände sowie die Mainzer Lokalgeschichte lässt sich nicht nur aus den stichpunktartig geführten Tagebüchern Hans Gundrums und seinen ausformulierten Lebenserinnerungen, sondern vor allem auch aus der Familienkorrespondenz von 1943 bis 1945 gewinnen, in der unter anderem die Luftangriffe auf Mainz im Januar und Februar 1945 thematisiert werden.
Die von Hans Jürgen Gundrum auf der Grundlage von Abschriften hergestellte CD-ROM, die dem Nachlass beiliegt (NL 253 / 062), bietet einen schnellen Zugriff auf sämtliche Texte.
Es gelten folgende Benutzungsbeschränkungen:
Die Nummer NL 253 / 005 ist für die Benutzung gesperrt.
Die Verwertungsrechte der Texte liegen ausnahmslos bei den Erben.
Mainz, im Februar 2011
Susanne Speth
verzeichnet Januar und Februar 2011
Veröffentlichungen von Hans Gundrum
Mein Wegblumenstrauß. [Mainz: Mainzer Presse, 1944]. 63 S.
Jahreseingang - Jahresausgang.
In: Mainzer Kalender 1947, nach S. 7.
Gedichte in Mainzer Mundart
(Do leit Määnz! / Määnzer Gasse / ABC-Schitze / De Kuche / `s Kärcheblättche).
In: Mainzer Kalender 1949, S. 112-119, Ill.
Aus der Jugendzeit. Ein Lied aus der "Kampagne" 1963.
In: Das neue Mainz 1964, H. 2, S. 6.
Ebbes vum Hebbes. Heitere Mainzer Gedichte / Hans Gundrum. Zeichnungen von Helimar
Schoormans. Mainz: Mainzer Verl.-Anst., 1970. 79 S., zahlr. Ill.
ISBN 3-920615-00-X
Pfifferlinge.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1970, H. 11.
Der Wind.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1970, H. 12.
Meine alten Wanderschuhe.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1971, H. 1.
Die Bank.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1971, H. 6.
Der Heckenstecken.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1971, H. 6.
Salzkopf.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1975, H. 6.
Der Gang auf den Markt.
In: Mainzer Erinnerungen, bearb. und hrsg. von Werner Hanfgarn. Mainz 1979, S. 107-110.
Mein erstes Lied.
In: Mainzer Erinnerungen, bearb. und hrsg. von Werner Hanfgarn. Mainz 1979, S. 29-33.
Gaadefelder Erinnerunge. [Mainz, 1981]. - 12 S.
[maschinenschr., Fotokop.]
Mainzer Schicksalstage. Erlebnisse in der Stadtverwaltung beim Einmarsch der Amerikaner
im März 1945.
In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 2 (1982), H. 1,
S. 78-81 u. 83.
Der Steinpilz.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1983, H. 1.
Der Schornstein.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1983, H. 2.
Der Kuß.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1983, H. 4.
Do leit Määnz!
In: Gelacht, gebabbelt un gestrunzt. Fröhliche Mundart zwischen Rhein und Donnersberg, hrsg. von Hans-Jörg Koch. 1. - 5. Aufl. Alzey 1964 - 1983, S. 31.
Das Wunder.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1984, H. 3.
Mainzer Tiergarten. Gedichte. [Mainz, 1984. - 24] S.
[maschinenschr.]
Auf Dichters Spuren. Besuch in der Wiesmühl, von 1926 bis 1938 Refugium für Carl Zuckmayer.
In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 6 (1986), H. 2,
S. 52-53.
Als ABC-Schisser anno dazumal.
In: Literatur aus Rheinland-Pfalz. Bd. 3: Mundart, hrsg. von Susanne Faschon. Mainz 1986, S. 153-155.
Die Bohnesupp.
In: Literatur aus Rheinland-Pfalz. Bd. 3: Mundart, hrsg. von Susanne Faschon. Mainz 1986, S. 156.
Die Gans / Der Elefant.
(Mainzer Tiergarten)
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1986, Nr. 1, S. 18.
Der Affe / Der Bär / Das Kamel / Das Schwein.
(Mainzer Tiergarten)
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1986, Nr. 2, S. 16.
Määnzer Deitsch. Heitere Erzählungen und Gedichte. Mainz 1986.
Määnzer Deitsch.
In: Literatur aus Rheinland-Pfalz. Bd. 3: Mundart, hrsg. von Susanne Faschon, 1986, S. 157.
Das "Mißverständnis". Eine Mainzer Telefon-Affäre, die noch glimpflich ausging.
In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 6 (1986), H. 3, S. 89.
De Rentner Schorsch.
In: Mir Rhoihesse, hrsg. von Hansjürgen Doss. Bd. 1. Alzey 1987, S. 41.
Das Zebra / Das Krokodil.
(Mainzer Tiergarten)
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1987, Nr. 1, S. 18.
Die Määnzer Loreley.
In: Mir Rhoihesse, hrsg. von Hansjürgen Doss. Bd. 2. Alzey 1987, S. 57-59.
Der Maikäfer.
(Mainzer Tiergarten)
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1987, Nr. 2, S. 14.
Frühling 1988.
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1988, Nr. 1, S. 8.
Historie ganz persönlich. Geschichte und Geschichten vom Schlesischen Viertel. Ein
Mainzer erinnert sich.
In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 9 (1989), H. 1,
S. 59-63.
Zwischenfall.
In: Mir Rhoihesse, hrsg. von Hansjürgen Doss. Bd. 2. Alzey 1989, S. 37-38.
Frühling 1989.
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1989, Nr. 1, S. 15.
September.
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1989, September, S. 16.
Dezember.
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1989, Dezember, S. 13.
Vier Bürgermeister in sechs Tagen: Meine Erlebnisse in der Stadtverwaltung Mainz vom 18.
bis 26. März 1945. (vgl. NL Oppenheim / 8)
Sankt Martin.
In: Mainzer Stadtparadiese, hrsg. von Rupert Krömer. Mainz 2010, S. 216.
Fachliteratur
Familienbuch in Form einer Karteikarte.
In: Staatszeitung. Staatsanzeiger für Rheinland-Pfalz, Nr. 3 (19.01.1958), S. 3.
Personenstandsgesetz und Ehegesetz. Mit Durchführungsvorschriften. Textausg.
Sonderdruck aus: "Gesetzsammlung für die Standesbeamten und ihre Aufsichtsbehörden (GS)", hrsg. u. mit sachdienl. Fussnoten vers. von Hans Gundrum u. Erich Quester. 2. Aufl. Frankfurt am Main : Verlag für Standesamtswesen, 1977. 197 S.
Standesamt und Standesamtsaufsicht. Von Hans Gundrum und Karl-Heinz Braasch. Frankfurt (am Main): Verlag für Standesamtswesen, 1972. IX, 220 S.
(Kleine Fachbibliothek des Standesbeamten ; Bd. 17)
Die Praxis des Standesbeamten. Eine Einführung. Frankfurt: Verlag für Standesamtswesen, 1967. 143 S.
(Kleine Fachbibliothek des Standesbeamten ; 15)
Personenstandsrecht, Namensrecht, Staatsangehörigkeitsrecht. 5. Aufl. Herne [u.a.]: Neue Wirtschafts-Briefe, 1965. 48 S.
(Die Verwaltung ; 14)
Literatur über Hans Gundrum
Hans Gundrum mit Wappenteller geehrt.
In: Allgemeine Zeitung Mainz, Mainzer Anzeiger, Nr. 116 (20.05.1983), S. 12.
Werner Hanfgarn, Zum Geleit.
In: Hans Gundrum, Määnzer Deitsch. Mainz 1986, S. 5-8.
Silberbajass für H. Gundrum.
In: Allgemeine Zeitung Mainz, Mainzer Anzeiger, Nr. 183 (11.08.1986), S. 12.
Günter Jertz, Määnzer Deitsch. In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 7 (1987), Heft 4, S. 147-148.
Liederdichter seit 64 Jahren.
In: Allgemeine Zeitung Mainz, Mainzer Anzeiger, Nr. 183 (09.08.1991), S. 14.
Menschen in unserer Stadt: Hans Gundrum.
In: Mainzer Rhein-Zeitung, Nr. 194 (22.08.1991), S. 18.
Prise Humor in allen Geschichten. Lyrik und Prosa mit besonderem Lokalkolorit: Hans Gundrum las aus seinem Werk.
In: Allgemeine Zeitung Mainz, Mainzer Anzeiger, Nr. 257 (05.11.1991), S. 13.
"Ebbes vum Hebbes". Hans Gundrum: Määnzer Deitsch bei Haste Worte - der Mundartdichter in der Hechtsheimer Ortsverwaltung.
In: Allgemeine Zeitung Mainz, Mainzer Anzeiger, Nr. 74 (29.03.1993), S. 13.
Heiner Ehrhardt,
In memoriam Hans Gundrum.
In: Resonanz des Frohsinns / Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V. Nr. 22 (Juli 1995), S. 42.
Ebbes vun mir. Hans Gundrum zum Gedenken.
In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 26 (2006), Heft 3,
S. 98-101.
Gerd Blase, Mainzer Liebeserklärung in Verse gefasst. Mundartdichter Hans Gundrum wäre nun 100 Jahre alt. Sohn Jürgen kümmert sich um den Nachlass.
In: Mainzer Rhein-Zeitung, 08.08.2006.
Bernd Funke, Gundrum - "Musensohn mit Herz".
In: Allgemeine Zeitung Mainz, 07.08.2006.
Form und Inhalt: Zur Person
Johann Heinrich (Hans) Gundrum wurde am 7. August 1906 in der Mainzer Neustadt geboren. Er besuchte von 1912 bis 1920 die Volksschule (Feldberg- und Goetheschule), anschließend die Kaufmännische Fortbildungsschule nebst Städtischer Handelslehranstalt und machte parallel dazu eine Notariatslehre. Als Verwaltungsbeamter war er von 1923 bis 1946 bei der Stadtverwaltung Mainz beschäftigt und danach bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1971 in Diensten der Landesregierung Rheinland-Pfalz. Er war seit 1935 mit Anna Katharina (Käthi) Gundrum, geborene Schulze, verheiratet. Mit seiner Frau, die 1985 verstarb, hatte er zwei Söhne.
Hans Gundrum veröffentlichte mehrere Fachbücher zum Personenstandsrecht und war auch an der Ausbildung von Standesbeamten beteiligt. Für den Familien- und Freundeskreis verfasste er zahlreiche Gelegenheitsgedichte zu Jubiläen, Geburtstagen und anderen feierlichen Anlässen sowie Märchen für seine Kinder.
Bekannt wurde er in seiner Heimatstadt und im rheinhessischen Umland als Mainzer Mundartdichter, der nach eigenen Worten seine Leserschaft auf heiter-humorvolle und leichte Art unterhalten wollte, was ihm mit seinen einfachen und treffend gewählten Versen hervorragend gelang. Schon als Kind hatte er eine Vorliebe für das Erzählen von Geschichten, schrieb die ersten Reime und erntete 1927 schließlich beim Mainzer Carneval-Verein seine Anfangslorbeeren als Liederdichter. Sein erster Gedichtband "Mein Wegblumenstrauß" erschien 1944 bei der "Mainzer Presse". Weitere Verse und Erzählungen, auch auf Hochdeutsch, wurden in Anthologien, Zeitungen und Zeitschriften, wie beispielsweise den "MAINZ"-Vierteljahresheften, publiziert. Letztere brachten unter anderem seinen Erlebnisbericht "Mainzer Schicksalstage" über die Ereignisse in der Stadtverwaltung unmittelbar nach Kriegsende 1945 sowie die Schilderung "Historie ganz persönlich" zur Entstehung des Schlesischen Viertels, in dem die Familie lebte, heraus. Mainzer Mundartgedichte erschienen 1970 unter dem Titel "Ebbes vum Hebbes" (Nachdruck 1979) und "Määnzer Deitsch" (1986). Zu dieser Zeit hatte er sich durch die erfolgreiche Teilnahme an Literatur-Wettbewerben und Lesungen längst einen Namen gemacht. Er pflegte Kontakte zu Kollegen, war Mitglied in der Mainzer Autorengruppe und engagierte sich beim Literaturbüro Rheinland-Pfalz. Das von Hans-Jörg Koch herausgegebene rheinhessisch-mainzer Schimpf-Lexikon "Wenn Schambes schennt" bereicherte er mit seinen Beiträgen. Der Südwestfunk brachte seine Gedichte mehrmals in der Sendung "Kulturspiegel" zu Gehör, und auch das ZDF ließ ihn zu Wort kommen. Der Fastnacht blieb er stets verbunden und produzierte zahlreiche Liedtexte, zum einen zur Eröffnung der Fastnachtsposse, zum anderen für Sitzungen des MCV, des Carneval-Clubs Weisenau und der Mainzer Kleppergarde sowie für die Veranstaltung "Jugend in die Bütt". Viele Jahre lang leitete er die Bücherei der Evangelischen Melanchthongemeinde und sorgte für die Vergrößerung des Buchbestandes. Er führte bei der Volkshochschule Mainz die beliebten Senioren-Wanderungen ein und übte sein Ehrenamt als Wanderführer mehrere Jahre lang aus. Bei der Veranstaltungsreihe "Mainz lebt auf seinen Plätzen" wirkte er ebenso mit wie bei Lesungen für Senioren. Für sein Engagement wurde er im Mai 1983 mit dem Wappenteller der Stadt Mainz geehrt. Hans Gundrum starb am 9. Oktober 1994 in Mainz.
Zum Nachlass
Im November 2010 wurde der erste Teil des Nachlasses von Hans Gundrum durch seinen Sohn Dipl.-Ing. Hans Jürgen Gundrum an das Stadtarchiv Mainz abgegeben und erhielt die Zugangsnummer 2010/40. Im Januar 2011 erfolgte der zweite Teil, woraufhin Unterzeichnerin mit der Erschließung des 0,45 lfm umfassenden Bestandes begann und diese im Februar 2011 abschloss.
Für die Klassifikation wurde eine Einteilung in zwei Abschnitte vorgenommen (Person und Werk), die sich wiederum in kleinere Einheiten untergliedern. Die durch die abgelieferten Mappen vorgegebene Ordnung wurde weitgehend beibehalten.
Das Gros des Nachlasses bilden die über siebenhundert durchnummerierten Gedichte, Erzählungen und Liedtexte aus der Zeit zwischen 1918 und 1993. Diese liegen als Typoskripte auf Durchschlagpapier vor, sind allerdings teils nochmals in handschriftlicher Form, teils aber auch in Kurzschrift in den persönlichen Notizbüchern zu finden. Ein guter Einblick in Zeit- und Lebensumstände sowie die Mainzer Lokalgeschichte lässt sich nicht nur aus den stichpunktartig geführten Tagebüchern Hans Gundrums und seinen ausformulierten Lebenserinnerungen, sondern vor allem auch aus der Familienkorrespondenz von 1943 bis 1945 gewinnen, in der unter anderem die Luftangriffe auf Mainz im Januar und Februar 1945 thematisiert werden.
Die von Hans Jürgen Gundrum auf der Grundlage von Abschriften hergestellte CD-ROM, die dem Nachlass beiliegt (NL 253 / 062), bietet einen schnellen Zugriff auf sämtliche Texte.
Es gelten folgende Benutzungsbeschränkungen:
Die Nummer NL 253 / 005 ist für die Benutzung gesperrt.
Die Verwertungsrechte der Texte liegen ausnahmslos bei den Erben.
Mainz, im Februar 2011
Susanne Speth
Veröffentlichungen von Hans Gundrum
Mein Wegblumenstrauß. [Mainz: Mainzer Presse, 1944]. 63 S.
Jahreseingang - Jahresausgang.
In: Mainzer Kalender 1947, nach S. 7.
Gedichte in Mainzer Mundart
(Do leit Määnz! / Määnzer Gasse / ABC-Schitze / De Kuche / `s Kärcheblättche).
In: Mainzer Kalender 1949, S. 112-119, Ill.
Aus der Jugendzeit. Ein Lied aus der "Kampagne" 1963.
In: Das neue Mainz 1964, H. 2, S. 6.
Ebbes vum Hebbes. Heitere Mainzer Gedichte / Hans Gundrum. Zeichnungen von Helimar
Schoormans. Mainz: Mainzer Verl.-Anst., 1970. 79 S., zahlr. Ill.
ISBN 3-920615-00-X
Pfifferlinge.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1970, H. 11.
Der Wind.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1970, H. 12.
Meine alten Wanderschuhe.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1971, H. 1.
Die Bank.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1971, H. 6.
Der Heckenstecken.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1971, H. 6.
Salzkopf.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1975, H. 6.
Der Gang auf den Markt.
In: Mainzer Erinnerungen, bearb. und hrsg. von Werner Hanfgarn. Mainz 1979, S. 107-110.
Mein erstes Lied.
In: Mainzer Erinnerungen, bearb. und hrsg. von Werner Hanfgarn. Mainz 1979, S. 29-33.
Gaadefelder Erinnerunge. [Mainz, 1981]. - 12 S.
[maschinenschr., Fotokop.]
Mainzer Schicksalstage. Erlebnisse in der Stadtverwaltung beim Einmarsch der Amerikaner
im März 1945.
In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 2 (1982), H. 1,
S. 78-81 u. 83.
Der Steinpilz.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1983, H. 1.
Der Schornstein.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1983, H. 2.
Der Kuß.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1983, H. 4.
Do leit Määnz!
In: Gelacht, gebabbelt un gestrunzt. Fröhliche Mundart zwischen Rhein und Donnersberg, hrsg. von Hans-Jörg Koch. 1. - 5. Aufl. Alzey 1964 - 1983, S. 31.
Das Wunder.
In: Heimat am Mittelrhein. - 1984, H. 3.
Mainzer Tiergarten. Gedichte. [Mainz, 1984. - 24] S.
[maschinenschr.]
Auf Dichters Spuren. Besuch in der Wiesmühl, von 1926 bis 1938 Refugium für Carl Zuckmayer.
In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 6 (1986), H. 2,
S. 52-53.
Als ABC-Schisser anno dazumal.
In: Literatur aus Rheinland-Pfalz. Bd. 3: Mundart, hrsg. von Susanne Faschon. Mainz 1986, S. 153-155.
Die Bohnesupp.
In: Literatur aus Rheinland-Pfalz. Bd. 3: Mundart, hrsg. von Susanne Faschon. Mainz 1986, S. 156.
Die Gans / Der Elefant.
(Mainzer Tiergarten)
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1986, Nr. 1, S. 18.
Der Affe / Der Bär / Das Kamel / Das Schwein.
(Mainzer Tiergarten)
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1986, Nr. 2, S. 16.
Määnzer Deitsch. Heitere Erzählungen und Gedichte. Mainz 1986.
Määnzer Deitsch.
In: Literatur aus Rheinland-Pfalz. Bd. 3: Mundart, hrsg. von Susanne Faschon, 1986, S. 157.
Das "Mißverständnis". Eine Mainzer Telefon-Affäre, die noch glimpflich ausging.
In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 6 (1986), H. 3, S. 89.
De Rentner Schorsch.
In: Mir Rhoihesse, hrsg. von Hansjürgen Doss. Bd. 1. Alzey 1987, S. 41.
Das Zebra / Das Krokodil.
(Mainzer Tiergarten)
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1987, Nr. 1, S. 18.
Die Määnzer Loreley.
In: Mir Rhoihesse, hrsg. von Hansjürgen Doss. Bd. 2. Alzey 1987, S. 57-59.
Der Maikäfer.
(Mainzer Tiergarten)
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1987, Nr. 2, S. 14.
Frühling 1988.
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1988, Nr. 1, S. 8.
Historie ganz persönlich. Geschichte und Geschichten vom Schlesischen Viertel. Ein
Mainzer erinnert sich.
In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 9 (1989), H. 1,
S. 59-63.
Zwischenfall.
In: Mir Rhoihesse, hrsg. von Hansjürgen Doss. Bd. 2. Alzey 1989, S. 37-38.
Frühling 1989.
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1989, Nr. 1, S. 15.
September.
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1989, September, S. 16.
Dezember.
In: Senioren-Magazin / Stadt Mainz. 1989, Dezember, S. 13.
Vier Bürgermeister in sechs Tagen: Meine Erlebnisse in der Stadtverwaltung Mainz vom 18.
bis 26. März 1945. (vgl. NL Oppenheim / 8)
Sankt Martin.
In: Mainzer Stadtparadiese, hrsg. von Rupert Krömer. Mainz 2010, S. 216.
Fachliteratur
Familienbuch in Form einer Karteikarte.
In: Staatszeitung. Staatsanzeiger für Rheinland-Pfalz, Nr. 3 (19.01.1958), S. 3.
Personenstandsgesetz und Ehegesetz. Mit Durchführungsvorschriften. Textausg.
Sonderdruck aus: "Gesetzsammlung für die Standesbeamten und ihre Aufsichtsbehörden (GS)", hrsg. u. mit sachdienl. Fussnoten vers. von Hans Gundrum u. Erich Quester. 2. Aufl. Frankfurt am Main : Verlag für Standesamtswesen, 1977. 197 S.
Standesamt und Standesamtsaufsicht. Von Hans Gundrum und Karl-Heinz Braasch. Frankfurt (am Main): Verlag für Standesamtswesen, 1972. IX, 220 S.
(Kleine Fachbibliothek des Standesbeamten ; Bd. 17)
Die Praxis des Standesbeamten. Eine Einführung. Frankfurt: Verlag für Standesamtswesen, 1967. 143 S.
(Kleine Fachbibliothek des Standesbeamten ; 15)
Personenstandsrecht, Namensrecht, Staatsangehörigkeitsrecht. 5. Aufl. Herne [u.a.]: Neue Wirtschafts-Briefe, 1965. 48 S.
(Die Verwaltung ; 14)
Literatur über Hans Gundrum
Hans Gundrum mit Wappenteller geehrt.
In: Allgemeine Zeitung Mainz, Mainzer Anzeiger, Nr. 116 (20.05.1983), S. 12.
Werner Hanfgarn, Zum Geleit.
In: Hans Gundrum, Määnzer Deitsch. Mainz 1986, S. 5-8.
Silberbajass für H. Gundrum.
In: Allgemeine Zeitung Mainz, Mainzer Anzeiger, Nr. 183 (11.08.1986), S. 12.
Günter Jertz, Määnzer Deitsch. In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 7 (1987), Heft 4, S. 147-148.
Liederdichter seit 64 Jahren.
In: Allgemeine Zeitung Mainz, Mainzer Anzeiger, Nr. 183 (09.08.1991), S. 14.
Menschen in unserer Stadt: Hans Gundrum.
In: Mainzer Rhein-Zeitung, Nr. 194 (22.08.1991), S. 18.
Prise Humor in allen Geschichten. Lyrik und Prosa mit besonderem Lokalkolorit: Hans Gundrum las aus seinem Werk.
In: Allgemeine Zeitung Mainz, Mainzer Anzeiger, Nr. 257 (05.11.1991), S. 13.
"Ebbes vum Hebbes". Hans Gundrum: Määnzer Deitsch bei Haste Worte - der Mundartdichter in der Hechtsheimer Ortsverwaltung.
In: Allgemeine Zeitung Mainz, Mainzer Anzeiger, Nr. 74 (29.03.1993), S. 13.
Heiner Ehrhardt,
In memoriam Hans Gundrum.
In: Resonanz des Frohsinns / Mainzer Carneval-Verein 1838 e.V. Nr. 22 (Juli 1995), S. 42.
Ebbes vun mir. Hans Gundrum zum Gedenken.
In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte 26 (2006), Heft 3,
S. 98-101.
Gerd Blase, Mainzer Liebeserklärung in Verse gefasst. Mundartdichter Hans Gundrum wäre nun 100 Jahre alt. Sohn Jürgen kümmert sich um den Nachlass.
In: Mainzer Rhein-Zeitung, 08.08.2006.
Bernd Funke, Gundrum - "Musensohn mit Herz".
In: Allgemeine Zeitung Mainz, 07.08.2006.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.