Zentrag (Bestand)
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BArch DY 63
call number: DY 63
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Deutsche Demokratische Republik mit sowjetischer Besatzungszone (1945-1990) >> Politische Parteien und Gruppierungen
1945-2001
Geschichte des Bestandsbildners: Die Zentrale Druckerei- und Einkaufsgesellschaft wurde am 24.10.1945 als Parteibetrieb der KPD gegründet. Sie war ein juristisch selbständiges Wirtschaftsunternehmen, deren Zuständigkeit sich nach der SED-Gründung auf die Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchverlage, Papierfabriken, Druckereien und Buchhandlungen der Partei erstreckte und ihren Sitz in Berlin hatte. Die Betriebe wurden in den Ländern der SBZ in Form von GmbHs organisiert, die in Landesverlagsleitungen zusammengefasst und von der ZENTRAG unmittelbar angeleitet wurden. Auf Beschluss des Sekretariats des ZK der SED vom 03.12.1951 wurden die GmbHs in den Ländern aufgelöst, die Parteibetriebe der ZENTRAG direkt unterstellt und als eine GmbH mit der Firmenbezeichnung Vereinigung organisationseigener Betriebe (VOB ZENTRAG Berlin) geführt. Lediglich die Buchhandlungen blieben den jeweiligen Buchhandelsgesellschaften in den Ländern angeschlossen. Die Buchhandelsgesellschaft selbst unterstand weiterhin der ZENTRAG. 1952 erfolgte die Herauslösung der Buchverlage und Buchhandlungen aus dem Aufgabengebiet der ZENTRAG. Diese unterstanden nunmehr dem neugebildeten Druckerei- und Verlagskontor.
1952 entstanden in den neugeschaffenen Bezirken der DDR und in Berlin (Ost) 15 Bezirksverlage sowie der Verlag "Neues Deutschland", des Weiteren parteieigene Druckereien und Papierfabriken. Im Zuge der Auflösung der VVB Polygrafische Industrie 1969 wurden der ZENTRAG weitere Druckereien zugeordnet. In ihr vereinigten sich alle Druckereien, Zeitungs- und Vordruckverlage der SED. Der ZENTRAG oblag die Umsetzung der Parteibeschlüsse in ihren Wirtschaftsunternehmen, die von ihr angeleitet und kontrolliert (einschließlich der Überprüfung der Wirtschaftlichkeit und der Finanzen) wurden. Zu ihren unmittelbaren Aufgaben gehörte die Kontrolle der Papierverteilung, des Pressevertriebs und des Buchhandels, die technische Ausstattung der Druckereien und Verlage sowie die Anleitung von Verlagen gesellschaftlicher Organisationen in der DDR. Die ZENTRAG unterstand direkt der Abt. Finanzverwaltung und Parteibetriebe des ZK. Gegliedert waren die Aufgabenbereiche der ZENTRAG ab 1966 (bis 1989) im wesentlichen in die Bereiche Generaldirektor, Verlage, Technik, Produktion und Ökonomie. An der Spitze standen die Geschäftsführer bzw. Hauptdirektoren Karl Huth und Adolf Rupprecht (paritätisch, 1946-1949), Erwin Brillke und Rudolf Bernstein (1949-1950), Paul Hockarth (ab 1950), Sepp Hahn (1953-1954), Paul Dampmann (1954-1957), Heinz Sonntag (1957-1961), kommissarisch Hans Hirschfeld (1961-1963, Stellvertretender Hauptdirektor) und die Generaldirektoren Paul Hockarth (1963-1967), Paul Kubach (1967-1983) und Werner Würzberger (1983-1989).
Bestandsbeschreibung: Die Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv übernahm im Sommer 1996 das Archivgut der Zentralen Druckerei- und Einkaufsgesellschaft m.b.H. (Zentrag). Die Überlieferung erstreckt sich auf den Zeitraum von 1945 bis 1989. Sie enthält Unterlagen der Zentrag GmbH (alt) und der Landesverlagsleitungen (1945/1946 bis 1951/1952, die seinerzeit den Landesleitungen der SED unterstanden und mit der Zentrag durch Gesellschafteranteile zugleich verbunden waren):
- Thüringer Volksverlag GmbH, Weimar, Land Thüringen
- Sachsenverlag GmbH, Dresden, Land Sachsen
- Märkische Druckerei- und Verlagsanstalt GmbH, Potsdam, Land Brandenburg
- Norddeutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, Schwerin, Land Mecklenburg-Vorpommern
- Mitteldeutsche Druck- und Verlagsanstalt GmbH, Halle, Land Sachsen-Anhalt,
ferner der VOB Zentrag ab 1950, der der Abteilung Finanzverwaltung und Parteibetriebe des ZK unterstellt war und durch die Zentrale Revisionskommission des ZK der SED kontrolliert wurde. Es handelt sich überwiegend um Wirtschafts- und Finanzschriftgut
Der systematische Aufbau des Archivs begann 1986 auf der Grundlage der neugeschaffenen Aktenordnung und eines Aktenplans im damaligen Archiv der Zentrag.
Enthalten sind v. a. Arbeitspläne und -berichte, die Einblick in die Struktur und Arbeitsweise der ZENTRAG, einzelner Verlage, Druckereien und Papierfabriken geben, des Weiteren Grundstücksakten (Übergaben und Abgaben), Bankbelege und Bilanzen, Dokumente zu Verlags- und Betriebsgeschichten, auch vor 1945.
Erschließungszustand: Online-Findbuch in ARGUS
Umfang, Erläuterung: 3520 AE
Zitierweise: BArch DY 63/...
1952 entstanden in den neugeschaffenen Bezirken der DDR und in Berlin (Ost) 15 Bezirksverlage sowie der Verlag "Neues Deutschland", des Weiteren parteieigene Druckereien und Papierfabriken. Im Zuge der Auflösung der VVB Polygrafische Industrie 1969 wurden der ZENTRAG weitere Druckereien zugeordnet. In ihr vereinigten sich alle Druckereien, Zeitungs- und Vordruckverlage der SED. Der ZENTRAG oblag die Umsetzung der Parteibeschlüsse in ihren Wirtschaftsunternehmen, die von ihr angeleitet und kontrolliert (einschließlich der Überprüfung der Wirtschaftlichkeit und der Finanzen) wurden. Zu ihren unmittelbaren Aufgaben gehörte die Kontrolle der Papierverteilung, des Pressevertriebs und des Buchhandels, die technische Ausstattung der Druckereien und Verlage sowie die Anleitung von Verlagen gesellschaftlicher Organisationen in der DDR. Die ZENTRAG unterstand direkt der Abt. Finanzverwaltung und Parteibetriebe des ZK. Gegliedert waren die Aufgabenbereiche der ZENTRAG ab 1966 (bis 1989) im wesentlichen in die Bereiche Generaldirektor, Verlage, Technik, Produktion und Ökonomie. An der Spitze standen die Geschäftsführer bzw. Hauptdirektoren Karl Huth und Adolf Rupprecht (paritätisch, 1946-1949), Erwin Brillke und Rudolf Bernstein (1949-1950), Paul Hockarth (ab 1950), Sepp Hahn (1953-1954), Paul Dampmann (1954-1957), Heinz Sonntag (1957-1961), kommissarisch Hans Hirschfeld (1961-1963, Stellvertretender Hauptdirektor) und die Generaldirektoren Paul Hockarth (1963-1967), Paul Kubach (1967-1983) und Werner Würzberger (1983-1989).
Bestandsbeschreibung: Die Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv übernahm im Sommer 1996 das Archivgut der Zentralen Druckerei- und Einkaufsgesellschaft m.b.H. (Zentrag). Die Überlieferung erstreckt sich auf den Zeitraum von 1945 bis 1989. Sie enthält Unterlagen der Zentrag GmbH (alt) und der Landesverlagsleitungen (1945/1946 bis 1951/1952, die seinerzeit den Landesleitungen der SED unterstanden und mit der Zentrag durch Gesellschafteranteile zugleich verbunden waren):
- Thüringer Volksverlag GmbH, Weimar, Land Thüringen
- Sachsenverlag GmbH, Dresden, Land Sachsen
- Märkische Druckerei- und Verlagsanstalt GmbH, Potsdam, Land Brandenburg
- Norddeutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, Schwerin, Land Mecklenburg-Vorpommern
- Mitteldeutsche Druck- und Verlagsanstalt GmbH, Halle, Land Sachsen-Anhalt,
ferner der VOB Zentrag ab 1950, der der Abteilung Finanzverwaltung und Parteibetriebe des ZK unterstellt war und durch die Zentrale Revisionskommission des ZK der SED kontrolliert wurde. Es handelt sich überwiegend um Wirtschafts- und Finanzschriftgut
Der systematische Aufbau des Archivs begann 1986 auf der Grundlage der neugeschaffenen Aktenordnung und eines Aktenplans im damaligen Archiv der Zentrag.
Enthalten sind v. a. Arbeitspläne und -berichte, die Einblick in die Struktur und Arbeitsweise der ZENTRAG, einzelner Verlage, Druckereien und Papierfabriken geben, des Weiteren Grundstücksakten (Übergaben und Abgaben), Bankbelege und Bilanzen, Dokumente zu Verlags- und Betriebsgeschichten, auch vor 1945.
Erschließungszustand: Online-Findbuch in ARGUS
Umfang, Erläuterung: 3520 AE
Zitierweise: BArch DY 63/...
Vereinigung organisationseigener Betriebe - Zentrale Druckerei- und Einkaufsgesellschaft mbH (Zentrag), 1945-2001
4203 Aufbewahrungseinheiten; 0,0 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
24.04.2026, 10:58 AM CEST