Militärischer Nachlass Friedrich Gustav Theodor von Graevenitz, General der Infanterie, Militärbevollmächtigter im Großen Hauptquartier, diensttuender Generaladjutant von König Wilhelm II. von Württemberg, *1861 +1922 (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 660/095
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Militärische Bestände 1871-ca. 1920 >> Nachlässe und Sammlungen >> Nachlässe
[1810-1840], 1878-1935
1. Zur Biographie von Friedrich von Graevenitz: Friedrich Gustav Theodor von Graevenitz wurde am 7. Januar 1861 in Hohenasperg als einer von drei Söhnen von Karl von Graevenitz, General der Infanterie, und Sophie Ernestine, geb. Hörning, geboren. Er besuchte das Lyceum in Ravensburg sowie das Gymnasium in Ulm und wechselte anschließend an das Kadettenhaus Oranienstein und die Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde. Am 15. April 1878 trat Graevenitz als Secondeleutnant in die 9. Kompanie des Grenadier-Regiments "Königin Olga" Nr. 119 ein. Von Oktober 1888 bis Juli 1891 wurde er an der Kriegsakademie in Berlin ausgebildet. Die Beförderung zum Premierleutnant erfolgte im Dezember 1888. Von April 1892 bis März 1894 war Graevenitz zum Dienst beim Großen Generalstab abgeordnet. Während dieser Zeit wurde er zum Hauptmann ernannt. Nach elfmonatiger Tätigkeit als Kompaniechef diente Graevenitz von Februar 1895 bis März 1898 wiederum beim Großen Generalstab. Im Mai 1898 trat er in das Königlich Württembergische Kriegsministerium ein; die Beförderung zum Major erfolgte im September 1899. Knapp zwei Jahre später, im Mai 1901, übernahm Graevenitz in Preußen die Vertretung des erkrankten Flügeladjutanten Schaefer im Militärkabinett, verblieb in dieser Position und wurde sechs Monate später selbst zum Flügeladjutanten ernannt. Mit seiner Beförderung zum Oberstleutnant im Februar 1905 ging im Folgemonat die erneute Versetzung in das württembergische Kriegsministerium einher. Dort diente Graevenitz als Chef der Abteilung A, die für allgemeine Armee- und für persönliche Angelegenheiten zuständig war. Die Beförderung zum Oberst erfolgte im September 1907. Im April 1911 wurde Graevenitz zum Generalmajor à la suite des Königs und zum Militärbevollmächtigten in Berlin ernannt. Im Mai 1911 übernahm er zusätzlich das Amt des stellvertretenden Bevollmächtigten beim Bundesrat. Unter Beibehaltung seiner Stellung als General à la suite wurde Graevenitz am 25. Februar 1914 Generalleutnant befördert. Während des Ersten Weltkrieges befand sich Graevenitz als württembergischer Militärbevollmächtigter beim Großen Hauptquartier im Entscheidungszentrum der militärischen Führung des Deutschen Kaiserreichs. Er vertrat dort die Interessen Württembergs. Nach dem Tod von Gustav von Starkloff am 5. Juli 1918 wurde Graevenitz zum diensttuenden Generaladjutanten von König Wilhelm II. von Württemberg ernannt. Nach der Abdankung des Königs im November 1918 schied Graevenitz am 7. Dezember 1918 aus dem aktiven Militärdienst aus. Im August 1919 erhielt er den Charakter eines Generals der Infanterie. Graevenitz heiratete im Jahr 1888 Marianne, geb. Klotz. Das Ehepaar hatte insgesamt fünf Kinder. Zwei Töchter: Marianne, geb. 08.08.1889 (später verheiratet mit Ernst von Weizäcker) und Elisabeth, geb. am 29.04.1904 und drei Söhne: Richard von Graevenitz, geb. 05.08.1890, Fritz von Graevenitz, geb. 16.05.1892 und Karl von Graevenitz, geb. 20.05.1895. Richard und Karl fielen im Ersten Weltkrieg, Fritz wurde ein bekannter Maler und Bildhauer. Friedrich von Graevenitz verstarb am 28. Februar 1922.
2. Zum Nachlass von Friedrich von Graevenitz: Die Unterlagen des Bestands M 660/095 wurden in mehreren Lieferungen an das Archiv abgegeben. Im Januar 1939 gelangten die Bü 4-13 und Bü 34 (Vorsignaturen: Hefte 1 bis 22) an das Heeresarchiv Stuttgart. Diese Hefte enthielten Briefe an Graevenitz wegen Offizierspersonalien. Weitere Unterlagen wurden in den Jahren von 1998 bis 2006 von Irmgard Bosch, einer Enkelin von Graevenitz, dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart übergeben. Die 1939 abgegebenen Dokumente erschloss Oberst a.d. Kurt Hiller im Jahr 1943. Wie aus einem Vermerk von 1951 hervorgeht, gliederte man die Sammelmappe ¿Historische Uniformen württembergischer Regimenter` in den Bestand M 703 ein (Signatur: R1845). Die ab 1998 ins Archiv gelangten Dokumente wurden von Dr. Franz Moegle-Hofacker vorgeordnet. Aufbauend auf diesen Vorarbeiten erschloss die Archivreferendarin Dr. Rebecca Rose im November 2014 unter Anleitung von Dr. Wolfgang Mährle den Bestand. Der Nachlass M 660/095 enthält zahlreiche Dokumente aus der Zeit Graevenitz` im Großen Hauptquartier während des Ersten Weltkrieges. Darunter befinden sich umfangreiche Korrespondenzen mit hochrangigen militärischen und politischen Entscheidungsträgern. Ferner enthält der Bestand ein ausführliches Manuskript von Graevenitz über die interne Struktur des Großen Hauptquartiers. Über die Person Graevenitz informieren ausführliche autobiographische Schriften des württembergischen Militärbevollmächtigten. Hervorzuheben ist des Weiteren ein Bericht von Graevenitz über die Flucht König Wilhelms II. von Württemberg nach Bebenhausen am 9. November 1918, die er als diensttuender Generaladjutant miterlebte. Der Nachlass von Graevenitz umfasst nach der Neuverzeichnung 85 Büschel mit einem Umfang von 0,70 lfd m.
3. Quellen- und Literaturhinweise: Quellen M 430/2 Bü 668 (Personalakte) M 703_R191N36 (Fotografie) M 1/2, Bü 54-101 (Berichte Graevenitz') Q 1/18 Bü 118, 146, 147 (Berichte und Korrespondenzen Graevenitz')
Literatur Schwäbischer Merkur, 1922, Nr. 98, S. 3 Stuttgart, im November 2014 Dr. Wolfgang Mährle Dr. Rebecca Rose
2. Zum Nachlass von Friedrich von Graevenitz: Die Unterlagen des Bestands M 660/095 wurden in mehreren Lieferungen an das Archiv abgegeben. Im Januar 1939 gelangten die Bü 4-13 und Bü 34 (Vorsignaturen: Hefte 1 bis 22) an das Heeresarchiv Stuttgart. Diese Hefte enthielten Briefe an Graevenitz wegen Offizierspersonalien. Weitere Unterlagen wurden in den Jahren von 1998 bis 2006 von Irmgard Bosch, einer Enkelin von Graevenitz, dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart übergeben. Die 1939 abgegebenen Dokumente erschloss Oberst a.d. Kurt Hiller im Jahr 1943. Wie aus einem Vermerk von 1951 hervorgeht, gliederte man die Sammelmappe ¿Historische Uniformen württembergischer Regimenter` in den Bestand M 703 ein (Signatur: R1845). Die ab 1998 ins Archiv gelangten Dokumente wurden von Dr. Franz Moegle-Hofacker vorgeordnet. Aufbauend auf diesen Vorarbeiten erschloss die Archivreferendarin Dr. Rebecca Rose im November 2014 unter Anleitung von Dr. Wolfgang Mährle den Bestand. Der Nachlass M 660/095 enthält zahlreiche Dokumente aus der Zeit Graevenitz` im Großen Hauptquartier während des Ersten Weltkrieges. Darunter befinden sich umfangreiche Korrespondenzen mit hochrangigen militärischen und politischen Entscheidungsträgern. Ferner enthält der Bestand ein ausführliches Manuskript von Graevenitz über die interne Struktur des Großen Hauptquartiers. Über die Person Graevenitz informieren ausführliche autobiographische Schriften des württembergischen Militärbevollmächtigten. Hervorzuheben ist des Weiteren ein Bericht von Graevenitz über die Flucht König Wilhelms II. von Württemberg nach Bebenhausen am 9. November 1918, die er als diensttuender Generaladjutant miterlebte. Der Nachlass von Graevenitz umfasst nach der Neuverzeichnung 85 Büschel mit einem Umfang von 0,70 lfd m.
3. Quellen- und Literaturhinweise: Quellen M 430/2 Bü 668 (Personalakte) M 703_R191N36 (Fotografie) M 1/2, Bü 54-101 (Berichte Graevenitz') Q 1/18 Bü 118, 146, 147 (Berichte und Korrespondenzen Graevenitz')
Literatur Schwäbischer Merkur, 1922, Nr. 98, S. 3 Stuttgart, im November 2014 Dr. Wolfgang Mährle Dr. Rebecca Rose
85 Büschel (0,68 lfd. m)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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