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27001 Nachlass Karl Strubecker (Bestand)
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KIT-Archiv (Archivtektonik) >> 2 Karlsruher Institut für Technologie und Vorläufer >> 27 Nachlässe und Sammlungen zu Personen
1910-1993
Inhalt: Der vom Volumen her und wohl auch bedeutungsmäßig herausragende Schwerpunkt des Bestands ist die von 1936 bis 1988, überwiegend in einer Serie formierte Korrespondenz Strubeckers. Daneben sind hervorzuheben Skripte zu Rundfunksendungen, die durch Strubecker und andere Angehörige der Technischen Hochschule Karlsruhe gestaltet wurden, Vortragstexte Strubeckers sowie Unterlagen aus seinen Geschäftsbeziehungen zu Verlagen und über sein gesellschaftliches Leben im Rotary-Club. Etwas kleineren Anteil am Volumen haben Aufzeichnungen aus dem Studium, der akademischen Lehre und akademischen Selbstverwaltung sowie aus den Funktionen als Vertrauensdozent für die Studienstiftung des Deutschen Volkes und der Tätigkeit für die Karlsruher Hochschulvereinigung. Weiterhin enthalten sind Fotografien von offiziellen Anlässen (Ehrenpromotion, Emeritierung?).
Entstehungsgeschichte: Prof. Dr. phil. Dr. rer. nat. h.c. Karl Strubecker (*08.08.1904 in Hollenstein/Österreich, +19.02.1991 in Karlsruhe) besuchte von 1910 bis 1916 eine fünfklassige Volksschule in Hollenstein und von 1916 bis 1924 ein Gymnasium in Wien. Von Oktober 1924 bis Juli 1928 studierte er an der Universität Wien und besuchte in dieser Zeit auch über sechs Semester Veranstaltungen an der dortigen Technischen Hochschule. Lehrer an der Universität waren Philipp Furtwängler, Hans Hahn, Eduard Helly, Josef Lense, Leopold Vietoris und Wilhelm Wirtinger, an der Technischen Hochschule Emil Müller. Vom 01.07.1928 bis zum 31.07.1938 war er Assistent an der Technischen Hochschule, zunächst bei Emil Müller und dann bei dessen Nachfolger Erwin Kruppa. Im Jahr 1928 wurde Strubecker an der Universität Wien zum Dr. phil. promoviert. 1929 folgte das Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen. Habilitiert wurde Strubecker 1931 an der Technischen Hochschule und 1935 an der Universität Wien. Von April bis Oktober 1938 wirkte er als Supplent für Darstellende und Projektive Geometrie an der Technischen Hochschule. Ab Oktober 1938 bis April 1940 nahm er dort die Vertretung eines planmäßigen außerordentlichen Lehrstuhls für Mathematik wahr, ab Juli 1939 mit dem Titel eines planmäßigen außerordentlichen Professors. Im April 1940 wurde er zum planmäßigen außerordentlichen Professor an der Universität Wien ernannt. Im Mai 1941 verheirate sich Strubecker mit seiner Frau Hildegard, geb. Salewsky. Zum 21.05.1942 wurde er zur Übernahme einer ordentlichen Professur an die Reichsuniversität Straßburg abgeordnet, die er zum 01.06.1942 antrat und bis zum 08.05.1945 versah. Ab dem 14.04.1947 vertrat er eine ordentliche Professur für Mathematik an der Technischen Hochschule Karlsruhe, die ihm zum 14.10.1948 dauerhaft verliehen wurde. Zum 30.09.1972 wurde Strubecker emeritiert. Sein herausragendes Interessengebiet war die Differentialgeometrie.
Ämter:
1) Dekan der Fakultät für Natur- und Geisteswissenschaften, 1948/49, 1951/52, 1962/63;
2) Leiter des Presseamtes, 1949-1957;
3) Leiter der Abteilung für Mathematik, 1950/51, 1952/53, 1961/62;
4) Vorsitzender der Senatskommission für das Studium generale, ab 19.11.1951;
5) Vertreter der Technischen Hochschule im Kulturausschuss der Stadt Karlsruhe, 1951;
6) Vertrauensdozent der Studienstiftung des Deutschen Volkes, 1951-1970;
7) Mitglied im Verwaltungsrat, 1955-1960;
8) Stellvertretender Schatzmeister der Karlsruher Hochschulvereinigung, ab 01.04.1956;
9) Mitglied des Verwaltungsrats der Karlsruher Hochschulvereinigung;
10) Senatsbeauftragter für das Vorsemester (später: Studienkolleg) für ausländische Studierende, ab 20.12.1963;
11) Mitglied des Unterausschusses Naturwissenschaften des Landeshochschulplanungsbeirats, ca. 1964-1970;
12) Mitglied der Senatskommission für Ehrungsrichtlinien, seit 1962 (?), Vorsitzender ab 28.07.1964;
13) Kommission für Verfassungsänderungen, eingerichtet 16.11.1964;
14) Mitglied bezw. Vorsitzender der Schulausschuss-Kommission;
15) Senatsbeauftragter für die Verbindung zur Westdeutschen Rektorenkonferenz, ab 17.12.1964;
16) Gewählter Ordinarienvertreter im Senat, ab 1965
Gastprofessuren:
Tübingen, 1948;
Trapezunt/Türkei, 1965-1967;
Oregon/USA, 1966-1967
Mitgliedschaften:
Akademie der Wissenschaften/Wien: Korrespondierendes Mitglied der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse, 29.12.1939 (ab 1945 als Korrespondierendes Mitglied im Ausland);
Rotary-Club Karlsruhe, 1950;
Mitglied der deutschen Delegation bei der International Mathematical Union, 1951-1955;
Österreichische Mathematische Gesellschaft: Ehrenmitglied, 1979;
Jugoslawische Akademie der Wissenschaften/Zagreb: Korrespondierendes Mitglied, 07.12.1979
Ehrungen:
Goldmedaille der Österreichischen Mathematischen Gesellschaft, 1981;
Ehrenpromotion zum Dr. rer. nat. h.c. der Technischen Universität Wien, 27.06.1984
Archivische Bewertung: Die erste Übernahme von Unterlagen Strubeckers wird von Klaus-Peter Hoepke in dem vermutlich wenig später erstellten provisorischen Findmittel beschrieben: "Im März 1986 übergab der emeritierte Ordinarius für Mathematik Prof. Dr. Dr. h.c. Karl Strubecker dem Archiv die in seinem Dienstzimmer verwahrten Aktenordner. Der Bestand erwies sich nahezu vollständig als archivwürdig; die zugrundegelegte Aktenordnung wurde unverändert gelassen. [...] Betreffe, deren Band-Nummer mit einem * versehen sind, enthalten lückenhafte Überlieferungen. Sofern diese Betreffe durch anderweitige Provenienzen besser überliefert werden, können die pp. Bände ausgeschieden werden." Bei den so hervorgehobenen Unterlagen handelte es sich um Serien von Protokollen akademischer Gremien, vor allem von Senat, Fakultät und Fakultätsabteilung.
Die von Hoepke ins Auge gefasste Nachbewertung erfolgte im Rahmen der abschließenden Bestandsbildung, vor allem im Jahr 2007. Dabei wurden die Protokollserien in der im Abschnitt Archivische Bestandsgeschichte beschriebenen Weise kassiert oder anderen Beständen zugeschlagen.
Nach einer Aufzeichnung Hoepkes (Dienstregistratur des KIT-Archivs, Az. 7511.21-6) erfolgte eine weitere Übernahme im Mai 1993. Über eine Bewertung dieses im Juni 2003 unter der Nummer 02/93 nachträglich registrierten Zugangs bei der Übernahme im Jahr 1993 liegt keine Aufzeichnung vor. Vor der Erschließung dieses Materials wurden vor allem Druckvorstufen eigener Publikationen Strubeckers sowie Sonderdrucke fremder Publikationen kassiert.
Im Zugang 02/93 befindliche Bücher wurden 2007 an die Universitätsbibliothek abgegeben. Es handelte sich im Einzelnen um:
1) Euler, Leonhard: Einleitung in die Analysis des Unendlichen, Band 1, übers. aus dem Lat. von Johann Andreas Christian Michelsen (Hrsg.), Berlin, 1788;
2) Ders.: Einleitung in die Analysis des Unendlichen, Band 3, übers. aus dem Lat. von Johann Andreas Christian Michelsen (Hrsg.), Berlin, 1791;
3) Ders.: Briefe über verschiedene Gegenstände aus der Naturlehre, Band 1-3, nach der Ausgabe von Condorcet und De la Croix, übers. aus dem franz. von Friedrich Kries (Hrsg.), Leipzig, 1792-1794;
4) De la Grange: Vollständige Anleitung zur niedern und hoehern Algebra, Band 1, übers. aus dem franz. von Johann Philipp Gruson (Hrsg.), Berlin, 1796;
5) Anon., ohne Titel [Tafelwerk mit 32 Abbildungen aus dem Bergwesen], o.O., O.J. [nach 1795];
6) Anon., ohne Titel [Logarithmentafeln], Leipzig 1820.
Erläuterung der Ordnung: Die mit der Klassifikation erfolgte Ordnung geht teilweise auf vorarchivische Zustände zurück. Dies ist insbesondere der Fall bei der Hauptserie der Korrespondenz in Klassifikationsgruppe 2, der Verlagskorrespondenz in Klassifikationsgruppe 8 sowie der Rotarier-Korrespondenz in Klassifikationsgruppe 11. Bei diesen Serien sowie bei den Klassifikationsgruppen 3 bis 5, 9 und 10 erfolgten auch keine wesentlichen Eingriffe in die Ordnung vorgefundener Aggregationen wie Aktenordner oder Mappen. Bei den Publikationen und Vorträgen in den Klassifikationsgruppen 6 und 7 bildete das Archiv hingegen neue Einheiten aus vorgefundenen Aggregationen und losem Material.
Herrn Dr. med. Eugen Höflich und Herrn Prof. Dr. Michael von Renteln ist wertvolle Hilfe bei der Vorordnung des kleinteilig zerstreuten Materials zu danken. Diese Arbeit erfolgte im Frühjahr 2007 vor dem Beginn der Erschließungsarbeiten.
Erschließungsinformation: Herr Dr. med. Eugen Höflich und der Mathematiker Prof. Dr. Michael von Renteln unternahmen es im Frühjahr 2007, in der Hauptserie der Korrespondenz besonders relevant erscheinende Stücke durch eingelegte Streifen für die Erschließung zu markieren.
Die Erschließung des Bestands erfolgte ab dem Frühjahr 2007. Sie wurde im Bereich der Korrespondenz vor allem durch die studentische Hilfskraft Silvia Urlique geleistet, die daran bis zum Sommer 2009 arbeitete. Danach erschlossen die wissenschaftlichen Hilfskräfte Maike Doll und Helen Maucher in der Zeit bis Oktober 2009 einen großen Teil der übrigen Unterlagen des Zugangs 02/93. Im November erschloss Klaus Nippert das aus den Zugängen 41/02 und 06/04 zugeschlagenen Material sowie die in den Klassifikationsgruppen 1.3 und 1.4 eingeordneten Einheiten.
Klassifikationsübersicht: 1. Persönliches
1.1 Schriftgut
1.2 Fotografien
1.3 Tonaufnahmen
1.4 Medaillen, Plaketten und Abzeichen
2. Allgemeine Korrespondenz in zeitlicher Ordnung
3. Studium
4. Akademische Lehre
5. Akademische Selbstverwaltung
6. Nichtselbstständige Publikationen
7. Vorträge
7.1 Wissenschaftliche Tagungen und ähnliche Anlässe
7.2 Rundfunk
8. Verlage
9. Amt als Vertrauensdozent der Studienstiftung des Deutschen Volkes
10. Karlsruher Hochschulvereinigung
11. Rotary-Club
12. Sonstiges
Karl Strubecker
5,0 m
Nachlässe
Verweis auf ähnliches Material:
KIT-Archiv:
21011 Personalakten, 968
22001 Fakultät für Mathematik
25007 Studium generale
28002 Biografische Sammlung, 467 (mit autobiografischen Aufzeichnungen)
Literatur: Leichtweiß, K.: Karl Strubecker zum Gedenken, in: Jahresberichte des Deutschen Mathematiker-Vereins 94 (1992), S. 105-117.
Benutzungbeschränkungen: Die Benutzung ist teilweise durch Schutzfristen für Sachakten und personenbezogene Unterlagen eingeschränkt.