Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz bekundet, auch für seinen Sohn Philipp und beider Erben, dass seine Sängerin Klara von Augsburg das Haus bei der Armenburse (armen schuler huse) und beim Hof des Vogts zu Heidelberg für sich und ihre Erben erworben hat. Das Haus hatte Friedrich vormals gekauft und lange Zeit als Kanzlei genutzt, bis es durch Feuer zerstört worden war. Der Fürst hatte das Grundstück sodann an Hans Heiles gegeben, der ein neues Haus auf diesem errichtet hat und dieses zuletzt an Klara laut eines Kaufbriefs veräußert hat. Der Aussteller bestätigt, da das allweg in freier Hand und freien Herkommens gewesen ist, für Haus und Zubehör die Freiheit von allen Diensten und Abgaben zu Heidelberg, namentlich von Steuer, Schatzung, Frondiensten, Reisegeld, Wochen- und Wachgeld nebst anderem. Auf dem Grundstück soll durch die Stadt Heidelberg ohne Willen der Inhaberin und ihrer Erben kein anderer Bau oder eine Straße errichtet werden. Der Aussteller und sein Sohn Philipp bekräftigen, auch für ihre Erben, die Bestimmungen treu und unverbrüchlich zu halten und bitten den Hofmeister und Ritter Swicker von Sickingen um Mitbesiegelung.
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Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz bekundet, auch für seinen Sohn Philipp und beider Erben, dass seine Sängerin Klara von Augsburg das Haus bei der Armenburse (armen schuler huse) und beim Hof des Vogts zu Heidelberg für sich und ihre Erben erworben hat. Das Haus hatte Friedrich vormals gekauft und lange Zeit als Kanzlei genutzt, bis es durch Feuer zerstört worden war. Der Fürst hatte das Grundstück sodann an Hans Heiles gegeben, der ein neues Haus auf diesem errichtet hat und dieses zuletzt an Klara laut eines Kaufbriefs veräußert hat. Der Aussteller bestätigt, da das allweg in freier Hand und freien Herkommens gewesen ist, für Haus und Zubehör die Freiheit von allen Diensten und Abgaben zu Heidelberg, namentlich von Steuer, Schatzung, Frondiensten, Reisegeld, Wochen- und Wachgeld nebst anderem. Auf dem Grundstück soll durch die Stadt Heidelberg ohne Willen der Inhaberin und ihrer Erben kein anderer Bau oder eine Straße errichtet werden. Der Aussteller und sein Sohn Philipp bekräftigen, auch für ihre Erben, die Bestimmungen treu und unverbrüchlich zu halten und bitten den Hofmeister und Ritter Swicker von Sickingen um Mitbesiegelung.
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Nr. 812, 80
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Kopialbücher
Kopialbücher >> Weltliche Territorien und Herrschaften >> Kurpfalz >> Einzelne Pfalzgrafen und Kurfürsten >> Friedrich I. >> Perpetuum (Kurfürst Friedrichs I. von der Pfalz) >> Urkunden
1465 Juni 14 (off frytag nach unnsers herrn fronlichnams tag)
fol. 75v-76v
Urkunden
Ausstellungsort: Heidelberg
Siegler: Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz; Pfalzgraf Philipp; Swicker von Sickingen, Ritter und Hofmeister
Siegler: Kurfürst Friedrich I. von der Pfalz; Pfalzgraf Philipp; Swicker von Sickingen, Ritter und Hofmeister
Kopfregest: "Wie Clara Dettin die alt canczly gegeben ist". Vgl. die Vergabe des Grundstücks an Hans Heiles im Oktober 1462 nach dem Brand der Heidelberger Kanzlei: GLAK 67/812, fol. 18r-18v (Nr. 20).
Heiles, Hans; kurpfälzischer Türhüter, Grundbesitzer zu Heidelberg und Weinsberg, erw. 1462, 1469
Sickingen, Swicker VI. von; Ritter, kurpf. Hofmeister, ux. Else Landschad von Steinach, -1467
Heidelberg HD
Heidelberg HD; Kanzlei
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BZK no.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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