C Rep. 727 Friedrichstadt-Palast (Bestand)
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C Rep. 727
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> C Bestände (Ost-) Berliner Behörden bis 1990 >> C 2 Magistrat von Berlin und nachgeordnete Einrichtungen >> C 2.2 Nachgeordnete Einrichtungen
Vorwort
C Rep. 727 Friedrichstadt-Palast
1. Geschichte
Das Gebäude des späteren Friedrichstadt-Palastes blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1867 wurde es als erste Berliner Markthalle eröffnet und diente schon kurze Zeit später als Lager und Sammelstelle der preußischen Heeresverwaltung. In der Folgezeit beherbergte es Zirkusse und einen Amüsierbetrieb. Max Reinhardt schließlich übernahm den Bau und inszenierte im jetzt "Großen Schauspielhaus" Theaterstücke, Opern und Operetten, Erwin Piscator führte 1925 eine politische Revue auf.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde es in "Theater des Volkes" umbenannt, hauptsächlich standen Operetten auf dem Programm.
Das im Krieg stark zerstörte Haus wurde notdürftig wieder hergerichtet und als Palast der 3000, Haus der 3000 oder Palast am Bahnhof Friedrichstraße bzw. Palast-Varieté privat weitergeführt. Nach der Enteignung 1947 übernahm der Magistrat von Groß-Berlin das Gebäude und führte es als "Friedrichstadt-Palast" weiter. Er war eine der Abteilung Kultur des Berliner Magistrats nachgeordnete Einrichtung.
Von 1954 bis 1961 entstanden unter der Direktion von Gottfried Herrmann zahlreiche Varieté-Revuen. Sein Nachfolger, der Schauspieler und Regisseur Wolfgang E. Struck (* 16. Februar 1920 in Soldin; † 14. Februar 1989 in Berlin), sollte das Haus bis 1988 führen. Unter seiner Leitung entwickelte es sich zu einem international renommierten Revuetheater. 1978 eröffnete die Kleine Bühne "Das Ei".
Im Februar 1980 fand die letzte Vorstellung statt, das Haus musste aus bautechnischen Gründen geschlossen und später abgerissen werden.
Bis zur Eröffnung des neuen Hauses gastierte das Ensemble in verschiedenen Bühnen Berlins und der DDR.
Der Neubau in der Friedrichstraße 107 wurde am 27. April 1984 mit der Revue "Friedrichstraße 107" festlich eröffnet.
Dem langjährigen Intendanten Wolfgang E. Struck folgten Reinhold Strövesand, Hans-Gerald Otto und Julian Herrey.
Der Friedrichstadt-Palast wurde 1990 in die Trägerschaft der Senatsverwaltung für Kultur übernommen und schließlich unter dem 1993 berufenen Intendanten Alexander Iljinskij in eine landeseigene GmbH umgewandelt.
Berühmt für seine "Girlreihe" gilt der Friedrichstadt-Palast als eines der führenden Häuser dieses Genres in Europa.
2. Bestandsinformation
Erste Akten gelangten ab 1973 über die Magistratsverwaltung für Kultur in das damalige Stadtarchiv Berlin. Der Großteil der Überlieferung wurde Ende der 1990er Jahre an das Landesarchiv Berlin abgegeben. 2019 kamen Unterlagen durch eine Schenkung hinzu.
Im Bestand C Rep. 727 befinden sich u. a. Unterlagen der Intendanz.- Unterlagen der Dramaturgie.- Spiel-, Text- und Regiebücher.- Fotos.- Zeitungsausschnitte.- Programmhefte.- Besetzungszettel.- Noten.
Der Bestand ist vollständig erschlossen und umfasst 858 Akten (19,95 lfm), die den Zeitraum von 1947 bis 1990 dokumentieren. Einzelne Archivalien datieren bis 1912 zurück bzw. reichen bis in das Jahr 1994.
3. Benutzung
Die Benutzung ist mittels Findbuch und Datenbank möglich.
Einige Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt (z. B. Personalunterlagen, Vertragsinhalte, Honorare). Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
Im Bestand befinden sich zahlreiche Unterlagen, die dem Urheberrecht unterliegen wie zum Beispiel Textbücher, Regiekonzeptionen, Zeichnungen oder Fotos.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren:
Landesarchiv Berlin (LAB) C Rep. 727 Friedrichstadt-Palast, Nr. xxx
4. Korrespondierende Bestände
- LAB A Rep. 252 Deutsches National-Theater AG
- LAB C Rep. 120 Magistrat von Berlin, Abteilung Volksbildung
- LAB C Rep. 121 Magistrat von Berlin, Abteilung Kultur
- LAB C Rep. 727 Friedrichstadt-Palast (Karteien)
- LAB C Rep. 727 Friedrichstadt-Palast (Plakate)
- LAB F Rep. 129 Theatergeschichtliche Sammlung
5. Literaturhinweise
- Neubau Friedrichstadtpalast Berlin 1981-1984. Bauinformation DDR, Berlin 1989.
- Carlé, Wolfgang: Das hat Berlin schon mal gesehn. Eine Historie des Friedrichstadt-Palastes, Berlin 1975.
- Ders. und Martens, Heinrich: Kinder, wie die Zeit vergeht. Eine Historie des Friedrichstadt-Palastes, Berlin 1987.
- Tilgner, Wolfgang: Das Haus an der Spree. Von der Markthalle zum Friedrichstadtpalast, Berlin 1974.
Berlin, Oktober 2019 Annette Thomas
C Rep. 727 Friedrichstadt-Palast
1. Geschichte
Das Gebäude des späteren Friedrichstadt-Palastes blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1867 wurde es als erste Berliner Markthalle eröffnet und diente schon kurze Zeit später als Lager und Sammelstelle der preußischen Heeresverwaltung. In der Folgezeit beherbergte es Zirkusse und einen Amüsierbetrieb. Max Reinhardt schließlich übernahm den Bau und inszenierte im jetzt "Großen Schauspielhaus" Theaterstücke, Opern und Operetten, Erwin Piscator führte 1925 eine politische Revue auf.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde es in "Theater des Volkes" umbenannt, hauptsächlich standen Operetten auf dem Programm.
Das im Krieg stark zerstörte Haus wurde notdürftig wieder hergerichtet und als Palast der 3000, Haus der 3000 oder Palast am Bahnhof Friedrichstraße bzw. Palast-Varieté privat weitergeführt. Nach der Enteignung 1947 übernahm der Magistrat von Groß-Berlin das Gebäude und führte es als "Friedrichstadt-Palast" weiter. Er war eine der Abteilung Kultur des Berliner Magistrats nachgeordnete Einrichtung.
Von 1954 bis 1961 entstanden unter der Direktion von Gottfried Herrmann zahlreiche Varieté-Revuen. Sein Nachfolger, der Schauspieler und Regisseur Wolfgang E. Struck (* 16. Februar 1920 in Soldin; † 14. Februar 1989 in Berlin), sollte das Haus bis 1988 führen. Unter seiner Leitung entwickelte es sich zu einem international renommierten Revuetheater. 1978 eröffnete die Kleine Bühne "Das Ei".
Im Februar 1980 fand die letzte Vorstellung statt, das Haus musste aus bautechnischen Gründen geschlossen und später abgerissen werden.
Bis zur Eröffnung des neuen Hauses gastierte das Ensemble in verschiedenen Bühnen Berlins und der DDR.
Der Neubau in der Friedrichstraße 107 wurde am 27. April 1984 mit der Revue "Friedrichstraße 107" festlich eröffnet.
Dem langjährigen Intendanten Wolfgang E. Struck folgten Reinhold Strövesand, Hans-Gerald Otto und Julian Herrey.
Der Friedrichstadt-Palast wurde 1990 in die Trägerschaft der Senatsverwaltung für Kultur übernommen und schließlich unter dem 1993 berufenen Intendanten Alexander Iljinskij in eine landeseigene GmbH umgewandelt.
Berühmt für seine "Girlreihe" gilt der Friedrichstadt-Palast als eines der führenden Häuser dieses Genres in Europa.
2. Bestandsinformation
Erste Akten gelangten ab 1973 über die Magistratsverwaltung für Kultur in das damalige Stadtarchiv Berlin. Der Großteil der Überlieferung wurde Ende der 1990er Jahre an das Landesarchiv Berlin abgegeben. 2019 kamen Unterlagen durch eine Schenkung hinzu.
Im Bestand C Rep. 727 befinden sich u. a. Unterlagen der Intendanz.- Unterlagen der Dramaturgie.- Spiel-, Text- und Regiebücher.- Fotos.- Zeitungsausschnitte.- Programmhefte.- Besetzungszettel.- Noten.
Der Bestand ist vollständig erschlossen und umfasst 858 Akten (19,95 lfm), die den Zeitraum von 1947 bis 1990 dokumentieren. Einzelne Archivalien datieren bis 1912 zurück bzw. reichen bis in das Jahr 1994.
3. Benutzung
Die Benutzung ist mittels Findbuch und Datenbank möglich.
Einige Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt (z. B. Personalunterlagen, Vertragsinhalte, Honorare). Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin.
Im Bestand befinden sich zahlreiche Unterlagen, die dem Urheberrecht unterliegen wie zum Beispiel Textbücher, Regiekonzeptionen, Zeichnungen oder Fotos.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren:
Landesarchiv Berlin (LAB) C Rep. 727 Friedrichstadt-Palast, Nr. xxx
4. Korrespondierende Bestände
- LAB A Rep. 252 Deutsches National-Theater AG
- LAB C Rep. 120 Magistrat von Berlin, Abteilung Volksbildung
- LAB C Rep. 121 Magistrat von Berlin, Abteilung Kultur
- LAB C Rep. 727 Friedrichstadt-Palast (Karteien)
- LAB C Rep. 727 Friedrichstadt-Palast (Plakate)
- LAB F Rep. 129 Theatergeschichtliche Sammlung
5. Literaturhinweise
- Neubau Friedrichstadtpalast Berlin 1981-1984. Bauinformation DDR, Berlin 1989.
- Carlé, Wolfgang: Das hat Berlin schon mal gesehn. Eine Historie des Friedrichstadt-Palastes, Berlin 1975.
- Ders. und Martens, Heinrich: Kinder, wie die Zeit vergeht. Eine Historie des Friedrichstadt-Palastes, Berlin 1987.
- Tilgner, Wolfgang: Das Haus an der Spree. Von der Markthalle zum Friedrichstadtpalast, Berlin 1974.
Berlin, Oktober 2019 Annette Thomas
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ