Georg Krenckel, Notar und Bürger zu Altdorf genannt Weingarten, beurkundet Protestation des Abts Franciscus [Dietrich] von Weingarten gegen die Forderung des Landvogts Georg Fugger Graf zu Kirchberg und Weißenhorn. Dieser hatte verlangt, die jährlich vom Kloster an den Landvogt in Schwaben abzugebenden 2 Fuder Schirmwein in besserer Qualität bzw. aus einer guten Lage zu liefern und zwar so, daß er den Wein an seiner gräflichen Tafel verwenden könne und ihn nicht dem "gesündlin" hinstellen müsse. Auch der Pfarrer von St. Jos in Ravensburg habe den Wein abgelehnt. Der Abt verwahrt sich dagegen, daß ihm bezüglich der Auswahl des Weins und der Lage Vorschriften gemacht werden. Es sei immer diesjähriger Wein ("heuriges Gewächs") geliefert worden. Wenn dieser nicht angenommen werde, werde er weder Wein noch Geld geben. Gegenprotestation seitens des Landvogteiverwalters Dr. Johann Christoph Wagner und des Landschreibers Dr. Johann Kalmar, derzufolge bisher immer gute Weine geliefert, dieses Jahr aber schlechte und unreife Trauben geerntet wurden. Schließlich erklärt sich der Landvogt bereit, den Wein anzunehmen wie er ist, bleibt jedoch bei seiner Meinung, Schirmwein sie wie andernorts in guter Qualität zu liefern. Streit zwischen Abt und Landvogt bzw. den beiderseitigen Oberbeamten über unnötige Protestationen, unnachbarliches Verhalten und anzügliche Schriftsätze, namentlich angebliche Behauptung des landvogteilichen Verwalters, der angebotene Wein sei "Agrest oder Essig". Der letzte beurkundete Vorgang fand am 23. November statt.
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Georg Krenckel, Notar und Bürger zu Altdorf genannt Weingarten, beurkundet Protestation des Abts Franciscus [Dietrich] von Weingarten gegen die Forderung des Landvogts Georg Fugger Graf zu Kirchberg und Weißenhorn. Dieser hatte verlangt, die jährlich vom Kloster an den Landvogt in Schwaben abzugebenden 2 Fuder Schirmwein in besserer Qualität bzw. aus einer guten Lage zu liefern und zwar so, daß er den Wein an seiner gräflichen Tafel verwenden könne und ihn nicht dem "gesündlin" hinstellen müsse. Auch der Pfarrer von St. Jos in Ravensburg habe den Wein abgelehnt. Der Abt verwahrt sich dagegen, daß ihm bezüglich der Auswahl des Weins und der Lage Vorschriften gemacht werden. Es sei immer diesjähriger Wein ("heuriges Gewächs") geliefert worden. Wenn dieser nicht angenommen werde, werde er weder Wein noch Geld geben. Gegenprotestation seitens des Landvogteiverwalters Dr. Johann Christoph Wagner und des Landschreibers Dr. Johann Kalmar, derzufolge bisher immer gute Weine geliefert, dieses Jahr aber schlechte und unreife Trauben geerntet wurden. Schließlich erklärt sich der Landvogt bereit, den Wein anzunehmen wie er ist, bleibt jedoch bei seiner Meinung, Schirmwein sie wie andernorts in guter Qualität zu liefern. Streit zwischen Abt und Landvogt bzw. den beiderseitigen Oberbeamten über unnötige Protestationen, unnachbarliches Verhalten und anzügliche Schriftsätze, namentlich angebliche Behauptung des landvogteilichen Verwalters, der angebotene Wein sei "Agrest oder Essig". Der letzte beurkundete Vorgang fand am 23. November statt.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 I U 1905
07121
B 522 II U 1820
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 522 I Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden I
Weingarten, Benediktinerkloster: Urkunden I >> Urkunden
1628 November 5 (auf sonntag welcher wahr der fünft newen Novembris, sechs und zwaintzigiste tag aber alten Octobris, pro diversitate calendariorum)
32,4 x 20,3 (Höhe x Breite)
Urkunden
Deutsch
Aussteller: Georg Krenckel, Notar und Bürger zu Altdorf
Empfänger: Franciscus [Dietrich], Abt von Weingarten
Zeugen: Meister Hans Schrötter, Buchbinder in Ravensburg, Georg Rundolt, Ziegler im Kloster Weingarten, Hans Edel, Bäcker, und Endres Bautz, Zimmermann zu Altdorf genannt Weingarten
Siegler: Aussteller
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 S., abg.
Beglaubigungs- und Notarzeichen: Signet des Ausstellers
Empfänger: Franciscus [Dietrich], Abt von Weingarten
Zeugen: Meister Hans Schrötter, Buchbinder in Ravensburg, Georg Rundolt, Ziegler im Kloster Weingarten, Hans Edel, Bäcker, und Endres Bautz, Zimmermann zu Altdorf genannt Weingarten
Siegler: Aussteller
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 S., abg.
Beglaubigungs- und Notarzeichen: Signet des Ausstellers
Bautz, Endres
Dietrich, Franz; Abt zu Weingarten
Edel, Hans
Kirchberg, Georg Freiherr zu
Krenckel, Georg, Notar
Rundolt, Georg
Schrötter, Hans
Wagner, Johann Christoph; Landvogteiverwalter
Weißenhorn, Georg Freiherr von
Altdorf = Weingarten RV; Einwohner
Altdorf = Weingarten RV; Notar
Ravensburg RV; Einwohner
Ravensburg RV; Pfarrkirche St. Jos
Schwaben, Landvogt
Schwaben, Landvogtei; Landschreiber
Schwaben, Landvogtei; Verwalter
Weingarten RV; Einwohner
Weingarten RV; Notare
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
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21.11.2025, 15:28 MEZ
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