Anspruch auf die Jagd- und Fischereigerechtigkeit und Anspruch auf Befreiung von Abgaben und Diensten. Der Kerpener Amtmann Monschaw hatte zwei Kerpener Einwohner namens Johann Crux und Michael Dietrich Longerich mit einer Brüchtenstrafe belegt, weil sie wiederholt „in verschlossener Zeit“ (d. h. wohl in der Schonzeit zwischen 2. Feb. und 24. Aug.) gejagt hatten. Von Winand Wiedenkopf, Ludwig Dorne und Heinrich Ilfen wurden, als man sie auf frischer Tat bei der Jagd ertappte. Güter gepfändet und an die Kerpener Judenschaft verkauft, Nach einem Befehl des Grafen sollten die Bierbrauer und Branntweinbrenner in Kerpen jeder jährlich 3 Goldgulden an ihn abführen, jeder Schäfer sollte einen Goldgulden geben. Die Wahl des Bürgermeisters sollte verboten sein. Dem Bürgermeister war bei Strafe von 25 Goldgulden auferlegt worden, über Holzfällerei Buch zu führen. Die Kläger berufen sich auf ein Privileg des Herzogs von Brabant (zu dessen Herrschaftsbereich Kerpen bis 1710 gehörte) und geben an, der verstorbene Graf von Schaesberg habe ihre Privilegien nie angetastet. Der Graf gibt an, bei tumultuarischer widerrechtlicher Jagd habe es auch Todesfälle gegeben.
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Anspruch auf die Jagd- und Fischereigerechtigkeit und Anspruch auf Befreiung von Abgaben und Diensten. Der Kerpener Amtmann Monschaw hatte zwei Kerpener Einwohner namens Johann Crux und Michael Dietrich Longerich mit einer Brüchtenstrafe belegt, weil sie wiederholt „in verschlossener Zeit“ (d. h. wohl in der Schonzeit zwischen 2. Feb. und 24. Aug.) gejagt hatten. Von Winand Wiedenkopf, Ludwig Dorne und Heinrich Ilfen wurden, als man sie auf frischer Tat bei der Jagd ertappte. Güter gepfändet und an die Kerpener Judenschaft verkauft, Nach einem Befehl des Grafen sollten die Bierbrauer und Branntweinbrenner in Kerpen jeder jährlich 3 Goldgulden an ihn abführen, jeder Schäfer sollte einen Goldgulden geben. Die Wahl des Bürgermeisters sollte verboten sein. Dem Bürgermeister war bei Strafe von 25 Goldgulden auferlegt worden, über Holzfällerei Buch zu führen. Die Kläger berufen sich auf ein Privileg des Herzogs von Brabant (zu dessen Herrschaftsbereich Kerpen bis 1710 gehörte) und geben an, der verstorbene Graf von Schaesberg habe ihre Privilegien nie angetastet. Der Graf gibt an, bei tumultuarischer widerrechtlicher Jagd habe es auch Todesfälle gegeben.
AA 0627, 3096 - K 316/968
AA 0627 Reichskammergericht, Teil V: I-L
Reichskammergericht, Teil V: I-L >> 2. Buchstabe K
1732 - 1795 (1553 - 1794)
Enthaeltvermerke: Kläger: Meistbeerbte und gesamte Eingesessene der Grafschaft Kerpen Beklagter: Graf August Friedrich Anton von Schaesberg, Kerpen und Lommersum und dessen Amtmann zu Kerpen Heinrich Monschaw Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Goy 1732 - Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann - Dr. Franz Karl von Sachs 1789 - Subst.: Dr. Caspar Friedrich Hofmann Prokuratoren (Bekl.): Lic. (Johann Wilhelm) Weylach (1732) - Lic. Friedrich Wilhelm Bissing 1789 - Subst.: Dr. Wilhelm Christian Rotberg Prozeßart: Mandati de non turbando ut et restituendo pignora via facti divendita, vel eorundem praetium respective sine et cum clausula; 1789: Citationis ad reassumendum Instanzen: RKG 1732 - 1795 (1553 - 1794) Beweismittel: Bd. II enthält auch einen Teil der in Bd. III enthaltenen Beweismittel; Bd. III: Vergleich des Bürgermeisters, des Schultheißen und der gemeinen Bürgerschaft von Kerpen über Holzfällerei und Aufzählung der Privilegien von Kerpen, u. a. Jagd, Fischerei und Alkohol betreffend, 23. März 1553 (Q 8, Q 19). Zeugenaussagen zu Kerpener Privilegien (Q 9). Jagdverbot des Grafen 31. Mai 1729 (Littera A zu Q 13). Zeugenaussagen (Littera H, L, Z, und FF zu Q 13). Aufstellung der mittellosen Personen, die im sogenannten „Nachbarbusch“ bei Kerpen an bestimmten Tag Holz sammeln dürfen (Littera K zu Q 13). 11 Schriftstücke, das „ius foresti“ betreffend (Littera M - Y zu Q 13). Bestätigung der Kerpener Jagd-, Fischerei- und Jurisdiktionsgerechtigkeiten durch das Kölner Domkapitel (84 - 87). Auszug aus der Kellnereirechnung von Kerpen - Lommersum 1710 - 1713 (88f.), 1705 - 1710 (100). Angaben über Wein-, Bier- und Branntweinakzise in Kerpen 1715 - 1729 (89 - 98). Aussagen von 309 Zeugen aus Kerpen und Mödrath (Reichsgrafschaft Kerpen und Lommersum; Kr. Bergheim) (104 - 139). Angaben, wer von diesen nicht zu den Klägern gehört (140). Verpfändung von Kerpen und Lommersum für jährlich 5000 Gulden an den Erzbischof von Köln Maximilian Heinrich von Bayern 1654 (Q 21). Angaben über Jagd und Fischerei (Schonzeiten) in Kerpen (Q 23f.). Zeugenaussagen (Q 45). Botenlohnschein (Q 56). Bd. IV: Zeugenaussagen (Q 84, Q 90). Beschreibung: 4 Bde., 21 cm, 1179 Bl.; Bd. I: 30 Bl., gebunden, Protokoll; Bd. II: 435 Bl., lose, große Teile des Prozesses in Abschrift; Bd. III: 415 Bl., gebunden, Q 1 - 78 außer 57* (Vollmacht für Lic. Weylach) - 59*; Bd. IV: 299 Bl., lose, Q 79 - 107. Vgl. RKG 3097 (K 317/969).
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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28.04.2026, 8:17 AM CEST