Kleinere Erwerbungen: Otto Klöden (1895-1986), Nachlass-Splitter (Bestand)
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UAT 183/229,
Universitätsarchiv Tübingen (Archivtektonik) >> N Nachlässe und kleinere Erwerbungen >> Nr Kleinere Erwerbungen >> Kleinere Erwerbungen
1927-1973
Bestandsbeschreibung: Übernommen: 2022
Zur Person:
Otto Klöden wurde am 16.05.1895 als Sohn eines Webereidirektors in Görlitz/Niederschlesien geboren. Nach beendeter Schulpflicht besuchte er das Evangelische Lehrerseminar in Reichenbach O/L, wo er 1914 die 1. Lehrerprüfung bestand. Von 1914-1918 nahm er als Offizier am Ersten Weltkrieg teil. Vom 01.09.1919 bis 31.10.1920 war Klöden als Volksschullehrer in Lobendau/Liegnitz. Ab November 1920 ließ er sich vom Schuldienst beurlauben, um an der Universität Breslau Geschichte, Deutsch, Philosophie und Pädagogik zu studieren. Die wirtschaftlichen Folgen des Inflationsabschlusses zwangen Ihn 1924 wieder in den Schuldienst zurückzukehren. Otto Klöden setze seine wissenschaftlichen Studien fort und wurd 1928 an der Philosophischen Fakultät der Universität Breslau zum Dr.phil. promoviert. Im Jahr 1932 legte er die wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen ab und absolvierte ab Herbst 1932 sein Referendariat an der Studienanstalt in Liegnitz. 1935 wurde er an die Hochschule für Lehrerbildung Hirschberg/Riesengebirge berufen, wo er zunächst als Dozent und ab 01.04.1936 als Professor für Erziehungswissenschaft und Allgemeine Unterrichtslehre tätig war.
Ende August 1939 wurde er zum Heeresdienst einberufen und nahm an den Feldzügen in Polen, Frankreich und Russland teil. Im Juli 1945 wurde Otto Klöden aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft entlassen. Da eine Rückkehr in die polnisch besetzte Heimat nicht möglich war, ließ er sich in Reutlingen nieder. Nach Wiedereröffnung der Schulen im Herbst 1945 stellte er sich der Unterrichtsverwaltung in Tübingen zur Verfügung und erhielt zum 01.12.1945 eine Tätigkeit an der Mittelschule in Reutlingen zugewiesen. Ab 1953 war er Schulrat, dann Oberschulrat und Leiter des Bezirksschulamtes in Reutlingen. Von 1950-1966 nahm er einen Lehrauftrag am Pädagogischen Seminar der Universität Tübingen wahr.
Otto Klöden war aktiv in der Landsmannschaft Schlesien tätig, u.a. als stellvertretender Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien, ferner Mitglied der Schlesischen Landesversammlung und stellvertretender Vorsitzender im Bund der Vertriebenen Baden-Württemberg. Der Kirchentag evangelischer Schlesier wählte ihn zum ersten stellvertretenden Präsidenten. Neben pädagogischen Studien veröffentlichte Klöden viele Abhandlungen wie Zeitungsartikel zur politischen und Kulturgeschichte des deutschen Ostens und zu Grundfragen der deutschen Ostpolitik. 1973 erhielt er in Anerkennung seiner Verdienste für die Landsmannschaft Schlesien den Schlesierschild. 1980 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz und 1985 die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen.
Otto Klöden verstarb am 05.04.1986 in Reutlingen.
Zum Bestand: Die Unterlagen aus dem Nachlass von Otto Klöden wurden im Sommer 2021 bei Aufräumarbeiten im Universitätsarchiv gefunden und in den Bestand "Kleiner Erwerbungen" eingegliedert.
Weitere Quellen: UAT 193/774: Personalakte von Otto Klöden
Inhalt:
1. Vorlesungen: 4 Archivalieneinheiten, 1954-1959
2. Vorträge und Aufsätze: 16 Archivalieneinheiten, o.D., 1939-1954, 1973
3. Persönliches: 3 Archivalieneinheiten, 1927-1928, 1949-1966
Zur Person:
Otto Klöden wurde am 16.05.1895 als Sohn eines Webereidirektors in Görlitz/Niederschlesien geboren. Nach beendeter Schulpflicht besuchte er das Evangelische Lehrerseminar in Reichenbach O/L, wo er 1914 die 1. Lehrerprüfung bestand. Von 1914-1918 nahm er als Offizier am Ersten Weltkrieg teil. Vom 01.09.1919 bis 31.10.1920 war Klöden als Volksschullehrer in Lobendau/Liegnitz. Ab November 1920 ließ er sich vom Schuldienst beurlauben, um an der Universität Breslau Geschichte, Deutsch, Philosophie und Pädagogik zu studieren. Die wirtschaftlichen Folgen des Inflationsabschlusses zwangen Ihn 1924 wieder in den Schuldienst zurückzukehren. Otto Klöden setze seine wissenschaftlichen Studien fort und wurd 1928 an der Philosophischen Fakultät der Universität Breslau zum Dr.phil. promoviert. Im Jahr 1932 legte er die wissenschaftliche Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen ab und absolvierte ab Herbst 1932 sein Referendariat an der Studienanstalt in Liegnitz. 1935 wurde er an die Hochschule für Lehrerbildung Hirschberg/Riesengebirge berufen, wo er zunächst als Dozent und ab 01.04.1936 als Professor für Erziehungswissenschaft und Allgemeine Unterrichtslehre tätig war.
Ende August 1939 wurde er zum Heeresdienst einberufen und nahm an den Feldzügen in Polen, Frankreich und Russland teil. Im Juli 1945 wurde Otto Klöden aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft entlassen. Da eine Rückkehr in die polnisch besetzte Heimat nicht möglich war, ließ er sich in Reutlingen nieder. Nach Wiedereröffnung der Schulen im Herbst 1945 stellte er sich der Unterrichtsverwaltung in Tübingen zur Verfügung und erhielt zum 01.12.1945 eine Tätigkeit an der Mittelschule in Reutlingen zugewiesen. Ab 1953 war er Schulrat, dann Oberschulrat und Leiter des Bezirksschulamtes in Reutlingen. Von 1950-1966 nahm er einen Lehrauftrag am Pädagogischen Seminar der Universität Tübingen wahr.
Otto Klöden war aktiv in der Landsmannschaft Schlesien tätig, u.a. als stellvertretender Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien, ferner Mitglied der Schlesischen Landesversammlung und stellvertretender Vorsitzender im Bund der Vertriebenen Baden-Württemberg. Der Kirchentag evangelischer Schlesier wählte ihn zum ersten stellvertretenden Präsidenten. Neben pädagogischen Studien veröffentlichte Klöden viele Abhandlungen wie Zeitungsartikel zur politischen und Kulturgeschichte des deutschen Ostens und zu Grundfragen der deutschen Ostpolitik. 1973 erhielt er in Anerkennung seiner Verdienste für die Landsmannschaft Schlesien den Schlesierschild. 1980 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz und 1985 die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen.
Otto Klöden verstarb am 05.04.1986 in Reutlingen.
Zum Bestand: Die Unterlagen aus dem Nachlass von Otto Klöden wurden im Sommer 2021 bei Aufräumarbeiten im Universitätsarchiv gefunden und in den Bestand "Kleiner Erwerbungen" eingegliedert.
Weitere Quellen: UAT 193/774: Personalakte von Otto Klöden
Inhalt:
1. Vorlesungen: 4 Archivalieneinheiten, 1954-1959
2. Vorträge und Aufsätze: 16 Archivalieneinheiten, o.D., 1939-1954, 1973
3. Persönliches: 3 Archivalieneinheiten, 1927-1928, 1949-1966
23 Nrn., 0,20 lfm
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
17.12.2025, 09:03 MEZ