Esther Bejarano
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 3/003 D003226/102
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 3/003 Hörfunksendungen des SWR aus dem Jahre 2000
Hörfunksendungen des SWR aus dem Jahre 2000 >> Juli 2000
Sonntag, 9. Juli 2000
Die Jüdin Esther Bejarano, Tochter des letzten jüdischen Kantors in Ulm, verdankte ihr Überleben unter den Nazis der Musik. 1943 wird die damals gerade 18-Jährige nach über anderthalb Jahren Zwangsarbeitslager ins KZ Auschwitz deportiert. Nach vier Wochen schwerster Arbeit und am Rande des Zusammenbruchs wird sie aufgefordert, Mitglied des Mädchenorchesters zu werden. Aus der Pianistin wurde eine mehr schlechte als rechte Akkordeonspielerin. Das Privileg, leben zu dürfen, wurde teuer bezahlt. Jeden Morgen und jeden Abend musste das 40-köpfige Orchester den unter furchtbaren Bedingungen arbeitenden KZ-Häftlingen bei ihrem Aufbruch und ihrer Heimkehr am Lagertor aufspielen. Später wurde das Orchester gezwungen, die Menschen, die in Viehwaggons bis an die Krematorien transportiert wurden, mit Märschen zu empfangen, damit "sie", wie sich Esther Bejarano erinnert, "in Ruhe in die Gaskammern gingen". Esther Bejarano, die ihr Überleben der Leiterin des Orchesters verdankt, wurde später verlegt und wurde Zwangsarbeiterin in einer Siemens-Fabrik. Gegen Kriegsende wurde sie, völlig entkräftet, auf einem Todesmarsch schließlich von Alliierten gerettet.
Esther Bejarano, Jahrgang 1924, erlebte noch eine unbeschwerte Kindheit. Erst nach Anschluss des Saarlandes an das Deutsche Reich begann die Ausgrenzung. Von ihrem Vater verlangten die Nazis die Scheidung, die für die Mutter den sicheren Tod bedeutet hätte. Er weigerte sich und beide Eltern wurden daraufhin ins KZ gebracht und dort ermordet. Von der Familie überlebten drei Geschwister. Nach dem Krieg gründete Esther Bejarano zusammen mit ihren Kindern ein Musikensemble. Mit Widerstands- und Anti-Kriegsliedern kämpft sie gegen das Vergessen.
Esther Bejarano, Jahrgang 1924, erlebte noch eine unbeschwerte Kindheit. Erst nach Anschluss des Saarlandes an das Deutsche Reich begann die Ausgrenzung. Von ihrem Vater verlangten die Nazis die Scheidung, die für die Mutter den sicheren Tod bedeutet hätte. Er weigerte sich und beide Eltern wurden daraufhin ins KZ gebracht und dort ermordet. Von der Familie überlebten drei Geschwister. Nach dem Krieg gründete Esther Bejarano zusammen mit ihren Kindern ein Musikensemble. Mit Widerstands- und Anti-Kriegsliedern kämpft sie gegen das Vergessen.
SWR 2
0:44:00; 0'44
Audio-Visuelle Medien
Ulm UL; Juden
Juden
Musikinstrument
Orchester
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
21.11.2025, 15:25 MEZ
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