B01-Bestand Nachlass Elise Aulinger (Bestand)
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NL/38
BR, Historisches Archiv (Archivtektonik) >> Tektonikgruppe B = Nachlässe / Sammlungen / Privatarchive >> B01 Bestandsgruppe Nachlässe >> NL/38 Nachlass Elise Aulinger (Findbuch online)
1885 - 2008
Form und Inhalt: Im August 2009 übergab Wolfgang Löscher, der Sohn von Hans Löscher, Enkel von Elise Aulinger und Dominik Löscher, dem Historischen Archiv ca. 150 Fotos von Hans Löscher, Elise Aulinger und Dominik Löscher sowie drei Ordner Manuskripte und Zeitungsausschnitte aus den Jahren 1885 - 2009.
Dieses Material wurde in drei Nachlassbestände aufgeteilt und verzeichnet:
1. Nachlass Hans Löscher, Bestand NL/37
2. Nachlass Elise Aulinger, Bestand NL/38
3. Nachlass Dominik Löscher, Bestand NL/39.
Der Nachlass Elise Aulinger beinhaltet 12 Nummern mit thematischen Einheiten, darunter Zeitungsausschnitte und Programmankündigungen zur Lesung der "Heiligen Nacht", Ausschnitte aus diversen Zeitungen und Zeitschriften zur Bühnen- und Filmtätigkeit von Elise Aulinger sowie über die Errichtung des Brunnen-Denkmals auf dem Viktualienmarkt. Weiterhin beinhaltet der Nachlass Programmhefte vom Apollo-Theater in München, Nürnberg und Mannheim. Hier trat Elise Aulinger 1931 mit ihrem Münchner Ensemble als "Veronika Wurzl, die Ratschkathl vom Viktualienmarkt" in der Revue-Operette "Münchner Luft" von Max Ferner und Philipp Weichand auf. Die 90 Szenenfotos und Porträts von Elise Aulinger wurden in den Fotobestand unter der Signatur F43 eingeordnet, gescannt und verzeichnet. Darunter befinden sich frühe Aufnahmen von Elise Aulinger als 15-Jährige im Jahr 1896 in Holzkirchen und viele Szenenfotos aus diversen Filmen der 1920er bis 1940er Jahre, wie "Der weißblaue Löwe", "Der siebente Junge", "Andreas Hofer", "Der Ehestreik", "Der Herrgottschnitzer von Ammergau" oder "Der Herr im Haus" mit Hans Moser.
Zu den Besonderheiten des Nachlasses gehören ein handschriftliches Manuskript und ein handschriftlicher Brief von Elise Aulinger aus dem Jahr 1932, eine Einladungskarte zum ersten Ball von Elise Aulinger im Februar 1900 sowie 10 handschrifliche Briefe von Verehrern und Fans aus den Jahren 1900 bis 1903. Diese wurden, ebenso wie die kleinen Einladungskarten und die Kassenberichte des Stadt-Theaters Passau, transkribiert. Hervorzuheben sind auch 28 Originalplakate vom Königlichen Schloßtheater in Ansbach von 1902 sowie vom Apollo-Theater im Münchner Hof an der Dachauerstraße aus der 1920er bis 1930er Jahren, auf denen sowohl Elise Aulinger und Dominik Löscher als auch Liesl Karlstadt und Karl Valentin genannt werden [verzeichnet in der Plakatsammlung unter PL.10139-PL.10166]. Weitere 22 Plakate aus der Provenienz Wolfgang Löscher sind beim Nachlass Hans Löscher, NL/37 verzeichnet.
Literatur:
- Hans Löscher, Ein Leben für den Funk, herausgegeben vom Bayerischen Rundfunk, 1994;
- Wolfgang Löscher, Der Graf und die Tänzerin, Dokumentation der Familien Löscher und Aulinger, 2009;
Personenbeschreibung: Die bayerische Volksschauspielerin Elise Aulinger wurde am 11. Dezember 1881 in der Münchner Blumenstraße geboren. Sie stammte aus einer Wirtsfamilie, die einen Gasthof in Holzkirchen betrieb. Aulinger nahm Gesangsstunden und Schauspielunterricht und debütierte 1903 im neu eröffneten Volkstheater an der Josepfspitalstraße als "Vroni" in Ludwig Anzengrubers "Meineidbauer". Aulinger war auch durch ihre Mutterrollen in Theaterstücken, Filmen und Hörspielen bekannt geworden. Sie spielte die "Regina" in Ibsens "Gespenster" ebenso überzeugend wie die Postmeisterin in Goethes "Stella". Die Münchner Kammerspiele wurden das zweite Zuhause. Beim Film trat sie bereits 1921 erstmals mit der Produktion "Ein Fest auf Hederlevhuus" in Erscheinung. Es folgten weitere Stummfilme wie "Der Favorit der Königin", "Das Wirtshaus im Spessart" und "Martin Luther". Ihre unvergleichliche Präsenz auf der großen Leinwand kam erst im Tonfilm so richtig zur Geltung. Man sah die sympathische Schauspielerin in Filmen wie "Der Ehestreik", "Der Kaiser von Kalifornien", "Fahrendes Volk", "Der Feuerteufel", "Venus vor Gericht", "Anuschka", "Der kleine Muck" und "Aufruhr der Herzen". Nach dem Krieg setzte sie ihre Filmkarriere bis in die 1950er Jahre fort, u.a. spielte sie in den Filmen "Die Sterne lügen nicht", "Rausch einer Nacht", "Der letzte Schuss", und "Das sündige Dorf". Weitere Film mit Elise Aulinger: "Was Steine erzählen", "Ein Kuss in der Sommernacht", "Die Pfingstorgel", "Der verkaufte Großvater", "Die keusche Sünderin", "Der Geigenmacher von Mittenwald", "Der Herrgottsschnitzer von Ammergau", "Sohn ohne Heimat". Ihre Karriere beim Rundfunk begann 1925, als sie erstmals die "Heilige Nacht" von Ludwig Thoma im Radio vortrug. 20 Jahre lang war sie im Bayerischen Rundfunk auch als "Ratschkathl" bekannt, der Idealfrau einer Münchner Standlfrau, die singend und "ratschend" das Tagesgeschehen kommentiert. Elise Aulinger war mit dem Bühnenautor Max Sommer verheiratet, der unter dem Pseudonym Max Ferner bayerische Komödien schrieb, u.a. die Revue-Operette "Münchner Luft". Sie war die Tante des Münchner Schriftstellers Sigi Sommer und die Schwiegermutter von Hans Löscher. Elise Aulinger starb am 12. Februar 1965 im Alter von 83 Jahren in München. Ihr Grab befindet sich auf dem Münchner Waldfriedhof. Als eine von nur sechs Münchner Volksschauspielerinnen und -sängerinnen wurde ihr zu Ehren 1977 auf dem Viktualienmarkt - ganz in der Nähe ihres Geburtshauses in der Blumenstraße - ein Brunnendenkmal mit ihr als Bronzefigur errichtet. Im Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach ist eine Straße nach ihr benannt.
Dieses Material wurde in drei Nachlassbestände aufgeteilt und verzeichnet:
1. Nachlass Hans Löscher, Bestand NL/37
2. Nachlass Elise Aulinger, Bestand NL/38
3. Nachlass Dominik Löscher, Bestand NL/39.
Der Nachlass Elise Aulinger beinhaltet 12 Nummern mit thematischen Einheiten, darunter Zeitungsausschnitte und Programmankündigungen zur Lesung der "Heiligen Nacht", Ausschnitte aus diversen Zeitungen und Zeitschriften zur Bühnen- und Filmtätigkeit von Elise Aulinger sowie über die Errichtung des Brunnen-Denkmals auf dem Viktualienmarkt. Weiterhin beinhaltet der Nachlass Programmhefte vom Apollo-Theater in München, Nürnberg und Mannheim. Hier trat Elise Aulinger 1931 mit ihrem Münchner Ensemble als "Veronika Wurzl, die Ratschkathl vom Viktualienmarkt" in der Revue-Operette "Münchner Luft" von Max Ferner und Philipp Weichand auf. Die 90 Szenenfotos und Porträts von Elise Aulinger wurden in den Fotobestand unter der Signatur F43 eingeordnet, gescannt und verzeichnet. Darunter befinden sich frühe Aufnahmen von Elise Aulinger als 15-Jährige im Jahr 1896 in Holzkirchen und viele Szenenfotos aus diversen Filmen der 1920er bis 1940er Jahre, wie "Der weißblaue Löwe", "Der siebente Junge", "Andreas Hofer", "Der Ehestreik", "Der Herrgottschnitzer von Ammergau" oder "Der Herr im Haus" mit Hans Moser.
Zu den Besonderheiten des Nachlasses gehören ein handschriftliches Manuskript und ein handschriftlicher Brief von Elise Aulinger aus dem Jahr 1932, eine Einladungskarte zum ersten Ball von Elise Aulinger im Februar 1900 sowie 10 handschrifliche Briefe von Verehrern und Fans aus den Jahren 1900 bis 1903. Diese wurden, ebenso wie die kleinen Einladungskarten und die Kassenberichte des Stadt-Theaters Passau, transkribiert. Hervorzuheben sind auch 28 Originalplakate vom Königlichen Schloßtheater in Ansbach von 1902 sowie vom Apollo-Theater im Münchner Hof an der Dachauerstraße aus der 1920er bis 1930er Jahren, auf denen sowohl Elise Aulinger und Dominik Löscher als auch Liesl Karlstadt und Karl Valentin genannt werden [verzeichnet in der Plakatsammlung unter PL.10139-PL.10166]. Weitere 22 Plakate aus der Provenienz Wolfgang Löscher sind beim Nachlass Hans Löscher, NL/37 verzeichnet.
Literatur:
- Hans Löscher, Ein Leben für den Funk, herausgegeben vom Bayerischen Rundfunk, 1994;
- Wolfgang Löscher, Der Graf und die Tänzerin, Dokumentation der Familien Löscher und Aulinger, 2009;
Personenbeschreibung: Die bayerische Volksschauspielerin Elise Aulinger wurde am 11. Dezember 1881 in der Münchner Blumenstraße geboren. Sie stammte aus einer Wirtsfamilie, die einen Gasthof in Holzkirchen betrieb. Aulinger nahm Gesangsstunden und Schauspielunterricht und debütierte 1903 im neu eröffneten Volkstheater an der Josepfspitalstraße als "Vroni" in Ludwig Anzengrubers "Meineidbauer". Aulinger war auch durch ihre Mutterrollen in Theaterstücken, Filmen und Hörspielen bekannt geworden. Sie spielte die "Regina" in Ibsens "Gespenster" ebenso überzeugend wie die Postmeisterin in Goethes "Stella". Die Münchner Kammerspiele wurden das zweite Zuhause. Beim Film trat sie bereits 1921 erstmals mit der Produktion "Ein Fest auf Hederlevhuus" in Erscheinung. Es folgten weitere Stummfilme wie "Der Favorit der Königin", "Das Wirtshaus im Spessart" und "Martin Luther". Ihre unvergleichliche Präsenz auf der großen Leinwand kam erst im Tonfilm so richtig zur Geltung. Man sah die sympathische Schauspielerin in Filmen wie "Der Ehestreik", "Der Kaiser von Kalifornien", "Fahrendes Volk", "Der Feuerteufel", "Venus vor Gericht", "Anuschka", "Der kleine Muck" und "Aufruhr der Herzen". Nach dem Krieg setzte sie ihre Filmkarriere bis in die 1950er Jahre fort, u.a. spielte sie in den Filmen "Die Sterne lügen nicht", "Rausch einer Nacht", "Der letzte Schuss", und "Das sündige Dorf". Weitere Film mit Elise Aulinger: "Was Steine erzählen", "Ein Kuss in der Sommernacht", "Die Pfingstorgel", "Der verkaufte Großvater", "Die keusche Sünderin", "Der Geigenmacher von Mittenwald", "Der Herrgottsschnitzer von Ammergau", "Sohn ohne Heimat". Ihre Karriere beim Rundfunk begann 1925, als sie erstmals die "Heilige Nacht" von Ludwig Thoma im Radio vortrug. 20 Jahre lang war sie im Bayerischen Rundfunk auch als "Ratschkathl" bekannt, der Idealfrau einer Münchner Standlfrau, die singend und "ratschend" das Tagesgeschehen kommentiert. Elise Aulinger war mit dem Bühnenautor Max Sommer verheiratet, der unter dem Pseudonym Max Ferner bayerische Komödien schrieb, u.a. die Revue-Operette "Münchner Luft". Sie war die Tante des Münchner Schriftstellers Sigi Sommer und die Schwiegermutter von Hans Löscher. Elise Aulinger starb am 12. Februar 1965 im Alter von 83 Jahren in München. Ihr Grab befindet sich auf dem Münchner Waldfriedhof. Als eine von nur sechs Münchner Volksschauspielerinnen und -sängerinnen wurde ihr zu Ehren 1977 auf dem Viktualienmarkt - ganz in der Nähe ihres Geburtshauses in der Blumenstraße - ein Brunnendenkmal mit ihr als Bronzefigur errichtet. Im Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach ist eine Straße nach ihr benannt.
Löscher, Wolfgang
1 Findbuch
Bestand
Aulinger, Elise
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
10.06.2025, 10:23 MESZ