Konflikt um das Feiern rein kath. Feiertage durch kath. Dienstboten (Teil 1)
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F 8, Nr. 1994
F 8, Nr. 189
F 8 - Evangelisches Dekanatamt Biberach
F 8 - Evangelisches Dekanatamt Biberach >> II. Akten >> 1. Reichsstädtische Zeit >> 1.1. Verfassung, Verfassungsstreitigkeiten, konfessionelle Konflikte >> 1.1.4. Verfassungskonflikte, konfessionelle Konflikte >> 1.1.4.7. Kath. Feiertage, Prozessionen, Kontroverspredigten
15. Aug.-17. Okt. 1691
Enthält:
- der kath. Pfarrer Christian Molitor von Warthausen berichtet dem Schultheisen, dass es den kath. "Ehalten" (Bediensteten) in Birkendorf von der ev. Herrschaft verboten worden sei, an den hohen Festen zu feiern, 15. Aug. (1); dabei ein Verzeichnis der Dienstboten, die feiern durften, o.D. (2)
- Korrespondenz mit dem Lindauer Ratskonsulenten Heider und dem ehemaligen Ravensburger Syndikus Braun sowie der konstanzisch-bischöflichen Kanzlei
- Ladungen vor das Landgericht in Altdorf (Weingarten) wg. Verweigerung des Feiern kath. Feiertage oder Aufkündigung des Dienstes, weil der Dienstbotte den Gottesdienst an einem rein kath. Feiertag besucht hat (8, 9)
- Gutachten der juristischen Fakultät der Universität Tübingen mit Abschriften (16-17)
- der kath. Pfarrer Christian Molitor von Warthausen berichtet dem Schultheisen, dass es den kath. "Ehalten" (Bediensteten) in Birkendorf von der ev. Herrschaft verboten worden sei, an den hohen Festen zu feiern, 15. Aug. (1); dabei ein Verzeichnis der Dienstboten, die feiern durften, o.D. (2)
- Korrespondenz mit dem Lindauer Ratskonsulenten Heider und dem ehemaligen Ravensburger Syndikus Braun sowie der konstanzisch-bischöflichen Kanzlei
- Ladungen vor das Landgericht in Altdorf (Weingarten) wg. Verweigerung des Feiern kath. Feiertage oder Aufkündigung des Dienstes, weil der Dienstbotte den Gottesdienst an einem rein kath. Feiertag besucht hat (8, 9)
- Gutachten der juristischen Fakultät der Universität Tübingen mit Abschriften (16-17)
22 Schr. (81 Bl.)
Sachakte
Der Konflikt entbrannte um die Teilnahme kath. Bedienstete bei ev. Herrschaften an den rein kath. Feierlichkeiten. Zum Teil wurden ev. Bürger Biberachs vor dem Landgeicht in Altdorf (Weingarten) verklagt, weil sie ihren kath. Dienstboten verboten, die Gottesdienste an den rein kath. Feiertagen zu besuchen, oder weil sie ihre Dienstboten entließen, wenn sie dennoch die Gottesdienste besucht hatten. Das Dorf Birkendorf war spitälischer Besitz, der allerdings bei Warthausen eingepfarrt war.
Molitor, Christian, kath. Pfarrer von Warthausen
Braun, Johann, Syndikus der Reichsstadt Ravensburg
Heider, Johann Andreas, Lindauer Ratskonsulent
Konstanz, N.N., Bischof
Warthausen
Birkendorf
Ravensburg
Lindau
Konstanz
Altdorf, Landgericht
Tübingen, Universität
Feiertag
Dienstbote
Dienstaufkündigung
Gottesdienst
Gutachten
Ratskonsulent
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.08.2025, 11:20 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik)
- F - Dekanatsarchive (Tektonik)
- F 8 - Evangelisches Dekanatamt Biberach (Bestand)
- II. Akten (Gliederung)
- 1. Reichsstädtische Zeit (Gliederung)
- 1.1. Verfassung, Verfassungsstreitigkeiten, konfessionelle Konflikte (Gliederung)
- 1.1.4. Verfassungskonflikte, konfessionelle Konflikte (Gliederung)
- 1.1.4.7. Kath. Feiertage, Prozessionen, Kontroverspredigten (Gliederung)