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Aufnahme aus dem Film „Anders als die Andern“ (9)
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Schwarz-Weiß-Fotografie, die eine Szene des Films „Anders als die Andern“ von 1919 zeigt. Zu sehen sind zwei Männer, die nebeneinandersitzen. Beide sind frontal zu sehen, tragen einen dunklen Anzug, ein helles Hemd und eine Krawatte bzw. Fliege. Der rechte Mann hat seine Arme vor der Brust verschränkt und scheint vor sich hin zu lächeln. Der linke Mann hat den rechten Arm auf die Lehne seines Stuhls gelegt und hält mit der linken Hand die rechte fest. Vor den beiden Personen befindet sich ein Geländer mit einer durchgehenden Stange. Die beiden Männer sind vom Kopf bis etwa in Kniehöhe zu sehen und haben ihre Gesichter der Kamera zugewandt. Der Hintergrund ist schwarz.
Kontext:
Die Publikation „Gesetze der Liebe“, aus der diese Abbildung stammt, erschien in Ergänzung des gleichnamigen Dokumentar- und Spielfilms des Sexualwissenschaftlers und Sexualreformers Magnus Hirschfeld. Nach mehrfachen Streitigkeiten innerhalb der Zensurbehörde wurde der Film 1927 in Berlin uraufgeführt. Er beschäftigt sich zunächst mit Fortpflanzung, Schwangerschaft, Geburt und der Aufzucht von Neugeborenen, bevor er sich schließlich sexuellen Minderheiten zuwendet. Hirschfeld setze sich mit dem Film u. a. für die Abschaffung von § 175 ein, wonach mannmännliche sexuelle Beziehungen in Deutschland und vielen anderen Ländern unter Strafe standen. Die deutschen Filmkopien wurden später von den Nationalsozialisten zerstört.
„Anders als die Andern“ (1919) behandelt als vermutlich erster Film das Thema der Homosexualität unter Männern auf eine aufklärerische Weise. Er ist der bekannteste der unter Hirschfelds Mitwirkung entstandenen Filmen. Seine Vorführung war vielerorts Anlass zu Protesten. Mit der Wiedereinführung der Filmzensur im Mai 1920 wurde der Film nur noch zur Vorführung zu wissenschaftlichen Zwecken und in geschlossenen Veranstaltungen zugelassen. Das Foto zeigt die Schauspieler Conrad Veidt (1893–1943) (li) in der Hauptrolle und Reinhold Schünzel (1888–1954) (re). Wie „Gesetze der Liebe“ ist auch „Anders als die Andern“ nur noch fragmentarisch erhalten.