Militärischer Nachlass Familie Miller (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 660/289
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Militärische Bestände 1871-ca. 1920 >> Nachlässe und Sammlungen >> Nachlässe
1784-1939
Personengeschichte: Die Familie von Miller dürfte seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in württembergischen Militärdiensten gestanden haben. 1785 bis 1794 finden sich die beiden Brüder August und Franz Georg Anton von Miller (1759-1801) als Lehrer für Militärwissenschaften an der Hohen Karlsschule (1). Von den fünf Söhnen des letzteren schlugen vier ebenfalls die Soldatenlaufbahn ein (2). Sein zweiter Sohn, Oberst Franz von Miller (1786-1858), diente jedoch zuerst zwei Jahre in der preußischen Armee, bevor er 1802 in württembergische Dienste trat. 1833 bis 1842 fungierte er als Stadtkommandant von Ulm (3). Die steilste Karriere absolvierte dessen jüngster Bruder Moritz (4), der bereits mit 15 Jahren zum Leutnant befördert und für seine Leistungen während der Feldzüge 1809-1815 hoch dekoriert wurde. In den 20er und 30er Jahren trat er auch durch die Veröffentlichung zahlreicher militärwissenschaftlicher Schriften in Erscheinung. In der Endphase der deutschen Revolution spielte der Generalleutnant von Miller, Gouverneur der Residenzstadt Stuttgart, eine nicht unbedeutende Rolle. Obwohl ihn das deutsche Parlament zum Reichsgeneral berufen, wandte sich Moritz von Miller bald gegen die Reichsregentschaft und mobilisierte die württembergischen Truppen zur Auflösung des Rumpfparlamentes in Stuttgart und des badischen Aufstandes. Von 1850 bis 1864 amtierte er als Kriegsminister. Am 1. Sept. 1865 wurde er auf eigenen Wunsch als General der Infanterie in den Ruhestand versetzt und verstarb ein Jahr später in Stuttgart.
Bestandsgeschichte: Der im folgenden verzeichnete Nachlass wurde mehrheitlich erst 1973 erworben (Tgb.-Nr. 2356). Frau Eva Brandl verkaufte dem Hauptstaaatsarchiv Stuttgart eine Reihe von Briefen und amtlichen Dokumenten zum Leben von Franz Georg, Franz und Moritz von Miller. Nur die beiden letzten Bestellnummern fanden bereits vor 1945 Eingang in das Stuttgarter Heeresarchiv. 1994 wurde der Nachlass der Familie von Miller unter Anleitung von Dr. Moegle-Hofacker im Rahmen der Ausbildung von Frau Dr. Margit Müller neu geordnet, verzeichnet und verpackt. Er umfasst 10 Archivalieneinheiten bzw. 0,1 lfd. Regalmeter. Stuttgart, im November 1997 Franz Moegle-Hofacker
Anmerkungen: (1) Herzog Karl Eugen von Württemberg und seine Zeit, hg. vom Württembergischen Geschichts- und Altertums-Verein, Bd. 2, Eßlingen 1909, S. 38. (2) Justus Perthes, Gothaisches Genalogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser 3 (1909), S. 526f; Bernd Ph. Schröder, Die Generalität der deutschen Mittelstaaten 1815-1870, Bd. 2, Osnabrück 1984 (Handbuch der deutschen Generalität im 19. Jahrhundert, Teil I), S. 1259. (3) Angaben nach der Offiziersstammrolle E 297. (4) Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 21, S. 757f
Bestandsgeschichte: Der im folgenden verzeichnete Nachlass wurde mehrheitlich erst 1973 erworben (Tgb.-Nr. 2356). Frau Eva Brandl verkaufte dem Hauptstaaatsarchiv Stuttgart eine Reihe von Briefen und amtlichen Dokumenten zum Leben von Franz Georg, Franz und Moritz von Miller. Nur die beiden letzten Bestellnummern fanden bereits vor 1945 Eingang in das Stuttgarter Heeresarchiv. 1994 wurde der Nachlass der Familie von Miller unter Anleitung von Dr. Moegle-Hofacker im Rahmen der Ausbildung von Frau Dr. Margit Müller neu geordnet, verzeichnet und verpackt. Er umfasst 10 Archivalieneinheiten bzw. 0,1 lfd. Regalmeter. Stuttgart, im November 1997 Franz Moegle-Hofacker
Anmerkungen: (1) Herzog Karl Eugen von Württemberg und seine Zeit, hg. vom Württembergischen Geschichts- und Altertums-Verein, Bd. 2, Eßlingen 1909, S. 38. (2) Justus Perthes, Gothaisches Genalogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser 3 (1909), S. 526f; Bernd Ph. Schröder, Die Generalität der deutschen Mittelstaaten 1815-1870, Bd. 2, Osnabrück 1984 (Handbuch der deutschen Generalität im 19. Jahrhundert, Teil I), S. 1259. (3) Angaben nach der Offiziersstammrolle E 297. (4) Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 21, S. 757f
Bestand
Miller, Familie
Miller, Franz von; Soldat, Kommandant, 1786-1858
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ