Streit um eine Stiftung des Dr. theol. Severin Binius, Priester, Kanoniker und Kapitular des Kölner Domstifts, an das Gymnasium Laurentianum. 1630 haben die Eheleute Goddart von Mirbach und Elisabeth von Blanckart für 3000 Rtlr. dem Domherrn Binius eine Jahrrente von 150 Rtlr. verschrieben und dafür ihre Erbpachtrente von 45 Maltern Roggen nach Dürener Maß, zahlbar zu St. Martin, aus der Herrschaft Gladbach (Kr. Düren) als Unterpfand eingesetzt. 1633 zahlte Johann Wilhelm von Blanckart, Elisabeths Bruder, 1500 Rtlr. zurück, so daß sich die Jahresrente auf 75 Rtlr. reduzierte. Die Obligation über 1500 Rtlr. stiftete Binius dem Gymnasium Laurentianum. Da die Pensionen 1634 - 1640 nicht entrichtet wurden, wurde dem Gymnasium das Unterpfand eingeräumt. Die Appellanten behaupten, die Abtretung sei nie wirklich erfolgt. Auch nach 1640 seien die Zins- und Rentenzahlungen unterblieben bzw. zu gering gewesen. Streitig ist bei beiden Instanzen, ob die Einräumung erfolgt ist und wie hoch die Forderung der rückständigen Renten ist. Die 1. Instanz ging bei ihrem Urteil vom 16. Juni 1675 davon aus, daß die Kläger seit 1640 jährlich 45 Malter Roggen erhalten haben. Die Appellaten geben zu bedenken, daß der Kredit von 1630 nicht für die Familie von Mirbach, sondern für Johann Wilhelm von Blanckart aufgenommen worden sei.
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Streit um eine Stiftung des Dr. theol. Severin Binius, Priester, Kanoniker und Kapitular des Kölner Domstifts, an das Gymnasium Laurentianum. 1630 haben die Eheleute Goddart von Mirbach und Elisabeth von Blanckart für 3000 Rtlr. dem Domherrn Binius eine Jahrrente von 150 Rtlr. verschrieben und dafür ihre Erbpachtrente von 45 Maltern Roggen nach Dürener Maß, zahlbar zu St. Martin, aus der Herrschaft Gladbach (Kr. Düren) als Unterpfand eingesetzt. 1633 zahlte Johann Wilhelm von Blanckart, Elisabeths Bruder, 1500 Rtlr. zurück, so daß sich die Jahresrente auf 75 Rtlr. reduzierte. Die Obligation über 1500 Rtlr. stiftete Binius dem Gymnasium Laurentianum. Da die Pensionen 1634 - 1640 nicht entrichtet wurden, wurde dem Gymnasium das Unterpfand eingeräumt. Die Appellanten behaupten, die Abtretung sei nie wirklich erfolgt. Auch nach 1640 seien die Zins- und Rentenzahlungen unterblieben bzw. zu gering gewesen. Streitig ist bei beiden Instanzen, ob die Einräumung erfolgt ist und wie hoch die Forderung der rückständigen Renten ist. Die 1. Instanz ging bei ihrem Urteil vom 16. Juni 1675 davon aus, daß die Kläger seit 1640 jährlich 45 Malter Roggen erhalten haben. Die Appellaten geben zu bedenken, daß der Kredit von 1630 nicht für die Familie von Mirbach, sondern für Johann Wilhelm von Blanckart aufgenommen worden sei.
AA 0627, 1128 - C 693/1525
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 1. Buchstabe C
1675 - 1712 (1630 - 1712)
Enthaeltvermerke: Kläger: Dr. Johann Francken Sierstorff, Kanoniker des Domstifts, Regens des Gymnasium Laurentianum in Köln als Provisor des Binischen Stipendiums, („fundatio Biniana“), seit 1698 Petrus Josephus von Sierstorff (Francken Sierstorff), (Kl.) Beklagter: Geschwister Junker Johann Wilhelm von Mirbach zu Immendorf, Elisabeth von Mirbach in Köln, Anna von Mirbach (gest. 1702), verheiratet mit Junker von Goltstein, Kanzler zu Düsseldorf, zu Münstereifel (Kr. Euskirchen) und Margarethe von Mirbach, seit 1698 nur noch Anna und Elisabeth, seit 1702 Gotthard Adolf Werner Freiherr von Mirbach zu Harff und Sonsdorf, kurpfälz. Kämmerer, Obristleutnant der Leibgarde zu Pferd und Amtmann zu Randerath, als Vetter und Erbe der Anna, (Bekl.) Prokuratoren (Kl.): Lic. Johann Konrad Albrecht 1675 und 1698 - Subst.: Lic. Franz Eberhard Albrecht 1675 - Dr. Johann Stephan Speckmann 1712 - Subst.: Lic. J(ohann) A(nton) H(einrich) Flenderjunior Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Leonhard Schommartz 1675 - Subst.: Dr. Johannes Eucharius Senger - Lic. Johann Philipp Nidderer 1698 und 1702 - Subst.: Lic. J(ohann) Henr(ich) Flender 1698 - Subst.: Lic. J(ohann) Christian Wigandt 1702 Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Hofgerichtskommissare (Hofrat Dr. Konrad Kerriß und Rentmeister Johann Wilhelm Kylman) des Pfalzgrafen Philipp Wilhelm bei Rhein, Herzogs von Jülich und Berg 1673 - 1674 - 2. RKG 1675 - 1712 (1630 - 1712) Beweismittel: Rentverschreibung der Eheleute Goddart von Mirbach zu Immendorf und Elisabeth von Blanckart von 1630; Quittung des Severinus Binius von 1633, daß Johann Wilhelm von Blanckart, Obrist zu Roß und Amtmann zu Monschau (Montjoie), namens des Junkers von Mirbach 1500 Rtlr. von dem 1630 aufgenommenen Kredit zurückgezahlt hat (Q 7). Rechnungen über die zu zahlenden Schulden (in Q 13). 2 Schreiben von 1676 in niederländischer Sprache (Q 18f.). Erklärung von Schultheiß und Schöffen der Herrschaft Gladbach 1676 (Q 18 Abschrift prod. 13. Okt. 1699 = Q 21 Original prod. 18. Aug. 1676). Schuldenberechnung (Q 32). Auszug aus dem Hauptbuch der Fundationen betr. „Biniana“ (Q 37). Auszug aus der Matrikel „seu librum annalium“ des Gymnasium Laurentianum von 1652 (Q 38). Rechnung (Q 39). Abrechnung (in Q 43). Erklärung des Schultheißen der Herrschaft Gladbach von 1655 zu Düren (Q 44). Ebenso von 1700 (Q 45). Testament der Anna geb. von Mirbach 1702 (Q 52). RKG-(Bei-)Urteil vom 26. Okt. 1701 (Prot.). Beschreibung: 8,5 cm, 420 Bl., lose. Der Prozeß enthält die Q 1 - 22 als Originale und als Abschriften. Die Verhandlungen wurden von 1677 - 1681 und 1683 - 1697 unterbrochen. Als sie 1698 in Wetzlar wiederaufgenommen wurden, glaubte man, daß die Prozeßakten bei der französischen Invasion in Speyer 1688 verlorengegangen seien, so daß man ein neues Prot. anlegen und Abschriften - allerdings nur von Q 1 - 3, 6 - 13, 15, 16, 18, 20 und 22, es fehlen Q 4*, 5*, 14*, 17*, 19* und 21* - anfertigen ließ, die am 13. Okt. 1699 in Wetzlar produziert wurden. Der Prozeß wurde mit den Schriftstücken Q 24 - 55 fortgesetzt, Q 23* wurde nicht zu den Akten genommen. Später tauchten die originalen, in Speyer produzierten Schriftsätze Q 1 - 22 vollständig samt Prot. und 3 Beilagen, teils von 1677 - wohl aus dem nach Straßburg transportierten RKG-Archiv - wieder aufund wurden an den Schluß der Akte gelegt.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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28.04.2026, 8:09 AM CEST
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- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil II: C-D (Archival holding)
- 1. Buchstabe C (Classification)