A Rep. 020-35 Falk-Schule (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
A Rep. 020-35
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> A Bestände vor 1945 >> A 2 Magistrat der Stadt Berlin >> A 2.4 Nachgeordnete städtische Behörden und Einrichtungen >> A Rep. 020-03 bis A Rep. 020-ff Städtische Schulen
1880 - 1944 (1958)
Vorwort: A Rep. 020-35 Falk-Schule
1. Schulgeschichte
Das Falk-Realgymnasium wurde 1880 als erste höhere Schule in der Schöneberger Vorstadt, Lützowstraße 83/86, als Falk-Realschule errichtet. Der Gründung war im Jahre 1875 ein Gesuch der zuständigen Bezirksvereine an den städtischen Magistrat vorausgegangen. Dieser wandte sich an die staatlichen Behörden mit dem Gesuch, eine neue Schule einzurichten. Nach erfolgreichen Verhandlungen verpflichteten sich beide Seiten zur Errichtung einer höheren Schule. Dabei veranlasste die Stadt den Bau eines Schulhauses, während der Landtag 1878 die Kosten für die Anstalt übernahm. Ihren Namen erhielt die neue Einrichtung nach dem ehemaligen preußischen Kultusminister Dr. Adalbert Falk, der sein Amt von 1872-1879 innehatte. In dieser Funktion oblag ihm die Leitung der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten. Als promovierter Jurist bemühte er sich in der Politik insbesondere um gesetzgeberische Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Volksschulwesen. Sein besonderes Verdienst lag dabei auf der Förderung der Ausbildung von Lehrern.
Der Bau der Falk-Schule konnte 1880 abgeschlossen werden. Der Magistrat eröffnete die Schule im Oktober desselben Jahres als Realschule erster Ordnung, womit die Bildungseinrichtung – zusammen mit den Gymnasien – zu den höheren Schulen gehörte. Dieses Vorgehen wurde vom Provinzialschulkollegium gebilligt. So konnte die Falk-Schule am 11. Oktober 1880 mit drei Vorschulklassen, zwei Klassen Sexta, zwei Quinten, je einer Quarta, Untertertia und Obertertia und insgesamt 389 Schülern eröffnet werden. Die offizielle Eröffnungsfeier fand am 13. November statt. Die neue Schule war mit zahlreichen Nebengebäuden für Sport, Musik etc. ausgestattet. Als erster Schulleiter wurde vom Magistrat der Direktor Dr. Bach berufen, der die Einrichtung bis 1896 leitete. 1882 wurde die Falk-Realschule zum Falk-Realgymnasium, später mit der Adresse Lützowstraße 84 c/d.
Die Falk-Schule entwickelte sich schon bald zu einer großen Anstalt. So war bereits 1885 mit 16 Klassen und drei Vorschulklassen die für Realgymnasien damals übliche Klassenzahl erreicht, die sich bis 1913 halten konnte. Durch den 1. Weltkrieg kam es allerdings zu nachhaltigen Störungen im Lehrbetrieb. Davon legen nicht nur die zahlreichen Not- und Kriegsreifeprüfungen Zeugnis ab, sondern auch die große Zahl der Schüler und Lehrer, die im Krieg fielen – es waren dies insgesamt 111 Personen. Auch nach dem Krieg schwankten die Schülerzahlen recht stark, die Klassenstruktur wurde immer wieder verändert. So wurde u.a. die Körner-Realschule für einige Jahre einquartiert, z.T. mit allen Klassen.
Bis 1930 erhielten 1005 Falk-Schüler ihr Reifezeugnis. Zwar gingen in dieser Zeit die Schülerzahlen insgesamt zurück, die Falk-Schule behielt aber doch mehr Schüler als die benachbarten Institutionen und zog auch solche aus anderen Stadtteilen an. Ostern 1935 war die Körner-Oberrealschule, Steglitzer Straße 8a, endgültig in der Falk-Schule aufgegangen. Ab 1938 war die Falk-Schule eine städtische Oberschule für Jungen.
Die Schule hatte 19 Klassenräume, 15 Nebenräume, eine Turnhalle, eine Aula und zwei Dienstwohnungen. Zwei Toiletten waren innen, sechs befanden sich außen. Es gab eine Sammelheizung, die durch das Platzen der Heizung und Beschuß gestört ist. Leichter Schaden 1943 (Wände, Fenster und Türen sind beschädigt). Glasschaden. Dachschaden. Wasserschaden. Das Gebäude ist nicht mehr nutzbar. Zwei Räume für die Schulleitung und drei Räume und Turnhalle für die Baukompanie der Militärverwaltung notdürftig wiederhergerichtet. Lageplan vorhanden. (A Rep. 020-01 Nr. 741).
Die Schulakten wurden im Jahr 2000 als Zugang 5517 dem Landesarchiv Berlin vom BIL (Gutachterstelle für deutsches Schul- und Studienwesen im Berliner Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung und Schulentwicklung früher Pädagogisches Zentrum) übergeben.
2. Bestandsgeschichte
Der Bestand enthält 237 Akten (4,65 lfm) mit einer Laufzeit von 1880 bis 1944. Er beinhaltet Schulakten (u. a. ein Tagebuch), Verzeichnisse der Schüler, Zeugnisse und Prüfungsakten.
Der Bestand wurde im Rahmen eines Praktikums mit Augias verzeichnet und ist nun über eine Datenbank und ein Findbuch zugänglich.
Er wird wie folgt zitiert: Landesarchiv Berlin, A Rep. 020-35, Nr. … .
März 2007 von Stephan Ridder bearbeitet; Findbuch erstellt April 2007 Bötticher
2 Boxen unverzeichnet, 2016 übernommen. Bötticher 2017/07
Zahlreiche Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs.
3. Korrespondierende Bestände
A Rep. 000-02-01 Stadtverordnetenversammlung von Berlin (1809 - 1945)
A Rep. 010-01-01 Magistrat der Stadt Berlin, Städtische Hochbaudeputation
A Rep. 020-01 Deputation für das Schulwesen / Hauptschulamt
A Rep. 020-02 Büro für Höhere Schulen
A Rep. 020-36 Körner-Schule
4. Literatur- und Quellenverzeichnis
Festschrift 50 Jahre Falk-Realgymnasium, 1880-1930, o. O. 1930.
Petersdorff, Hermann von, Erich Foesters Falkbiographie, in: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte 40 (1927), S. 336-348.
Berlin, im März 2007 Stephan Ridder / Kerstin Bötticher
1. Schulgeschichte
Das Falk-Realgymnasium wurde 1880 als erste höhere Schule in der Schöneberger Vorstadt, Lützowstraße 83/86, als Falk-Realschule errichtet. Der Gründung war im Jahre 1875 ein Gesuch der zuständigen Bezirksvereine an den städtischen Magistrat vorausgegangen. Dieser wandte sich an die staatlichen Behörden mit dem Gesuch, eine neue Schule einzurichten. Nach erfolgreichen Verhandlungen verpflichteten sich beide Seiten zur Errichtung einer höheren Schule. Dabei veranlasste die Stadt den Bau eines Schulhauses, während der Landtag 1878 die Kosten für die Anstalt übernahm. Ihren Namen erhielt die neue Einrichtung nach dem ehemaligen preußischen Kultusminister Dr. Adalbert Falk, der sein Amt von 1872-1879 innehatte. In dieser Funktion oblag ihm die Leitung der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten. Als promovierter Jurist bemühte er sich in der Politik insbesondere um gesetzgeberische Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Volksschulwesen. Sein besonderes Verdienst lag dabei auf der Förderung der Ausbildung von Lehrern.
Der Bau der Falk-Schule konnte 1880 abgeschlossen werden. Der Magistrat eröffnete die Schule im Oktober desselben Jahres als Realschule erster Ordnung, womit die Bildungseinrichtung – zusammen mit den Gymnasien – zu den höheren Schulen gehörte. Dieses Vorgehen wurde vom Provinzialschulkollegium gebilligt. So konnte die Falk-Schule am 11. Oktober 1880 mit drei Vorschulklassen, zwei Klassen Sexta, zwei Quinten, je einer Quarta, Untertertia und Obertertia und insgesamt 389 Schülern eröffnet werden. Die offizielle Eröffnungsfeier fand am 13. November statt. Die neue Schule war mit zahlreichen Nebengebäuden für Sport, Musik etc. ausgestattet. Als erster Schulleiter wurde vom Magistrat der Direktor Dr. Bach berufen, der die Einrichtung bis 1896 leitete. 1882 wurde die Falk-Realschule zum Falk-Realgymnasium, später mit der Adresse Lützowstraße 84 c/d.
Die Falk-Schule entwickelte sich schon bald zu einer großen Anstalt. So war bereits 1885 mit 16 Klassen und drei Vorschulklassen die für Realgymnasien damals übliche Klassenzahl erreicht, die sich bis 1913 halten konnte. Durch den 1. Weltkrieg kam es allerdings zu nachhaltigen Störungen im Lehrbetrieb. Davon legen nicht nur die zahlreichen Not- und Kriegsreifeprüfungen Zeugnis ab, sondern auch die große Zahl der Schüler und Lehrer, die im Krieg fielen – es waren dies insgesamt 111 Personen. Auch nach dem Krieg schwankten die Schülerzahlen recht stark, die Klassenstruktur wurde immer wieder verändert. So wurde u.a. die Körner-Realschule für einige Jahre einquartiert, z.T. mit allen Klassen.
Bis 1930 erhielten 1005 Falk-Schüler ihr Reifezeugnis. Zwar gingen in dieser Zeit die Schülerzahlen insgesamt zurück, die Falk-Schule behielt aber doch mehr Schüler als die benachbarten Institutionen und zog auch solche aus anderen Stadtteilen an. Ostern 1935 war die Körner-Oberrealschule, Steglitzer Straße 8a, endgültig in der Falk-Schule aufgegangen. Ab 1938 war die Falk-Schule eine städtische Oberschule für Jungen.
Die Schule hatte 19 Klassenräume, 15 Nebenräume, eine Turnhalle, eine Aula und zwei Dienstwohnungen. Zwei Toiletten waren innen, sechs befanden sich außen. Es gab eine Sammelheizung, die durch das Platzen der Heizung und Beschuß gestört ist. Leichter Schaden 1943 (Wände, Fenster und Türen sind beschädigt). Glasschaden. Dachschaden. Wasserschaden. Das Gebäude ist nicht mehr nutzbar. Zwei Räume für die Schulleitung und drei Räume und Turnhalle für die Baukompanie der Militärverwaltung notdürftig wiederhergerichtet. Lageplan vorhanden. (A Rep. 020-01 Nr. 741).
Die Schulakten wurden im Jahr 2000 als Zugang 5517 dem Landesarchiv Berlin vom BIL (Gutachterstelle für deutsches Schul- und Studienwesen im Berliner Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung und Schulentwicklung früher Pädagogisches Zentrum) übergeben.
2. Bestandsgeschichte
Der Bestand enthält 237 Akten (4,65 lfm) mit einer Laufzeit von 1880 bis 1944. Er beinhaltet Schulakten (u. a. ein Tagebuch), Verzeichnisse der Schüler, Zeugnisse und Prüfungsakten.
Der Bestand wurde im Rahmen eines Praktikums mit Augias verzeichnet und ist nun über eine Datenbank und ein Findbuch zugänglich.
Er wird wie folgt zitiert: Landesarchiv Berlin, A Rep. 020-35, Nr. … .
März 2007 von Stephan Ridder bearbeitet; Findbuch erstellt April 2007 Bötticher
2 Boxen unverzeichnet, 2016 übernommen. Bötticher 2017/07
Zahlreiche Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs.
3. Korrespondierende Bestände
A Rep. 000-02-01 Stadtverordnetenversammlung von Berlin (1809 - 1945)
A Rep. 010-01-01 Magistrat der Stadt Berlin, Städtische Hochbaudeputation
A Rep. 020-01 Deputation für das Schulwesen / Hauptschulamt
A Rep. 020-02 Büro für Höhere Schulen
A Rep. 020-36 Körner-Schule
4. Literatur- und Quellenverzeichnis
Festschrift 50 Jahre Falk-Realgymnasium, 1880-1930, o. O. 1930.
Petersdorff, Hermann von, Erich Foesters Falkbiographie, in: Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte 40 (1927), S. 336-348.
Berlin, im März 2007 Stephan Ridder / Kerstin Bötticher
Bestand
Verwandte Verzeichnungseinheiten: LAB A Rep. 020-01 Deputation für das Schulwesen/Hauptschulamt
LAB A Rep. 020-02 Büro für Höhere Schulen
LAB A Rep. 020-36 Körner-Oberrealschule
LAB A Rep. 020-02 Büro für Höhere Schulen
LAB A Rep. 020-36 Körner-Oberrealschule
Zugangsbestimmungen: Einige Akten sind aufgrund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es gesonderter Zustimmung des Landesarchivs.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ