GS 8 - Evangelisches Garnisonspfarramt Hohenasperg (Bestand)
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GS 8
Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik) >> G - Pfarrarchive >> Sonderpfarrämter (GS)
1721-1883
Einleitung: ===== Geschichte der Festung =====
Der Name Asperg wird erstmals 819 in der Überlieferung genannt. Damals stellte ein Graf Gozbert "in villa cognominata Assesberg" eine Schenkungsurkunde für das Kloster Weißenburg im Elsass aus. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhundert ließen die Grafen von Ingersheim auf dem Hohenasperg eine feste Wehrburg errichten. 1308 ergingen "Burg und Stadt" von den Grafen von Asperg, einer besonderen Linie der Tübinger Pfalzgrafen, an Württemberg. Nach seiner Rückkehr ließ Herzog Ulrich 1535 die Feste bis auf die Grundmauern abbrechen und die auf dem Berg angesiedelte Bevölkerung ins Tal umsiedeln (Unterasperg). Es entstand eine nach modernsten kriegstechnischen Erkenntnissen konzipierte Festungsanlage.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg konnte der Hohenasperg nicht mehr an seine vorherige militärische Bedeutung anknüpfen, da u.a. der Plan einer festungsbaulichen Modernisierung nach dem unerwarteten Tod von Herzog Carl Alexander 1737 aufgegeben worden war. Der Hohenasperg wurde im 18. Jahrhundert als Garnisonsstandort und Staatsgefängnis genutzt. Die Garnison war dem Königlichen Kriegsministerium, die Festungsstrafanstalt dem Justizministerium unterstellt. 1883 wurde die Garnison aufgelöst.
Der Dichter, Musiker und Publizist Christian Friedrich Daniel Schubart verbrachte hier in einem viereckigen Turm ("Schubartturm") eine zehnjährige Festungshaft (1777-1787). In der ehemaligen Strafanstalt konnten 64 Gefangene untergebracht werden. Für den Bedarfsfall war eine Doppelbelegung möglich. 1848-1852 waren durchschnittlich 119 Gefangene inhaftiert. Die 236 m lange, aus vier Stockwerken bestehende Kaserne am Eingang des Festhofes ermöglichte die Stationierung einer etwa 500 Mann starken Truppe.
===== Geschichte der Garnisonspfarrei =====
819 wurden auf dem Asperg eine Martins- und eine Michaelskirche genannt, 1181 wurde nur noch eine Kirche erwähnt. In der frühen Neuzeit war die Festung eine Filiale von Unterasperg. Seit 1721 ist eine Garnisonspfarrei unter württembergischem Patronat belegt. Auf dem Hohenasperg befand sich keine Garnisonskirche, sondern nur ein Betsaal im Kommandantenbau, der 1827 von der Kriegskasse unterhalten wurde. Da es keinen Kirchenheiligen gab, wurden Ausgaben für kirchliche Zwecke auch aus der Kriegskasse bestritten. Der Garnisonsprediger wurde von der Geistlichen Verwaltung Markgröningen besoldet und von der Spezialsuperintendenz Ludwigsburg visitiert.
1798 zählten zur Garnisonspfarrei 96 Seelen. Zur Garnisonspfarrei gehörte eine deutsche Elementarschule. Die Seelsorgeaufgaben des Pfarrers erstreckten sich auch auf die Sträflinge.
1817 wurde auch eine katholische Pfarrei auf dem Hohenasperg eingerichtet.
Mit der Neuorganisation des Militärkirchenwesens wurde in Württemberg im Jahre 1806 das Amt des Feldpropstes geschaffen. Der Feldpropst führte die Aufsicht über die Militärgeistlichen im Frieden und Krieg, sowie über diejenigen Zivilgeistlichen aus, welche eine Garnison betreuten. Die Garnisonspfarrei Hohenasperg zählte bis zur Auflösung der Garnisonsgemeinde 1883 (siehe Bestell-Nr. 11) zum Stuttgarter Feldpropsteisprengel. Nach der Auflösung wurde die gesamte Registratur der Garnisonspfarrei Ludwigsburg übergeben.
===== Garnisonsprediger =====
1721-1735. Klemm, Friedrich Reinhard
1735-1740. Breyer, Ludwig Friedrich
1740-1742. Pregizer, Johannes
1742-1747. Flattich, Johann Friedrich
1747-1751. Faber, Christoph Friedrich
1751-1758. Fulda, Friedrich Carl
1758-1759. Dunz, Carl Philipp
1759-1760. Schmid, Jakob Friedrich
1760-1768. Glanz, Wilhelm Christoph
1768-1777. Faber, Georg Friedrich
1777-1782, Conrad Friedrich
1782-1791. Henninger, Johann Peter
1791-1797. Glanz, Philipp Johann Christoph
1797-1803. Harpprecht, Carl Christian Heinrich
1803-1808. Kerner, Ernst Ludwig Friedrich "Louis"
1808-1811. Göz, Carl Gottlieb
1811-1816. Rüdiger, Carl August
1816-1820. Günzler, Amandus Carl
1820-1824. Rooschüz, Johann Wilhelm Ludwig
1825-1829. Glück, Johann Ludwig Friedrich
1830-1833, Theodor Christian
1833-1834, Eduard
1835-1842, Ludwig Christian
1843-1853, Wilhelm August Heinrich
1853-1860ärtner, Heinrich Gustav
1861-1873, Ernst
1873-1880, German Friedrich
===== Bestandsgeschichte =====
Zusammen mit dem Bestand des Pfarramtes Ludwigsburg Garnison wurde der Bestand Garnisonspfarramt Hohenasperg im November 2001 von der Friedenskirchengemeinde Ludwigsburg dem Landeskirchlichen Archiv übergeben. Die Archivalien wurden von Alexandra Lutz vorgeordnet und von Bertram Fink verzeichnet. Der Bestand umfasst 29 Bestellnummern in vier Archivschatullen (ca. 40 cm, ohne Kirchenbücher). Weitere Quellen zur Garnisonspfarrei Hohenasperg befinden sich in den Beständen des LKA, A 29 Ortsakten Bd. 2087-2091 und AP 3 Feldpropstei, sowie im Bestand des Hauptstaatsarchivs Stuttgart M 22 Evangelische Feldpropstei mit Garnisonspfarreien Stuttgart und Cannstatt, 1868-1920.
Einleitung: Der Name Asperg wird erstmals 819 in der Überlieferung genannt. Damals stellte ein Graf Gozbert "in villa cognominata Assesberg" eine Schenkungsurkunde für das Kloster Weißenburg im Elsass aus. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhundert ließen die Grafen von Ingersheim auf dem Hohenasperg eine feste Wehrburg errichten. 1308 ergingen "Burg und Stadt" von den Grafen von Asperg, einer besonderen Linie der Tübinger Pfalzgrafen, an Württemberg. Nach seiner Rückkehr ließ Herzog Ulrich 1535 die Feste bis auf die Grundmauern abbrechen und die auf dem Berg angesiedelte Bevölkerung ins Tal umsiedeln (Unterasperg). Es entstand eine nach modernsten kriegstechnischen Erkenntnissen konzipierte Festungsanlage.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg konnte der Hohenasperg nicht mehr an seine vorherige militärische Bedeutung anknüpfen, da u.a. der Plan einer festungsbaulichen Modernisierung nach dem unerwarteten Tod von Herzog Carl Alexander 1737 aufgegeben worden war. Der Hohenasperg wurde im 18. Jahrhundert als Garnisonsstandort und Staatsgefängnis genutzt. Die Garnison war dem Königlichen Kriegsministerium, die Festungsstrafanstalt dem Justizministerium unterstellt. 1883 wurde die Garnison aufgelöst.
Der Dichter, Musiker und Publizist Christian Friedrich Daniel Schubart verbrachte hier in einem viereckigen Turm ("Schubartturm") eine zehnjährige Festungshaft (1777-1787). In der ehemaligen Strafanstalt konnten 64 Gefangene untergebracht werden. Für den Bedarfsfall war eine Doppelbelegung möglich. 1848-1852 waren durchschnittlich 119 Gefangene inhaftiert. Die 236 m lange, aus vier Stockwerken bestehende Kaserne am Eingang des Festhofes ermöglichte die Stationierung einer etwa 500 Mann starken Truppe.
819 wurden auf dem Asperg eine Martins- und eine Michaelskirche genannt, 1181 wurde nur noch eine Kirche erwähnt. In der frühen Neuzeit war die Festung eine Filiale von Unterasperg. Seit 1721 ist eine Garnisonspfarrei unter württembergischem Patronat belegt. Auf dem Hohenasperg befand sich keine Garnisonskirche, sondern nur ein Betsaal im Kommandantenbau, der 1827 von der Kriegskasse unterhalten wurde. Da es keinen Kirchenheiligen gab, wurden Ausgaben für kirchliche Zwecke auch aus der Kriegskasse bestritten. Der Garnisonsprediger wurde von der Geistlichen Verwaltung Markgröningen besoldet und von der Spezialsuperintendenz Ludwigsburg visitiert.
1798 zählten zur Garnisonspfarrei 96 Seelen. Zur Garnisonspfarrei gehörte eine deutsche Elementarschule. Die Seelsorgeaufgaben des Pfarrers erstreckten sich auch auf die Sträflinge.
1817 wurde auch eine katholische Pfarrei auf dem Hohenasperg eingerichtet.
Mit der Neuorganisation des Militärkirchenwesens wurde in Württemberg im Jahre 1806 das Amt des Feldpropstes geschaffen. Der Feldpropst führte die Aufsicht über die Militärgeistlichen im Frieden und Krieg, sowie über diejenigen Zivilgeistlichen aus, welche eine Garnison betreuten. Die Garnisonspfarrei Hohenasperg zählte bis zur Auflösung der Garnisonsgemeinde 1883 (siehe Bestell-Nr. 11) zum Stuttgarter Feldpropsteisprengel. Nach der Auflösung wurde die gesamte Registratur der Garnisonspfarrei Ludwigsburg übergeben.
1721-1735. Klemm, Friedrich Reinhard
1735-1740. Breyer, Ludwig Friedrich
1740-1742. Pregizer, Johannes
1742-1747. Flattich, Johann Friedrich
1747-1751. Faber, Christoph Friedrich
1751-1758. Fulda, Friedrich Carl
1758-1759. Dunz, Carl Philipp
1759-1760. Schmid, Jakob Friedrich
1760-1768. Glanz, Wilhelm Christoph
1768-1777. Faber, Georg Friedrich
1777-1782, Conrad Friedrich
1782-1791. Henninger, Johann Peter
1791-1797. Glanz, Philipp Johann Christoph
1797-1803. Harpprecht, Carl Christian Heinrich
1803-1808. Kerner, Ernst Ludwig Friedrich "Louis"
1808-1811. Göz, Carl Gottlieb
1811-1816. Rüdiger, Carl August
1816-1820. Günzler, Amandus Carl
1820-1824. Rooschüz, Johann Wilhelm Ludwig
1825-1829. Glück, Johann Ludwig Friedrich
1830-1833, Theodor Christian
1833-1834, Eduard
1835-1842, Ludwig Christian
1843-1853, Wilhelm August Heinrich
1853-1860ärtner, Heinrich Gustav
1861-1873, Ernst
1873-1880, German Friedrich
Zusammen mit dem Bestand des Pfarramtes Ludwigsburg Garnison wurde der Bestand Garnisonspfarramt Hohenasperg im November 2001 von der Friedenskirchengemeinde Ludwigsburg dem Landeskirchlichen Archiv übergeben. Die Archivalien wurden von Alexandra Lutz vorgeordnet und von Bertram Fink verzeichnet. Der Bestand umfasst 29 Bestellnummern in vier Archivschatullen (ca. 40 cm, ohne Kirchenbücher). Weitere Quellen zur Garnisonspfarrei Hohenasperg befinden sich in den Beständen des LKA, A 29 Ortsakten Bd. 2087-2091 und AP 3 Feldpropstei, sowie im Bestand des Hauptstaatsarchivs Stuttgart M 22 Evangelische Feldpropstei mit Garnisonspfarreien Stuttgart und Cannstatt, 1868-1920.
Der Name Asperg wird erstmals 819 in der Überlieferung genannt. Damals stellte ein Graf Gozbert "in villa cognominata Assesberg" eine Schenkungsurkunde für das Kloster Weißenburg im Elsass aus. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhundert ließen die Grafen von Ingersheim auf dem Hohenasperg eine feste Wehrburg errichten. 1308 ergingen "Burg und Stadt" von den Grafen von Asperg, einer besonderen Linie der Tübinger Pfalzgrafen, an Württemberg. Nach seiner Rückkehr ließ Herzog Ulrich 1535 die Feste bis auf die Grundmauern abbrechen und die auf dem Berg angesiedelte Bevölkerung ins Tal umsiedeln (Unterasperg). Es entstand eine nach modernsten kriegstechnischen Erkenntnissen konzipierte Festungsanlage.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg konnte der Hohenasperg nicht mehr an seine vorherige militärische Bedeutung anknüpfen, da u.a. der Plan einer festungsbaulichen Modernisierung nach dem unerwarteten Tod von Herzog Carl Alexander 1737 aufgegeben worden war. Der Hohenasperg wurde im 18. Jahrhundert als Garnisonsstandort und Staatsgefängnis genutzt. Die Garnison war dem Königlichen Kriegsministerium, die Festungsstrafanstalt dem Justizministerium unterstellt. 1883 wurde die Garnison aufgelöst.
Der Dichter, Musiker und Publizist Christian Friedrich Daniel Schubart verbrachte hier in einem viereckigen Turm ("Schubartturm") eine zehnjährige Festungshaft (1777-1787). In der ehemaligen Strafanstalt konnten 64 Gefangene untergebracht werden. Für den Bedarfsfall war eine Doppelbelegung möglich. 1848-1852 waren durchschnittlich 119 Gefangene inhaftiert. Die 236 m lange, aus vier Stockwerken bestehende Kaserne am Eingang des Festhofes ermöglichte die Stationierung einer etwa 500 Mann starken Truppe.
===== Geschichte der Garnisonspfarrei =====
819 wurden auf dem Asperg eine Martins- und eine Michaelskirche genannt, 1181 wurde nur noch eine Kirche erwähnt. In der frühen Neuzeit war die Festung eine Filiale von Unterasperg. Seit 1721 ist eine Garnisonspfarrei unter württembergischem Patronat belegt. Auf dem Hohenasperg befand sich keine Garnisonskirche, sondern nur ein Betsaal im Kommandantenbau, der 1827 von der Kriegskasse unterhalten wurde. Da es keinen Kirchenheiligen gab, wurden Ausgaben für kirchliche Zwecke auch aus der Kriegskasse bestritten. Der Garnisonsprediger wurde von der Geistlichen Verwaltung Markgröningen besoldet und von der Spezialsuperintendenz Ludwigsburg visitiert.
1798 zählten zur Garnisonspfarrei 96 Seelen. Zur Garnisonspfarrei gehörte eine deutsche Elementarschule. Die Seelsorgeaufgaben des Pfarrers erstreckten sich auch auf die Sträflinge.
1817 wurde auch eine katholische Pfarrei auf dem Hohenasperg eingerichtet.
Mit der Neuorganisation des Militärkirchenwesens wurde in Württemberg im Jahre 1806 das Amt des Feldpropstes geschaffen. Der Feldpropst führte die Aufsicht über die Militärgeistlichen im Frieden und Krieg, sowie über diejenigen Zivilgeistlichen aus, welche eine Garnison betreuten. Die Garnisonspfarrei Hohenasperg zählte bis zur Auflösung der Garnisonsgemeinde 1883 (siehe Bestell-Nr. 11) zum Stuttgarter Feldpropsteisprengel. Nach der Auflösung wurde die gesamte Registratur der Garnisonspfarrei Ludwigsburg übergeben.
===== Garnisonsprediger =====
1721-1735. Klemm, Friedrich Reinhard
1735-1740. Breyer, Ludwig Friedrich
1740-1742. Pregizer, Johannes
1742-1747. Flattich, Johann Friedrich
1747-1751. Faber, Christoph Friedrich
1751-1758. Fulda, Friedrich Carl
1758-1759. Dunz, Carl Philipp
1759-1760. Schmid, Jakob Friedrich
1760-1768. Glanz, Wilhelm Christoph
1768-1777. Faber, Georg Friedrich
1777-1782, Conrad Friedrich
1782-1791. Henninger, Johann Peter
1791-1797. Glanz, Philipp Johann Christoph
1797-1803. Harpprecht, Carl Christian Heinrich
1803-1808. Kerner, Ernst Ludwig Friedrich "Louis"
1808-1811. Göz, Carl Gottlieb
1811-1816. Rüdiger, Carl August
1816-1820. Günzler, Amandus Carl
1820-1824. Rooschüz, Johann Wilhelm Ludwig
1825-1829. Glück, Johann Ludwig Friedrich
1830-1833, Theodor Christian
1833-1834, Eduard
1835-1842, Ludwig Christian
1843-1853, Wilhelm August Heinrich
1853-1860ärtner, Heinrich Gustav
1861-1873, Ernst
1873-1880, German Friedrich
===== Bestandsgeschichte =====
Zusammen mit dem Bestand des Pfarramtes Ludwigsburg Garnison wurde der Bestand Garnisonspfarramt Hohenasperg im November 2001 von der Friedenskirchengemeinde Ludwigsburg dem Landeskirchlichen Archiv übergeben. Die Archivalien wurden von Alexandra Lutz vorgeordnet und von Bertram Fink verzeichnet. Der Bestand umfasst 29 Bestellnummern in vier Archivschatullen (ca. 40 cm, ohne Kirchenbücher). Weitere Quellen zur Garnisonspfarrei Hohenasperg befinden sich in den Beständen des LKA, A 29 Ortsakten Bd. 2087-2091 und AP 3 Feldpropstei, sowie im Bestand des Hauptstaatsarchivs Stuttgart M 22 Evangelische Feldpropstei mit Garnisonspfarreien Stuttgart und Cannstatt, 1868-1920.
Einleitung: Der Name Asperg wird erstmals 819 in der Überlieferung genannt. Damals stellte ein Graf Gozbert "in villa cognominata Assesberg" eine Schenkungsurkunde für das Kloster Weißenburg im Elsass aus. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhundert ließen die Grafen von Ingersheim auf dem Hohenasperg eine feste Wehrburg errichten. 1308 ergingen "Burg und Stadt" von den Grafen von Asperg, einer besonderen Linie der Tübinger Pfalzgrafen, an Württemberg. Nach seiner Rückkehr ließ Herzog Ulrich 1535 die Feste bis auf die Grundmauern abbrechen und die auf dem Berg angesiedelte Bevölkerung ins Tal umsiedeln (Unterasperg). Es entstand eine nach modernsten kriegstechnischen Erkenntnissen konzipierte Festungsanlage.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg konnte der Hohenasperg nicht mehr an seine vorherige militärische Bedeutung anknüpfen, da u.a. der Plan einer festungsbaulichen Modernisierung nach dem unerwarteten Tod von Herzog Carl Alexander 1737 aufgegeben worden war. Der Hohenasperg wurde im 18. Jahrhundert als Garnisonsstandort und Staatsgefängnis genutzt. Die Garnison war dem Königlichen Kriegsministerium, die Festungsstrafanstalt dem Justizministerium unterstellt. 1883 wurde die Garnison aufgelöst.
Der Dichter, Musiker und Publizist Christian Friedrich Daniel Schubart verbrachte hier in einem viereckigen Turm ("Schubartturm") eine zehnjährige Festungshaft (1777-1787). In der ehemaligen Strafanstalt konnten 64 Gefangene untergebracht werden. Für den Bedarfsfall war eine Doppelbelegung möglich. 1848-1852 waren durchschnittlich 119 Gefangene inhaftiert. Die 236 m lange, aus vier Stockwerken bestehende Kaserne am Eingang des Festhofes ermöglichte die Stationierung einer etwa 500 Mann starken Truppe.
819 wurden auf dem Asperg eine Martins- und eine Michaelskirche genannt, 1181 wurde nur noch eine Kirche erwähnt. In der frühen Neuzeit war die Festung eine Filiale von Unterasperg. Seit 1721 ist eine Garnisonspfarrei unter württembergischem Patronat belegt. Auf dem Hohenasperg befand sich keine Garnisonskirche, sondern nur ein Betsaal im Kommandantenbau, der 1827 von der Kriegskasse unterhalten wurde. Da es keinen Kirchenheiligen gab, wurden Ausgaben für kirchliche Zwecke auch aus der Kriegskasse bestritten. Der Garnisonsprediger wurde von der Geistlichen Verwaltung Markgröningen besoldet und von der Spezialsuperintendenz Ludwigsburg visitiert.
1798 zählten zur Garnisonspfarrei 96 Seelen. Zur Garnisonspfarrei gehörte eine deutsche Elementarschule. Die Seelsorgeaufgaben des Pfarrers erstreckten sich auch auf die Sträflinge.
1817 wurde auch eine katholische Pfarrei auf dem Hohenasperg eingerichtet.
Mit der Neuorganisation des Militärkirchenwesens wurde in Württemberg im Jahre 1806 das Amt des Feldpropstes geschaffen. Der Feldpropst führte die Aufsicht über die Militärgeistlichen im Frieden und Krieg, sowie über diejenigen Zivilgeistlichen aus, welche eine Garnison betreuten. Die Garnisonspfarrei Hohenasperg zählte bis zur Auflösung der Garnisonsgemeinde 1883 (siehe Bestell-Nr. 11) zum Stuttgarter Feldpropsteisprengel. Nach der Auflösung wurde die gesamte Registratur der Garnisonspfarrei Ludwigsburg übergeben.
1721-1735. Klemm, Friedrich Reinhard
1735-1740. Breyer, Ludwig Friedrich
1740-1742. Pregizer, Johannes
1742-1747. Flattich, Johann Friedrich
1747-1751. Faber, Christoph Friedrich
1751-1758. Fulda, Friedrich Carl
1758-1759. Dunz, Carl Philipp
1759-1760. Schmid, Jakob Friedrich
1760-1768. Glanz, Wilhelm Christoph
1768-1777. Faber, Georg Friedrich
1777-1782, Conrad Friedrich
1782-1791. Henninger, Johann Peter
1791-1797. Glanz, Philipp Johann Christoph
1797-1803. Harpprecht, Carl Christian Heinrich
1803-1808. Kerner, Ernst Ludwig Friedrich "Louis"
1808-1811. Göz, Carl Gottlieb
1811-1816. Rüdiger, Carl August
1816-1820. Günzler, Amandus Carl
1820-1824. Rooschüz, Johann Wilhelm Ludwig
1825-1829. Glück, Johann Ludwig Friedrich
1830-1833, Theodor Christian
1833-1834, Eduard
1835-1842, Ludwig Christian
1843-1853, Wilhelm August Heinrich
1853-1860ärtner, Heinrich Gustav
1861-1873, Ernst
1873-1880, German Friedrich
Zusammen mit dem Bestand des Pfarramtes Ludwigsburg Garnison wurde der Bestand Garnisonspfarramt Hohenasperg im November 2001 von der Friedenskirchengemeinde Ludwigsburg dem Landeskirchlichen Archiv übergeben. Die Archivalien wurden von Alexandra Lutz vorgeordnet und von Bertram Fink verzeichnet. Der Bestand umfasst 29 Bestellnummern in vier Archivschatullen (ca. 40 cm, ohne Kirchenbücher). Weitere Quellen zur Garnisonspfarrei Hohenasperg befinden sich in den Beständen des LKA, A 29 Ortsakten Bd. 2087-2091 und AP 3 Feldpropstei, sowie im Bestand des Hauptstaatsarchivs Stuttgart M 22 Evangelische Feldpropstei mit Garnisonspfarreien Stuttgart und Cannstatt, 1868-1920.
Evangelisches Garnisonspfarramt Hohenasperg
0,4 lfd. m
Bestand
Asperg, Landkreis Ludwigsburg
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.08.2025, 11:05 MESZ