Auf unserer Webseite werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen hier einsehen und ändern.
NL 341: Nägeli, Familie und Konservenfabrik (Bestand)
Anmelden
Um Merklisten nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden.
Bestände des Stadtarchivs Mainz >> Nachlässe >> Nachlässe nach Nummern, NL 301-350
1858-1957
Vorwort
Beim vorliegenden Nachlass handelt es sich um einen Teilnachlass der Familie Nägeli. Der Nachlass wurde bei Frau Gertrude Nägeli in Mainz in einem großen Holzschrank in einem Kellerraum aufbewahrt. Die Unterlagen wurden im September 2021 vom Stadtarchiv gesichtet. Dabei wurde entschieden, nur Unterlagen zur Mombacher Konservenfabrik und von Angehörigen der Familie Nägeli ins Stadtarchiv zu übernehmen, die in Mainz oder Mombach gelebt haben. Alle Unterlagen ohne Mainz-Bezug, wie zum Beispiel der Nachlass des Münchner Botanikers Carl Wilhelm Nägeli, verblieben bei Frau Nägeli. Die im Nachlass enthaltenen Dokumente wurden dem Stadtarchiv als Schenkung übergeben, wofür wir Frau Nägeli herzlich danken.
Die Unterlagen wurden unter der Zugangsnummer 2021/56 registriert. Durch Ramona Weisenberger waren die Unterlagen für die Erstellung eines vorläufigen Verzeichnisses, das dem Schenkungsvertrag angehängt wurde, bereits vorsortiert worden. Der Unterzeichner verzeichnete und verpackte den Zugang im Januar und Februar 2022 mit der Signatur NL 341. Beim Verpacken wurden Büro- und Heftklammern aus den Unterlagen entfernt.
Der Inhalt des Nachlasses teilt sich grob in zwei Teile, die sich in der Klassifikation wiederspiegeln. Einen Teil bilden die privaten Unterlagen der Familie Nägeli. Diese privaten Unterlagen bestehen aus Fotographien der Familienmitglieder der Familien Nägeli und Geres sowie deren Wohnungen, Korrespondenzen zwischen Familienmitgliedern und mit Dritten. Die Schreiben Dritter hatten besonders Jubiläen in der Familie und der Firma zum Anlass, zu welchen auch Artikel aus Zeitungen und Fachzeitschriften in diesem Teil zu finden sind. Außerdem gehören zu den privaten Unterlagen rechtliche Dokumente, wie Verträge, zu Erbschaften und zum Grundbesitz sowie Zeugnisse. Des Weiteren gehören zu diesem Teil verschiedene Unterlagen zur Familiengeschichte und Unterlagen der Ehefrauen Emma Nägeli geb. Geres und Emilie Nägeli geb. Eckert. Den zweiten Teil des Nachlasses bilden die Unterlagen zur Konservenfabrik der Familie Nägeli in Mombach und der damit verbundenen Aktivitäten. Auch zu diesem Teil gehören Fotographien, vor allem der Fabrik und ihrer Mitarbeiter. Neben Verträgen und Unterlagen zu den Finanzen des Unternehmens sind hier Auszeichnungen, Preislisten des Sortiments der Fabrik sowie Konservenetiketten zu finden. Hinzu kommen noch die Dissertationen von Dr. Walter Nägeli senior und junior, die Patenturkunden für die Erfindungen von Dr. Walter Nägeli senior sowie die Berichte und Vorträge zur Lage der deutschen Konservenindustrie von Dr. Walter Nägeli junior. Die Natur eines Familienunternehmens macht dabei eine saubere Trennung der beiden Teile des Nachlasses nicht möglich.
Über die Firmengeschichte hinaus sind die Unterlagen der Konservenfabrik und von Dr. Walter Nägeli sen. und jun. besonders interessant für die Erforschung der Geschichte der Konserve und der deutschen Konservenindustrie. Dr. Walter Nägeli sen. führte als Wissenschaftler viele neue Verfahren und Verbesserungen ein. Außerdem übernahmen beide seit dem Ende des 19. Jh. bis in die Mitte des 20. Jh. führende Funktionen in den Organisationen der Konservenindustrie. Den "Verein der Konserven-Industriellen", der bis zum "Dritten Reich" bestand, hatte Dr. Walter Nägeli sen. 1894 selbst gegründet. Von den Unterlagen der Familie Nägeli sind besonders die von Emma Nägeli geb. Geres hervorzuheben, die sich als Frauenrechtlerin für das Frauenwahlrecht einsetzte. Aber auch die Tagebücher von Emilie Nägeli geb. Eckert und die familieninternen Korrespondenzen stellen interessante Zeitzeugnisse dar.
Mainz, im März 2022
Stephan Konrad Streicher (FSJ Kultur)
Zur Familie Nägeli
Der Botaniker Carl Wilhelm von Nägeli (geb. 27. März 1817 in Kilchberg, gest. 10. Mai 1891 in München, Heirat 1845 mit Henriette Ott, geb. 4.9.1819, gest. 27.2.1909) war der Vater des Konservenfabrikanten Dr. Walter Nägeli (sen.), der mit seiner Frau, der Frauenrechtlerin Emma, geb. Geres (1859-1936), am 1. April 1883 (lt. Mainzer Meldekartei) von München nach Mainz zog und seine 1876 als "Conservenfabrik München" errichtete Konservenfabrik nach Mainz-Mombach verlegte.
Dr. Walter Nägeli sen. wurde am 27.2.1851 geboren, 1880 heiratete er Emma Geres. Er verstarb am 22. Mai 1919. Die Eltern seiner Ehefrau Emma waren der Oberstleutnant Constantin Geres (1824-1892) und Emma Leyherr (6.10.1834-1.1.1862).
Das Ehepaar hatte zwei Kinder: Maria Nägeli (genannt Miezi), verh. Wehrli, geb. 8.9.1881, die später in Zürich lebte, und Dr. Walter Nägeli jun. (geb. am 11.10.1882 in München, gest. am 19.05.1957 in Mainz). Die Familie lebte nach dem Umzug nach Mainz im Kaiser-Wilhelm-Ring 16.
Der Sohn Dr. Walter Nägeli jun. führte die Konservenfabrik weiter. Er heiratete am 4.1.1912 in München Emilie Eckert, die am 4.3.1882 in München geboren wurde und am 1. Juli 1956 in Mombach verstarb. Emilie hatte einen Bruder namens Fritz, der in München lebte.
Das Ehepaar Walter Nägeli und Emilie Eckert zog nach ihrer Heirat nach Mombach, in die Arndtstraße 65 und am 1. November 1923 in das neu gekaufte Haus in der Budenheimer Straße 18. Es hatte wiederum zwei Kinder: Heinz Nägeli (geb. 7.12.1914 in Mombach, verzog 1951 nach Hamburg, gest. 1961) und Gerold Walter Nägeli (geb. am 2.9.1919 in Mainz, gest. 25.5.1989). Gerold Walter Nägeli war in erster Ehe mit Anneliese, geb. Bachmann und in zweiter Ehe mit Gertrude, geb. Zyka verheiratet, die dem Stadtarchiv Mainz im Jahre 2021 diesen Nachlass übergab.
Die Konservenfabrik musste zum 1.10.1953 liquidiert werden. Die Abwicklung geschah durch den Sohn Gerold Nägeli.
Das Haus in der Budenheimer Straße 18 wurde um 1960 von der Familie verkauft.
verzeichnet
Nägeli, Gerold: Pioniere der Konservenindustrie. Geschichte einer Mainzer Familie, vom Enkel selbst erzählt, in: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte, Bd. 9 (1989), H. 3, S. 148-153.
Balzer, Wolfgang: Mainz. Persönlichkeiten der Stadtgeschichte, Bd. 3: Geschäftsleute, Epochale Wegbegleiter, Baumeister, Fastnachter, Sonderlinge/Originale, Mainz 1993, S. 68f.
Hafen Chronik 2007, S. 30
Mainzer Frauenkalender 2022, April [betr. Emma Nägeli, geb. Geres]
Fotos des Grabmals von Dr. Walter Nägeli sen. in Stadtarchiv Mainz, BPS
Form und Inhalt: Vorwort
Beim vorliegenden Nachlass handelt es sich um einen Teilnachlass der Familie Nägeli. Der Nachlass wurde bei Frau Gertrude Nägeli in Mainz in einem großen Holzschrank in einem Kellerraum aufbewahrt. Die Unterlagen wurden im September 2021 vom Stadtarchiv gesichtet. Dabei wurde entschieden, nur Unterlagen zur Mombacher Konservenfabrik und von Angehörigen der Familie Nägeli ins Stadtarchiv zu übernehmen, die in Mainz oder Mombach gelebt haben. Alle Unterlagen ohne Mainz-Bezug, wie zum Beispiel der Nachlass des Münchner Botanikers Carl Wilhelm Nägeli, verblieben bei Frau Nägeli. Die im Nachlass enthaltenen Dokumente wurden dem Stadtarchiv als Schenkung übergeben, wofür wir Frau Nägeli herzlich danken.
Die Unterlagen wurden unter der Zugangsnummer 2021/56 registriert. Durch Ramona Weisenberger waren die Unterlagen für die Erstellung eines vorläufigen Verzeichnisses, das dem Schenkungsvertrag angehängt wurde, bereits vorsortiert worden. Der Unterzeichner verzeichnete und verpackte den Zugang im Januar und Februar 2022 mit der Signatur NL 341. Beim Verpacken wurden Büro- und Heftklammern aus den Unterlagen entfernt.
Der Inhalt des Nachlasses teilt sich grob in zwei Teile, die sich in der Klassifikation wiederspiegeln. Einen Teil bilden die privaten Unterlagen der Familie Nägeli. Diese privaten Unterlagen bestehen aus Fotographien der Familienmitglieder der Familien Nägeli und Geres sowie deren Wohnungen, Korrespondenzen zwischen Familienmitgliedern und mit Dritten. Die Schreiben Dritter hatten besonders Jubiläen in der Familie und der Firma zum Anlass, zu welchen auch Artikel aus Zeitungen und Fachzeitschriften in diesem Teil zu finden sind. Außerdem gehören zu den privaten Unterlagen rechtliche Dokumente, wie Verträge, zu Erbschaften und zum Grundbesitz sowie Zeugnisse. Des Weiteren gehören zu diesem Teil verschiedene Unterlagen zur Familiengeschichte und Unterlagen der Ehefrauen Emma Nägeli geb. Geres und Emilie Nägeli geb. Eckert. Den zweiten Teil des Nachlasses bilden die Unterlagen zur Konservenfabrik der Familie Nägeli in Mombach und der damit verbundenen Aktivitäten. Auch zu diesem Teil gehören Fotographien, vor allem der Fabrik und ihrer Mitarbeiter. Neben Verträgen und Unterlagen zu den Finanzen des Unternehmens sind hier Auszeichnungen, Preislisten des Sortiments der Fabrik sowie Konservenetiketten zu finden. Hinzu kommen noch die Dissertationen von Dr. Walter Nägeli senior und junior, die Patenturkunden für die Erfindungen von Dr. Walter Nägeli senior sowie die Berichte und Vorträge zur Lage der deutschen Konservenindustrie von Dr. Walter Nägeli junior. Die Natur eines Familienunternehmens macht dabei eine saubere Trennung der beiden Teile des Nachlasses nicht möglich.
Über die Firmengeschichte hinaus sind die Unterlagen der Konservenfabrik und von Dr. Walter Nägeli sen. und jun. besonders interessant für die Erforschung der Geschichte der Konserve und der deutschen Konservenindustrie. Dr. Walter Nägeli sen. führte als Wissenschaftler viele neue Verfahren und Verbesserungen ein. Außerdem übernahmen beide seit dem Ende des 19. Jh. bis in die Mitte des 20. Jh. führende Funktionen in den Organisationen der Konservenindustrie. Den "Verein der Konserven-Industriellen", der bis zum "Dritten Reich" bestand, hatte Dr. Walter Nägeli sen. 1894 selbst gegründet. Von den Unterlagen der Familie Nägeli sind besonders die von Emma Nägeli geb. Geres hervorzuheben, die sich als Frauenrechtlerin für das Frauenwahlrecht einsetzte. Aber auch die Tagebücher von Emilie Nägeli geb. Eckert und die familieninternen Korrespondenzen stellen interessante Zeitzeugnisse dar.
Mainz, im März 2022
Stephan Konrad Streicher (FSJ Kultur)
Zur Familie Nägeli
Der Botaniker Carl Wilhelm von Nägeli (geb. 27. März 1817 in Kilchberg, gest. 10. Mai 1891 in München, Heirat 1845 mit Henriette Ott, geb. 4.9.1819, gest. 27.2.1909) war der Vater des Konservenfabrikanten Dr. Walter Nägeli (sen.), der mit seiner Frau, der Frauenrechtlerin Emma, geb. Geres (1859-1936), am 1. April 1883 (lt. Mainzer Meldekartei) von München nach Mainz zog und seine 1876 als "Conservenfabrik München" errichtete Konservenfabrik nach Mainz-Mombach verlegte.
Dr. Walter Nägeli sen. wurde am 27.2.1851 geboren, 1880 heiratete er Emma Geres. Er verstarb am 22. Mai 1919. Die Eltern seiner Ehefrau Emma waren der Oberstleutnant Constantin Geres (1824-1892) und Emma Leyherr (6.10.1834-1.1.1862).
Das Ehepaar hatte zwei Kinder: Maria Nägeli (genannt Miezi), verh. Wehrli, geb. 8.9.1881, die später in Zürich lebte, und Dr. Walter Nägeli jun. (geb. am 11.10.1882 in München, gest. am 19.05.1957 in Mainz). Die Familie lebte nach dem Umzug nach Mainz im Kaiser-Wilhelm-Ring 16.
Der Sohn Dr. Walter Nägeli jun. führte die Konservenfabrik weiter. Er heiratete am 4.1.1912 in München Emilie Eckert, die am 4.3.1882 in München geboren wurde und am 1. Juli 1956 in Mombach verstarb. Emilie hatte einen Bruder namens Fritz, der in München lebte.
Das Ehepaar Walter Nägeli und Emilie Eckert zog nach ihrer Heirat nach Mombach, in die Arndtstraße 65 und am 1. November 1923 in das neu gekaufte Haus in der Budenheimer Straße 18. Es hatte wiederum zwei Kinder: Heinz Nägeli (geb. 7.12.1914 in Mombach, verzog 1951 nach Hamburg, gest. 1961) und Gerold Walter Nägeli (geb. am 2.9.1919 in Mainz, gest. 25.5.1989). Gerold Walter Nägeli war in erster Ehe mit Anneliese, geb. Bachmann und in zweiter Ehe mit Gertrude, geb. Zyka verheiratet, die dem Stadtarchiv Mainz im Jahre 2021 diesen Nachlass übergab.
Die Konservenfabrik musste zum 1.10.1953 liquidiert werden. Die Abwicklung geschah durch den Sohn Gerold Nägeli.
Das Haus in der Budenheimer Straße 18 wurde um 1960 von der Familie verkauft.
Nägeli, Gerold: Pioniere der Konservenindustrie. Geschichte einer Mainzer Familie, vom Enkel selbst erzählt, in: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte, Bd. 9 (1989), H. 3, S. 148-153.
Balzer, Wolfgang: Mainz. Persönlichkeiten der Stadtgeschichte, Bd. 3: Geschäftsleute, Epochale Wegbegleiter, Baumeister, Fastnachter, Sonderlinge/Originale, Mainz 1993, S. 68f.
Hafen Chronik 2007, S. 30
Mainzer Frauenkalender 2022, April [betr. Emma Nägeli, geb. Geres]
Fotos des Grabmals von Dr. Walter Nägeli sen. in Stadtarchiv Mainz, BPS
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.