Hans Christoph von Hase (Bestand)
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HCH
Archiv für Diakonie und Entwicklung (Archivtektonik) >> Personen (Handakten und Nachlässen)
1913-1998
Neben einer Vielzahl von Informationen zum Leben bietet der Nachlaß auch
Datenschutz beachten!!
Vorwort: Bestandsgeschichte und -beschreibung
In einem Brief an den Leiter des Archivs des Diakonischen Werkes, Helmut Talazko, vom März 1981 kündigte Hans Christoph von Hase an: "Übrigens, wenn ich einmal sterben sollte, möchte ich ... so etwa 1,5 m Akten und Ordner mit diakonischem Briefwechsel, VortragsMS, Gutachten ... gern ins Archiv geben...". Etwa 22 Jahre später, im Januar 2003, wurden 10 Kartons mit Schriftgut und Büchern aus Kassel nach Berlin transportiert; dies erfolgte im Zusammenhang der Aufgabe der Wohnung. Der Leiter des Archivs, Michael Häusler, hatte vorher die Übergabe und den Transport in Kassel mit Hans Christoph von Hase und seiner Ehefrau besprochen und eine vorläufige Bewertung der Unterlagen in der Wohnung vorgenommen. Zwischen den Jahren 2005 und 2007 wurde der Nachlass in einer Abgabeliste mit 199 Nummern grob erschlossen. Die mitgeschickten Bücher wurden an die Bibliothek des Diakonischen Werkes der EKD abgegeben.
Von Herbst 2010 bis Sommer 2011 wurde der Nachlass nach den üblichen archivischen Regeln abschließend geordnet und mit dem Programm Augias in einer Datenbank verzeichnet. Schon zu Beginn der intensiven Erschließung des Nachlasses zeigte sich, dass die vorhandenen Mappen und Hefter nur eine äußerliche Ordnung darstellten und ihr Inhalt nur in Ausnahmefällen mit der Beschriftung übereinstimmte. Das Schriftgut musste deshalb Blatt für Blatt neu sortiert und in neuen Verzeichnungseinheiten zusammengefasst werden. Grundlage für die Neuordnung waren die Stationen von Hases Leben, seine Arbeitsbereiche und wissenschaftlichen Interessensgebiete. Dabei wurden Doppelüberlieferungen und Notizen ohne Bezug und Relevanz kassiert sowie Schriftgut, das an die Familie zurückgehen sollte, ausgesondert.
Der Nachlass schien nach der ersten Durchsicht fast vollständig. Es ist ein Theologen-Bestand mit Predigten, Andachtsnotizen, Vortrags- und Aufsatz-Manuskripten sowie biografischem Material und Korrespondenzen. Hans Christoph von Hase legte durchaus Wert darauf, sein Leben und seine theologische Leistung dokumentarisch zu belegen. Außerdem befinden sich bei seinen Unterlagen eine Reihe fremder Schriftgutkonvolute aus seiner Familie, die er wohl als Ergänzung für Verlorenes betrachtete. Diese Kleinbestände wurden unter der Bezeichnung "Provenienzfremde Bestände" ebenfalls erschlossen.
Im Laufe der Arbeit stellte sich dann aber heraus, dass aus der Zeit vor 1943 kaum Unterlagen vorhanden sind. So fehlen fast alle Studienunterlagen und der überwiegende Teil der Korrespondenzen, darunter Briefe seiner Familie, hier v.a. die seines Vetters Dietrich Bonhoeffer und Briefe seines amerikanischen Lehrers Reinhold Niebuhr. Diese Unterlagen sind wohl zusammen mit dem gesamten Haushalt 1942 bei einem Bombenangriff auf Rostock verbrannt. Lediglich einige besonders wichtige Urkunden aus der Zeit vor 1942 fanden sich an. Außerdem fehlen im Nachlass die sicherlich zahlreich vorhandenen Briefe seiner zweite Ehefrau und Dokumente aus seinen letzten Lebensjahren.
Eine Besonderheit des Nachlasses stellt der sehr umfangreiche Bestand an Familiendokumenten dar. Dazu zählen v.a. die Unterlagen des Familienverbandes, Sammlungen von Drucken und zahlreichen Korrespondenzen mit Verwandten.
Im Gegensatz zu dem sehr umfangreichen und vermutlich fast vollständigen Bestand an Manu- und Typoskripten theologischer Arbeiten ist von der Korrespondenz dazu und darüber nur wenig vorhanden, fast nur aus der Zeit nach Hases Ausscheiden aus dem Diakonischen Werk. In dem genannten Brief von 1981 an den Archivleiter verweist hier Hans Christoph von Hase auf die von ihm geführten Akten der Hauptgeschäftsstelle des Diakonischen Werkes. In ihnen sei vieles von ihm "vergraben". Sie befinden sich jetzt unter der Systematikgruppe I im Bestand ADE, HGSt.
Kurzbiografie
4. Mai 1907
Hans Christoph von Hase wird als Sohn des Pfarrers, später Supeintendenten Hans von Hase (1873-1958) und seiner Ehefrau Ada von Hase, geb. Schwarz, (1881-1956) in Großwandriß im Kreis Liegnitz / Niederschlesien geboren. Sein Urgroßvater war der Kirchenhistoriker Karl August von Hase (1800-1890).
1925 -1929
Studium: zunächst Physik in Göttingen und später Theologie in Berlin, Marburg und Münster
1929 - 1930
Erste theologische Prüfung in Berlin und Vikariat in Frankfurt / Oder
1930 - 1933
Hilfsassistent, zweite theologische Prüfung und Promotion mit der Arbeit "Die Gegenwart Christi in der Kirche" zum Doktor der Theologie in Berlin
1933 - 1934
Stipendiat am Union Theological Seminary in New York
Juli - Sept. 1934
Gemeindepfarrer in Berlin-Wilmersdorf
Sept. 1934
Heirat mit Clara Schwalfenberg (1909-1982). Der Ehe entstammen 6 Kinder (Christoph, Hans Michael, Ragnild, Rüdiger, Ulrike und Dietrich).
ab Dez. 1934 - 1946
Militärseelsorger in Jüterbog und Rostock, im 2. Weltkrieg Wehrmachtpfarrer (ab 1942 Wehrmachtoberpfarrer) in Italien und an der Ostfront und zuletzt Kriegsgefangener in Rumänien
Jan. 1946 - März 1947
Referent im Zentralbüro des Evangelischen Hilswerks in Stuttgart
April 1947 - Sept. 1952
Gemeindepfarrer an der Universitätskirche in Marburg, zeitweise auch Studentenpfarrer
Juni 1946
Eintritt in die Evangelischen Michaelsbruderschaft
Aug. 1948
Teilnahme an der konstituierenden Versammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Amsterdam
Okt. 1952 - Dez. 1954
Studienleiter an der Evangelischen Akademie in Mühlheim / Ruhr
Jan. 1954 - Sept. 1957
Pfarrer an der Münsterkirche in Herford
Okt. 1957 - April 1973
Direktor der Theologischen Abteilung der Hauptgeschäftsstelle des Diakonischen Werkes der EKD, Stuttgart
März 1973 - Juni 1980
Nach der Pensionierung Seelsorger des Wohnstiftes Augustinum in Stuttgart
Jan. 1976
Beitritt zum Internationalen Bonhoeffer-Komitee (IBK)
Okt. 1982
Tod der Ehefrau Clara von Hase, geb. Schwalfenberg
Dez. 1983
Heirat mit Agnes Haag, geb. Carrière (geb. 1925)
4. Jan. 2005
Tod in Kassel
Hans Christoph von Hase wird in Marburg-Marbach neben seiner ersten Ehefrau und seinen beiden früh verstorbenen Söhnen beigesetzt.
Datenschutz beachten!!
Vorwort: Bestandsgeschichte und -beschreibung
In einem Brief an den Leiter des Archivs des Diakonischen Werkes, Helmut Talazko, vom März 1981 kündigte Hans Christoph von Hase an: "Übrigens, wenn ich einmal sterben sollte, möchte ich ... so etwa 1,5 m Akten und Ordner mit diakonischem Briefwechsel, VortragsMS, Gutachten ... gern ins Archiv geben...". Etwa 22 Jahre später, im Januar 2003, wurden 10 Kartons mit Schriftgut und Büchern aus Kassel nach Berlin transportiert; dies erfolgte im Zusammenhang der Aufgabe der Wohnung. Der Leiter des Archivs, Michael Häusler, hatte vorher die Übergabe und den Transport in Kassel mit Hans Christoph von Hase und seiner Ehefrau besprochen und eine vorläufige Bewertung der Unterlagen in der Wohnung vorgenommen. Zwischen den Jahren 2005 und 2007 wurde der Nachlass in einer Abgabeliste mit 199 Nummern grob erschlossen. Die mitgeschickten Bücher wurden an die Bibliothek des Diakonischen Werkes der EKD abgegeben.
Von Herbst 2010 bis Sommer 2011 wurde der Nachlass nach den üblichen archivischen Regeln abschließend geordnet und mit dem Programm Augias in einer Datenbank verzeichnet. Schon zu Beginn der intensiven Erschließung des Nachlasses zeigte sich, dass die vorhandenen Mappen und Hefter nur eine äußerliche Ordnung darstellten und ihr Inhalt nur in Ausnahmefällen mit der Beschriftung übereinstimmte. Das Schriftgut musste deshalb Blatt für Blatt neu sortiert und in neuen Verzeichnungseinheiten zusammengefasst werden. Grundlage für die Neuordnung waren die Stationen von Hases Leben, seine Arbeitsbereiche und wissenschaftlichen Interessensgebiete. Dabei wurden Doppelüberlieferungen und Notizen ohne Bezug und Relevanz kassiert sowie Schriftgut, das an die Familie zurückgehen sollte, ausgesondert.
Der Nachlass schien nach der ersten Durchsicht fast vollständig. Es ist ein Theologen-Bestand mit Predigten, Andachtsnotizen, Vortrags- und Aufsatz-Manuskripten sowie biografischem Material und Korrespondenzen. Hans Christoph von Hase legte durchaus Wert darauf, sein Leben und seine theologische Leistung dokumentarisch zu belegen. Außerdem befinden sich bei seinen Unterlagen eine Reihe fremder Schriftgutkonvolute aus seiner Familie, die er wohl als Ergänzung für Verlorenes betrachtete. Diese Kleinbestände wurden unter der Bezeichnung "Provenienzfremde Bestände" ebenfalls erschlossen.
Im Laufe der Arbeit stellte sich dann aber heraus, dass aus der Zeit vor 1943 kaum Unterlagen vorhanden sind. So fehlen fast alle Studienunterlagen und der überwiegende Teil der Korrespondenzen, darunter Briefe seiner Familie, hier v.a. die seines Vetters Dietrich Bonhoeffer und Briefe seines amerikanischen Lehrers Reinhold Niebuhr. Diese Unterlagen sind wohl zusammen mit dem gesamten Haushalt 1942 bei einem Bombenangriff auf Rostock verbrannt. Lediglich einige besonders wichtige Urkunden aus der Zeit vor 1942 fanden sich an. Außerdem fehlen im Nachlass die sicherlich zahlreich vorhandenen Briefe seiner zweite Ehefrau und Dokumente aus seinen letzten Lebensjahren.
Eine Besonderheit des Nachlasses stellt der sehr umfangreiche Bestand an Familiendokumenten dar. Dazu zählen v.a. die Unterlagen des Familienverbandes, Sammlungen von Drucken und zahlreichen Korrespondenzen mit Verwandten.
Im Gegensatz zu dem sehr umfangreichen und vermutlich fast vollständigen Bestand an Manu- und Typoskripten theologischer Arbeiten ist von der Korrespondenz dazu und darüber nur wenig vorhanden, fast nur aus der Zeit nach Hases Ausscheiden aus dem Diakonischen Werk. In dem genannten Brief von 1981 an den Archivleiter verweist hier Hans Christoph von Hase auf die von ihm geführten Akten der Hauptgeschäftsstelle des Diakonischen Werkes. In ihnen sei vieles von ihm "vergraben". Sie befinden sich jetzt unter der Systematikgruppe I im Bestand ADE, HGSt.
Kurzbiografie
4. Mai 1907
Hans Christoph von Hase wird als Sohn des Pfarrers, später Supeintendenten Hans von Hase (1873-1958) und seiner Ehefrau Ada von Hase, geb. Schwarz, (1881-1956) in Großwandriß im Kreis Liegnitz / Niederschlesien geboren. Sein Urgroßvater war der Kirchenhistoriker Karl August von Hase (1800-1890).
1925 -1929
Studium: zunächst Physik in Göttingen und später Theologie in Berlin, Marburg und Münster
1929 - 1930
Erste theologische Prüfung in Berlin und Vikariat in Frankfurt / Oder
1930 - 1933
Hilfsassistent, zweite theologische Prüfung und Promotion mit der Arbeit "Die Gegenwart Christi in der Kirche" zum Doktor der Theologie in Berlin
1933 - 1934
Stipendiat am Union Theological Seminary in New York
Juli - Sept. 1934
Gemeindepfarrer in Berlin-Wilmersdorf
Sept. 1934
Heirat mit Clara Schwalfenberg (1909-1982). Der Ehe entstammen 6 Kinder (Christoph, Hans Michael, Ragnild, Rüdiger, Ulrike und Dietrich).
ab Dez. 1934 - 1946
Militärseelsorger in Jüterbog und Rostock, im 2. Weltkrieg Wehrmachtpfarrer (ab 1942 Wehrmachtoberpfarrer) in Italien und an der Ostfront und zuletzt Kriegsgefangener in Rumänien
Jan. 1946 - März 1947
Referent im Zentralbüro des Evangelischen Hilswerks in Stuttgart
April 1947 - Sept. 1952
Gemeindepfarrer an der Universitätskirche in Marburg, zeitweise auch Studentenpfarrer
Juni 1946
Eintritt in die Evangelischen Michaelsbruderschaft
Aug. 1948
Teilnahme an der konstituierenden Versammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Amsterdam
Okt. 1952 - Dez. 1954
Studienleiter an der Evangelischen Akademie in Mühlheim / Ruhr
Jan. 1954 - Sept. 1957
Pfarrer an der Münsterkirche in Herford
Okt. 1957 - April 1973
Direktor der Theologischen Abteilung der Hauptgeschäftsstelle des Diakonischen Werkes der EKD, Stuttgart
März 1973 - Juni 1980
Nach der Pensionierung Seelsorger des Wohnstiftes Augustinum in Stuttgart
Jan. 1976
Beitritt zum Internationalen Bonhoeffer-Komitee (IBK)
Okt. 1982
Tod der Ehefrau Clara von Hase, geb. Schwalfenberg
Dez. 1983
Heirat mit Agnes Haag, geb. Carrière (geb. 1925)
4. Jan. 2005
Tod in Kassel
Hans Christoph von Hase wird in Marburg-Marbach neben seiner ersten Ehefrau und seinen beiden früh verstorbenen Söhnen beigesetzt.
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
22.04.2025, 11:01 MESZ