Auf unserer Webseite werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen hier einsehen und ändern.
Pastoralkolleg Rengsdorf / Wuppertal (Bestand)
Anmelden
Um Merklisten nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden.
Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland (Archivtektonik) >> 2LR Ämter und Einrichtungen, sonstige kirchliche Registraturbildner >> 2LR 015 Pastoralkolleg Rengsdorf
Bestandsbeschreibung: Vorwort 2LR015 Pastoralkolleg Rengsdorf 1. Historischer Abriss 1925 erwarb die Rheinische Provinzialkirche die 1913 erbaute Fremdenpension Preyer in Rengsdorf als Freizeit- und Tagungshaus. Die Gründerinnen und Schwestern Auguste und Johanne Preyer leiteten es bis 1927. „In Erinnerung an den ersten evangelischen Fürsten aus diesem Hause, den Kölner Erzbischof Hermann von Wied“, erhielt es den Namen „Haus Hermann von Wied“. (VZ10) So lautet der erste Gästebuch-Eintrag, mit dem der damalige Präses der Rheinischen Provinzialsynode, D. Walther Wolff, am 4. Oktober 1925 das Buch eröffnet hat. Weiter heißt es: "(Es) fanden sich mit den Damen des Hauses die Herrn des Provinzialsynodalvorstandes und des Evangelischen Konsistoriums bei einer Kaffeetafel zu einer kleinen Vorfeier zusammen, an der auch seine Durchlaucht der Fürst zu Wied teilnahm, und bei der Präses der Provinzialsynode auf die bisherigen Besitzerinnen und das Fürstliche Haus zu Wied sprach." (VZ10) Im Sommerhalbjahr diente das Haus Hermann von Wied als Fremdenheim und im Winterhalbjahr als Freizeitenheim für Pfarrer, kirchliche Mitarbeiter und Pfarrfrauen. Von 1933 an machte sich der Einfluss der Deutschen Christen in der Freizeit-Arbeit bemerkbar. Vom 8.-10. Oktober 1933 fand im Haus Hermann von Wied eine Tagung des „Vortragsausschußes der Glaubensbewegung Deutsche Christen und des Propaganda-Amtes (Volksmissionarisches Amt) des Bistums Köln-Aachen“ unter der Führung des Bischofs Dr. Heinrich Oberheid statt. (VZ 11) Auf dieser Tagung formulierten die Deutschen Christen des Rheinlandes die sogenannten Rengsdorfer Thesen, denen Joachim Beckmann Ende 1933 widersprach und Gegenthesen aufstellte. Die Freizeiten wurden bis zu Beginn des 2. Weltkrieges fortgeführt. Der letzte für Theologen gehaltene Kurs war die „Hilfsprediger-Freizeit“ vom 19.-22. Februar 1939. Im Krieg diente das Haus Hermann von Wied als Lazarett. Die Kursarbeit setzte wieder mit den Pfarrer-Rüstzeiten der Bekennenden Kirche ein, die zunächst 1946 auf der „Hohen Grete“ bei Au an der Sieg unter der Leitung von Pfarrer Dr. Wilhelm Kunze (1892-1964) begonnen hatten. Die Oberkirchenräte Heinrich Held und Joachim Beckmann luden zur 1. Pfarrer-Rüstzeit vom 14.-28. Oktober 1946 ein, die für die aus dem Krieg und der Gefangenschaft Heimgekehrten gedacht war. Die Rüstzeit sollte der theologischen Besinnung und der Ausrichtung auf das Amt dienen. Die Professoren Hans Emil Weber und Hermann Schlingensiepen von der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Bonn waren als Kursbegleiter tätig. Es fanden insgesamt 20 solcher Kurse unter Mitarbeit von Professoren vor allem von der Bonner Fakultät auf der Hohen Grete statt. Nach Öffnung der Zonengrenzen konnte das Haus Hermann von Wied seinem Zweck als Freizeithaus und Tagungsstätte der Kirche wieder zugeführt werden und im April 1949 wurden die Rüstzeiten von der Hohen Grete nach Rengsdorf verlegt. Am 17. November 1950 fasste die Landessynode der EKiR einen „Beschluß über das Pastoralkolleg“. Der bisherige Pastoren-Rüstdienst trägt von nun an den Namen „Pastoralkolleg“, dem fünf Aufgaben von der Landessynode übertragen werden: •„die Pfarrer zum Studium der Heiligen Schrift zusammenzuführen, •ihnen zur theologischen Weiterbildung zu helfen, •ihnen für den Dienst der Predigt, des Unterrichts und der Seelsorge Handreichung zu tun, •die innere Sammlung zu fördern •und die brüderliche Gemeinschaft zu pflegen.“ (LS 1950) Am 14.10.1960 scheidet Rektor D. Kunze aus. Am 08.01.1962 übernimmt der Bonhoeffer-Biograf Prof. Eberhard Bethge die Leitung des Pastoralkollegs bis zum 04.02.1976. In den folgenden Jahren leitet ein Vakanzteam der Landeskirche das Haus Hermann von Wied. In dieser Zeit wird das Haus umgebaut und um ein Gästehaus und eine Kapelle erweitert. Am 01.08.1979 tritt Pfarrer Ulrich Henn, zuvor Superintendent in Duisburg-Nord, die Stelle als Rektor des Pastoralkollegs an. 1988 übernimmt Pfarrer Dr. Karl-Adolf Bauer das Amt des Rektors, das er bis 2001 innehat. Am 28.10.1996 feiert das Pastoralkolleg 50jähriges Jubiläum. Als letzter Rektor in Rengsdorf tritt Heiner Süßelbeck die Nachfolge im Januar 2002 an. Mit dem Beschluss der Landessynode 2003 wird der Sitz des Pastoralkollegs von Rengsdorf in das Theologische Zentrum Wuppertal verlegt und das Haus Hermann von Wied zum 31. Juli 2004 geschlossen. Das Ziel ist eine Konzentration der landeskirchlichen Einrichtungen. Das Pastoralkolleg bildet zusammen mit der Kirchlichen Hochschule, dem Predigerseminar, der Arbeitsstelle für Gottesdienst sowie anderen landeskirchlichen Einrichtungen und der Vereinten Evangelischen Mission ein Zentrum für die Aus- und Fortbildung der Theologinnen und Theologen im Rheinland. In enger Zusammenarbeit mit Pastoralkollegs und Fortbildungseinrichtungen anderer Landeskirchen entsteht 2008 ein gemeinsames Konzept für die Bereiche Aus- und Fortbildung EKiR und EKvW. Im Jahr 2009 werden der Arbeitsbereich Pastoralkolleg der EKvW in Schwerte-Villigst und das rheinische Pastoralkolleg in Wuppertal zusammengeführt. Das „Gemeinsame Pastoralkolleg“ hat seinen Hauptsitz in Schwerte-Villigst und ist am Standort Wuppertal im Theologischen Zentrum vertreten. Das Gemeinsame Pastoralkolleg steht in der Trägerschaft der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Lippischen Landeskirche und der Evangelisch-reformierten Kirche und ist Bestandteil des Instituts für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen (IAFW). Rektoren: 1949-1961 Wilhelm Kunze 1961-1976 Dr. Eberhard Bethge 1979-1987 Ulrich Henn 1988-2001 Dr. Karl-Adolf Bauer 2002-2009 Heinrich Süselbeck 2. Zum Bestand Der Bestand des Pastoralkollegs Rengsdorf (ab 2004 Wuppertal) gelangte in drei Abgaben zwischen 1990 und 2009 ins Archiv der Evangelischen Kirche. Der erste Arbeitsschritt bestand darin, die im unterschiedlichen Bearbeitungszustand vorherrschenden Abgaben zusammenzuführen. Das Gesamtvolumen ergab 20 laufende Meter. Die beiden älteren Abgaben (1 lfm) waren bereits bewertet, zum Teil entmetallisiert und umgebettet. Es wurden lediglich fünf Archivordner zu Bücherinventar, Rechnungen, Monatsabrechnungen und Büroausgaben kassiert. Der Altbestand wurde inhaltlich zur jüngsten Abgabe (19 lfm), die am 17.07.2009 von Rektor Heinrich Süselbeck übergeben wurde, integriert. Die Abgabe von Pfarrer Süselbeck umfasste ca. 140 Stehordner, 28 Kisten mit Hängeregistern, zehn Archivkartons mit Personalunterlagen, ein Archivkarton Fotos, vereinzelt lose Blätter und einen Zinnteller der Stadt Rengsdorf. Nach umfassender Sichtung und Bewertung konnten insgesamt 80 Prozent der Unterlagen kassiert werden, sodass der gesamte technisch bearbeitete Bestand nun vier laufende Meter umfasst. Als kassabel bewertet und vernichtet wurden unter anderem Finanzunterlagen, etwa Rechnungsbücher, Monatsabrechnungen, Unterlagen zu Steuern, Kassen- und Rechnungsprüfungen, Honorar- und Fahrtkosten, Quittungen und Kontoauszüge, Bruttopersonal- und Lohnkosten, Urlaubslisten, Unterlagen zu Krankenkassen, Unfallversicherung und Berufsgenossenschaft, Buchführung der Bücherei, diverse Vervielfältigungen, Kirchenamtsblattverfügungen und LKA Rundschreiben. Da kein Aktenplan vorlag, wurde für den Bestand eine eigene Klassifikation mit fortlaufenden Nummern angelegt. Zur Orientierung und inhaltlichen Gliederung diente ein Bestands- und Ablieferungsverzeichnis von 2009. Das Archivgut umfasst den Zeitraum 1925 bis 2008, schwerpunktmäßig 1955-2004, ist aber nicht vollständig überliefert. Einen Schwerpunkt des Bestandes bildet das Fortbildungsangebot. Es liegen Kursunterlagen ab 1950 bis 2008 vor. Für die Jahre 1983-1995 sind keine Kursmaterialien überliefert. Die Jahresprogrammhefte des Pastoralkollegs können jedoch die Lücken zum Kursangebot größtenteils schließen. Bei der Erfassung der Kursunterlagen blieb die Essenz der Fortbildungsangebote erhalten, indem organisatorische Absprachen, Rechnungen und Dubletten kassiert wurden und, wenn vorhanden, Ausschreibungstexte, Teilnehmerlisten, Programmpläne, Arbeitsmaterialien, Arbeitsberichte und Protokolle archivgerecht aufbewahrt wurden. Im Enthält-Vermerk werden die Themen der Fortbildungsangebote mit den jeweiligen Laufzeiten aufgeführt. Daneben gibt es auch zahlreiche Tagungen und Pfarrkonvente der Kirchenkreise ohne thematische Kursbezeichnung, die im Enthält-Vermerk ausgelassen werden. Ebenso finden Pastoralkollegs mit besonderen Zielgruppen (Vikar-, Gemeindemissionars-, Hilfsprediger-, Pfarrfrauen-, Emeriti-, Superintendenten-, Kirchenmusiker-, Religionslehrer-Kurse) oder folgende wiederkehrende Kurse sich meist nicht im Enthält-Vermerk wieder: (Krankenhaus-) Seelsorge (in Extremsituationen), Konfirmandenarbeit, Leiten und Autorität ausstrahlen, Konfliktmanagement, Begegnung mit dem römischen Katholizismus, Verwaltungskurse (Kirchenrecht und kirchliche Verwaltung), Kollegs zum Neuen und Alten Testament, Kindergottesdienstarbeit und Gemeindeaufbau. Besonderer Aufmerksamkeit bedürfen die zwölf Gästebücher, die von 1925 bis 2008 vollständig erhalten sind. Sie geben einen anschaulichen Einblick in das Kollegangebot. Neben den Namenslisten der Kursleiter, Referenten und Teilnehmer sind bis ca. 1980 Gruppenfotos eingeklebt. Des Weiteren enthält der Bestand ca. 100 Fotos, die meist undatiert sind. Überliefert ist auch eine Tonaufnahme auf CD mit der Silvester-Predigt vom ersten Rektor des Pastoralkollegs, Wilhelm Kunze, vom 31.12.1958. Der Bestand umfasst insgesamt 157 Archiveinheiten und wurde im November 2023 abschließend verzeichnet. Der Bestand ist bis 2029 (Ablauf der 10-jährigen verkürzten Schutzfrist) für die Benutzung gesperrt. Inhalt: Tagungen und Kollegs der Pfarrerfortbildung 1946-2008; Arbeitsberichte und Teilnehmerlisten 1950-2004; Jahrespläne; Korrespondenz mit Referenten 1956-1960, 1972-1996; Statistik; Beiakte des Provinzialkirchlichen Bauamtes zum Haus Hermann von Wied 1932-1949; Personalunterlagen 1965-2004; Verwaltung und Abgabe des Objektes Rengsdorf; Umzug nach Wuppertal; Gästebücher. Literatur: ··Karl Adolf Bauer: Haus Hermann von Wied, in: Heimatjahrbuch des Landkreises Neuwied 2000, S. 169-171. ·Karl-Adolf Bauer, Manfred Josuttis: "Daß Du dem Kopf nicht das Herz abschlägst": Theologie als Erfahrung; Erwägungen zum Pastoralkolleg als Ort erfahrungsbezogener Theologie, Mit einem Geleitwort von Eberhard Bethge, Breklum 1996. ·Joachim Beckmann: Artgemäßes Christentum oder schriftgemäßer Christusglaube? Eine Auseinandersetzung mit der Lehre der Glaubensbewegung Deutscher Christen, Essen 1933. ·Jürgen Seim: Bethge im Pastoralkolleg, in: Heinz Eduard Tödt (Hrsg.): Wie eine Flaschenpost. Ökumenische Briefe und Beiträge für Eberhard Bethge, München 1979, S. 144-147. Ergänzende Archivbestände: ··6HA 006 (Handakten Held), Nr. 1-7 ·7NL 232 Superintendent Dr. Karl Adolf Bauer ·1OB 017 (LKA-Sachakten), AZ 22-7 Haus Hermann von Wied (1985-2014), AZ 25-27 Haus Hermann von Wied ·1OB009 Personalakten der Pfarrer
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.