Bezirksamt Durlach (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 348
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Neuere Bestände (vornehmlich ab ca. 1800) >> Inneres, Soziales und Umwelt >> Ämter (Bezirks-, Landratsämter) >> Durlach
1513-1924
Zur Geschichte der Bezirks- und Landratsämter: Die Markgrafschaft Baden erfuhr durch die Umwälzungen der napoleonischen Zeit eine Vervielfachung ihres Staatsgebiets. 1803 waren die größten Gewinne die rechtsrheinischen Teile der Kurpfalz (mit den Städten Mannheim und Heidelberg) sowie der Hochstifte Basel, Straßburg (mit der letzten fürstbischöflichen Residenz Ettenheim) und Speyer (mit der Residenz Bruchsal), der größte Teil des Hochstifts Konstanz (mit der Residenz Meersburg), außerdem die oberrheinischen Reichsstädte (vor allem Offenburg) und Reichsklöster (insbesondere Salem und Petershausen), sowie an weltlichen Herrschaftsgebieten vor allem die Herrschaft Lahr. Durch den Frieden von Preßburg 1805 kamen die österreichischen Besitzungen in der Ortenau, im Breisgau mit der Stadt Freiburg, die Deutschordenskommende Mainau und die Stadt Konstanz hinzu. Der letzte große Zuwachs erfolgte durch die Rheinbundakte von 1806, durch die Baden vor allem folgende Gebiete zugesprochen bekam: das Johanniter-Fürstentum Heitersheim mit der Grafschaft Bonndorf und dem 1803 säkularisierten Kloster St. Blasien, die Deutschordenskomtureien Freiburg und Beuggen, die Landgrafschaft Klettgau, die Grafschaft Tengen, der größte Teil des Fürstentums Fürstenberg mit den Schwerpunkten auf der Baar und im Kinzigtal, weite Teile der Fürstentumer Leiningen, Löwenstein und Salm-Krautheim in Mainfranken, an die 1803 die südlich des Mains gelegenen Gebietsteile der Hochstifte Mainz und Würzburg gefallen waren, sowie die an Oberrhein, Bodensee, im Odenwald und im Kraichgau gelegenen Kantone der Reichsritterschaft. In den folgenden Jahren kam es zu mehreren vertraglich geregelten Abrundungen gegenüber den Nachbarstaaten, wobei Frankreich nach dem Frieden von Schönbrunn 1809 die Vermittlerrolle übernahm. Baden gewann damals vor allem die Grafschaft Nellenburg von Württemberg. Abgesehen von weiteren kleineren Grenzberichtigungen hatte Baden damit im Wesentlichen seine bis 1945/52 bestehende Ausdehnung erreicht. Die Schaffung einer völlig neuen Verwaltungsorganisation des nunmehrigen Kurfürstentums bzw. ab 1806 Großherzogtums Baden und eines einheitlichen Rechts- und Wirtschaftsraums war Gegenstand einer langen Reihe gesetzgeberischer Maßnahmen, die 1803 einsetzten. Auf lange Zeit prägend war das alle Verwaltungssparten umfassende Organisationsreskript vom 26. November 1809. Die innere Verwaltung wurde vierstufig aufgebaut, angefangen von den Gemeindeverwaltungen über die Bezirks- und Stadtämter und Mittelbehörden (Kreise, bis 1863) bis hin zu den Ministerien. Die staatliche Unterstufe bildeten die staatlichen und standesherrlichen (Bezirks-)Ämter, die zwar auf ältere Vorgänger zurück gingen, deren Gebietseinteilung 1809 aber von Grund auf neu geregelt wurde. Ihre Zahl betrug anfänglich 119 (66 landesherrliche und 53 standesherrliche Ämter) und wurde in den folgenden Jahrzehnten stetig reduziert, wobei die standesherrlichen Ämter als Relikte der Feudalzeit bis 1849 vollständig aufgelöst wurden. Zum Ende der Monarchie 1918 gab es 53 Ämter, seit 1924 nur noch 40, ab 1936 waren es 27. Die Bezirksämter hatten umfassende Zuständigkeiten auf dem Gebiet der inneren Verwaltung einschließlich polizeilicher Aufgaben und bildeten bis zur Gründung der Amtsgerichte 1857 zugleich die Unterstufe der Justiz. Die verbliebenen 27 badischen Bezirksämter wurden durch die Landkreisordnung von 1939, die u.a. ihre Umbenennung in Landkreise zur Folge hatte, zu Selbstverwaltungskörperschaften, auch wenn unter den Bedingungen der NS-Zeit nicht wirklich von Selbstverwaltung gesprochen werden konnte. Die Übertragung der Wahrnehmung staatlicher Verwaltungsaufgaben auf Selbstverwaltungskörperschaften auf der Unterstufe setzte sich nach 1945 fort. Durch die Kreisreform in Baden-Württemberg, die zum 1. Januar 1973 in Kraft trat, wurde die Zahl der Landkreise auf 35 reduziert, davon 16 im badischen Landesteil, von denen wiederum 7 im Regierungsbezirk Karlsruhe liegen. Hinzu kommen 9 Stadtkreise, davon 5 in Nordbaden.
Bezirksamt Durlach: Die altbadische Stadt Durlach war seit dem späten Mittelalter Amtssitz für die umliegenden Dörfer und wurde 1565 markgräfliche Residenz. Der Amtsbezirk erreichte im 17. Jahrhundert seine größte Ausdehnung und reichte von Friedrichstal und Spöck im Norden bis Grünwettersbach und Rüppurr im Süden, von Rintheim im Westen bis Söllingen im Osten. Die Gründung der neuen markgräflichen Residenz Karlsruhe 1715 und die Errichtung des Oberamts Karlsruhe 1752 leiteten einen zunehmenden Bedeutungsverlust des Amtes und der Stadt Durlach ein. 1803 wurde Durlach Sitz eines (Ober-)Amts, dessen Grenzen sich 1809 und 1821 änderten und das zuletzt die Städte und Gemeinden Aue, Berghausen, Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Hohenwettersbach, Königsbach, Palmbach, Rintheim, Singen, Söllingen, Stupferich, Wilferdingen und Wolfartsweier umfasste. Im Jahr 1924 wurde das Bezirksamt Durlach aufgehoben und sein Gebiet in das Bezirksamt Karlsruhe eingegliedert mit Ausnahme der Pfinztal-Gemeinden Königsbach, Singen und Wilferdingen, die zum Bezirksamt Pforzheim kamen.
Erschließung: Die Akten des Bestandes 348 kamen in mehreren Ablieferungen ab 1898 ins Generallandesarchiv Karlsruhe und wurden in den Jahren 1974 und 1975 durch Gerhard Linder durch ein Findbuch erschlossen. Das vorliegende Findmittel beruht auf einer Konversion dieses Findbuchs. Im Zuge der Endredaktion durch den Unterzeichneten im Jahr 2022 wurden einige Korrekturen und Ergänzungen vorgenommen, ansonsten blieb das Findmittel unverändert. Karlsruhe, im November 2022 Dr. Martin Stingl
Literaturhinweis: Breitkopf, Bernd: Die alten Landkreise und ihre Amtsvorsteher: Die Entstehung der Ämter und Landkreise im heutigen Landkreis Karlsruhe - Biographien der Oberamtmänner und Landräte von 1803 bis 1997 (Beiträge zur Geschichte des Landkreises Karlsruhe, hrsg. vom Kreisarchiv Karlsruhe, Band 1), Ubstadt-Weiher 1997, S. 40-45.
Bezirksamt Durlach: Die altbadische Stadt Durlach war seit dem späten Mittelalter Amtssitz für die umliegenden Dörfer und wurde 1565 markgräfliche Residenz. Der Amtsbezirk erreichte im 17. Jahrhundert seine größte Ausdehnung und reichte von Friedrichstal und Spöck im Norden bis Grünwettersbach und Rüppurr im Süden, von Rintheim im Westen bis Söllingen im Osten. Die Gründung der neuen markgräflichen Residenz Karlsruhe 1715 und die Errichtung des Oberamts Karlsruhe 1752 leiteten einen zunehmenden Bedeutungsverlust des Amtes und der Stadt Durlach ein. 1803 wurde Durlach Sitz eines (Ober-)Amts, dessen Grenzen sich 1809 und 1821 änderten und das zuletzt die Städte und Gemeinden Aue, Berghausen, Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Hohenwettersbach, Königsbach, Palmbach, Rintheim, Singen, Söllingen, Stupferich, Wilferdingen und Wolfartsweier umfasste. Im Jahr 1924 wurde das Bezirksamt Durlach aufgehoben und sein Gebiet in das Bezirksamt Karlsruhe eingegliedert mit Ausnahme der Pfinztal-Gemeinden Königsbach, Singen und Wilferdingen, die zum Bezirksamt Pforzheim kamen.
Erschließung: Die Akten des Bestandes 348 kamen in mehreren Ablieferungen ab 1898 ins Generallandesarchiv Karlsruhe und wurden in den Jahren 1974 und 1975 durch Gerhard Linder durch ein Findbuch erschlossen. Das vorliegende Findmittel beruht auf einer Konversion dieses Findbuchs. Im Zuge der Endredaktion durch den Unterzeichneten im Jahr 2022 wurden einige Korrekturen und Ergänzungen vorgenommen, ansonsten blieb das Findmittel unverändert. Karlsruhe, im November 2022 Dr. Martin Stingl
Literaturhinweis: Breitkopf, Bernd: Die alten Landkreise und ihre Amtsvorsteher: Die Entstehung der Ämter und Landkreise im heutigen Landkreis Karlsruhe - Biographien der Oberamtmänner und Landräte von 1803 bis 1997 (Beiträge zur Geschichte des Landkreises Karlsruhe, hrsg. vom Kreisarchiv Karlsruhe, Band 1), Ubstadt-Weiher 1997, S. 40-45.
2515 Akten (Nr. 1-2511)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
03.04.2025, 11:03 AM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik)
- Neuere Bestände (vornehmlich ab ca. 1800) (Archival tectonics)
- Inneres, Soziales und Umwelt (Archival tectonics)
- Ämter (Bezirks-, Landratsämter) (Archival tectonics)
- Durlach (Archival tectonics)
- Bezirksamt Durlach (Archival holding)