Mandatum de pendente lite nihil innovando Auseinandersetzung um Grenzziehung
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(1) 0222
Wismar B 123 (W B 4 n. 123)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 02. 1. Kläger B
(1695) 12.03.1706-23.12.1710
Kläger: (2) Oberstleutnant Gotthard von Bornefeld auf Preensberg im Amt Bukow, seit 1748 N N von Lützow
Beklagter: Hausleute zu Tollow im Amt Neukloster und als Nebenbekl. "Ober-Commissar" Steeb, seit 1723 Landrentmeister Johann Spihler, seit 1728 auch Kammerpräsident von Plessen als Pfandinhaber des Amts Neukloster, seit 1742 Dr. Anton Christoph Gröning als Justitiar des Amts Neukloster
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Johann Jacob Lauterbrunn (A), Dr. Joachim Köckert (P), seit 1723: Dr. Erich Hertzberg (A & P)
Fallbeschreibung: Zwischen den Parteien bestehen seit vielen Jahren Grenzstreitigkeiten, weshalb Kl. um Einsetzung einer Kommission und ein Mandat an Bekl. bittet, während des Prozesses alles beim alten zu lassen. Diese Bitte erneuert er am 17.06. und erhält am 12.07. ein entsprechendes Reskript an Bekl. Am 23.07. bittet das Tribunal Generalgouverneur Mellin um Zusendung einer Kopie der Matrikelkarten von Poel und Neukloster und erhält am 14.08. von diesem die Zusicherung, die Karten zu schicken. Am 18.12. erbittet Kl. erneut eine Vor-Ort-Besichtigung durch eine Kommission, die das Tribunal am 20.12.1706 ablehnt. Am 04.03., 01.11.1707 und 18.04.1708 erneuert Kl. seine Bitte, das Tribunal lehnt sie jedoch am 25.11.1707 und 25.04.1708 ab. Am 27.04. beschwert sich Steeb, daß Kl. an der strittigen Grenze Zeichen anbringt und bittet, ihm dies untersagen zu lassen. Ein entsprechendes Mandat ergeht am 10.05., am 10.08. weist Kl. die Beschuldigung zurück und bittet erneut um Kommission. Das Tribunal trägt ihm am 21.08.1708 auf, diese bei Hof zu erbitten, da "Ihrer Königl. Maytt. hohe Territorial Gerechtsame" berührt würden. Am 14.01.1709, 29.04. und 08.11.1710 beschwert sich Kl. erneut über Grenzverletzung durch Bekl. und erbittet wiederholt eine Kommission, die Tribunal am 09.05.1710 ablehnt und stattdessen am 01.02.1709 von Steeb einen Bericht anfordert. Am 18.11.1710 fordert das Tribunal Steeb auf, den Bauern das Holzschlagen zu verbieten. Am 23.12.1710 erklärt Steeb, er habe den Bauern das Verbot mitgeteilt. Am 25.02.1723 erneuert Kl. seine Bitte um Entscheidung der Sache und erbittet Mandat an Landrentmeister Spihler, gekennzeichnete strittige Eichen nicht fällen zu lassen. Das Mandat ergeht am 26.02., am 14.04. erhebt Spihler Gegenklage wegen Neuerungen an der Grenze durch Kl. und erbittet ein Mandat, alle Neuerungen zu unterlassen, das am 11.06.1723 ergeht. Am 02.06.1728 erbittet Kl. ein Mandat an Pfandinhaber von Plessen, gekennzeichnete Eichen nicht fällen zu lassen und erhält dieses am 03.06. Am 07.06. besteht Plessen auf seinem Recht. Am 01.08.1730 meldet Kl. neue Übergriffe und erbittet erneut Mandat, das er am 02.08. erhält. Am 13.01.1731 weist Spihler die Vorwürfe zurück, am 26.01. erneuert das Tribunal seine Mandate an Bekl., alle Übergriffe zu unterlassen. Am 15.09. erbittet Kl. erneut eine Kommission zur Untersuchung der Vorwürfe, mit der das Tribunal am 18.09.1731 den Assessor Dingelstedt beauftragt. Am 17.02.1732 berichtet Kl. von erneutem Vorfall an der Grenze, das Tribunal beauftragt am 04.03. den Fiskal mit der Untersuchung. Am 27.03. legt der Fiskal seinen Bericht vor, aus dem hervorgeht, daß ein Grenzstubben gerodet worden ist. Das Tribunal beauftragt daraufhin am 01.04. Kammerpräsident von Plessen mit Setzung eines neuen Grenzzeichens. Am 12. und 26.05. erbittet Kl. Fristverlängerung zur Einreichung der restitutio in integrum und erhält diese am 14. und 28.05. Am 10.06. trägt Kl. seine Gründe vor und wehrt sich gegen Setzung des neuen Grenzzeichens. Am 07.07. bestätigt das Tribunal sein Urteil, am 21.10. erbittet Kl. Kommission an den Registrator Scheffel zum Zeugenverhör und erhält diese am 24.10.1732. Am 19.01.1733 wird der Kommissionsbericht Scheffels vom Gericht zur Kenntnis genommen. Am 06.10.1742 berichtet Justitiar Grönung über Errichtung des neuen Grenzzeichens, am 20.09.1748 schlägt er einen Vergleich mit Kl. vor und wird vom Tribunal am 24.09.1748 entsprechend beauftragt. Am 27.01.1749 trägt er das Ergebnis des Vergleichs vor, dem eine Neuvermessung des Gebiets durch Landmesser Heusler zugrunde liegt und der von Tribunal am 18.02.1749 und von Christian Ludwig von Mecklenburg am 10.08.1750 bestätigt wird.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1706-1710, 1723, 1728-1732 2. Tribunal 1732-1733, 1742-1750
Prozessbeilagen: (7) von Tribunalsbote Jürgen Müller ausgestellte Übergabequittung für ein Tribunalsmandat vom 19.07.1706; Berichte der Heidereiter von Neukloster Jochim und Julius Lübcke sowie Hans Jacob Thee vom 09.03.1723, 08.08.1730, 01.03.1732; von Notar Johann Friedrich Köpcke abgefaßter Bericht vom 08.07.1730; Schreiben des Landrentmeisters Spihler an Dietrich von Plessen vom 04.08.1730 und dessen Antwort vom 07.08.1730; von Notar Philipp Heinrich Pladecius aufgenommene Befragung des Heidereiters Julius Lübcke und des Tollower Schulzen Jacob Barth vom 21.03.1732; von Kl. verfaßte Articuli probatoriales für Gerd Detlef Köhn, Gotthard Kave und Hinrich Stolte vom 21.10.1732; von Registrator Scheffel verfaßter Kommissionsbericht vom 13.12.1732; Kommissionsprotokoll vom 08.10.1748; Auszug aus Grenzbeschreibung von 1695
Beklagter: Hausleute zu Tollow im Amt Neukloster und als Nebenbekl. "Ober-Commissar" Steeb, seit 1723 Landrentmeister Johann Spihler, seit 1728 auch Kammerpräsident von Plessen als Pfandinhaber des Amts Neukloster, seit 1742 Dr. Anton Christoph Gröning als Justitiar des Amts Neukloster
Anwälte, Prokuratoren: Kl.: Johann Jacob Lauterbrunn (A), Dr. Joachim Köckert (P), seit 1723: Dr. Erich Hertzberg (A & P)
Fallbeschreibung: Zwischen den Parteien bestehen seit vielen Jahren Grenzstreitigkeiten, weshalb Kl. um Einsetzung einer Kommission und ein Mandat an Bekl. bittet, während des Prozesses alles beim alten zu lassen. Diese Bitte erneuert er am 17.06. und erhält am 12.07. ein entsprechendes Reskript an Bekl. Am 23.07. bittet das Tribunal Generalgouverneur Mellin um Zusendung einer Kopie der Matrikelkarten von Poel und Neukloster und erhält am 14.08. von diesem die Zusicherung, die Karten zu schicken. Am 18.12. erbittet Kl. erneut eine Vor-Ort-Besichtigung durch eine Kommission, die das Tribunal am 20.12.1706 ablehnt. Am 04.03., 01.11.1707 und 18.04.1708 erneuert Kl. seine Bitte, das Tribunal lehnt sie jedoch am 25.11.1707 und 25.04.1708 ab. Am 27.04. beschwert sich Steeb, daß Kl. an der strittigen Grenze Zeichen anbringt und bittet, ihm dies untersagen zu lassen. Ein entsprechendes Mandat ergeht am 10.05., am 10.08. weist Kl. die Beschuldigung zurück und bittet erneut um Kommission. Das Tribunal trägt ihm am 21.08.1708 auf, diese bei Hof zu erbitten, da "Ihrer Königl. Maytt. hohe Territorial Gerechtsame" berührt würden. Am 14.01.1709, 29.04. und 08.11.1710 beschwert sich Kl. erneut über Grenzverletzung durch Bekl. und erbittet wiederholt eine Kommission, die Tribunal am 09.05.1710 ablehnt und stattdessen am 01.02.1709 von Steeb einen Bericht anfordert. Am 18.11.1710 fordert das Tribunal Steeb auf, den Bauern das Holzschlagen zu verbieten. Am 23.12.1710 erklärt Steeb, er habe den Bauern das Verbot mitgeteilt. Am 25.02.1723 erneuert Kl. seine Bitte um Entscheidung der Sache und erbittet Mandat an Landrentmeister Spihler, gekennzeichnete strittige Eichen nicht fällen zu lassen. Das Mandat ergeht am 26.02., am 14.04. erhebt Spihler Gegenklage wegen Neuerungen an der Grenze durch Kl. und erbittet ein Mandat, alle Neuerungen zu unterlassen, das am 11.06.1723 ergeht. Am 02.06.1728 erbittet Kl. ein Mandat an Pfandinhaber von Plessen, gekennzeichnete Eichen nicht fällen zu lassen und erhält dieses am 03.06. Am 07.06. besteht Plessen auf seinem Recht. Am 01.08.1730 meldet Kl. neue Übergriffe und erbittet erneut Mandat, das er am 02.08. erhält. Am 13.01.1731 weist Spihler die Vorwürfe zurück, am 26.01. erneuert das Tribunal seine Mandate an Bekl., alle Übergriffe zu unterlassen. Am 15.09. erbittet Kl. erneut eine Kommission zur Untersuchung der Vorwürfe, mit der das Tribunal am 18.09.1731 den Assessor Dingelstedt beauftragt. Am 17.02.1732 berichtet Kl. von erneutem Vorfall an der Grenze, das Tribunal beauftragt am 04.03. den Fiskal mit der Untersuchung. Am 27.03. legt der Fiskal seinen Bericht vor, aus dem hervorgeht, daß ein Grenzstubben gerodet worden ist. Das Tribunal beauftragt daraufhin am 01.04. Kammerpräsident von Plessen mit Setzung eines neuen Grenzzeichens. Am 12. und 26.05. erbittet Kl. Fristverlängerung zur Einreichung der restitutio in integrum und erhält diese am 14. und 28.05. Am 10.06. trägt Kl. seine Gründe vor und wehrt sich gegen Setzung des neuen Grenzzeichens. Am 07.07. bestätigt das Tribunal sein Urteil, am 21.10. erbittet Kl. Kommission an den Registrator Scheffel zum Zeugenverhör und erhält diese am 24.10.1732. Am 19.01.1733 wird der Kommissionsbericht Scheffels vom Gericht zur Kenntnis genommen. Am 06.10.1742 berichtet Justitiar Grönung über Errichtung des neuen Grenzzeichens, am 20.09.1748 schlägt er einen Vergleich mit Kl. vor und wird vom Tribunal am 24.09.1748 entsprechend beauftragt. Am 27.01.1749 trägt er das Ergebnis des Vergleichs vor, dem eine Neuvermessung des Gebiets durch Landmesser Heusler zugrunde liegt und der von Tribunal am 18.02.1749 und von Christian Ludwig von Mecklenburg am 10.08.1750 bestätigt wird.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1706-1710, 1723, 1728-1732 2. Tribunal 1732-1733, 1742-1750
Prozessbeilagen: (7) von Tribunalsbote Jürgen Müller ausgestellte Übergabequittung für ein Tribunalsmandat vom 19.07.1706; Berichte der Heidereiter von Neukloster Jochim und Julius Lübcke sowie Hans Jacob Thee vom 09.03.1723, 08.08.1730, 01.03.1732; von Notar Johann Friedrich Köpcke abgefaßter Bericht vom 08.07.1730; Schreiben des Landrentmeisters Spihler an Dietrich von Plessen vom 04.08.1730 und dessen Antwort vom 07.08.1730; von Notar Philipp Heinrich Pladecius aufgenommene Befragung des Heidereiters Julius Lübcke und des Tollower Schulzen Jacob Barth vom 21.03.1732; von Kl. verfaßte Articuli probatoriales für Gerd Detlef Köhn, Gotthard Kave und Hinrich Stolte vom 21.10.1732; von Registrator Scheffel verfaßter Kommissionsbericht vom 13.12.1732; Kommissionsprotokoll vom 08.10.1748; Auszug aus Grenzbeschreibung von 1695
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.10.2025, 11:29 MEZ