A Rep. 082-21 Rathenow-Senzke-Paulinenauer Eisenbahn (Bestand)
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A Rep. 082-21
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> A Bestände vor 1945 >> A 6 Unternehmen der Wirtschaft >> A 6.2 Unternehmen der privaten Wirtschaft >> A Rep. 082 Eisenbahngesellschaften, Klein- und Privatbahnen
1934 - 1942
Vorwort: A Rep. 082-21 Rathenow-Senzke-Paulinenauer Eisenbahn
1. Institutionsgeschichte
Im Jahre 1895 erörterte der Kreistag Westhavelland in Rathenow verschiedene Kleinbahnprojekte mit dem Ziel, das Kreisgebiet verkehrsmäßig besser zu erschließen. Ein im Dezember 1895 gegründetes Komitee zur Prüfung von Linienführungen schlug 1896 die Verbindung Rathenow-Paulinenaue vor. Das preußische Ministerium für öffentliche Arbeiten stimmte auf Grundlage des Kleinbahngesetzes von 1892 dem Bau einer schmalspurigen Kleinbahn zu. 1897 wurde eine Streckenführung von Rathenow über Stechow, Ferchesar, Kotzen, Landin, Kriele, Haage, Senzke, Wagenitz und Brädikow nach Paulinenaue festgelegt. Der Kreistag in Rathenow stimmte am 29. Juni 1897 dem Bau beider Linien zu, und am 28. Oktober 1898 erteilte der Königliche Regierungspräsident in Potsdam die Konzession zum Bau und Betrieb der Eisenbahn Rathenow-Senzke-Paulinenaue (RSP). Anfang 1899 begannen die ersten Bauarbeiten an der Strecke.
Die Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen (RSN) - wie sie von 1932 bis zum 31. März 1949 hieß - war damit die einzige Schmalspurbahn im damaligen Landkreis Westhavelland und gehörte diesem selbst. Der Sitz war in Rathenow. Beschäftigt waren etwa 30 Angestellte und 50 Arbeiter. Bis 1914 wurden pro Jahr durchschnittlich 100.000 Personen und knapp 50.000 Tonnen Güter transportiert. Die Erlöse der RSN deckten bis dahin die Ausgaben für Betriebsstoffe und Löhne.
1924 kündigte die RSN den seit 1903 bestehenden Betriebsführungsvertrag mit der Eisenbahnabteilung der Provinz Mark Brandenburg. Jetzt übernahm der Kreis Westhavelland die Leitung des Bahnbetriebes. Mit ständigen Zuschüssen gelang es, den Betrieb bis 1945 aufrechtzuerhalten, denn die RSN wurde besonders für den Güterverkehr dringend benötigt.
Während des Zweiten Weltkrieges stieg der Reiseverkehr stark an. Vorrangig wurde die RSN von den in Rathenow stationierten Wehrmachtsangehörigen benutzt, da sie preisgünstig nach Nauen kamen, um dort den S-Bahn-Verkehr in die Reichshauptstadt zu erreichen.
2. Bestandsgeschichte
1946 wurde das Vermögen der Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen wie auch anderer brandenburgischer Kleinbahnen von der sowjetischen Verwaltung enteignet. 1948 übernahm eine neu gegründete ‚Vereinigung Volkseigener Betriebe Landesbahnen Brandenburg' Betriebsvermögen und Betriebszuständigkeit der Kleinbahnen. 1949 wurde deren Betrieb dann von der Deutschen Reichsbahn übernommen.
Die bei den Gesellschaften vorhandenen Altunterlagen waren bei der Enteignung mit übernommen worden. Sie wurden schließlich zusammen mit anderen Vorkriegsunterlagen der Reichsbahndirektion Berlin in einem Betriebsgebäude am Schöneberger Ufer gelagert. Zu diesem Archiv hatten nur wenige Mitarbeiter der RBD Zutritt, da es sich auf Westberliner Gebiet befand.
1997 gab die DB AG das gesamte Archiv der Reichsbahndirektion Berlin an das Landesarchiv Berlin ab, wo die Vorkriegsunterlagen des Archivs zuerst geschlossen unter der Repositur A Rep. 080 geführt wurden.
Im Zuge der Bearbeitung und Neuordnung dieser Überlieferung wurden die Unterlagen verstaatlichter ehemals selbstständiger Klein- und Nebenbahnen aus der A Rep. 080 herausgelöst und als Bestandsserie A Rep. 082 neu formiert. Die Vorkriegsüberlieferung der Kleinbahn erhielt dabei die Repositur A Rep. 082-21.
Die vorhandenen 2 AE wurden neu signiert, kartoniert und in AUGIAS-Archiv neu erschlossen.
Der Bestand umfasst jetzt 2 AE (0,15 lfm.).
Er wird folgendermaßen zitiert: LA Berlin, A Rep. 082-21, Nr. …
3. Verweise
LAB A Rep. 080; C Rep. 309
4. Literatur- und Quellenverzeichnis
Machel, Wolf-Dietger, Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen, in: Sammelwerk Neben- und Schmalspurbahnen in Deutschland, München 1994 (GeraNova)
Richter, Reinhard / Machel, Wolf-Dietger, Kreisbahn Rathenow - Senzke - Paulinenaue - Nauen 2003 (Begleitheft der Sonderausstellung des Heimatmuseums Falkensee und des Freundeskreises Kreisbahn RSPN)
Preuß, Erich: Archiv deutscher Klein- und Privatbahnen: Brandenburg / Mecklenburg-Vorpommern. Berlin 1994 (transpress-Verlag)
Berlin, November 2011 Martin Luchterhandt
1. Institutionsgeschichte
Im Jahre 1895 erörterte der Kreistag Westhavelland in Rathenow verschiedene Kleinbahnprojekte mit dem Ziel, das Kreisgebiet verkehrsmäßig besser zu erschließen. Ein im Dezember 1895 gegründetes Komitee zur Prüfung von Linienführungen schlug 1896 die Verbindung Rathenow-Paulinenaue vor. Das preußische Ministerium für öffentliche Arbeiten stimmte auf Grundlage des Kleinbahngesetzes von 1892 dem Bau einer schmalspurigen Kleinbahn zu. 1897 wurde eine Streckenführung von Rathenow über Stechow, Ferchesar, Kotzen, Landin, Kriele, Haage, Senzke, Wagenitz und Brädikow nach Paulinenaue festgelegt. Der Kreistag in Rathenow stimmte am 29. Juni 1897 dem Bau beider Linien zu, und am 28. Oktober 1898 erteilte der Königliche Regierungspräsident in Potsdam die Konzession zum Bau und Betrieb der Eisenbahn Rathenow-Senzke-Paulinenaue (RSP). Anfang 1899 begannen die ersten Bauarbeiten an der Strecke.
Die Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen (RSN) - wie sie von 1932 bis zum 31. März 1949 hieß - war damit die einzige Schmalspurbahn im damaligen Landkreis Westhavelland und gehörte diesem selbst. Der Sitz war in Rathenow. Beschäftigt waren etwa 30 Angestellte und 50 Arbeiter. Bis 1914 wurden pro Jahr durchschnittlich 100.000 Personen und knapp 50.000 Tonnen Güter transportiert. Die Erlöse der RSN deckten bis dahin die Ausgaben für Betriebsstoffe und Löhne.
1924 kündigte die RSN den seit 1903 bestehenden Betriebsführungsvertrag mit der Eisenbahnabteilung der Provinz Mark Brandenburg. Jetzt übernahm der Kreis Westhavelland die Leitung des Bahnbetriebes. Mit ständigen Zuschüssen gelang es, den Betrieb bis 1945 aufrechtzuerhalten, denn die RSN wurde besonders für den Güterverkehr dringend benötigt.
Während des Zweiten Weltkrieges stieg der Reiseverkehr stark an. Vorrangig wurde die RSN von den in Rathenow stationierten Wehrmachtsangehörigen benutzt, da sie preisgünstig nach Nauen kamen, um dort den S-Bahn-Verkehr in die Reichshauptstadt zu erreichen.
2. Bestandsgeschichte
1946 wurde das Vermögen der Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen wie auch anderer brandenburgischer Kleinbahnen von der sowjetischen Verwaltung enteignet. 1948 übernahm eine neu gegründete ‚Vereinigung Volkseigener Betriebe Landesbahnen Brandenburg' Betriebsvermögen und Betriebszuständigkeit der Kleinbahnen. 1949 wurde deren Betrieb dann von der Deutschen Reichsbahn übernommen.
Die bei den Gesellschaften vorhandenen Altunterlagen waren bei der Enteignung mit übernommen worden. Sie wurden schließlich zusammen mit anderen Vorkriegsunterlagen der Reichsbahndirektion Berlin in einem Betriebsgebäude am Schöneberger Ufer gelagert. Zu diesem Archiv hatten nur wenige Mitarbeiter der RBD Zutritt, da es sich auf Westberliner Gebiet befand.
1997 gab die DB AG das gesamte Archiv der Reichsbahndirektion Berlin an das Landesarchiv Berlin ab, wo die Vorkriegsunterlagen des Archivs zuerst geschlossen unter der Repositur A Rep. 080 geführt wurden.
Im Zuge der Bearbeitung und Neuordnung dieser Überlieferung wurden die Unterlagen verstaatlichter ehemals selbstständiger Klein- und Nebenbahnen aus der A Rep. 080 herausgelöst und als Bestandsserie A Rep. 082 neu formiert. Die Vorkriegsüberlieferung der Kleinbahn erhielt dabei die Repositur A Rep. 082-21.
Die vorhandenen 2 AE wurden neu signiert, kartoniert und in AUGIAS-Archiv neu erschlossen.
Der Bestand umfasst jetzt 2 AE (0,15 lfm.).
Er wird folgendermaßen zitiert: LA Berlin, A Rep. 082-21, Nr. …
3. Verweise
LAB A Rep. 080; C Rep. 309
4. Literatur- und Quellenverzeichnis
Machel, Wolf-Dietger, Kreisbahn Rathenow-Senzke-Nauen, in: Sammelwerk Neben- und Schmalspurbahnen in Deutschland, München 1994 (GeraNova)
Richter, Reinhard / Machel, Wolf-Dietger, Kreisbahn Rathenow - Senzke - Paulinenaue - Nauen 2003 (Begleitheft der Sonderausstellung des Heimatmuseums Falkensee und des Freundeskreises Kreisbahn RSPN)
Preuß, Erich: Archiv deutscher Klein- und Privatbahnen: Brandenburg / Mecklenburg-Vorpommern. Berlin 1994 (transpress-Verlag)
Berlin, November 2011 Martin Luchterhandt
Bestand
Verwandte Verzeichnungseinheiten: LAB A Rep. 080 Eisenbahndirektion Berlin
LAB C Rep. 309 Reichsbahndirektion Berlin
LAB C Rep. 309 Reichsbahndirektion Berlin
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
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22.08.2025, 11:21 MESZ