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Berthold [von Henneberg], Erzbischof von Mainz, bekundet für
sich, seine Nachkommen und das Domkapitel, dass sein Vetter Johann [I.
von Henneberg]...
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Urk. 75 Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a]
Fulda: Reichsabtei, Stift [ehemals: Urkunden R I a] >> Reichsabtei, Stift >> 1491-1500
1496 März 21
Ausfertigung, Pergament, mit Pergamentstreifen angehängtes Siegel
Urkunde
Identifikation (Urkunde): Originaldatierung: ... der geben ist am tage und im iare wie obgeschrieben steet
Vermerke (Urkunde): (Voll-) Regest: Berthold [von Henneberg], Erzbischof von Mainz, bekundet für sich, seine Nachkommen und das Domkapitel, dass sein Vetter Johann [I. von Henneberg], Abt von Fulda, mit Zustimmung des Dekans Johann und des Konvents von Fulda für 2000 rheinische Gulden die Städte und Burgen Fulda und Hünfeld zu einem Viertel sowie Geisa und Rockenstuhl zu einem Drittel auf Wiederkauf an Berthold, seine Nachfolger und das Domkapitel verkauft hat. Die diesbezügliche Urkunde ist im Folgenden inseriert. Berthold versichert, Johann und dem Konvent von Fulda den Wiederkauf zu gestatten und alle getroffenen Vereinbarungen einzuhalten und nicht gegen sie zu handeln. Siegelankündigung. Inserierte Urkunde von 1496 März 21: Johann [I. von Henneberg], Abt von Fulda, bekundet für sich und seine Nachfolger, dass seine Vorgänger den Erzbischöfen von Mainz und den Landgrafen von Hessen für 16000 Gulden die Städte und Burgen Fulda und Hünfeld zur Hälfte und jeweils zwei Teile von Geisa und Rockenstuhl verpfändet hatten. Diese Verpfändung wurde durch Reinhard [von Weilnau], Abt von Fulda, und Johann selbst abgelöst. Dies belegen Quittungen des Erzbischofs Berthold von Mainz und der beiden Vettern, Landgraf Wilhelm [II.] der Mittlere und Landgraf Wilhelm [III.] der Jüngere. Wegen der guten Beziehungen zwischen dem Erzbistum Mainz und der Abtei Fulda hat Johann mit Zustimmung des Dekans Johann und des Konvents von Fulda beschlossen, Erzbischof Berthold die Städte und Burgen Fulda und Hünfeld zu einem Viertel sowie Geisa und Rockenstuhl zu einem Drittel dauerhaft [!] für 2000 rheinische Gulden Frankfurter Währung zu verkaufen. Das Geld hat Johann bereits erhalten. Berthold [?] kann auf dieses Geld jederzeit zugreifen, außer er will es verwenden, um gegen Fulda vorzugehen [?]. Vom Kauf ausgenommen sind: das Öffnungsrecht, die Viehbede, die Folge, die Steuer, die Seelgerätstiftungen des Klosters, die Renten und Nutzung der Güter des Klosters und der Geistlichen sowie die geistlichen Lehen des Klosters. Die Amtsleute, Schultheißen, Bürgermeister, Schöffen, Räte, Bürger und Einwohner der genannten Orte sollen dem Erzbischof von Mainz und dem Domkapitel Treue schwören; dafür sind die Erzbischöfe zum Schutz dieser Personen verpflichtet. Des Weiteren ist Fulda verpflichtet, für die Renten und Zinsen von Mainz aus den genannten Orten jährlich an Kathedra Petri [Februar 22] 100 rheinische Gulden zu zahlen. Wenn Fulda jährlich zahlt, wird dem Abt dafür Herrschaft und Rechtssprechung (nutz, oberkeit, herlichkeit, gebot, verbott und aller ander gerechtigkeit) über die genannten Orte zugestanden. Das Öffnungsrecht Fuldas soll nicht gegen die Erzbischöfe von Mainz und das Domkapitel angewandt werden. Für Fulda besteht jährlich an Kathedra Petri ein Rückkaufsrecht für 2000 rheinische Gulden Frankfurter Währung. Der Rückkauf muss ein Vierteljahr im voraus mit einer Urkunde angekündigt werden. Die 2000 Gulden müssen dann an Kathedra Petri in [Bad] Orb (Orba) oder Gelnhausen gezahlt werden. Sollte Fulda allerdings in dieser Gegend in eine Fehde verwickelt sein, soll Mainz beim Geleit des Gelds aus Fulda behilflich sein. Mit dem Rückkauf wird der in dieser Urkunde geschlossene Verkauf ungültig. Die Gelübde und Eide der Bewohner der genannten Städte sind damit aufgehoben. Diese Urkunde soll darauf dem Kloster Fulda ausgehändigt werden und von da an ungültig sein. Der Rückkauf ist so lange ausgeschlossen, wie einer der beiden Henneberger, der Erzbischof und der Abt, am Leben ist. Dafür überlässt Berthold Johann die genannten jährlichen 100 Gulden an Rente als Lohn (dinstgelt), so lange, wie einer der beiden am Leben ist. Nach dem Tod der beiden soll diese Rente von Fulda an Mainz bis zum Rückkauf gezahlt werden. Johann versichert, alle getroffenen Vereinbarungen einzuhalten und nicht gegen sie zu handeln. Dekan und Konvent von Fulda bekunden ihre Zustimmung zu diesem Rechtsgeschäft. Siegelankündigung des Abtes Johann und des Dekans Johann mit dem Konvent von Fulda. (... der geben ist am Montag nach dem Sontag Iudica nach Cristi unsers Herrn gepurt viertzehenhundert und im sechs und newntzigstenn iare). (siehe Abbildungen: Vorderseite, Rückseite; Siegel: Avers)
Vermerke (Urkunde): Siegler: Berthold [von Henneberg], Erzbischof von Mainz
Vermerke (Urkunde): Weitere Überlieferung: StaM, Kopiare Fulda: K 438, S. 18-24
Vgl. hierzu auch Nr. 1303, 1304, 1305, 1306 und 1308.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.