A03-Bestand Literatur, Hörfunk (Bestand)
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BR, Historisches Archiv (Archivtektonik) >> Tektonikgruppe A = Akten >> A03 Bestandsgruppe Hörfunk >> A03-Bestand Literatur 1949-2004 (Findbuch online)
1949 - 2004
Form und Inhalt: Organisationsgeschichte
Ein Vorläufer der Abteilung Literatur - die literarische Abteilung - existierte bereits vor Gründung des Bayerischen Rundfunks bei Radio München. Ab 1949 war die Abteilung bei der damaligen Hauptabteilung Dramaturgie angesiedelt. Die Leitung der Literatur hatte bis 1975 Wolfram Dieterich. In der Reihe "Der Funk und seine Hörer" sprach er am 10. August 1952 über die Aufgaben der "literarischen Abteilung": "Die Sendungen der literarischen Abteilung dienen weder dem Zweck der Unterrichtung noch dem Zweck der Unterhaltung (sie können zwar in glücklichen Beispielen jenes Nützliche mit diesem Angenehmen verbinden), sie dienen der Vermittlung des künstlerischen Wortes, also der reinen und möglichst, ich sage möglichst, lebendigen Darbietung sogenannter Darbietung und Dichtung. Also: Prosa und Lyrik, die Erzählung, die Geschichte, die Novelle, der Essay, und literarische Aufzeichnungen wie Tagebücher, Lebenserinnerungen, Briefe usw." Anfang der 1950er Jahre wechselte die Literatur zur neu gegründeten Hauptabteilung Hörspiel und Literatur (bis 1957) und danach bis 1971 zur Hauptabteilung Kultur und Erziehung. 1971 erfolgte die Eingliederung in die Abteilung Hörspiel und Literatur, die ab 1973 bei der neu formierten Hauptabteilung Kultur angesiedelt war. Seit 2006 gehören die literarischen Sendungen zum Programmbereich Bayern 2 - Kultur und Gesellschaft.
Die erste personelle Veränderung fand 1975 statt. Friedhelm Kemp übernahm in der Nachfolge von Wolfram Dieterich die Abteilung. Sein Nachfolger war von 1980 bis 1982 Franz Rappmannsberger. Von 1983 bis 2005 leitete Reinhard Wittmann die Abteilung. 2005 wurde die Literatur in die Abteilung Kulturkritik unter der Leitung von Dieter Heß (inzwischen Kulturkritik und Literatur) integriert. Langjährige Sendungen sind u.a. Die "Geschichte der Woche" (seit 1961) und bereits seit 1952 "Der Spaziergang". Im Halbjahresprogramm 1958 heißt es: "In der Reihe Der Spaziergang bringen wir jeweils ein kleines Stück deutscher dichterischer Prosa unseres Jahrhunderts". In den folgenden Jahren wurden immer wieder unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, wie Literatur des 16. bis 19. Jahrhunderts, Europäische Moralisten oder einzelne Dichter. Die letzte Sendung aus der Reihe war im Juni 2003 dem Essayisten Hans Paasche gewidmet. Neue Reihen sind seit 2003 Diwan (ehemals Bücher. Magazin für Leser) und die radioTexte.
Zum Bestand
Der Bestand Literatur umfasst den Zeitraum von Januar 1949 bis Mai 2004 und beinhaltet etwa 170 Akteneinheiten. Es handelt sich vor allem um Produktions- und Sendeunterlagen (Manuskripte, Laufpläne), teilweise mit handschriftlichen Anmerkungen. Die Manuskripte sind mit Namen, Sendetitel und Sendedatum in der Datenbank FAUST erschlossen. Falls Manuskripte nicht vorhanden sind, ist dies durch den Eintrag "ohne Manuskript" vermerkt. Die Sendeunterlagen wurden entklammert und in säurefreie Mappen und Archivschachteln umgebettet. Zum Bestand gehört auch der Schriftwechsel mit den Autor/innen, der jedoch noch nicht einzeln verzeichnet ist. Von der Redaktion Literatur wurden die Aktenordner von 1967 bis 1986 durchnummeriert: "Sendungen 62" bis "Sendungen 154". Innerhalb der Ordner sind alle Sendereihen chronologisch abgelegt, z.B. "Der Spaziergang", "Die Geschichte der Woche", "Bayerische Autoren", "Literatur unterwegs", "Literatur am Samstagnachmittag", "Literatur am Montagnachmittag". Zahlreiche Sendungen wurden von den AutorInnen selbst gesprochen (z.B. Gottfried Benn, Siegfried von Vegesack, Walter Kempowski, Oda Schaefer, Elias Canetti, Jutta Schutting). Diese Manuskripte tragen den Vermerk "Autorenlesung". Eine weitere Besonderheit des Bestandes Literatur ist, dass einige Manuskripte aus Zeitungsartikeln der Süddeutschen Zeitung, den Stuttgarter Nachrichten oder der Frankfurter Allgemeinen bestehen, die als Sendemanuskripte benutzt wurden, zum Beispiel von Ivo Andric oder Hedda Westenberger.
Verzeichnet sind die Manuskripte der Sendereihen "Die Lesestunde", "Stimmen der Dichter", "Der Spaziergang", "Bayerische Erzähler", "Die Geschichte der Woche", "Leicht Literarisch", "Aus Briefen und Tagebüchern", "Die Kurzgeschichte", "Der Autor liest", "Die unheimliche Geschichte", "Tiergeschichten", "Allerlei Leute", "Europäische Moralisten", "Der Schelmenroman", "Sie lebten und wirkten in München", "Gute Geschichten - Böse Geschichten", "Traum und Tag", "Kalendergeschichten" und "Münchner Autoren lesen aus ihren Werken". Thematisiert sind in den verschiedenen Sendungen alle Gattungen, Epochen und Literaten - als regionale Besonderheit auch Literatur bayerischer SchriftstellerInnen. Besprochen wurden sowohl Klassiker wie auch Neues oder Unentdecktes. Literarische Sendungen standen seit September 1945 auf dem Programm von Radio München. Die erste literarische Sendung nach dem Krieg lief am 9. September 1945 unter dem Titel "Zeitlose Worte", ab Dezember 1945 geändert in "Dichtung aus aller Welt" bzw. "Aus Dichtungen der Welt". Die vorliegenden Findbücher sowie die Bestände von 1945 bis 1949, die im Bestand "SN/Honorar- und Lizenzabteilung" und im Nachlass Eduard Ritschard (NL/1) verzeichnet sind, ermöglichen einen guten Blick auf den deutschsprachigen Literaturkanon der Nachkriegszeit.
Ein Vorläufer der Abteilung Literatur - die literarische Abteilung - existierte bereits vor Gründung des Bayerischen Rundfunks bei Radio München. Ab 1949 war die Abteilung bei der damaligen Hauptabteilung Dramaturgie angesiedelt. Die Leitung der Literatur hatte bis 1975 Wolfram Dieterich. In der Reihe "Der Funk und seine Hörer" sprach er am 10. August 1952 über die Aufgaben der "literarischen Abteilung": "Die Sendungen der literarischen Abteilung dienen weder dem Zweck der Unterrichtung noch dem Zweck der Unterhaltung (sie können zwar in glücklichen Beispielen jenes Nützliche mit diesem Angenehmen verbinden), sie dienen der Vermittlung des künstlerischen Wortes, also der reinen und möglichst, ich sage möglichst, lebendigen Darbietung sogenannter Darbietung und Dichtung. Also: Prosa und Lyrik, die Erzählung, die Geschichte, die Novelle, der Essay, und literarische Aufzeichnungen wie Tagebücher, Lebenserinnerungen, Briefe usw." Anfang der 1950er Jahre wechselte die Literatur zur neu gegründeten Hauptabteilung Hörspiel und Literatur (bis 1957) und danach bis 1971 zur Hauptabteilung Kultur und Erziehung. 1971 erfolgte die Eingliederung in die Abteilung Hörspiel und Literatur, die ab 1973 bei der neu formierten Hauptabteilung Kultur angesiedelt war. Seit 2006 gehören die literarischen Sendungen zum Programmbereich Bayern 2 - Kultur und Gesellschaft.
Die erste personelle Veränderung fand 1975 statt. Friedhelm Kemp übernahm in der Nachfolge von Wolfram Dieterich die Abteilung. Sein Nachfolger war von 1980 bis 1982 Franz Rappmannsberger. Von 1983 bis 2005 leitete Reinhard Wittmann die Abteilung. 2005 wurde die Literatur in die Abteilung Kulturkritik unter der Leitung von Dieter Heß (inzwischen Kulturkritik und Literatur) integriert. Langjährige Sendungen sind u.a. Die "Geschichte der Woche" (seit 1961) und bereits seit 1952 "Der Spaziergang". Im Halbjahresprogramm 1958 heißt es: "In der Reihe Der Spaziergang bringen wir jeweils ein kleines Stück deutscher dichterischer Prosa unseres Jahrhunderts". In den folgenden Jahren wurden immer wieder unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, wie Literatur des 16. bis 19. Jahrhunderts, Europäische Moralisten oder einzelne Dichter. Die letzte Sendung aus der Reihe war im Juni 2003 dem Essayisten Hans Paasche gewidmet. Neue Reihen sind seit 2003 Diwan (ehemals Bücher. Magazin für Leser) und die radioTexte.
Zum Bestand
Der Bestand Literatur umfasst den Zeitraum von Januar 1949 bis Mai 2004 und beinhaltet etwa 170 Akteneinheiten. Es handelt sich vor allem um Produktions- und Sendeunterlagen (Manuskripte, Laufpläne), teilweise mit handschriftlichen Anmerkungen. Die Manuskripte sind mit Namen, Sendetitel und Sendedatum in der Datenbank FAUST erschlossen. Falls Manuskripte nicht vorhanden sind, ist dies durch den Eintrag "ohne Manuskript" vermerkt. Die Sendeunterlagen wurden entklammert und in säurefreie Mappen und Archivschachteln umgebettet. Zum Bestand gehört auch der Schriftwechsel mit den Autor/innen, der jedoch noch nicht einzeln verzeichnet ist. Von der Redaktion Literatur wurden die Aktenordner von 1967 bis 1986 durchnummeriert: "Sendungen 62" bis "Sendungen 154". Innerhalb der Ordner sind alle Sendereihen chronologisch abgelegt, z.B. "Der Spaziergang", "Die Geschichte der Woche", "Bayerische Autoren", "Literatur unterwegs", "Literatur am Samstagnachmittag", "Literatur am Montagnachmittag". Zahlreiche Sendungen wurden von den AutorInnen selbst gesprochen (z.B. Gottfried Benn, Siegfried von Vegesack, Walter Kempowski, Oda Schaefer, Elias Canetti, Jutta Schutting). Diese Manuskripte tragen den Vermerk "Autorenlesung". Eine weitere Besonderheit des Bestandes Literatur ist, dass einige Manuskripte aus Zeitungsartikeln der Süddeutschen Zeitung, den Stuttgarter Nachrichten oder der Frankfurter Allgemeinen bestehen, die als Sendemanuskripte benutzt wurden, zum Beispiel von Ivo Andric oder Hedda Westenberger.
Verzeichnet sind die Manuskripte der Sendereihen "Die Lesestunde", "Stimmen der Dichter", "Der Spaziergang", "Bayerische Erzähler", "Die Geschichte der Woche", "Leicht Literarisch", "Aus Briefen und Tagebüchern", "Die Kurzgeschichte", "Der Autor liest", "Die unheimliche Geschichte", "Tiergeschichten", "Allerlei Leute", "Europäische Moralisten", "Der Schelmenroman", "Sie lebten und wirkten in München", "Gute Geschichten - Böse Geschichten", "Traum und Tag", "Kalendergeschichten" und "Münchner Autoren lesen aus ihren Werken". Thematisiert sind in den verschiedenen Sendungen alle Gattungen, Epochen und Literaten - als regionale Besonderheit auch Literatur bayerischer SchriftstellerInnen. Besprochen wurden sowohl Klassiker wie auch Neues oder Unentdecktes. Literarische Sendungen standen seit September 1945 auf dem Programm von Radio München. Die erste literarische Sendung nach dem Krieg lief am 9. September 1945 unter dem Titel "Zeitlose Worte", ab Dezember 1945 geändert in "Dichtung aus aller Welt" bzw. "Aus Dichtungen der Welt". Die vorliegenden Findbücher sowie die Bestände von 1945 bis 1949, die im Bestand "SN/Honorar- und Lizenzabteilung" und im Nachlass Eduard Ritschard (NL/1) verzeichnet sind, ermöglichen einen guten Blick auf den deutschsprachigen Literaturkanon der Nachkriegszeit.
2 Findbücher
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
10.06.2025, 10:23 MESZ