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Inventare, Unterfasz. 2: Kasten S (Münzen und Gemmen)
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Erstellt zwischen 1753 und 1761, mit Nachträgen bis 1770
Inventar des Kastens S der Kunstkammer (Münzen und Gemmen; offensichtlich identisch mit dem herzoglichen Münzkabinett in Ludwigsburg, vgl. Anmerkung zur Datierung).
Kasten S enthält 98 mit arabischen Ziffern durchlaufend nummerierte Schubladen ("tabulas"), von denen jede eine schwankende Zahl von Fächern ("lacunae") enthält. Die Einordnung der Münzen zu den jeweiligen Lagerorten richtet sich zunächst nach Material, dann nach Alter, auf der nächsten Gliederungsebene nach dem Aussteller:
a) Münzen aus Silber und unedlem Metall
aa) Neuzeitliche Münzen ("Neoterica")
- Europäische Könige und Kaiser, überwiegend Heiliges Römisches Reich (Tab. 2-6, S. 5-8);
- Päpste (Tab. 9-11, S. 9-16);
- Neuzeitliche Kardinäle, Erzbischöfe, Bischöfe u.a. Geistliche (Tab. 12, S. 16-19);
- Könige von Frankreich (Tab. 13-15, S. 20-26);
- Könige von Spanien, Neapel und Sizilien, Könige von England (Tab. 15-16, S. 27-33);
- Könige von Böhmen, Könige von Ungarn, Könige von Polen, Könige von Dänemark und Norwegen (Tab. 17-18, S. 34-38);
- Könige von Schweden (Tab. 19-20, S. 39-47);
- Rheinische Kurfürsten (Tab. 21, S. 48-50);
- Erzherzöge von Österreich (Tab. 22, S. 51-53);
- Herzöge von Sachsen, Herzöge von Braunschweig, Markgrafen von Brandenburg (Tab. 23, S. 54-56);
- Grafen und Herzöge von Württemberg (Tab. 24-27, S. 57-67);
- Weitere Reichsfürsten (Brandenburg, Bayern, Lothringen, Hessen, Baden, Schlesien, Ostfriesland (Tab. 28, S. 68-71);
- Italienische Fürsten (u.a. Savoyen, Florenz, Mantua, Modena, Montferrat, Ferrara, Piacenza, Mailand, Urbino, Venedig, Saluzzo), Malteser, Schweiz (Tab. 29-32, S. 72-82);
- Reichsfürsten von minderer Bedeutung (Lippe, Mark, Öttingen, Leuchtenberg, Königstein, Tirol), europäische Städte (Stuhlweißenburg bzw. Alba Regalis, Aquileia, Augsburg, Basel, Bern, Besancon, Bonn, Bologna, Breda, Breisach, Brüssel, Buda, Konstanz, Cremona, Düren, Duisburg, Frankfurt, St. Gallen, Gera, Gotha, Trier, Griechisch Weißenburg bzw. Belgrad, Den Haag, Schwäbisch Hall, Harlem, Isny, Kaufbeuren, Kempten, Kaiserswerth, Münster, Neuburg, Nördlingen, Nürnberg, Ofen, Ostende, Pavia, Perpignan, Ravensburg, Regensburg, Salzburg, Schaffhausen, Straßburg, Schwabach, Turnhout, Vlissingen, Ulm, Utrecht, Wien, Zuitphen u.v.m., Tab. 33-39, S. 83-104);
- weitere Münzen oder Medaillen, überwiegend mit lateinischen Sinnsprüchen (evtl. aus Flandern bzw. Holland, Tab. 40-41, S. 105-111);
- weitere Münzen oder Medaillen mit religiösen Symbolen und Sprüchen sowie Porträtmedaillons (Tab. 42-46, S. 112-127);
- türkische, chinesische, numidische, brasilianische, äthiopische u.a. exotische Münzen (Tab. 47, S. 127-128);
- überwiegend holländische Münzen (Tab. 48, S. 129-131);
- "Jettons oder Rechen-Pfenninge et alii" (Tab. 49-52, S. 132-141);
ab) Antike Münzen
- Münzen römischer Geschlechter, von "Acilia" bis "Volteja" (Tab. 53-58, S. 142-176);
- überzählige römische Münzen (Tab. 59-82, S. 176-178);
b) Goldmünzen
- Münzen römischer Kaiser (Tab. 82-87, S. 177-192);
- Byzantinische und "barbarische" Herrscher (Tab. 88-92, S. 192-193)
- Päpste und Kardinäle (Tab. 92, S. 194)
- Europäische Könige und Kaiser (Tab. 92-94, S. 195-199);
- Reichsfürsten, italienische Fürsten, Städte (Tab. 95-96, S. 199-204);
- weitere, insbes. exotische Goldmünzen (Tab. 96-98, S. 205-207).
c) Neben den Schubladen 1-98 befinden sich unter den ersten zwei "Reihen" sechs weitere Schubladen mit Nr. I-VI. Diese enthalten weitere moderne und antike Silber- und Kupfermünzen verschiedenster Aussteller und Anlässe (S. 208-210). d) Zuunterst im Kasten S befindet sich eine lange Schublade mit einem Gestell mit 54 Fächern, in dem Gemmen und Kameen aus Stein, Edelstein und Kristall (überwiegend antik, teilweise in Silber gefasst) untergebracht sind. Diese Stücke wurden laut Begleittext am 10. März 1737 auf Befehl Herzog Karl Alexanders durch den Expeditionsrat und Kabinettskassier Johann Friedrich Neuffer (1696-1752) der Kunstkammer übergeben, jedoch am 22. August 1739 "auf fürstliches Dekret von dem Kirchenrats- und Medaille-Deputations-Secretario Herrn Renzen uhrkundlich resignirt und dem Antiquario tradirt worden, welches vermög dessen geführter Specification geschehen" (d.h. wohl vorübergehend an das Medaillenkabinett in Ludwigsburg abgegeben). Der Erhalt der 54 Objekte wird zuletzt durch den Antiquar der Kunstkammer, Johann Friedrich Vischer, am 9. Juni 1770 mit Unterschrift bestätigt (S. 211-218).
Vgl. A 20 a Bü 31 Nr. 4 zum Erwerb dieser 54 Stücke durch Herzog Karl Alexander von seinem Hofprediger Jüngst um 1735.
Vgl. a. Folgeverzeichnisse zu d):
- Verzeichnis der Stücke, die im Juni 1770 vom Medaillenkabinett an die Kunstkammer zurückgegeben wurden (A 20 a Bü 80 Nr. 8);
- Verzeichnis der Stücke, die im Januar 1771 wiederum von der Kunstkammer an das Medaillenkabinett abgegeben wurden (übereinstimmend; A 20 a Bü 94 b).
NB zur Datierung: Eine Reihe von Anhaltspunkten legt nahe, dass das vorliegende Verzeichnis ca. 1753/55 erstellt und bis ca. 1774/75 ergänzt wurde:
- Das Deckblatt ist genauso gestaltet wie die Deckblätter der Schönhaar'schen Kunstkammer-Inventare, die 1753/54 angelegt wurden (vgl. A 20 a Bü 39-48).
- Der Haupttext des Verzeichnisses ist in derselben unbekannten Hand geschrieben wie ein undatiertes Inventar der Kästen K, L und M, das den Bestand während der Amtszeit Schönhaars dokumentiert (A 20 a Bü 35 Nr. 3).
- Der wahrscheinlichste Zeitpunkt für die Neuanlage eines Inventars ist die Übergabe der Verwaltung des Sammlungsbestands an einen neuen Antiquar (analog zu den Sturzinventaren von 1753/54, 1762/63 und 1791/92).
- Das Verzeichnis enthält undatierte Randvermerke aus der Hand von Johann Christian Volz (1721-83), der 1755 als Nachfolger des 1753 verstorbenen Laurentius von Sandrart zum Aufseher des Medaillenkabinetts bestellt wurde und das Amt bis 1774 innehatte, sowie einen datierten Randvermerk von Johann Friedrich Vischer vom 9. Juni 1770.
- Im Vorblatt des Faszikels wurde von unbekannter Hand die Jahresangabe "1775" nachgetragen.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde das Verzeichnis folglich anlässlich der Neubesetzung der Stelle des 1753 verstorbenen Laurentius von Sandrart angelegt und mindestens bis zum Ende der Amtszeit seines Nachfolgers weiterbenutzt.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.