Es wird bekundet: Die Ritter von und zu Rulfingen hatten zu Lebzeiten dem Gotteshaus des Wilhelmitenordens zu Mengen das Patronatsrecht der Kapelle zu Rulfingen mit anderen dazu gehörenden Einkünften um ihres Seelenheiles willen geschenkt und übergeben. Die Kapelle ist vom Bischof von Konstanz durch Urkunde vom 4. September 1437 dem Kloster inkorporiert worden. Seit geraumer Zeit bestanden wegen Haltung des Gottesdienstes Streitigkeiten zwischen Gotteshaus, Schultheißen und Gemeinde Die Streitigkeiten wurden vor das Generalvikariat zu Konstanz gebracht, das die in einem Vergleich von 1442 für die Haltung der wöchentlichen Messe begriffene Disposition als der Inkorporation zuwider und vom Ordinarius unbestätigt durch Dekret von 1696 Januar 4 kassiert und das ganze Werk zur Entscheidung gestellt hat. Das Generalvikariat hat dem M. Georg Scriba, Dekan des Landkapitels zu Mengen, auch Pfarrer zu Mengen und Ennetach, befohlen, die Parteien zu vergleichen und darauf hinzuwirken, daß der Gottesdienst in der Kapelle zu Rulfingen an Sonn- und Feiertagen gebührend versehen wird. Vor dem Dekan als Kommissar vergleichen sich die beiden Parteien: Bernhard Krucker, Prior des Gotteshauses zu Mengen für das Kloster und für die Gemeinde Rulfingen Lorenz Wallraff, Schultheiß, Sebastian Ehemann und Christoph Wallraff. (Die einzelnen Punkte des Vergleichs s. Urkunde 1697 März 10.) Dieser Vergleich ist am 10. März 1697 in der österr. Stadt Mengen aufgerichtet und beschlossen, auch bei dem fürstlich hohenzollerischen Vormundsoberamt zu Sigmaringen von weltlicher Obrigkeit und der Untertanen zu Rulfingen wegen ratifiziert worden. Es werden drei Ausfertigungen gemacht: für die fürstlich hohenzollerische Herrschaft zu Sigmaringen, das Gotteshaus Mengen und die Gemeinde Rulfingen Siegelankündigung der hohenzollerischen Vormundschaftskanzlei 1697 April 8 Der Generalvikar des Bischofs Marquard Rudolf von Konstanz erteilt die erbetene Bestätigung vorgenannten Vertrags Siegelankündigung des Ausstellers Unterschriften: Conradus Ferdinandus suffraganeus et vicarius generalis; Georg Scriba, decanus et parochus in Mengen, commissarius specialiter deputatus

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Landesarchiv Baden-Württemberg
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