Reichseisenbahnamt (Bestand)
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BArch R 4101
call number: R 4101
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Post, Verkehr
1869-1920
Geschichte des Bestandsbildners: Geschichte
Das Reichseisenbahnamt war eine Behörde des Deutschen Reiches. Es wurde am 16. September 1873 von Reichskanzler Otto von Bismarck unter der amtlichen Bezeichnung "Reichseisenbahnamt" mit Sitz in Berlin gegründet.
Das Reichseisenbahnamt hatte als Zentralbehörde innerhalb der durch die Verfassung bestimmten Zuständigkeit des Reichs das Aufsichtsrecht über das Eisenbahnwesen wahrzunehmen.
Die Aufgabe des Reichseisenbahnamtes bestand darin, die Beziehungen des Staats mit den Eisenbahnverwaltungen zu pflegen und über die Ausführung der die Eisenbahnen regelnden Gesetze zu wachen. Weitere Aufgaben des Amtes waren z.B. die Entgegennahme und Bearbeitung von Beschwerden, Verhandlungen über das Verhältnis der Eisenbahnen zur deutschen Reichsmilitär-, Telegraphen- und Postverwaltung, die Ausarbeitung einer Signalordnung und die Fürsorge für gleichmäßige Bestimmungen über das rechtzeitige Öffnen der Wartesäle und Billetschalter, für ein ordnungsmäßiges Ausrufen der Stationen, Heizung, Erleuchtung und Ventilation der Personenwagen und die Herstellung einheitlicher Verschlussvorrichtungen an den Personen- und Güterwagen.
Ein Regulativ vom 13. März 1876 schrieb vor, dass das Reichseisenbahnamt aus dem Präsidenten des Eisenbahnamts oder seinem Stellvertreter als Vorsitzenden, zwei Räten des Reichseisenbahnamts und drei richterlichen Beamten bestehen sollte . Seine Leiter hatten dafür Sorge zu tragen, das dem Reich zustehende Aufsichtsrecht über das Eisenbahnwesen wahrzunehmen. Weiterhin sollten sie die Ausführung der in der Reichsverfassung festgeschriebenen Grundsätze und weiterer, auf das Eisenbahnwesen bezogenen Gesetze und verfassungsmäßigen Vorschriften überwachen sowie bestehenden Mängeln und Missständen im Eisenbahnwesen entgegenwirken. Die Ausarbeitung eines Reichseisenbahngesetzes stand als weitere Aufgabe der Behörde an, deren erster Leiter Albert (von) Maybach war.
Die Pläne scheiterten 1877, so daß das Reichseisenbahnamt seitdem nur auf die Wahrnehmung der Reichsaufsicht über die deutschen Eisenbahnen, dabei vor allem auf die Vereinheitlichung des Tarifrechts, auf Baumaßnahmen, das Feldeisen-bahnwesen und auf die Eisenbahnstatistik, beschränkt blieb. Es arbeitete bei strategischen Planungen für die Erweiterung des deutschen Bahnnetzes eng mit dem Großen Generalstab (PH 3) zusammen. Maybach wurde 1879 als Minister des neu geschaffenen preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten mit der Leitung der preußischen Staatseisenbahnen betraut.
Im Juni 1919 wurde das Amt dann zunächst dem Reichsverkehrsminister unterstellt, bis im Oktober 1919 seine Aufgaben völlig auf das Reichsverkehrsministerium (R 5) übergingen.
Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte
Als überliefert galten im Jahr 1957 laut Bestandsübersicht des Deutschen Zentralarchivs in Potsdam etwa 600 Bände aus den Jahren 1873 bis 1919. Zum Zeitpunkt der Überarbeitung des Bestandes im Jahre 2008 lag ein Findbuch aus dem Jahr 1958 mit einem Umfang von zuletzt 421 verzeichneten Akten vor. Eine Übernahme aus dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz anfangs der 2000er Jahre beinhaltete noch einmal etwa 100 Akten, die im Jahre 2008 verzeichnet und zum Bestand genommen wurden. Der gesamte Bestandsumfang beläuft sich nunmehr auf 523 Akteneinheiten mit einer Länge von 14 lfm.
Archivische Bewertung und Bearbeitung
Zum Zwecke ihrer Onlinestellung im Internet sind die Archivalien in 2008 in der Archiv-Datenbank BASYS-S erfasst worden. Die bisherige Klassifikation wurde beibehalten und z.T. ergänzt. Die bereits in 1958 verzeichneten Akten wurden anhand des Findbuches aufgenommen, dabei waren redaktionelle Änderungen (z.B. Änderung von Begriffen unter Beibehaltung bzw. Verbesserung ihres Aussagegehaltes) notwendig. Die noch unverzeichneten Akten wurden körperlich aufgenommen und verzeichnet und im Findmittel archivisch mit den bereits verzeichneten zusammengeführt. Es handelt sich um fadengeheftete Akten im Folioformat.
Inhaltliche Charakterisierung: Allgemeines, vor allem Bahnbetriebsangelegenheiten und Statistik: 1874-1920 (200 Akten), Kleinbahnen und Privatanschlußbahnen Preußen: 1904-1921 (5), Deutscher Staatswagenverband: 1871-1914 (4), Württemberg: 1887-1925 (5), Baden: 1879-1920 (4), Oldenburg: nur Birkenfeld 1879-1880 (1), Elsass: nur Erstein-Straßburg-Trachtenheim 1885-1903 (1), Militär- und Mobilmachungsangelegenheiten 1889-1920 (159), Güterverkehr/Sprengstoffe 1876-1919 (111), Ausstellungsverkehr 1869-1914 (5), Tarifwesen 1875-1909 (25), Schifffahrtsangelegenheiten und Wasserwege 1911-1917 (3).
Ergänzende Überlieferungen
Für den Bestand ergeben sich eine ganze Reihe von Beständen des Bundesarchivs mit tangierenden Sachverhalten, vor allem R 5 Reichsverkehrsministerium, R 4201 Reichsamt für die Verwaltung der Reichseisenbahnen, R 4202 Generaldirektion der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen.
Die Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs in Freiburg verwaltet die Archivalien des Großen Generalstabes (Bestand PH 3).
Im Geheimen Staatsarchiv preußischer Kulturbesitz in Berlin befinden sich die Akten des preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten (Bestand I. HA Rep. 93 B Ministerium der ö
öffentlichen Arbeiten).
Zitierweise: BArch R 4101/...
Das Reichseisenbahnamt war eine Behörde des Deutschen Reiches. Es wurde am 16. September 1873 von Reichskanzler Otto von Bismarck unter der amtlichen Bezeichnung "Reichseisenbahnamt" mit Sitz in Berlin gegründet.
Das Reichseisenbahnamt hatte als Zentralbehörde innerhalb der durch die Verfassung bestimmten Zuständigkeit des Reichs das Aufsichtsrecht über das Eisenbahnwesen wahrzunehmen.
Die Aufgabe des Reichseisenbahnamtes bestand darin, die Beziehungen des Staats mit den Eisenbahnverwaltungen zu pflegen und über die Ausführung der die Eisenbahnen regelnden Gesetze zu wachen. Weitere Aufgaben des Amtes waren z.B. die Entgegennahme und Bearbeitung von Beschwerden, Verhandlungen über das Verhältnis der Eisenbahnen zur deutschen Reichsmilitär-, Telegraphen- und Postverwaltung, die Ausarbeitung einer Signalordnung und die Fürsorge für gleichmäßige Bestimmungen über das rechtzeitige Öffnen der Wartesäle und Billetschalter, für ein ordnungsmäßiges Ausrufen der Stationen, Heizung, Erleuchtung und Ventilation der Personenwagen und die Herstellung einheitlicher Verschlussvorrichtungen an den Personen- und Güterwagen.
Ein Regulativ vom 13. März 1876 schrieb vor, dass das Reichseisenbahnamt aus dem Präsidenten des Eisenbahnamts oder seinem Stellvertreter als Vorsitzenden, zwei Räten des Reichseisenbahnamts und drei richterlichen Beamten bestehen sollte . Seine Leiter hatten dafür Sorge zu tragen, das dem Reich zustehende Aufsichtsrecht über das Eisenbahnwesen wahrzunehmen. Weiterhin sollten sie die Ausführung der in der Reichsverfassung festgeschriebenen Grundsätze und weiterer, auf das Eisenbahnwesen bezogenen Gesetze und verfassungsmäßigen Vorschriften überwachen sowie bestehenden Mängeln und Missständen im Eisenbahnwesen entgegenwirken. Die Ausarbeitung eines Reichseisenbahngesetzes stand als weitere Aufgabe der Behörde an, deren erster Leiter Albert (von) Maybach war.
Die Pläne scheiterten 1877, so daß das Reichseisenbahnamt seitdem nur auf die Wahrnehmung der Reichsaufsicht über die deutschen Eisenbahnen, dabei vor allem auf die Vereinheitlichung des Tarifrechts, auf Baumaßnahmen, das Feldeisen-bahnwesen und auf die Eisenbahnstatistik, beschränkt blieb. Es arbeitete bei strategischen Planungen für die Erweiterung des deutschen Bahnnetzes eng mit dem Großen Generalstab (PH 3) zusammen. Maybach wurde 1879 als Minister des neu geschaffenen preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten mit der Leitung der preußischen Staatseisenbahnen betraut.
Im Juni 1919 wurde das Amt dann zunächst dem Reichsverkehrsminister unterstellt, bis im Oktober 1919 seine Aufgaben völlig auf das Reichsverkehrsministerium (R 5) übergingen.
Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte
Als überliefert galten im Jahr 1957 laut Bestandsübersicht des Deutschen Zentralarchivs in Potsdam etwa 600 Bände aus den Jahren 1873 bis 1919. Zum Zeitpunkt der Überarbeitung des Bestandes im Jahre 2008 lag ein Findbuch aus dem Jahr 1958 mit einem Umfang von zuletzt 421 verzeichneten Akten vor. Eine Übernahme aus dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz anfangs der 2000er Jahre beinhaltete noch einmal etwa 100 Akten, die im Jahre 2008 verzeichnet und zum Bestand genommen wurden. Der gesamte Bestandsumfang beläuft sich nunmehr auf 523 Akteneinheiten mit einer Länge von 14 lfm.
Archivische Bewertung und Bearbeitung
Zum Zwecke ihrer Onlinestellung im Internet sind die Archivalien in 2008 in der Archiv-Datenbank BASYS-S erfasst worden. Die bisherige Klassifikation wurde beibehalten und z.T. ergänzt. Die bereits in 1958 verzeichneten Akten wurden anhand des Findbuches aufgenommen, dabei waren redaktionelle Änderungen (z.B. Änderung von Begriffen unter Beibehaltung bzw. Verbesserung ihres Aussagegehaltes) notwendig. Die noch unverzeichneten Akten wurden körperlich aufgenommen und verzeichnet und im Findmittel archivisch mit den bereits verzeichneten zusammengeführt. Es handelt sich um fadengeheftete Akten im Folioformat.
Inhaltliche Charakterisierung: Allgemeines, vor allem Bahnbetriebsangelegenheiten und Statistik: 1874-1920 (200 Akten), Kleinbahnen und Privatanschlußbahnen Preußen: 1904-1921 (5), Deutscher Staatswagenverband: 1871-1914 (4), Württemberg: 1887-1925 (5), Baden: 1879-1920 (4), Oldenburg: nur Birkenfeld 1879-1880 (1), Elsass: nur Erstein-Straßburg-Trachtenheim 1885-1903 (1), Militär- und Mobilmachungsangelegenheiten 1889-1920 (159), Güterverkehr/Sprengstoffe 1876-1919 (111), Ausstellungsverkehr 1869-1914 (5), Tarifwesen 1875-1909 (25), Schifffahrtsangelegenheiten und Wasserwege 1911-1917 (3).
Ergänzende Überlieferungen
Für den Bestand ergeben sich eine ganze Reihe von Beständen des Bundesarchivs mit tangierenden Sachverhalten, vor allem R 5 Reichsverkehrsministerium, R 4201 Reichsamt für die Verwaltung der Reichseisenbahnen, R 4202 Generaldirektion der Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen.
Die Abteilung Militärarchiv des Bundesarchivs in Freiburg verwaltet die Archivalien des Großen Generalstabes (Bestand PH 3).
Im Geheimen Staatsarchiv preußischer Kulturbesitz in Berlin befinden sich die Akten des preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten (Bestand I. HA Rep. 93 B Ministerium der ö
öffentlichen Arbeiten).
Zitierweise: BArch R 4101/...
Reichseisenbahnamt (R 4101), 1873-1919
527 Aufbewahrungseinheiten
Archivbestand
deutsch
Amtliche Druckschriften: Statistik der im Betriebe befindlichen Eisenbahnen Deutschlands. Bearbeitet im Reichseisenbahnamt ( Bde 40-43 im Reichsverkehrsministerium, Bde 44-50 durch die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft), Bde 1-50, !880/81-1930 [ RD 98 ].
Übersichtskarte der Eisenbahnen Deutschlands. Im Jahre 1876 aufgestellt im Reichseisenbahnamt, Maßstab 1:1250000, Berlin 1876.
Literatur: Morsey, Rudolf, Bismarcks Eisenbahnpolitik und die Bedeutung des Reichseisenbahnamts 1867/73 - 1890. In: Die Bundesbahn 30. Jg. 1956, S. 817 - 823.
Übersichtskarte der Eisenbahnen Deutschlands. Im Jahre 1876 aufgestellt im Reichseisenbahnamt, Maßstab 1:1250000, Berlin 1876.
Literatur: Morsey, Rudolf, Bismarcks Eisenbahnpolitik und die Bedeutung des Reichseisenbahnamts 1867/73 - 1890. In: Die Bundesbahn 30. Jg. 1956, S. 817 - 823.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 10:58 MESZ