Land- und Stadtgericht Vlotho (Bestand)
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M 9 Vlotho
Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik) >> 1. Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe >> 1.2. Regierungsbezirk Minden (1816-1947), Regierungsbezirk Detmold (seit 1947) >> 1.2.2. Justiz >> 1.2.2.2. Land- und Stadtgerichte (Kreisgerichte)
1815-1849
Verwaltungssachen; Prozesse; Protokolle der freiwilligen Gerichtsbarkeit; Familienrecht, Personenstand, Testamente; Rezesse.
Bestandsgeschichte: 1815 Land- und Stadtgericht Vlotho; 1817 Angliederung von Teilen des aufgelösten Landgerichts Hausberge; 1849 Kreisgerichtskommission des Kreisgerichts Herford; 1879 aufgelöst.
Form und Inhalt: Nach der Besitzergreifung in Minden-Ravensberg durch Preußen (Patent vom 21. Juni 1815) wurde die bestehende Gerichtsverfassung organisatorisch verändert. Unter der Oberlandesgerichtskommission in Minden (später Oberlandesgericht Paderborn) wurde in Vlotho ein Land- und Stadtgericht als unterste Instanz der Zivil- und freiwilligen Gerichtsbarkeit errichtet. Der Gerichtssprengel umfaßte das Amt und die Stadt Vlotho. Nach Auflösung des Landgerichts Hausberge 1817 kamen die Gemeinden Holtrup, Uffeln und Vössen hinzu. 1832 wurde Löhne dem Sprengel des Land- und Stadtgerichts Herford zugewiesen.
1837 gehörten zum Gerichtsbezirk die Stadt Vlotho und 18 Dorfschaften. Besetzt war das Gericht zu diesem Zeitpunkt mit einem Direktor, zwei Richtern, fünf Subalternen und vier Unterbeamten sowie fünf Hilfsarbeitern (zu den Namen der höheren Beamten vgl. Festschrift zur Einweihung des neuen Dienstgebäudes des Landgerichts, Bielefeld 1917, S. 59).
Bei der Neuorganisation des Gerichtswesens 1849/1850 wurde in Vlotho eine Kreisgerichtskommission eingerichtet, die vom Kreisgericht Herford abhing und mit einem Richter besetzt war. Am 1. Oktober 1879 wurde die Kreisgerichtskommission in ein eigenständiges Amtsgericht umgewandelt.
Von der Registratur des Land- und Stadtgerichts Vlotho haben sich nur Reste erhalten, und zwar die Protokolle der freiwilligen Gerichtsbarkeit aus den Jahren 1829-1854. Einzelne Akten oder Protokolle könnten sich noch in der Nachfolgebehörde, dem Amtsgericht Vlotho, befinden. Die Register und Protokolle über Geburten, Heiraten und Todesfälle der Juden und Dissidenten befinden sich im Bestand P 2.
Der Zugang 65/1972 (Abgabe des Amtsgerichts Vlotho) enthielt neben weiteren Protokollen auch Akten der freiwilligen Gerichtsbarkeit sowie den überwiegenden Bestand an Generalakten und einige Akten zum Zivilprozess und Kriminalwesen. Ein Band Sterbefälle unter den Dissidenten wurde ans Personenstandsarchiv abgegeben und als Zugang 1/74 dem Bestand P 2 zugeordnet.
Dieser Bestand enthält nur die Unterlagen des Land- und Stadtgerichts Vlotho (bis 1849). Die Unterlagen der Kreisgerichtskommission Vlotho wurden dem Bestand M 9 Herford zugeordnet.
Es ist zu zitieren: M 9 Vlotho Nr. ...
Detmold, April 2007
Lüking (unter Verwendung von Teilen des Vorworts von Dr. Sagebiel aus dem Jahr 1971 und des Nachtrags von Frau Müller-König aus dem Jahr 1975)
Bestandsgeschichte: 1815 Land- und Stadtgericht Vlotho; 1817 Angliederung von Teilen des aufgelösten Landgerichts Hausberge; 1849 Kreisgerichtskommission des Kreisgerichts Herford; 1879 aufgelöst.
Form und Inhalt: Nach der Besitzergreifung in Minden-Ravensberg durch Preußen (Patent vom 21. Juni 1815) wurde die bestehende Gerichtsverfassung organisatorisch verändert. Unter der Oberlandesgerichtskommission in Minden (später Oberlandesgericht Paderborn) wurde in Vlotho ein Land- und Stadtgericht als unterste Instanz der Zivil- und freiwilligen Gerichtsbarkeit errichtet. Der Gerichtssprengel umfaßte das Amt und die Stadt Vlotho. Nach Auflösung des Landgerichts Hausberge 1817 kamen die Gemeinden Holtrup, Uffeln und Vössen hinzu. 1832 wurde Löhne dem Sprengel des Land- und Stadtgerichts Herford zugewiesen.
1837 gehörten zum Gerichtsbezirk die Stadt Vlotho und 18 Dorfschaften. Besetzt war das Gericht zu diesem Zeitpunkt mit einem Direktor, zwei Richtern, fünf Subalternen und vier Unterbeamten sowie fünf Hilfsarbeitern (zu den Namen der höheren Beamten vgl. Festschrift zur Einweihung des neuen Dienstgebäudes des Landgerichts, Bielefeld 1917, S. 59).
Bei der Neuorganisation des Gerichtswesens 1849/1850 wurde in Vlotho eine Kreisgerichtskommission eingerichtet, die vom Kreisgericht Herford abhing und mit einem Richter besetzt war. Am 1. Oktober 1879 wurde die Kreisgerichtskommission in ein eigenständiges Amtsgericht umgewandelt.
Von der Registratur des Land- und Stadtgerichts Vlotho haben sich nur Reste erhalten, und zwar die Protokolle der freiwilligen Gerichtsbarkeit aus den Jahren 1829-1854. Einzelne Akten oder Protokolle könnten sich noch in der Nachfolgebehörde, dem Amtsgericht Vlotho, befinden. Die Register und Protokolle über Geburten, Heiraten und Todesfälle der Juden und Dissidenten befinden sich im Bestand P 2.
Der Zugang 65/1972 (Abgabe des Amtsgerichts Vlotho) enthielt neben weiteren Protokollen auch Akten der freiwilligen Gerichtsbarkeit sowie den überwiegenden Bestand an Generalakten und einige Akten zum Zivilprozess und Kriminalwesen. Ein Band Sterbefälle unter den Dissidenten wurde ans Personenstandsarchiv abgegeben und als Zugang 1/74 dem Bestand P 2 zugeordnet.
Dieser Bestand enthält nur die Unterlagen des Land- und Stadtgerichts Vlotho (bis 1849). Die Unterlagen der Kreisgerichtskommission Vlotho wurden dem Bestand M 9 Herford zugeordnet.
Es ist zu zitieren: M 9 Vlotho Nr. ...
Detmold, April 2007
Lüking (unter Verwendung von Teilen des Vorworts von Dr. Sagebiel aus dem Jahr 1971 und des Nachtrags von Frau Müller-König aus dem Jahr 1975)
51 Kartons = 308 Archivbände 1815-1849. - Findbuch: M 9 Vlotho.
Bestand
German
Festschrift zur Einweihung des neuen Dienstgebäudes des Landgerichts,Bielefeld 1917, S.58 ff.
Heinrich Rempe, Paderborner Gerichtswesen und Juristen im 19. Jahrhundert. Paderborn 1970
Heinrich Rempe, Paderborner Gerichtswesen und Juristen im 19. Jahrhundert. Paderborn 1970
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ
Hierarchie
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