Kurfürst Philipp von der Pfalz bekundet, dass Irrungen zwischen Klaus Strun wegen dessen Ehefrau sowie Martin und Werner Lebkuch (Lepkuchs) einerseits und der Ehefrau und den Kindern des Hans Lebkuch (+) andererseits um Geld und Erbschaft entstanden waren, wodurch beiden Seiten durch etliche Prozesse erhebliche Kosten entstanden waren. Nachdem Kurfürst Philipp als Landesfürst, dem beide Parteien "gewant" sind, diese durch seine Räte zu Heidelberg hat verhören und feststellen lassen, dass die Prozesskosten vor seinen Hofrichtern und Räten und auch vor den kaiserlichen Kommissaren den Wert der Hauptsache überstiegen, haben die Parteien die Sache dem Pfalzgrafen und seinen Räten ohne Rechtsbehelf zum Entscheid anheimgestellt. Dies haben Klaus Strun, dem Martin und Werner Lebkuch ihre Rechte zugestellt haben, sowie die Gegenpartei gegenüber Bischof Johann von Worms, Kurfürst Philipps Kanzler, gelobt. Alle bisher erlangten Urteile und Prozessbriefe sollen kraftlos sein und in die Kanzlei zu Heidelberg überreicht werden, keine Partei soll an Ehre und Glimpf beschädigt sein. Hans Lebkuchs Witwe und Kinder sollen dem Klaus Strun für seine Prozesskosten 200 Gulden zu genannten Terminen reichen, womit die Parteien gänzlich geschlichtet und vertragen sein sollen.
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Kurfürst Philipp von der Pfalz bekundet, dass Irrungen zwischen Klaus Strun wegen dessen Ehefrau sowie Martin und Werner Lebkuch (Lepkuchs) einerseits und der Ehefrau und den Kindern des Hans Lebkuch (+) andererseits um Geld und Erbschaft entstanden waren, wodurch beiden Seiten durch etliche Prozesse erhebliche Kosten entstanden waren. Nachdem Kurfürst Philipp als Landesfürst, dem beide Parteien "gewant" sind, diese durch seine Räte zu Heidelberg hat verhören und feststellen lassen, dass die Prozesskosten vor seinen Hofrichtern und Räten und auch vor den kaiserlichen Kommissaren den Wert der Hauptsache überstiegen, haben die Parteien die Sache dem Pfalzgrafen und seinen Räten ohne Rechtsbehelf zum Entscheid anheimgestellt. Dies haben Klaus Strun, dem Martin und Werner Lebkuch ihre Rechte zugestellt haben, sowie die Gegenpartei gegenüber Bischof Johann von Worms, Kurfürst Philipps Kanzler, gelobt. Alle bisher erlangten Urteile und Prozessbriefe sollen kraftlos sein und in die Kanzlei zu Heidelberg überreicht werden, keine Partei soll an Ehre und Glimpf beschädigt sein. Hans Lebkuchs Witwe und Kinder sollen dem Klaus Strun für seine Prozesskosten 200 Gulden zu genannten Terminen reichen, womit die Parteien gänzlich geschlichtet und vertragen sein sollen.
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Nr. 824, 35
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Kopialbücher
Kopialbücher >> Weltliche Territorien und Herrschaften >> Kurpfalz >> Einzelne Pfalzgrafen und Kurfürsten >> Philipp >> Entscheide, Anlässe und Verträge II (Kurfürst Philipps von der Pfalz) >> Urkunden
1492 Februar 10 (fritags nach Dorothee)
fol. 26r-27r
Urkunden
Ausstellungsort: Heidelberg
Siegler: Kurfürst Philipp von der Pfalz (Sekretsiegel)
Siegler: Kurfürst Philipp von der Pfalz (Sekretsiegel)
Kopfregest: "Entscheit zuschen Claus Strunen eins und Hans Lepkuchs seligen witwe ander teils".
Lebkuch (Lebkuchen), Werner; Keller zu Dirmstein, erw. 1475, 1501
Lebkuch, Hans; 1492 tot
Lebkuch, Martin; erw. 1492
Strun, Klaus; ux. N.N. Lebkuch (?), erw. 1492
Heidelberg HD
Heidelberg HD; Kanzlei
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BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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