Mainz, 1587.12.22. (Richter Johann Diether Reutter). Der B. und Schwarzfärber Niklas Diethrich und seine Frau Martha bekennen, daß sie vor der Zeit 1400 Ellen Tuch von Georg Krämer von Sassenberg und Heinrich Steynheber von Schwabert zu färben angeommen; auf dieses Tuch hat der Jude Gottschalk von Deutz (Deutsch), derzeit zum Kalten Bad in Mainz wohnhaft, zuvor den genannten Georg und Heinrich Geld geliehen und das Tuch arrestieren lassen; deshalb verkaufen die Eheleute dem Juden ihre ganze Forderung für 100 fl. Batzen und 4 fl. 3 Albus M.W. bar. Z.: Simon Rüdinger, Buchbinder, und Franz Groß. S. und Unterschrift des Richters.
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Mainz, 1587.12.22. (Richter Johann Diether Reutter). Der B. und Schwarzfärber Niklas Diethrich und seine Frau Martha bekennen, daß sie vor der Zeit 1400 Ellen Tuch von Georg Krämer von Sassenberg und Heinrich Steynheber von Schwabert zu färben angeommen; auf dieses Tuch hat der Jude Gottschalk von Deutz (Deutsch), derzeit zum Kalten Bad in Mainz wohnhaft, zuvor den genannten Georg und Heinrich Geld geliehen und das Tuch arrestieren lassen; deshalb verkaufen die Eheleute dem Juden ihre ganze Forderung für 100 fl. Batzen und 4 fl. 3 Albus M.W. bar. Z.: Simon Rüdinger, Buchbinder, und Franz Groß. S. und Unterschrift des Richters.
U / 1587 Dezember 22 (in 5 / 12)
Urkundenbestand
Urkundenbestand >> Urkunden, Kopialüberlieferung Bestand 5 (Stadtgericht)
22.12.1587
Stadtgericht Mainz
In 5 / 12, fol. 146 r.
Urkunden
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
23.05.2025, 09:30 MESZ