NL Friedrich von Kraußer (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
E 10/74
Stadtarchiv Nürnberg (Archivtektonik) >> Stadtarchiv Nürnberg >> Bestandsgruppe E: Dokumentationsgut privater Provenienz >> E 10 - Nachlässe >> E 10/74 - Nachlass / Friedrich von Kraußer
Friedrich Ritter von Kraußer, geb. 1888 Apr. 29 in Nürnberg, gest. 1934 Juli 02 in Berlin (erschossen).Zur Person:Der SA Obergruppenführer und Hauptmann a.D. Friedrich "Fritz" Ritter von Krausser wurde als Sohn des Buchhalters Max Krausser (ev.) und von Pauline, geb. Hitzler (ev.) in der Ludwigstr. 28 als Lorenz Friedrich K. geboren. Nach seiner Schulzeit und Ausbildung zum Soldat an der bayerischen Kadettenanstalt in München sowie von 1908-1910 an der dortigen Kriegsschule wurde er Leutnant im kgl. bay. 4. Infanterie Regiment. Von 1914-1918 nahm er, v.a. als Flieger, am 1. Weltkrieg teil. Im September 1919 wurde er als Hauptmann in die Reichswehr übernommen. Von Krausser quittierte den Reichswehrdienst am 9.11.1923 im Zusammenhang mit dem Hitler-Ludendorff-Putsch. 1924 war er einer der Gründer der "Altreichsflagge" und des "Frontbannes" sowie ab 1926 Funktionär im "Tannenberg-Bund". Seine Austritte aus diesen Vereinen erfolgten 1928 und daraufhin der Eintritt in die NSDAP, 1931 auch in die SA. Dort seit 1933 Obergruppenführer im Stabe des Obersten SA-Führers in München und Leiter des Führungsamtes, zuletzt Stellvertreter Röhms. Am 30.6.1934 wurde er, als Folge des "Röhm-Putsches", verhaftet und standrechtlich erschossen. Seit 1923 war von Krausser mit der Witwe Gertrud Lyncker, geb. Roth verheiratet.Neben einem selbst verfassten, tabellarischen Lebenslauf und Tagebüchern aus dem Ersten Weltkrieg enthält der Nachlasssplitter v.a. Fotos von Lufteinsätzen im Ersten Weltkrieg und aus der Zeit Kraußers als SA-Führer ca. 1931-1934 (dabei Aufnahmen zusammen mit diversen NS-Führern wie Röhm, Hitler, Göring, Himmler u.a.). Hervorzuheben ist auch ein handschriftlicher Bericht über den Hitler-Putsch 1923. Außerdem ist die Korrespondenz von Gertrud Krausser enthalten (Versuche zur Rehabilitierung ihres Mannes) sowie Zeitungs- und Zeitschriftenausschnitte der NS- wie auch Nachkriegszeit, fast ausschließlich zum Thema "Röhm-Putsch". In einem Umfang von 80 Ausgaben zwischen 1919 und 1942 ist die Zeitung "Vereinsnachrichten d. 4. bayr. Inf. Rgt." vorhanden. In das StadtAN gelangte der Bestand 2001 von der Nichte Kraußers. Verzeichnung und Datenbankeingabe 2004.
lfd. Meter: 0,50; Einheiten: 29
Bestand
Deutsch
Bayerisches Infanterie Regiment, 4.
Berlin
Erster Weltkrieg
Fotos
Göring, Hermann
Himmler, Heinrich
Hitler, Adolf
Hitler-Putsch
Infanterie Regiment, 4. bayerisches
Kraußer, Friedrich von (Nachlass)
Nachlässe (Einzelbestände)
NS-Führer
NSDAP
Offizier
Reichswehr
Röhm, Ernst
Röhm-Putsch
SA
Tagebücher
Vereinsnachrichten des 4. bayr. Inf. Rgts.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 11:18 MESZ