Brinkhaus, Textilfabrik; Warendorf (Bestand)
Show full title
N 151 N 151 Brinkhaus, Textilfabrik; Warendorf
Kreisarchiv Warendorf (Archivtektonik)
1839-2009
Form und Inhalt: Vorwort
zum Bestand N 151: Brinkhaus, Textilfabrik; Warendorf
Firmengeschichte:
Der aus Hoetmar stammende Hermann Joseph Brinkhaus (1819-1885) gründete 1843 ein Textilgeschäft in Warendorf, aus dem sich 1847 die Firma Brinkhaus & Wiemann entwickelte. Damit wurde er "zum Wegbereiter der modernen Textilindustrie im östlichen Münsterland" (NDB 2, 1955). Nach Trennung von seinem Geschäftspartner Wiemann gründete er 1879 am Nordufer der Ems die Firma H. Brinkhaus. Hier wurde im selben Jahr auch ein Verwaltungsgebäude errichtet. Von der Hand- wurde in der Folge auf mechanische Weberei umgestellt.
1885 wurden die Söhne des Firmengründers, Hermann (1847-1895) und Bernhard Brinkhaus (1857-1935) gleichberechtigte Gesellschafter der Firma. Durch Erweiterung und Spezialisierung konnte der weitere Betrieb sichergestellt werden.
Mit Fritz (1875-1946) und Hermann Josef Brinkhaus jr. trat 1908/11 die dritte Generation in die Firma ein. Der Anschluss an die Westfälische Landeseisenbahn 1900 und die Fokussierung auf die Inlettweberei waren Meilensteine der wirtschaftlichen Entwicklung vor dem Ersten Weltkrieg. Zweigwerke wurden in Sassenberg (1899) und Freckenhorst (1906/08) errichtet (vgl. KAW, Freckenhorst B 609), wo Plüschweberei stattfand.
Der Einbruch in Kriegs- und Nachkriegszeit konnte in den guten Jahren der Weimarer Republik wieder aufgeholt werden und bald beschäftigte die Firma 700 Mitarbeiter.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs übernahm Hermann Gustav Brinkhaus als Prokurist die Geschicke der Firma, nach erheblichen Einschränkungen nach Kriegsende und Nachkriegszeit wiederum Hermann Bernhard Brinkhaus (ein weiterer Sohn Bernhard Brinkhaus'). Von Währungsreform und Wirtschaftswunder begünstigt, entwickelte sich Brinkhaus mit seinem Vorzeigeprodukte Inlett zu einem der führende Textilhersteller der Bundesrepublik. 1949 trat Hermann Dieter Brinkhaus in die Firma ein.
Nach Jahren des Booms geriet wie fast in ganz Deutschland auch in Warendorf die Textilherstellungsbranche in die Krise. Zwischen 1956 und 1975 wurden alle anderen Textilfabriken in Warendorf geschlossen; Wiemann & Bispinck fusionierte mit Brinkhaus (und wurde zum Werk IV/Vlieswerk). Die Produktion in Warendorf, die sich zuletzt auf Bettenausstattung konzentrierte, wurde schließlich im Jahre 2003 aufgegeben. Die Auslagerung der Produktion nach Polen war nur von kurzfristigem Erfolg. 2011 musste die Firma Insolvenz anmelden. Als Brinkhaus GmbH besteht sie in Bocholt fort. Das Firmengelände in Warendorf wurde 2016 verkauft.
Bestandsgeschichte:
Der umfangreiche Bestand wurde im Jahre 2012 von der Brinkhaus GmbH als Depositum an das Kreisarchiv gegeben und anschließend erschlossen.
Bei den Unterlagen handelt es sich um ein echtes Firmenarchiv, das den Schriftverkehr der Geschäftsleitung, des Vertriebs-, Bau- und Personalbereichs, diverse Dokumente zur Produktion (Weberei, Näherei, Färberei, Betten-, Polster- und Vliesproduktion) und zahlreiche Fotos aus dem Geschäfts- und Sozialleben der Firma beinhaltet, die sich zeitlich von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis 2009 erstrecken.
Weitere Fotos zur Firmengeschichte befinden sich im Bestand N 171 (Bildarchiv der Altstadtfreunde Warendorf) und im Bestand N 165 (Alfred Kaup).
Bei der Verzeichnung wurde z.T. auf die Ordnung und Sortierung der Firmenregistratur zurückgegriffen. Dadurch erklären sich die hohen bzw. fehlenden Signaturen.
Literatur:
··Stadt Warendorf (Hrsg.): Geschichte der Stadt Warendorf, Warendorf 2000, Bd. 2, S. 376-403.
·H. J. Brinkhaus u. P. Casser: Vom Werden u. Wachsen d. Brinkhaus-Inlettwebereien, 1951.
·M. Wolff: Geschichte der Firma H. Brinkhaus, 3 Teile, Homepage des Heimatvereins Warendorf
·Firmenzeitschrift "Ketting und Einschlag" (KAW, Bibliothek, Za 23).
zum Bestand N 151: Brinkhaus, Textilfabrik; Warendorf
Firmengeschichte:
Der aus Hoetmar stammende Hermann Joseph Brinkhaus (1819-1885) gründete 1843 ein Textilgeschäft in Warendorf, aus dem sich 1847 die Firma Brinkhaus & Wiemann entwickelte. Damit wurde er "zum Wegbereiter der modernen Textilindustrie im östlichen Münsterland" (NDB 2, 1955). Nach Trennung von seinem Geschäftspartner Wiemann gründete er 1879 am Nordufer der Ems die Firma H. Brinkhaus. Hier wurde im selben Jahr auch ein Verwaltungsgebäude errichtet. Von der Hand- wurde in der Folge auf mechanische Weberei umgestellt.
1885 wurden die Söhne des Firmengründers, Hermann (1847-1895) und Bernhard Brinkhaus (1857-1935) gleichberechtigte Gesellschafter der Firma. Durch Erweiterung und Spezialisierung konnte der weitere Betrieb sichergestellt werden.
Mit Fritz (1875-1946) und Hermann Josef Brinkhaus jr. trat 1908/11 die dritte Generation in die Firma ein. Der Anschluss an die Westfälische Landeseisenbahn 1900 und die Fokussierung auf die Inlettweberei waren Meilensteine der wirtschaftlichen Entwicklung vor dem Ersten Weltkrieg. Zweigwerke wurden in Sassenberg (1899) und Freckenhorst (1906/08) errichtet (vgl. KAW, Freckenhorst B 609), wo Plüschweberei stattfand.
Der Einbruch in Kriegs- und Nachkriegszeit konnte in den guten Jahren der Weimarer Republik wieder aufgeholt werden und bald beschäftigte die Firma 700 Mitarbeiter.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs übernahm Hermann Gustav Brinkhaus als Prokurist die Geschicke der Firma, nach erheblichen Einschränkungen nach Kriegsende und Nachkriegszeit wiederum Hermann Bernhard Brinkhaus (ein weiterer Sohn Bernhard Brinkhaus'). Von Währungsreform und Wirtschaftswunder begünstigt, entwickelte sich Brinkhaus mit seinem Vorzeigeprodukte Inlett zu einem der führende Textilhersteller der Bundesrepublik. 1949 trat Hermann Dieter Brinkhaus in die Firma ein.
Nach Jahren des Booms geriet wie fast in ganz Deutschland auch in Warendorf die Textilherstellungsbranche in die Krise. Zwischen 1956 und 1975 wurden alle anderen Textilfabriken in Warendorf geschlossen; Wiemann & Bispinck fusionierte mit Brinkhaus (und wurde zum Werk IV/Vlieswerk). Die Produktion in Warendorf, die sich zuletzt auf Bettenausstattung konzentrierte, wurde schließlich im Jahre 2003 aufgegeben. Die Auslagerung der Produktion nach Polen war nur von kurzfristigem Erfolg. 2011 musste die Firma Insolvenz anmelden. Als Brinkhaus GmbH besteht sie in Bocholt fort. Das Firmengelände in Warendorf wurde 2016 verkauft.
Bestandsgeschichte:
Der umfangreiche Bestand wurde im Jahre 2012 von der Brinkhaus GmbH als Depositum an das Kreisarchiv gegeben und anschließend erschlossen.
Bei den Unterlagen handelt es sich um ein echtes Firmenarchiv, das den Schriftverkehr der Geschäftsleitung, des Vertriebs-, Bau- und Personalbereichs, diverse Dokumente zur Produktion (Weberei, Näherei, Färberei, Betten-, Polster- und Vliesproduktion) und zahlreiche Fotos aus dem Geschäfts- und Sozialleben der Firma beinhaltet, die sich zeitlich von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis 2009 erstrecken.
Weitere Fotos zur Firmengeschichte befinden sich im Bestand N 171 (Bildarchiv der Altstadtfreunde Warendorf) und im Bestand N 165 (Alfred Kaup).
Bei der Verzeichnung wurde z.T. auf die Ordnung und Sortierung der Firmenregistratur zurückgegriffen. Dadurch erklären sich die hohen bzw. fehlenden Signaturen.
Literatur:
··Stadt Warendorf (Hrsg.): Geschichte der Stadt Warendorf, Warendorf 2000, Bd. 2, S. 376-403.
·H. J. Brinkhaus u. P. Casser: Vom Werden u. Wachsen d. Brinkhaus-Inlettwebereien, 1951.
·M. Wolff: Geschichte der Firma H. Brinkhaus, 3 Teile, Homepage des Heimatvereins Warendorf
·Firmenzeitschrift "Ketting und Einschlag" (KAW, Bibliothek, Za 23).
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET