Urlaubsreise in die Schweiz, Südfrankreich und Norditalien / Tagebucheintrag zum 4. Mai 1907
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E 10/180 Nr. 1/2
E 10/180 NL Lina Erlanger
NL Lina Erlanger
1907
Enthält (Blatt 2 recto - 2 verso):
1/2 recto:
Den 4. Mai, München. Im Jahre 1907.
Nach wochenlangem schlechten Wetter, läßt sich endlich die Sonne, dieser lang entbehrte Gast wieder einmal sehen. Solch ein Sonnenstrahl thut manchmal Wunder u. so wurde auch mir vor lauter Freude der Abschied von zu Hause nicht allzu schwer. Kaum hatten wir Nürnbergs Mauern verlassen, so half auch der Wind dazu, meine Gedanken zu absorbieren, alles mußte möglichst rasch verstaut werden, damit es nicht Reißaus nahm u. dennoch packte alsbald ein kräftiger Windstoß meine Hutschachtel, so daß sie zu unserem Amusement wie ein
1/2 verso:
Luftballon davon flog u. der Chauffeur sich zum Schnellläufer herablassen mußte um sie wieder einzufangen. Kurz vor Ingolstadt scheute ein Pferd, riß sich los, trabte aber dann ganz gemütlich vor uns her u. wurde schließlich im Kasernenhof eingefangen.-
Wir kamen gerade zur Mittagszeit in Ingolstadt an u. sandten, nachdem wir gegessen hatten ein Telegramm nach München. Wie verkehrt dies war, mußten wir alsbald einsehen, denn kaum hatten wir unsere Fahrt wieder angetreten, bekammen wir Reifendefect u. dadurch über eine Stunde Aufenthalt. Um 1/2 6 Uhr erreichten wir München u. ich hatte nach kurzem Plaudern gerade noch Zeit, Toilette für's Schauspielhaus zu machen.-
1/2 recto:
Den 4. Mai, München. Im Jahre 1907.
Nach wochenlangem schlechten Wetter, läßt sich endlich die Sonne, dieser lang entbehrte Gast wieder einmal sehen. Solch ein Sonnenstrahl thut manchmal Wunder u. so wurde auch mir vor lauter Freude der Abschied von zu Hause nicht allzu schwer. Kaum hatten wir Nürnbergs Mauern verlassen, so half auch der Wind dazu, meine Gedanken zu absorbieren, alles mußte möglichst rasch verstaut werden, damit es nicht Reißaus nahm u. dennoch packte alsbald ein kräftiger Windstoß meine Hutschachtel, so daß sie zu unserem Amusement wie ein
1/2 verso:
Luftballon davon flog u. der Chauffeur sich zum Schnellläufer herablassen mußte um sie wieder einzufangen. Kurz vor Ingolstadt scheute ein Pferd, riß sich los, trabte aber dann ganz gemütlich vor uns her u. wurde schließlich im Kasernenhof eingefangen.-
Wir kamen gerade zur Mittagszeit in Ingolstadt an u. sandten, nachdem wir gegessen hatten ein Telegramm nach München. Wie verkehrt dies war, mußten wir alsbald einsehen, denn kaum hatten wir unsere Fahrt wieder angetreten, bekammen wir Reifendefect u. dadurch über eine Stunde Aufenthalt. Um 1/2 6 Uhr erreichten wir München u. ich hatte nach kurzem Plaudern gerade noch Zeit, Toilette für's Schauspielhaus zu machen.-
Umfang/Beschreibung: 2 Blatt
Archivale
Bemerkungen: In braunem Leder gebundene Kladde mit 136 handbeschriebenen Seiten und 47 teilweise zugeschnittenen eingeklebten Fotografien. Auf den Innenseiten des Buchdeckels Wappenmuster und zwei eingeklebte Verkaufsmarken: "C. Müller S.18 Nürnberg" sowie des Herstellers "Edler und Krische Hannover"
Indexbegriff Person: Erlanger, Lina
Indexbegriff Sache: Klassifikation A-Bestände: Familienalben, Personenalben
Indexbegriff Sache: Klassifikation E 10-Bestände: Tagebücher und Notizen
Indexbegriff Person: Erlanger, Lina
Indexbegriff Sache: Klassifikation A-Bestände: Familienalben, Personenalben
Indexbegriff Sache: Klassifikation E 10-Bestände: Tagebücher und Notizen
Sperrgründe: Schutzmedium vorhanden: Digitalisat
Ingolstadt
München
Tagebuch
Reisetagebuch
Urlaubsreise
Urlaubseindrücke
Eindrücke, Urlaub
Reisebeschreibung
Beschreibung, Reise
Schweiz, Südfrankreich
Norditalien
Autoreise, frühe
Autofahrt
Automobil
Nürnbergs Mauern
Windstoß
Hutschachtel
Amusement
Luftballon
Chauffeur
Schnellläufer
Pferd, scheuendes
Pferd, trabendes
Kasernenhof
Telegramm
Reifendefect
Reifendefekt
Reifenpanne
Autopanne
Toilette
Schauspielhaus, München
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:02 MESZ
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