(5) Appellationis Auseinandersetzung um Bierprobe
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(1) 0049
Wismar A 25 (W A 1 n. 25)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 01. 1. Kläger A
(1725-1728) 20.01.1728-12.06.1728
Kläger: (2) Johann Andersen, Brauer und Kaufmann zu Wismar (Kl. in 1. Instanz)
Beklagter: "(3) ""Sämtliche zur Tonnen-Bier-Probe verordnete Rats- und Bürger-Deputierte"" (Bekl. in 1. Instanz)"
Fallbeschreibung: Bekl. hatten das Bier des Kl.s geprüft und dieses wracken (wegschütten) lassen, wodurch ihm neben dem wirtschaftlichen Schaden eine erhebliche Schädigung des Rufes entstanden ist. Kl. hatte gegen das Urteil der Bekl. zweimal vor dem Rat geklagt und eine neue Bierprobe verlangt, war aber abgewiesen worden, weshalb er an das Tribunal appelliert und die Zustände bei der Bierprobe schildert. Das Tribunal beauftragt den Rat am 09.02., eine neue Bierprobe nehmen zu lassen und Bericht darüber einzusenden. Am 23.01. hatten Bekl. das Tribunal gebeten, Kl. eine kurze Frist zum Einbringen seiner Appellation zu setzen, das Tribunal weist sie am 24.01. auf bereits eingegangenen Schriftsatz hin. Am 18.03. beschwert sich Kl. darüber, daß die erneute Bierprobe des Rates parteiisch gewesen sei und bittet um die Prüfung seines Biers durch von ihm vorgeschlagene unabhängige Brauer. Am 11.06. wird Kl. vom Tribunal bedeutet, es "dabey bewenden zu lassen". Am 12.06.1728 unterwirft sich Kl. diesem Urteil.
Instanzenzug: (6) 1. Ratsgericht 17272. Tribunal 1728
Prozessbeilagen: (7) Ratsgerichtsurteile vom 15. und 22.12.1727, 09. und 21.02., 01.03.1728; Auszug aus der "Revidierten Brauer und Cassa Ordnung" vom 31.10. 1725; von Notar Georg Augustin Pladecius aufgesetzter Bericht über eine Bierprobe des Kl.s vom 16.12.1727; Tribunalsurteil in Fragen des Reihe- und Cassabrauens vom 03.02.1708; von Notar G.A. Pladecius aufgenommene Befragung des Brauers Johann Schütte, Jochim Paul Haackes, Jochim Lembckes, Kapitän Kuhlmanns, Hans Michel Kählers, Bernd Kamps, Paul Wendts, Ehefrau Erdtmann Thomsens, Johann Peter Leusmanns, Ehefrau Michel Schweders, Johann Hinrich Pogges, Ernst Johann Segnitz Joachim Warnkes, David Henkes, David Stubbendorfs, Christoph Herzers und Jacob Dittmers vom 02. 08. und 09.01., 23.02., 17.03.1728; Schreiben des Kl.s an den Rat vom 03.01.1728; Schreiben des Kl.s an den Rat vom 06., 13., 21. und 27.02.1728
Beklagter: "(3) ""Sämtliche zur Tonnen-Bier-Probe verordnete Rats- und Bürger-Deputierte"" (Bekl. in 1. Instanz)"
Fallbeschreibung: Bekl. hatten das Bier des Kl.s geprüft und dieses wracken (wegschütten) lassen, wodurch ihm neben dem wirtschaftlichen Schaden eine erhebliche Schädigung des Rufes entstanden ist. Kl. hatte gegen das Urteil der Bekl. zweimal vor dem Rat geklagt und eine neue Bierprobe verlangt, war aber abgewiesen worden, weshalb er an das Tribunal appelliert und die Zustände bei der Bierprobe schildert. Das Tribunal beauftragt den Rat am 09.02., eine neue Bierprobe nehmen zu lassen und Bericht darüber einzusenden. Am 23.01. hatten Bekl. das Tribunal gebeten, Kl. eine kurze Frist zum Einbringen seiner Appellation zu setzen, das Tribunal weist sie am 24.01. auf bereits eingegangenen Schriftsatz hin. Am 18.03. beschwert sich Kl. darüber, daß die erneute Bierprobe des Rates parteiisch gewesen sei und bittet um die Prüfung seines Biers durch von ihm vorgeschlagene unabhängige Brauer. Am 11.06. wird Kl. vom Tribunal bedeutet, es "dabey bewenden zu lassen". Am 12.06.1728 unterwirft sich Kl. diesem Urteil.
Instanzenzug: (6) 1. Ratsgericht 17272. Tribunal 1728
Prozessbeilagen: (7) Ratsgerichtsurteile vom 15. und 22.12.1727, 09. und 21.02., 01.03.1728; Auszug aus der "Revidierten Brauer und Cassa Ordnung" vom 31.10. 1725; von Notar Georg Augustin Pladecius aufgesetzter Bericht über eine Bierprobe des Kl.s vom 16.12.1727; Tribunalsurteil in Fragen des Reihe- und Cassabrauens vom 03.02.1708; von Notar G.A. Pladecius aufgenommene Befragung des Brauers Johann Schütte, Jochim Paul Haackes, Jochim Lembckes, Kapitän Kuhlmanns, Hans Michel Kählers, Bernd Kamps, Paul Wendts, Ehefrau Erdtmann Thomsens, Johann Peter Leusmanns, Ehefrau Michel Schweders, Johann Hinrich Pogges, Ernst Johann Segnitz Joachim Warnkes, David Henkes, David Stubbendorfs, Christoph Herzers und Jacob Dittmers vom 02. 08. und 09.01., 23.02., 17.03.1728; Schreiben des Kl.s an den Rat vom 03.01.1728; Schreiben des Kl.s an den Rat vom 06., 13., 21. und 27.02.1728
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
2025-10-29T11:27:15+0100