Staatsakt für den verstorbenen ersten Ministerpräsidenten Baden-Württembergs Reinhold Maier
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 5/003 D711028/102
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 5/003 Chronik der Woche Baden-Württemberg SDR 1971-1974
Chronik der Woche Baden-Württemberg SDR 1971-1974 >> 1971 >> September
25.09.1971
(O-Ton) Hans Filbinger, Dr., CDU, Ministerpräsident von Baden-Württemberg: Der rechte Mann in dieser Stunde (scil. nach dem zweiten Weltkrieg) / Kampf gegen die Verzagtheit und Mutlosigkeit des Volkes, gegen Misstrauen und Argwohn in der Welt / Bezeichnete sein Wirken als "Remstalpolitik", hier: als realistischen Aufbau der Demokratie von unten nach oben / Beugte sich demokratischen Regeln ohne Einbuße an Selbstbewusstsein und Kraftentfaltung / (1'13)
(O-Ton) Camill Wurz, CDU, Präsident des Landtags von Baden-Württemberg: Tiefe Verwurzelung in klassischer Humanitas / Mensch nicht als Rädchen im wirtschaftlichen Getriebe einer Leistungsgesellschaft, sondern dem Geist verpflichtetes und aus ihm lebendes Wesen / (0'49)
(O-Ton) Karl Moersch, FDP, Staatssekretär: Politik machen für alle Deutschen, demokratische Entscheidungsfreiheit für die ganze Nation war sein Ziel / Warnte davor, ein Volk könne, mitten in Europa lebend, den östlichen Teil des Kontinents einfach ignorieren / (1'15)
(O-Ton) Walter Scheel, FDP, BM des Auswärtigen: Will rühmen, was der Verstorbene nur karg beschrieb: seinen Wirklichkeitssinn, seine Illusionslosigkeit und seinen Wagemut / Will aber sprechen, als sei er da: Dann hätte Maier ihn sicher daran gehindert, die Kontinuität liberaler Denk- und Handlungsweisen in seiner Person anstatt in seiner Politik zu feiern / Hat nie übersehen, dass die Grundlagen des Gegenwärtigen in der Vergangenheit gelegt sind / Seine Politik war aber nie der Vergangenheit verhaftet / Wusste, dass es keinen geistigen und praktischen status quo geben kann (sic!) / Seine Politik als Anspruch des lebendigen Liberalismus: dem unveränderlichen Sein das ewige Werden, dem Tod das Leben entgegensetzen / (2'41)
(O-Ton) Camill Wurz, CDU, Präsident des Landtags von Baden-Württemberg: Tiefe Verwurzelung in klassischer Humanitas / Mensch nicht als Rädchen im wirtschaftlichen Getriebe einer Leistungsgesellschaft, sondern dem Geist verpflichtetes und aus ihm lebendes Wesen / (0'49)
(O-Ton) Karl Moersch, FDP, Staatssekretär: Politik machen für alle Deutschen, demokratische Entscheidungsfreiheit für die ganze Nation war sein Ziel / Warnte davor, ein Volk könne, mitten in Europa lebend, den östlichen Teil des Kontinents einfach ignorieren / (1'15)
(O-Ton) Walter Scheel, FDP, BM des Auswärtigen: Will rühmen, was der Verstorbene nur karg beschrieb: seinen Wirklichkeitssinn, seine Illusionslosigkeit und seinen Wagemut / Will aber sprechen, als sei er da: Dann hätte Maier ihn sicher daran gehindert, die Kontinuität liberaler Denk- und Handlungsweisen in seiner Person anstatt in seiner Politik zu feiern / Hat nie übersehen, dass die Grundlagen des Gegenwärtigen in der Vergangenheit gelegt sind / Seine Politik war aber nie der Vergangenheit verhaftet / Wusste, dass es keinen geistigen und praktischen status quo geben kann (sic!) / Seine Politik als Anspruch des lebendigen Liberalismus: dem unveränderlichen Sein das ewige Werden, dem Tod das Leben entgegensetzen / (2'41)
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Audio-Visuelle Medien
Herkunft: Chronik Baden-Württemberg
Stuttgart S
Tod: Trauerfeier: Staatsakt
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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21.11.2025, 3:26 PM CET