Frühlingstage in Italien [Titel; 9.4.1914 - ?: Norditalien, Toskana, Rom]
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E 10/180 Nr. 3/2
E 10/180 NL Lina Erlanger
NL Lina Erlanger
1914
Enthält (Blatt 2 recto - 2 verso):
3/2 recto:
Durch Schnee nach dem sonnigen Süden.
Endlich bricht der erste Tag unserer Reise nach dem Süden Italiens an! Wie lange vorher planten wir doch u. sprachen wir von dieser Zeit! Endlich sollte nun mein Traum in Erfüllung gehen, ich sollte Rom kennen lernen, diese herrliche Stadt, welche ein großer englischer Dichter mit Recht la città d'ell'anima - die Stadt der Seele nannte!
Am Morgen des 9. April 1914 sind wir schon zeitig reisefertig. Matt scheint die Sonne herab, ein eisiger Wind weht - alsbald schwebt über [uns] eine hartnäckige Hagelwolke u. tuscht uns gehörig. Mit steif gefrorenen Fingern spannen wir das Dach. Aprilstürme sind es jedoch nur - nach u. nach zerreißen die grauen Nebelschleier u. die Sonne wagt sich
3/2 verso:
(die Sonne) wieder schüchtern hervor.- Immer weiter geht die Fahrt, den tief herabbeschneiten Bergen entgegen. Schon sind die Felder nicht mehr kahl u. braun, es liegt bereits ein Hauch von lichtem Grün darüber u. den Bäumen sieht man es förmlich an, wie unter der Rinde der Saft schießt u. die glänzenden Knospen zu sprengen droht.- Kufsteins Festung grüßt; wer bis jetzt von den Sonnenstrahlen noch nicht erwärmt ist, kann nun im Hôtel Egger mit gutem Tiroler Wein nachhelfen. Durch all die uns lieb gewordenen Ortschaften fahren wir nun wieder. Wir sehen Rattenberg das alte Nest, Brixlegg mit seinen Schlössern u. das Sonnwendjoch zeigt sein weißes Haupt. Um fünf Uhr sind wir in Innsbruck, ziehen es jedoch der Kälte wegen vor, bereits hier Station zu machen.
3/2 recto:
Durch Schnee nach dem sonnigen Süden.
Endlich bricht der erste Tag unserer Reise nach dem Süden Italiens an! Wie lange vorher planten wir doch u. sprachen wir von dieser Zeit! Endlich sollte nun mein Traum in Erfüllung gehen, ich sollte Rom kennen lernen, diese herrliche Stadt, welche ein großer englischer Dichter mit Recht la città d'ell'anima - die Stadt der Seele nannte!
Am Morgen des 9. April 1914 sind wir schon zeitig reisefertig. Matt scheint die Sonne herab, ein eisiger Wind weht - alsbald schwebt über [uns] eine hartnäckige Hagelwolke u. tuscht uns gehörig. Mit steif gefrorenen Fingern spannen wir das Dach. Aprilstürme sind es jedoch nur - nach u. nach zerreißen die grauen Nebelschleier u. die Sonne wagt sich
3/2 verso:
(die Sonne) wieder schüchtern hervor.- Immer weiter geht die Fahrt, den tief herabbeschneiten Bergen entgegen. Schon sind die Felder nicht mehr kahl u. braun, es liegt bereits ein Hauch von lichtem Grün darüber u. den Bäumen sieht man es förmlich an, wie unter der Rinde der Saft schießt u. die glänzenden Knospen zu sprengen droht.- Kufsteins Festung grüßt; wer bis jetzt von den Sonnenstrahlen noch nicht erwärmt ist, kann nun im Hôtel Egger mit gutem Tiroler Wein nachhelfen. Durch all die uns lieb gewordenen Ortschaften fahren wir nun wieder. Wir sehen Rattenberg das alte Nest, Brixlegg mit seinen Schlössern u. das Sonnwendjoch zeigt sein weißes Haupt. Um fünf Uhr sind wir in Innsbruck, ziehen es jedoch der Kälte wegen vor, bereits hier Station zu machen.
Umfang/Beschreibung: 2 Blatt
Archivale
Bemerkungen: In weinrotem Leder gebundens Buch mit Goldschnitt. Auf dem Einbanddeckel golden eingeprägter Titel "Frühlingstage in Italien" und eingeprägter Rand. 179 handbeschriebene Seiten mit 172 teilweise zugeschnittenen eingeklebten Fotografien und Postkarten, sowie ausgeschnittene Abbildungen. Auf den Innenseiten des Buchdeckels goldgeäderte Marmorierung und Bleistifteintrag mit Preisangabe.
Bemerkungen: Beigefügt ein gehäkeltes Lesezeichen in Form einer menschlichen Figur.
Indexbegriff Person: Erlanger, Lina
Indexbegriff Sache: Klassifikation A-Bestände: Familienalben, Personenalben
Indexbegriff Sache: Klassifikation E 10-Bestände: Tagebücher und Notizen
Bemerkungen: Beigefügt ein gehäkeltes Lesezeichen in Form einer menschlichen Figur.
Indexbegriff Person: Erlanger, Lina
Indexbegriff Sache: Klassifikation A-Bestände: Familienalben, Personenalben
Indexbegriff Sache: Klassifikation E 10-Bestände: Tagebücher und Notizen
Sperrgründe: Schutzmedium vorhanden: Digitalisat
Brixlegg, Schlösser
Innsbruck
Kufstein, Festung
Kufstein, Hotel Egger
Rattenberg
Rom
Tagebuch
Reisetagebuch
Urlaubsreise
Urlaubseindrücke
Eindrücke, Urlaub
Reisebeschreibung
Beschreibung, Reise
Italien, Frühlingstage
Tirol
Norditalien
Toskana
Rom
Grand Tour
Bildungsreise
Kulturreise
Autoreise, frühe
Autofahrt
Automobil
Schnee
Süden, sonniger
erste Tag unserer Reise
Süden Italiens
Italiens Süden
Traum in Erfüllung gehen
Rom kennen lernen
Stadt, herrliche
Dichter, großer englischer
la città d'ell'anima - die Stadt der Seele
Rom, die Stadt der Seele
Morgen
Abfahrt, zeitige
Sonne, scheint matt herab
Wind, eisiger weht
Hagelwolke, hartnäckige
Regenschauer
Finger, steif gefrorene
Dach, spannen
Verdeck, schließen
Aprilstürme
Nebelschleier, graue, zerreißen
Sonne wagt sich schüchtern hervor
Fahrt, geht weiter
Berge, tief herabbeschneit
Felder, nicht mehr kahl u. braun
Hauch von lichtem Grün
Bäume
unter der Rinde der Saft schießt
Knospen, glänzende
Festung, Kufstein
Festung, grüßt
Sonnenstrahlen, erwärmt
Hotel Egger, Kufstein
Wein, guter
Tiroler Wein
Ortschaften, lieb gewordene
altes Nest, Rattenberg das alte Nest
Schlösser, Brixlegg
Sonnwendjoch
Haupt, weißes
Kälte
Station, bereits hier
Station machen
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:01 MESZ
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