C 25 Ortsarchiv Derendingen (Bestand)
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C 25
Stadtarchiv Tübingen (Archivtektonik) >> C: Ortsarchive
1681-1990
Form und Inhalt: Bestandsgeschichte
Das vorliegende Repertorium erfasst erstmals ausführlich das bei der Gemeinde Derendingen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben angefallene Schriftgut.
Der Bestand umfasst insgesamt ca. 18 Meter Bände, Akten und Karteien. Die Laufzeit der Bände liegt zwischen 1681 und 1934, die der Akten 1703 bis 1948 (Vormundschaftsakten bis 1963), jedoch mit Schwerpunkt zwischen 1890 und 1942, die Karteien laufen von Anfang des 20. Jahrhunderts bis 1962.
Die Registratur der Gemeinde Derendingen blieb nach der Eingemeindung 1934 auf dem Derendinger Rathaus. Eine starke Dezimierung des Bestandes trat bei Kriegsende ein, als nach Augenzeugenberichten die in den Dienstzimmern vorhandenen Akten und Bände von den französischen Besatzungstruppen aus dem Fenster geworfen und verbrannt wurden.
Vernichtet wurde damals wohl der größte Teil der Registratur nach 1934 sowie jüngere Akten und Bände (v.a. die Gemeinderatsprotokolle), die in den Dienstzimmern gelagert waren. Allerdings fehlen auch alte Bände und eine Urkunde von 1695, die in der Auflistung der Pfarr- und Gemeinderegistraturen des Oberamts Tübingen von Duncker, 1914 noch aufgeführt wurden.
1955 wurden die Reste des Ortschaftsarchivs vor 1945, die seither auf dem Dachboden des Derendinger Rathauses feucht und allen Witterungen ausgesetzt lagerten, in das Stadtarchiv Tübingen überführt. Der schlechte, z.T angeschimmelte Zustand mancher Archivalien zeugt heute noch von der früheren schlechten Unterbringung.
Ortsgeschichte
Das Dorf Derendingen wird erstmals zum Jahre 1089 in der Zwiefalter Chronik erwähnt. Graf Luitpold von Achalm schenkte die Hälfte des Dorfes ("Taredingin" bzw. "Tarodingin" genannt) dem Kloster Zwiefalten bei dessen Gründung.
Die andere Hälfte gehörte den Pfalzgrafen von Tübingen, die 1342 auch ihren Derendinger Besitz an die Grafen von Württemberg verkauften. Der Zwiefalter Teil kam 1750 an Württemberg, das seit Mitte des 15. Jahrhunderts die Amtsgewalt im Dorf innehatte.
Derendingen war ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf, bis sich Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Industrien ansiedelten, begleitet vom Anschluss an die Bahnstrecke Tübingen - Hechingen. Es entwickelte sich allmählich zum Arbeiterwohndorf mit Nebenerwerbslandwirtschaft und wuchs seit Anfang des 20. Jahrhunderts rasant. Ein Gewerbegebiet entstand direkt an der Tübinger Markungsgrenze, da Derendingen den Industrieansiedlungen bessere Bau- und Steuerbedingungen als Tübingen bot. Mit Unterbrechung durch die Kriegs- und Inflationsjahre setzte sich die günstige Entwicklung fort. Die räumliche Nähe und die große Wirtschaftskraft waren wohl auch ausschlaggebend dafür, dass Derendingen 1934 durch Beschluss des württembergischen Innenministeriums und ohne Befragung der Bevölkerung nach Tübingen eingemeindet wurde. Derendingen wurde Vorort von Tübingen und behielt nur eine Geschäftsstelle auf dem bisherigen Rathaus.
Ordnungs- und Verzeichnungsgrundsätze
Die Bände und Akten wurden nach der Streifenmethode verzeichnet, d.h. bei der Verzeichnung mit provisorischen Nummern versehen und nach erfolgter Klassifikation umsigniert und in die richtige Reihenfolge gebracht. So stimmt nun die Ordnung im Findbuch mit der im Magazin überein. Die Ordnung des Bestands wurde weitgehend dem Flattich-Aktenplan von 1930 nachempfunden, allerdings erweitert durch die Bände, die von ihrer Entstehung her eng mit den Akten verbunden sind. Diese Registratur bildet den ersten Teil des Bestands. Ein zweiter Teil wird aus den Bänden der freiwilligen Gerichtsbarkeit gebildet, die der übersieht wegen in einem extra Teil untergebracht wurden. Die einzelne Titelaufnahme besteht aus verschiedenen Teilen; die laufende Nummer, wird mit der Bestandsangabe C25 eingeleitet. Sie ist bei der Bestellung der Archivalien anzugeben.; am rechten Rand erscheint gegebenenfalls das Aktenzeichen in Klammern, um es von der Laufzeit optisch zu trennen. Wenn das Aktenzeichen aus dem Flattich-Aktenplan erschlossen wurde, so ist es mit einem Stern * gekennzeichnet. Akten und Bände, die nur der Systematik nach in die Klassifikation aufgenommen wurden, ohne durch eine Stelle im Flattich-Aktenplan ausgewiesen zu sein, erhielten kein erschlossenes Aktenzeichen; es folgt der Titel der versucht, nicht nur den Inhalt des Archivales kurz wiederzugeben, sondern auch den Entstehungszweck berücksichtigt; darunter erscheint der Umfang, der bei den Akten bis zu 10 Schriftstücken die genaue Zahl, darüber die Mengenangabe Faszikel enthält. Sind die Schriftstücke durchnummeriert, so wird die Anzahl in /Quadrangeln angegeben. Bei Bänden wird die Anzahl der Blätter oder Seiten angegeben. Falls ein Register vorhanden ist, wird dies ebenfalls aufgeführt. Erschlossene Daten werden mit einem "ca" angegeben, Vorakten und Nachträge, die von der eigentlichen Entstehungszeit abweichen, werden mit runden Klammern vor- und nachgestellt. Die erschließenden Vermerke Enthält und Darin charakterisieren den Inhalt des Archivales näher; unter Bemerkungen erscheinen Hinweise auf den Erhaltungszustand, sowie Verweise auf andere Akten und Bände.
Einige wenige Fremdprovenienzen wurden im Bestand vorgefunden, so Akten des Oberamts Tübingen betr. die Stifts- und Gemeindepflege aus dem 19. Jahrhundert und über die Besetzung der Schultheißenstelle 1923/24. Ferner findet sich ein Faszikel der Gemeindeverwaltung Urach, in dem es um Gaspreise geht. Das Protokollbuch des Arbeitervereins Derendingen wurde an den Schluss des Bestandes gestellt, da es keine staatliche Provenienz hat. Alle diese Fremdprovenienzen sind in den Titelaufnahmen vermerkt. Die Bestandserschließung erfolgte im Rahmen der archivarischen Probearbeit von Frau Regina Keyler im Juli bis September 1990.
Nachträge wirden in die Verzeichnung eingearbeitet.
Das vorliegende Repertorium erfasst erstmals ausführlich das bei der Gemeinde Derendingen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben angefallene Schriftgut.
Der Bestand umfasst insgesamt ca. 18 Meter Bände, Akten und Karteien. Die Laufzeit der Bände liegt zwischen 1681 und 1934, die der Akten 1703 bis 1948 (Vormundschaftsakten bis 1963), jedoch mit Schwerpunkt zwischen 1890 und 1942, die Karteien laufen von Anfang des 20. Jahrhunderts bis 1962.
Die Registratur der Gemeinde Derendingen blieb nach der Eingemeindung 1934 auf dem Derendinger Rathaus. Eine starke Dezimierung des Bestandes trat bei Kriegsende ein, als nach Augenzeugenberichten die in den Dienstzimmern vorhandenen Akten und Bände von den französischen Besatzungstruppen aus dem Fenster geworfen und verbrannt wurden.
Vernichtet wurde damals wohl der größte Teil der Registratur nach 1934 sowie jüngere Akten und Bände (v.a. die Gemeinderatsprotokolle), die in den Dienstzimmern gelagert waren. Allerdings fehlen auch alte Bände und eine Urkunde von 1695, die in der Auflistung der Pfarr- und Gemeinderegistraturen des Oberamts Tübingen von Duncker, 1914 noch aufgeführt wurden.
1955 wurden die Reste des Ortschaftsarchivs vor 1945, die seither auf dem Dachboden des Derendinger Rathauses feucht und allen Witterungen ausgesetzt lagerten, in das Stadtarchiv Tübingen überführt. Der schlechte, z.T angeschimmelte Zustand mancher Archivalien zeugt heute noch von der früheren schlechten Unterbringung.
Ortsgeschichte
Das Dorf Derendingen wird erstmals zum Jahre 1089 in der Zwiefalter Chronik erwähnt. Graf Luitpold von Achalm schenkte die Hälfte des Dorfes ("Taredingin" bzw. "Tarodingin" genannt) dem Kloster Zwiefalten bei dessen Gründung.
Die andere Hälfte gehörte den Pfalzgrafen von Tübingen, die 1342 auch ihren Derendinger Besitz an die Grafen von Württemberg verkauften. Der Zwiefalter Teil kam 1750 an Württemberg, das seit Mitte des 15. Jahrhunderts die Amtsgewalt im Dorf innehatte.
Derendingen war ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf, bis sich Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Industrien ansiedelten, begleitet vom Anschluss an die Bahnstrecke Tübingen - Hechingen. Es entwickelte sich allmählich zum Arbeiterwohndorf mit Nebenerwerbslandwirtschaft und wuchs seit Anfang des 20. Jahrhunderts rasant. Ein Gewerbegebiet entstand direkt an der Tübinger Markungsgrenze, da Derendingen den Industrieansiedlungen bessere Bau- und Steuerbedingungen als Tübingen bot. Mit Unterbrechung durch die Kriegs- und Inflationsjahre setzte sich die günstige Entwicklung fort. Die räumliche Nähe und die große Wirtschaftskraft waren wohl auch ausschlaggebend dafür, dass Derendingen 1934 durch Beschluss des württembergischen Innenministeriums und ohne Befragung der Bevölkerung nach Tübingen eingemeindet wurde. Derendingen wurde Vorort von Tübingen und behielt nur eine Geschäftsstelle auf dem bisherigen Rathaus.
Ordnungs- und Verzeichnungsgrundsätze
Die Bände und Akten wurden nach der Streifenmethode verzeichnet, d.h. bei der Verzeichnung mit provisorischen Nummern versehen und nach erfolgter Klassifikation umsigniert und in die richtige Reihenfolge gebracht. So stimmt nun die Ordnung im Findbuch mit der im Magazin überein. Die Ordnung des Bestands wurde weitgehend dem Flattich-Aktenplan von 1930 nachempfunden, allerdings erweitert durch die Bände, die von ihrer Entstehung her eng mit den Akten verbunden sind. Diese Registratur bildet den ersten Teil des Bestands. Ein zweiter Teil wird aus den Bänden der freiwilligen Gerichtsbarkeit gebildet, die der übersieht wegen in einem extra Teil untergebracht wurden. Die einzelne Titelaufnahme besteht aus verschiedenen Teilen; die laufende Nummer, wird mit der Bestandsangabe C25 eingeleitet. Sie ist bei der Bestellung der Archivalien anzugeben.; am rechten Rand erscheint gegebenenfalls das Aktenzeichen in Klammern, um es von der Laufzeit optisch zu trennen. Wenn das Aktenzeichen aus dem Flattich-Aktenplan erschlossen wurde, so ist es mit einem Stern * gekennzeichnet. Akten und Bände, die nur der Systematik nach in die Klassifikation aufgenommen wurden, ohne durch eine Stelle im Flattich-Aktenplan ausgewiesen zu sein, erhielten kein erschlossenes Aktenzeichen; es folgt der Titel der versucht, nicht nur den Inhalt des Archivales kurz wiederzugeben, sondern auch den Entstehungszweck berücksichtigt; darunter erscheint der Umfang, der bei den Akten bis zu 10 Schriftstücken die genaue Zahl, darüber die Mengenangabe Faszikel enthält. Sind die Schriftstücke durchnummeriert, so wird die Anzahl in /Quadrangeln angegeben. Bei Bänden wird die Anzahl der Blätter oder Seiten angegeben. Falls ein Register vorhanden ist, wird dies ebenfalls aufgeführt. Erschlossene Daten werden mit einem "ca" angegeben, Vorakten und Nachträge, die von der eigentlichen Entstehungszeit abweichen, werden mit runden Klammern vor- und nachgestellt. Die erschließenden Vermerke Enthält und Darin charakterisieren den Inhalt des Archivales näher; unter Bemerkungen erscheinen Hinweise auf den Erhaltungszustand, sowie Verweise auf andere Akten und Bände.
Einige wenige Fremdprovenienzen wurden im Bestand vorgefunden, so Akten des Oberamts Tübingen betr. die Stifts- und Gemeindepflege aus dem 19. Jahrhundert und über die Besetzung der Schultheißenstelle 1923/24. Ferner findet sich ein Faszikel der Gemeindeverwaltung Urach, in dem es um Gaspreise geht. Das Protokollbuch des Arbeitervereins Derendingen wurde an den Schluss des Bestandes gestellt, da es keine staatliche Provenienz hat. Alle diese Fremdprovenienzen sind in den Titelaufnahmen vermerkt. Die Bestandserschließung erfolgte im Rahmen der archivarischen Probearbeit von Frau Regina Keyler im Juli bis September 1990.
Nachträge wirden in die Verzeichnung eingearbeitet.
Ortsverwaltung Derendingen
23,2 lfd. m
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.04.2025, 08:21 MESZ