Strafsache gegen 1. Johan Dirickman aufgrund Erschießung in Notwehr?; 2. seine Begleitung Johan Deiterman
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B-Acta crim, 19
B-Acta crim Acta criminalia (Kriminalakten)
Acta criminalia (Kriminalakten) >> 1601-1700
1606
Enthält: Strafsache gegen 1. Johan Dirickman in Nienberge, Sohn des Bitter Uphaus, Gografen zur Meest, 2. Johan Deiterman in Nienberge, auch Dieters genannt. Der Angeklagte Dirckmann hat auf dem Wege von Münster nach Nienberge den Soldaten Nettelwilm aus Nienborg erschossen; bei ihm war der andere Angeklagte. Er wendet Notwehr ein, er sei von dem Erschossenen beleidigt und bedroht und sei zunächst nach Reidegelts Kotten an der Pfaffenstiege geflohen. Zunächst entsteht ein Zuständigkeitsstreit zwischen Rat und dem Gografen zur Meest. Der Rat behauptet seine Zuständigkeit und entlässt die Angeklagten nicht aus der Haft. Als Zeugen werden vernommen 1. Johan von Havernbeck, Barbierer in Horstmar, 30 J. alt; 2. Henrich Üding in Horstmar, 32 J. alt; 3. Katharina Albering, Magd des Schulten Kalthoff in Nienberge, 21 J. alt; 4. Katharina, Frau Henrich Wideman, 26 J. alt, 5. Johan Engelberting, Bäcker des Domkapitels, aus Nienberge gebürtig, 44 J. alt. Dr. med. Bernard Rottendorff und mehrere Barbierer erstatten Gutachten. Erwähnt werden Herman Kestering und Notar Henrich Brincius in Schöppingen; Anton Hobing; Engelberg Koning; Melchior Hollinck; Erasmus Letmate; Henrich Buschmann, Rotger Kreienborg, Hans Broske; Notar Stephan Buschman; Kaspar Eickrodt, Gograf zu Telgte; Katharina Alberting, Frau des Angeklagten Dirckmann, Anna Deitering, Schwester des Angeklagten Deiterman; Johan zu Eikell; Notar Herman Conerding: Bernard und Johan Hannasch, Johan Scheper; Martin Ketteler; der Notar Johan Groning und Johan Rulle; die Barbierer Herman Hölscher senior und junior, Gerhard von Vorden und Melchior Rokelose; Bartold Kellinghausen; Weinschenk Wilbrand Stael; Henrich Kock; Bernard Stücker; Johan Kaldenberg, Barbierer in Horstmar.
Archivale
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
09.01.2026, 12:20 MEZ
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