Abteilung Parteiorgane im ZK der SED
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Gliederung
BArch DY 30 Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
Für die Anleitung der leitenden Parteiorgane und die Arbeit mit den Organisationen in der sowjetischen Besatzungszone wurde 1946 die Organisationsabteilung gebildet, die ab 1950 die Bezeichnung Organisations-Instrukteur-Abteilung führte. Am 03.06.1950 strukturierte sich die Organisations-Instrukteur-Abteilung des ZK in die Sektoren Parteiaufbau und Strukturfragen, Einheitliches Mitgliedsbuch und Statistik, Parteiinformation, Kader und in die Arbeitsbereiche Gruppe der Instrukteure des ZK und Gruppe der Instrukteure der Organisations-Instrukteur-Abteilung. Ab 1952 oblagen diese Aufgabengebiete der neu gebildeten Abteilung Leitende Organe der Partei und der Massenorganisationen, die von 1957 bis 1960 erneut Organisationsabteilung hieß, im Februar 1960 kurzzeitig in Abteilung Leitende Parteiorgane umbenannt wurde und von 1961 bis 1989 als Abteilung Parteiorgane fungierte. In den 50er Jahren vereinigte die Abteilung Leitende Organe der Partei und der Massenorganisationen in sich zusätzlich Aufgabengebiete der Kaderabteilung (bis 1957) und anderer Abteilungen des ZK. Die Einrichtung einer zentralen Kaderregistratur in der Abteilung und regional bei den SED-Landesleitungen war die Folge. Bis 1989 gliederte sich die Abteilung Parteiorgane in die Sektoren: Parteiorgane, Parteiinformation, Parteikader, Mitgliederbewegung, Statistik, zuletzt Sektor Mitgliederregistratur/Statistik genannt, ab 1968 Datenverarbeitung und kurzzeitig 1970/1971 Wissenschaftliche Führungstätigkeit. Die Abteilung wurde geleitet von Walther Beling und Josef König (paritätisch ab 1946), Paul Verner (1950-1952), Heinz Glaser (1952/1953), Willi Elstner (1953), Karl Schirdewan (1952) (22), Fritz Kleinert (1953-1957), Kurt Schneidewind (1957/1958), Hans Raskop (1959/1960), Werner Guse (1960), Horst Dohlus (1960-1986) (23) und Heinz Mirtschin (24) (1986-1989). Verantwortliche Sekretäre waren Franz Dahlem und Erich Gniffke (paritätisch 1946-1948), Walter Ulbricht (1949), Horst Sindermann (25) (1949), Paul Verner (1950), Otto Schön (26) (1950-1952), Karl Schirdewan (1952-1956), Alfred Neumann (1956-1958), Erich Honecker (1958-1971) und Horst Dohlus (1971-1989). Die karteimäßige Registrierung der Mitglieder und Kandidaten und die Führung der SED-Mitgliederunterlagen, in den Dokumenten "Personalunterlagen" genannt, fiel sowohl auf zentraler als auch regionaler Ebene in den Zuständigkeitsbereich der Abteilung Parteiorgane. Zusätzlich zur Nachweiskartei erfolgte Anfang der siebziger Jahre in der Abteilung der Aufbau einer elektronischen Datenbank. Nach dem Rücktritt des ZK der SED am 3.12.1989 und insbesondere nach dem Außerordentlichen Parteitag der SED am 8./9.12.1989 oblag die Führung der Mitgliederunterlagen ab Januar 1990 der Kommission Organisation und Parteileben im Parteivorstand der SED-PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus), Arbeitsgruppe Mitgliederregistratur/Statistik, Leiter Wolfgang Pohl. Im Zuge des Umzuges des Parteiapparates im Frühjahr 1990 wurden die bisher vom Sektor Mitgliederregistratur/Statistik verwaltete zentrale Registratur mit den geführten Nachweiskarten über jede seit 1951 bestätigte Mitgliedschaft und Kandidatur sowie die in Tresorräumen archivierten Mitgliederunterlagen und die dort abgelegten Parteiakten für Nomenklaturkader des ZK sowie die Sicherheitsfilme zusammen mit den neuen 1989 ausgestellten SED-Mitgliedsbüchern und Fragebögen auf Beschluss des Präsidium des Parteivorstandes der Partei des Demokratichen Sozialismus (PDS) vom 22.03.1990 vernichtet. Ausgenommen blieben die personenbezogenen Unterlagen der Mitglieder und Kandidaten des Politbüros, des ZK, der Zentralen Revisionskommission und der Zentralen Parteikontrollkommisssion. Sie wurden am 18.05.1990 dem Zentralen Parteiarchiv übergeben. 385,80 lfm (teilweise Filme), 1946-1990
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 11:33 MESZ