Gutsarchiv Schricke (Bestand)
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H 213 (Benutzungsort: Wernigerode)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 10. Adelsarchive >> 10.02. Gutsarchive
1737 - 1855
Findhilfsmittel: Findbuch von 1989 (online recherchierbar).
Registraturbildner: Schricke gehört zur Gemeinde Zielitz, Lkr. Börde, Sachsen-Anhalt.
Das 1296 erwähnte Dorf Schricke lag im Erzstift Magdeburg, als dessen Lehen es 1371 belegt ist. Das Erzstift fiel 1680 als Herzogtum Magdeburg an die Kurfürsten von Brandenburg und ging 1816 in der preußischen Provinz Sachsen auf, die bis 1945 bestand.
1485 erhielten die von der Schulenburg als Zubehör des Schlosses Altenhausen auch die Feldmark des wüsten Dorfes Schricke zu Lehen. 1568 wird ein Hof zu Schricke genannt und als Vorwerk zum schulenburgischen Rittergut Angern gezählt. Um 1713 nahm Heinrich Hartwig von der Schulenburg für einige Jahre seinen Wohnsitz in Schricke und verwaltete es als eigenständiges Gut. Nach einem Konkurs 1737 wurde es von Karl Friedrich Brand von Lindau erworben.
Als weitere Besitzer erscheinen 1763 und noch 1785 die von Dyrhrn, 1794 ein Freiherr von Campenhausen und 1797 Adolph Ludolph Georg von Alvensleben zu Rogätz. Von diesem erwarb Prinz Louis Ferdinand von Preußen 1799 das Gut und lebte dort mit seiner Geliebten Henriette Fromme. Nach dem Tod des Prinzen im Gefecht bei Saalfeld 1806 wurde Schricke 1814 an Johann Gottlob Nathusius verkauft, der Vertrag jedoch in einem Prozess für ungültig erklärt und das Gut 1820 dem bisherigen Pächter Amtmann Himburg übergeben. Dessen geadelte Nachfahren veräußerten das Gut 1914 an die Siedlungsgesellschaft Sachsenland, von der es 1918 wieder ein Zweig der Familie von der Schulenburg erwarb, der das Gut bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 besaß.
Zu dem 1842 als landtagsfähig bezeichneten Rittergut gehörte nur die Gerichtsbarkeit über Schricke, das 1564 und 1785 nach Farsleben und seit 1805 nach Zielitz eingepfarrt war.
Bestandsinformationen: Die Reste des Gutsarchivs stammen aus dem Hundisburger Archiv der Familie von Nathusius.
Der Bestand wird auf Grundlage eines 2006 geschlossenen Vertrages als Depositum im Landesarchiv Sachsen-Anhalt verwahrt.
2011 erfolgte die Retrokonversion der Verzeichnungsinformationen.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Registraturbildner: Schricke gehört zur Gemeinde Zielitz, Lkr. Börde, Sachsen-Anhalt.
Das 1296 erwähnte Dorf Schricke lag im Erzstift Magdeburg, als dessen Lehen es 1371 belegt ist. Das Erzstift fiel 1680 als Herzogtum Magdeburg an die Kurfürsten von Brandenburg und ging 1816 in der preußischen Provinz Sachsen auf, die bis 1945 bestand.
1485 erhielten die von der Schulenburg als Zubehör des Schlosses Altenhausen auch die Feldmark des wüsten Dorfes Schricke zu Lehen. 1568 wird ein Hof zu Schricke genannt und als Vorwerk zum schulenburgischen Rittergut Angern gezählt. Um 1713 nahm Heinrich Hartwig von der Schulenburg für einige Jahre seinen Wohnsitz in Schricke und verwaltete es als eigenständiges Gut. Nach einem Konkurs 1737 wurde es von Karl Friedrich Brand von Lindau erworben.
Als weitere Besitzer erscheinen 1763 und noch 1785 die von Dyrhrn, 1794 ein Freiherr von Campenhausen und 1797 Adolph Ludolph Georg von Alvensleben zu Rogätz. Von diesem erwarb Prinz Louis Ferdinand von Preußen 1799 das Gut und lebte dort mit seiner Geliebten Henriette Fromme. Nach dem Tod des Prinzen im Gefecht bei Saalfeld 1806 wurde Schricke 1814 an Johann Gottlob Nathusius verkauft, der Vertrag jedoch in einem Prozess für ungültig erklärt und das Gut 1820 dem bisherigen Pächter Amtmann Himburg übergeben. Dessen geadelte Nachfahren veräußerten das Gut 1914 an die Siedlungsgesellschaft Sachsenland, von der es 1918 wieder ein Zweig der Familie von der Schulenburg erwarb, der das Gut bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 besaß.
Zu dem 1842 als landtagsfähig bezeichneten Rittergut gehörte nur die Gerichtsbarkeit über Schricke, das 1564 und 1785 nach Farsleben und seit 1805 nach Zielitz eingepfarrt war.
Bestandsinformationen: Die Reste des Gutsarchivs stammen aus dem Hundisburger Archiv der Familie von Nathusius.
Der Bestand wird auf Grundlage eines 2006 geschlossenen Vertrages als Depositum im Landesarchiv Sachsen-Anhalt verwahrt.
2011 erfolgte die Retrokonversion der Verzeichnungsinformationen.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Laufmeter: 1
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
14.04.2025, 8:12 AM CEST